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Die Augustiner Chorherren

Die Geschichte der Gesamtkonföderation und der Kongregation der Österreichischen Augustiner-Chorherren

Titel: Die Augustiner Chorherren

Seminararbeit , 2024 , 21 Seiten

Autor:in: Pater Guerricus Simon Karl (Autor:in)

Theologie - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Augustiner-Chorherren – manchmal nur als Chorherren bezeichnet – dürfen nicht mit anderen geistlichen Gemeinschaften verwechselt werden, die ebenfalls den Namen des heiligen Augustinus in ihrer Titulatur tragen und nach der Augustinusregel leben:
Als vierter Mendikantenorden entstanden im 13. Jahrhundert die Augustiner-Eremiten. Seit 1963 nennt sich die Gemeinschaft Augustinerorden. Vorbild war ein von Aurelius Augustinus gegründetes Gartenkloster auf einem Grundstück seines Bischofs Valerius.

Aber auch schon in jüngeren Jahren – auf dem Landgut Cassiacum nahe von Mailand – spürte Augustinus die zwei späteren Charismen der Chorherren – zweckfreies Psalmengebet zur größeren Ehre Gottes und pastorale Tätigkeit/ Mission – in seinem Herzen: „Wie hab’ ich damals mit jenen Psalmen zu dir gerufen, wie ward ich durch sie für dich entflammt und hingerissen, hätte ich nur gekonnt, sie dem ganzen Erdkreis vorzusingen, dem eitlen Stolz des Menschengeschlechts zum Trotz!“

Aus den Augustiner-Eremiten entwickelte sich im 16. Jahrhundert der Bettelorden der Augustiner-Discalceaten. Diese unbeschuhten Religiosen spalteten sich später in die Augustiner-Rekollekten – Ordo Augustinianorium Recollectorum (OAR) – , die italienischen Discalceaten, die französichen Discalceaten und die portugiesischen Discalceaten auf. Im 17. Jahrhundert konnten – durch einen guten Zulauf an Berufungen – Niederlassungen in Prag, Wien, Dachau und Stehlen in Schlesien errichtet werden. Die Discalceaten werden auch Augustiner-Barfüßer genannt und Abraham a Sancta Clara war das wichtigste Mitglied in den deutschen Landen. Die Augustiner-Rekollekten hatten sich 1588 als eine Reform in Spanien abgespaltet, weshalb sie auch als Spanische Augustiner bezeichnet werden. Sie gelten als die ersten Missionare in einigen westafrikanischen Ländern im 16. Jahrhundert.

Ungefähr zur selben Zeit wie das Gartenkloster entstand durch Augustinus’ Bemühungen das Bischofskloster. Auf dieses monasterium bezogen sich die ersten regulierten Chorherren, die als ein Kanonikerorden ein Leben im Sinne der Augustinusregel anstrebten. Diese Augustiner Chorherren sind der Hauptinhalt dieser wissenschaftlichen Arbeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Christliches Gemeinschaftsleben in der Urkirche: Die .... Vorläufer der Chorherren in der Antike

3 Die Entwicklungen im frühen und hohen Mittelalter

4 Das 14. Jahrhundert

4.1 Das 14. Jahrhundert in Rom und Tschechien

4.2 Das 14. Jahrhundert in den Niederlanden und Deutschland

5 Das 15. Jahrhundert in Österreich

6 Das 16. und 17. Jahrhundert

6.1 Herausforderungen der frühen Neuzeit

6.2. Kongregationsbildung in Frankreich, Österreich und Italien

7 Das 18. Jahrhundert

7.1 Das 18. Jahrhundert außerhalb Österreichs

7.2 Das 18. und 19. Jahrhundert in Österreich

8 Das 20. Jahrhundert

8.1 Die weltweite Lage im 20. Jahrhundert

8.2 Die österreichischen Chorherrenstifte im 20. Jahrhundert

9 Die Situation der Chorherren im Jahr 2024

9.1. Die Österreichischen Stifte im Jahr 2024

9.2. Die Kleidung der Chorherren im Jahr 2024

10 Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die historische Entwicklung, die strukturellen Reformen sowie die gegenwärtige Situation der Augustiner-Chorherren mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Gesamtkonföderation und der Kongregation der österreichischen Augustiner-Chorherren.

