In 2007 betrug der, durch den Einsatz Informationstechnik (IT), verursachte Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2), gemessen in CO2-äquivalentem (CO2e), mehr als 820 Millionen Tonnen. Dieser Ausstoß stellt ca. zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes dar. Darüber hinaus war ein jährlicher Zuwachs bei benötigter Rechenleistung um ca. 60 Prozent und eine Zunahme der Internetnutzer um fünfzehn Prozent zu verzeichnen (Buhl & Laartz, 2008, S. 261).
Für den Betrieb von Servern und Infrastruktur wurden in der Europäischen Union (EU), nach Schätzungen der Österreichischen Energieagentur, 40 Terrawattstunden im Wert von sechs Milliarden Euro verbraucht (Buhl & Laartz, 2008, S. 261). Die durchschnittlichen Betriebskosten eines klassischen Rechenzentrums werden zu ca. 80 Prozent von Kosten für elektrische Energie dominiert. Pauschalisiert kann man sagen, dass für ein Kilowatt (kW) Serverleistung ein weiteres kW für unterstützende Einrichtungen und Anlagegüter, wie z.B. Klimaanlagen, Beleuchtung oder die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), aufgewendet werden müssen (PC Welt, 2008).
Betrachtet man diese Werte, so kann man zu dem Schluss kommen, dass beträchtliche Einsparungspotentiale vorhanden sind, die zumindest zum Teil gehoben werden können.
„Green IT“ bietet einen Ansatz diese Potentiale heben zu können. Buhl und Laartz definieren Green IT als Maßnahmen zur „[…]Senkung des Energieverbrauchs und somit der Energiekosten der IT selbst“ (Buhl & Laartz, 2008, S. 261) und betonen, dass die CO2-Emissionsredukton für die ökologische und ökonomische Bilanz nützlich ist und für Marketingzwecke verwendet werden kann (Buhl & Laartz, 2008, S. 261).
PC Welt geht davon aus, dass ein energieeffizientes Rechenzentrum einen zusätzlichen Energieverbrauch von 0,5 kW je kW Serverleistung haben kann. Die Zeitschrift beziffert weitergehend die potentiellen Einsparungspotentiale je Server und Jahr mit 100 Euro. Diese Summe setzt sich aus der Prämisse von Kosten in Höhe von Zehn Cent, inklusive aller Steuern, einem Gebührentakt von 0,25kW und den oben genannten Verbrauchswerten zusammen (PC Welt, 2008).
Greifbare Ergebnisse lieferten bisher IBM und die Berliner STRATO AG. So gelang es beispielsweise IBM in einem Rechenzentrum ca. 90 Prozent der benötigten Fläche und ca. 85 Prozent des Energieverbrauches einzusparen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Green IT
2.1 Technische Maßnahmen
2.1.1 Energieeffiziente Technologien
2.1.2 Optimierung der Kühlung
2.1.3 Virtualisierung
2.2 Verbindung zu den Geschäftsprozessen durch Substitution am Beispiel von Dienstreisen
2.3 Recycling und Wiederverwendung
2.4 Zwischenergebnis
3 Potentiale und Risiken der Nutzung von Green IT für T-Systems
3.1 Potentiale und Risiken durch Einsatz energieeffizienten Technologie
3.2 Potentiale und Risiken durch eine optimierte Kühlung
3.3 Potentiale und Risiken durch Virtualisierung, Grid-Applikationen und Cloud Computing
3.4 Potentiale und Risiken durch Substitution; Beispiel von Dienstreisen
3.5 Recycling und Wiederverwendung
4 Empfehlung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Green IT-Ansatzes hinsichtlich seiner Anwendbarkeit, Potentiale und Risiken für den Konzern T-Systems, um eine ökonomisch sinnvolle und umweltschonende Strategie für den IT-Betrieb abzuleiten.
- Technische Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in Rechenzentren.
- Optimierung von Kühlsystemen und Nutzung innovativer Klimatechnologien.
- Einsatz von Virtualisierung, Grid-Computing und Cloud-Diensten zur Ressourceneinsparung.
- Substitution von Geschäftsreisen durch moderne Videokonferenzsysteme.
- Herausforderungen und Kosten-Nutzen-Analyse bei Implementierung in bestehende IT-Infrastrukturen.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Energieeffiziente Technologien
Neue technologische Entwicklungen im Bereich leistungsfähiger und energiesparender Prozessoren in Kombinationen mit Virtualisierungsverfahren ermöglichen erhebliche Einsparungspotentiale.