  • Antike und urchistäusche Vorläufer sowie die spirituellen Wurzeln des gemeinschaftlichen Priesterlebens
  • Mittelalterliche Reformbewegungen, darunter die Raudnitzer und die Windesheimer Reform
  • Die Auswirkungen von Krisen, Kriegen und der Gegenreformation im 16. bis 18. Jahrhundert
  • Die Entstehung der internationalen Konföderation und der österreichischen Kongregation im 20. Jahrhundert
  • Die aktuelle Situation der Stifte und die Ordensbekleidung im Jahr 2024

Auszug aus dem Buch

3 Die Entwicklungen im frühen und hohen Mittelalter

Chrodegang von Metz – gestorben 766 – verfasste im achten Jahrhundert eine Regel für die Kanoniker und übernahm in ihr viele Inhalte der regula benedicti. Die Aachener Synode veröffentlichte im Jahr 816 eine Regel – Institutio canonicorum – die für Kanoniker gelten sollte. Sie wurde von vielen Priestergemeinschaften übernommen.

In Frankreich brachte das elfte Jahrhundert die Reform einiger Kapitel, die oft den Mönchsprioraten von Cluny, Le Bee, Marmoutier, Sant-Hubert und ähnlichen Klöstern unterstellt wurden. Die gregorianische Reform brachte eine Erneuerung des kirchlichen Kanon. Weltpriester wurden mit Erlaubnis von Papst Kalixt II. und auf Befehl von Bischof Hugo von Auxerre durch Regularkanoniker und Mönche ersetzt. Wirtschaftliche Gründe und das Annehmen der Gebräuche der Weltleute – darunter kriegerische Aktivitäten und die Jagd – hatten einen Verfall der Sitten bei einigen Weltpriestern hervorgerufen, wobei die Ursachen der Missstände unterschiedlich gedeutet wurden: Die Gregorianer sahen in dem Recht auf Privatbesitz die erste Stufe hin zum Verfall. Weniger radikal sahen es Reformatoren, welche der Aachener Regel die Treue hielten: Sie lehnten Privatbesitz durch Weltpriester nicht völlig ab, sahen aber Mängel bei der Verwendung der zugeteilten Kirchengüter, welche in erster Linie für die Liturgie, der Vervollkommnung derselben, für die Kirchen(bauten) und die Nöte der Armen gedacht gewesen wären. Den Geistlichen wurde zusehends das Tragen von Waffen verboten, aber in Einzelfällen mussten Priester eine fehlende weltliche Autorität ersetzen und ihr Eigentum gewaltsam verteidigen, wie das Beispiel der Kanoniker von Sant-Julien von Brioude zeigt.

Das Vermächtnis von Augustinus wurde erst mit der Lateransynode am 13.04.1059 – auch Ostersynode genannt – vollends realisiert, als dem Regularkanoniker – cannonicus regularis – erlaubt wurde, sich offiziell Schüler des Augustinus zu nennen und ihm – erstmals – nahegelegt wurde, in der Pfarrseelsorge zu wirken. Alle Kleriker, welche die von der Synode gewünschte Reform annahmen, durften sich zu den Canonici regulares/ Regularkanoniker zählen. Wer dies nicht tat, wurde den Canonici irregulares/ Säkularkanonikern zugezählt. Nur schrittweise banden sich die Regularkanoniker an die Augustinusregel, aber schlussendlich wurden sie zu Canonici sancti Augustini/ Augustiner-Chorherren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung grenzt die Augustiner-Chorherren von anderen augustinischen Gemeinschaften wie den Eremiten oder Discalceaten ab und definiert den Untersuchungsgegenstand.

2 Christliches Gemeinschaftsleben in der Urkirche: Die .... Vorläufer der Chorherren in der Antike: Es werden die biblischen und spätantiken Wurzeln des gemeinsamen Priesterlebens, die Entstehung des Kanonikerbegriffs sowie die Einflüsse der Kirchenväter beleuchtet.

3 Die Entwicklungen im frühen und hohen Mittelalter: Dieses Kapitel behandelt die Klosterregeln von Chrodegang und Aachen, die gregorianische Reform sowie die Lateransynode von 1059.

4 Das 14. Jahrhundert: Analysiert die Reformbestrebungen in Rom, Tschechien (Raudnitzer Reform) sowie in den Niederlanden und Deutschland (Devotio Moderna).

5 Das 15. Jahrhundert in Österreich: Beschreibt die Visitationen der Benediktiner- und Chorherrenklöster sowie die Reformen unter Prälaten Georg Muestinger in Klosterneuburg.

6 Das 16. und 17. Jahrhundert: Beleuchtet die Herausforderungen durch Kirchenspaltung, Kriege und Pest sowie die anschließenden Kongregationsbildungen in Frankreich, Italien und Österreich.

7 Das 18. Jahrhundert: Zeigt die Blütezeit des Barocks, staatliche Beschränkungen in Bayern sowie die Errichtung von Hauslehranstalten in Österreich.

8 Das 20. Jahrhundert: Dokumentiert die Gründung der internationalen Chorherren-Konföderation und der österreichischen Kongregation.

9 Die Situation der Chorherren im Jahr 2024: Gibt einen Überblick über die aktuellen Stifte, weltweite Priorate und die Entwicklung der Ordenskleidung bis in die Gegenwart.

10 Conclusio: Die Schlussbetrachtung fasst die historischen Meilensteine und die nachhaltige Prägung der Kirche durch die Augustiner-Chorherren zusammen.

Schlüsselwörter

Augustiner-Chorherren, Ordensgeschichte, Regularkanoniker, Augustinusregel, Klosterneuburg, St. Florian, Mittelalter, Kirchengeschichte, Kongregation, Klosterreform, Priestergemeinschaft, Seelsorge, Liturgie, Konföderation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Wesentlichen?

Die Arbeit behandelt die umfassende Geschichte, die strukturellen Reformen und die weltweite sowie österreichische Entwicklung der Augustiner-Chorherren von den antiken Ursprüngen bis in das Jahr 2024.

Welche zentralen Themenfelder werden in dem Text behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören das urchristliche Gemeinschaftsleben, mittelalterliche Reformbewegungen wie die Raudnitzer und Windesheimer Reform, kirchenpolitische Herausforderungen der Frühen Neuzeit sowie die heutige Situation der Stifte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die kontinuierliche Entwicklung und die historischen Wandlungsprozesse der Augustiner-Chorherren von ihren antiken Vorläufern bis zu ihrer heutigen Organisation in regionalen und internationalen Konföderationen nachzuzeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode bzw. Herangehensweise wird angewendet?

Es handelt sich um eine historische und quellenbasierte Analyse, die sich auf Fachliteratur, historische Dokumente, Regulierungen und archivalische Quellen stützt.

Was wird im umfangreichen Hauptteil der Arbeit vermittelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch und beleuchtet detailliert die einzelnen Epochen vom Mittelalter über das Barockzeitalter bis zum 20. Jahrhundert, inklusive Personengeschichten und institutioneller Entwicklungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation am besten?

Zentrale Begriffe sind Augustiner-Chorherren, Regularkanoniker, Augustinusregel, Klosterreform, Konföderation und Seelsorge.

Welche Rolle spielte die Lateransynode von 1059 für den Orden?

Die Synode war ein entscheidender Meilenstein, da den Regularkanonikern erstmals offiziell erlaubt wurde, sich als Schüler des Augustinus zu bezeichnen und in der Pfarrseelsorge zu wirken.

Wie wirkte sich das 19. und 20. Jahrhundert auf die organisatorische Struktur aus?

Im 20. Jahrhundert kam es zur Gründung der österreichischen Kongregation im Jahr 1907 sowie zur Etablierung der internationalen Chorherren-Konföderation im Jahr 1959 unter Papst Johannes Paul XXIII.

Welche Bedeutung haben die österreichischen Stifte im heutigen Kontext?

Stifte wie Klosterneuburg, St. Florian, Vorau, Herzogenburg, Reichersberg und das Südtiroler Neustift bilden eine aktive Kongregation, die neben der Seelsorge auch internationale Priorate und Bildungsaufgaben betreibt.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Augustiner Chorherren
Untertitel
Die Geschichte der Gesamtkonföderation und der Kongregation der Österreichischen Augustiner-Chorherren
Autor
Pater Guerricus Simon Karl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
21
Katalognummer
V1779414
ISBN (eBook)
9783389208885
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Augustinus Psalmen Konföderation Augustiner Eremiten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Pater Guerricus Simon Karl (Autor:in), 2024, Die Augustiner Chorherren, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1779414
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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