So verfügen Server mit moderner Quad-Core-Prozessortechnologie bereits über ein Watt/ Leistungsverhältnis von 1:3, im Vergleich zu der Vorgängergeneration. Für Server die nur für eine bestimmte Aufgabe eingesetzt werden, bedeutet dies eine Leistungsaufnahme von 350 Watt. Durch den Einsatz von Blade-Servern kann die Leistungsaufnahme um ca. die Hälfte gesenkt werden, so dass Sie bei nur noch 175 Watt liegt. Eine weitere Option der neuen Prozessortechnologie besteht darin, diese so zu bauen, dass Sie auf bestimmte Anwendungen spezialisiert sind und viele Anfragen gleichzeitig bearbeiten können. Dies führt zu einer verbesserten Auslastung der Prozessoren und senkt somit auch den Energieverbrauch im Vergleich zu Allround-Server-Prozessoren.
Die neuen Technologien vermindern zudem den Energieverbrauch von Peripheriegeräten und Klimatechnik. Es wird davon ausgegangen das sich bei der neuen Technologie ein Watt/Leistungsverhältnis von 1:2 erreichen lässt (Stiel, 2008).
Weiterhin ist es mit modernen effizienteren IT-Geräten durchaus möglich die Energiekosten um 50 Prozent zu senken, ohne dadurch Einbußen bei der Leistungsfähigkeit hinnehmen zu müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den hohen CO2-Ausstoß und Energieverbrauch durch IT und führt Green IT als notwendige Strategie zur Kosten- und Emissionsreduktion ein.
2 Green IT: Dieses Kapitel definiert Green IT als Maßnahmenpaket, das in die Bereiche Technik, prozessuale Substitution und Recycling unterteilt wird.
3 Potentiale und Risiken der Nutzung von Green IT für T-Systems: Hier werden die spezifischen Chancen und Risiken der verschiedenen Green IT-Methoden im Kontext des IT-Dienstleisters T-Systems analysiert.
4 Empfehlung: Basierend auf der Analyse wird der Green IT-Ansatz als kosteneffiziente und marketingrelevante Strategie für T-Systems empfohlen, sofern Sicherheitsstandards gewahrt bleiben.
Schlüsselwörter
Green IT, T-Systems, Energieeffizienz, Rechenzentrum, Virtualisierung, Cloud Computing, CO2-Reduktion, Stromkosten, IT-Infrastruktur, Kühlung, Substitution, Videokonferenzen, Nachhaltigkeit, Hardware, Prozessortechnologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Ansatz der Green IT und bewertet dessen ökologische und ökonomische Auswirkungen speziell für den IT-Konzern T-Systems.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen technische Maßnahmen an Servern und Kühlsystemen, Virtualisierung, Cloud-Computing sowie die Substitution von Dienstreisen durch Videokonferenzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Potential zur Kosteneinsparung und Emissionsminderung bei T-Systems zu identifizieren und Empfehlungen für eine nachhaltige IT-Strategie auszusprechen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine auf Literaturrecherche und Best-Practice-Beispielen basierende Untersuchung der Green IT-Konzepte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der Green IT-Komponenten und eine detaillierte Risiko- und Potentialanalyse für die spezifische Unternehmensumgebung von T-Systems.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Green IT, Energieeffizienz, Rechenzentren, Virtualisierung, Cloud-Computing und T-Systems charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Kühlung in Rechenzentren?
Die Kühlung ist ein entscheidender Faktor, da sie einen großen Teil der Energiekosten ausmacht. Die Arbeit untersucht Methoden wie Luftführung, Wasserkühlung und lastabhängige Drosselung.
Warum ist Virtualisierung für T-Systems besonders relevant?
Virtualisierung erlaubt eine höhere Auslastung der Server, reduziert den Platzbedarf und die Kühlkosten, was direkt auf die Kostensenkungsziele des Konzerns einzahlt.
Wie könnten Dienstreisen durch Green IT ersetzt werden?
Durch den Einsatz von Desktop Video Conferences (DTVC) können Reisekosten minimiert und CO2-Emissionen durch den Verzicht auf Flug- und Autokilometer signifikant gesenkt werden.
- Arbeit zitieren
- Hilger Schneider (Autor:in), Martin C. Wagner (Autor:in), 2009, Green IT CIO-Briefing at T-Systems , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/177984