Lesen und Schreiben sind nach wie vor die bedeutendsten Kulturtechniken, die Kinder erlernen müssen. Ohne die sichere Beherrschung der Schriftsprache ist die Bewältigung des Alltags sehr anstrengend und ein erfolgreiches Vorankommen in der Arbeitswelt fast unmöglich. Doch für viele bleibt die Welt der Buchstaben im wahrsten Sinne des Wortes „ein Buch mit sieben Siegeln“.
Inhaltsverzeichnis
0. EINLEITUNG
1. EINFÜHRUNG
1.1 Begriffsklärung „Lesen“ und „Lesekompetenz“
1.2 Literarisches Lernen
1.3 Bedeutung des Lesens
1.4 Leseweisen
2. LITERARISCHE SOZIALISATION
2.1 Familie
2.2 Schule
3. DIAGNOSTIK
3.1 VERA
3.2 Stolperwörter – Lesetest
4. METHODEN DER LESEFÖRDERUNG
4.1 Anforderungen an die Lehrkräfte
4.2 Ausstattung der Schulen
4.3 Lesestunde
4.4 Vorlesen
4.5 Leseöffentlichkeit
4.6 Geschlechtsdifferenzierte Leseförderung
4.7 Antolin
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Bedeutung der Leseförderung im Primarbereich und analysiert, wie Grundschulen durch gezielte diagnostische Verfahren und methodische Ansätze die Lesekompetenz von Kindern nachhaltig stärken können, um bildungsungleichheiten entgegenzuwirken.
- Bedeutung von Lesekompetenz als Schlüsselqualifikation
- Einfluss der literarischen Sozialisation in Familie und Schule
- Diagnostische Verfahren zur Erfassung von Lesefähigkeiten
- Methodische Ansätze zur schulinternen Leseförderung
- Bedeutung der Lesemotivation und des selbstvergessenen Lesens
Auszug aus dem Buch
4. METHODEN DER LESEFÖRDERUNG
In den 70er Jahren war der Begriff Leseförderung von der Vorstellung geprägt, dass nur Kinder der ersten Klassen der Primarstufe, die durch Schwierigkeiten bei der Aneignung des Lesens auffielen, einer speziellen Förderung bedurften. Dieser Auffassung nach stellte das Lesen primär die Entschlüsselung von Buchstabenkombinationen dar. Dem derzeitig vorherrschenden Verständnis von Leseförderung liegt jedoch die eingangs beschriebene Definition von Lesen und Lesekompetenz zugrunde. Es beinhaltet nicht nur die Förderung schwacher Leser, sondern ist vielmehr als ein übergeordnetes Konzept anzusehen. Leseförderung bezieht sich nicht mehr nur auf einzelne Schüler und den Grundschulbereich. Sie sollte Bestandteil des gesamten Schulsystems sein und nicht als alleinige Aufgabe des Deutschunterrichts verstanden werden.
Zusammenfassung der Kapitel
0. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Lesens als zentrale Kulturtechnik und verweist auf die Ergebnisse von PISA- und IGLU-Studien, die einen hohen Bedarf an intensiver Leseförderung in Grundschulen aufzeigen.
1. EINFÜHRUNG: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Lesen und Lesekompetenz, erörtert die Bedeutung des literarischen Lernens sowie die verschiedenen Leseweisen und deren Stellenwert im schulischen Kontext.
2. LITERARISCHE SOZIALISATION: Es wird die Rolle der Familie als primäre Instanz für die frühe Leseförderung sowie die ausgleichende Aufgabe der Schule bei unterschiedlichen sozialen Voraussetzungen thematisiert.
3. DIAGNOSTIK: Dieses Kapitel stellt standardisierte Diagnoseverfahren wie VERA und den Stolperwörter-Lesetest vor, um Lehrkräften Instrumente zur gezielten Erfassung und Bewertung der Lesekompetenz an die Hand zu geben.
4. METHODEN DER LESEFÖRDERUNG: Hier werden praxisnahe Methoden zur Förderung präsentiert, die von der Gestaltung der Lernumgebung über spezifische Unterrichtsformate wie Lesestunden bis hin zum Einsatz digitaler Tools wie Antolin reichen.
5. FAZIT: Das Fazit unterstreicht, dass Leseförderung eine fächerübergreifende Aufgabe ist, die nicht nur in der Schule, sondern auch im häuslichen Umfeld stattfinden muss, um langfristigen Bildungserfolg zu sichern.
Schlüsselwörter
Leseförderung, Grundschule, Lesekompetenz, literarische Sozialisation, Diagnostik, VERA, Stolperwörter-Lesetest, Lesemotivation, Vorlesen, Lesestunde, Leseöffentlichkeit, Antolin, Medienkompetenz, Bildungsstandard, schulisches Lernen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und den Möglichkeiten der Leseförderung in der Grundschule, ausgehend von der Bedeutung des Lesens für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Lesekompetenz, die Bedeutung des häuslichen und schulischen Umfelds, diagnostische Diagnosemethoden und konkrete methodische Förderkonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Grundschulen durch ein ganzheitliches Leseförderkonzept die Leseleistungen verbessern und zur Chancengleichheit beitragen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studien (PISA, IGLU) sowie auf bewährte didaktische Konzepte und Diagnoseverfahren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Aspekte der Sozialisation, diagnostische Instrumente zur Leistungsüberprüfung und einen umfangreichen Teil zu konkreten Methoden der schulischen Leseförderung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Lesekompetenz, Lesemotivation, Diagnostik, Antolin und die Rolle der Schule bei der kompensatorischen Förderung.
Wie unterscheidet sich der Stolperwörter-Lesetest von VERA?
Während VERA als flächendeckendes, standardisiertes Vergleichsinstrument dient, bietet der Stolperwörter-Lesetest den Lehrkräften ein schnelles, informelles und gruppentaugliches Werkzeug für den laufenden Unterrichtsalltag.
Welche Bedeutung misst die Autorin der Leseöffentlichkeit bei?
Leseöffentlichkeit wird als schulweites Konzept verstanden, das über den Deutschunterricht hinausgeht, um durch Aktivitäten wie Buchpräsentationen oder Wettbewerbe ein lesefreundliches Schulklima zu schaffen.
Warum ist die Geschlechtsdifferenzierung bei der Leseförderung relevant?
Die Arbeit betont, dass Mädchen und Jungen oft unterschiedliche Textpräferenzen haben, weshalb ein ausgeglichenes Angebot an fiktionalen und Sachtexten notwendig ist, um alle Kinder gleichermaßen zu erreichen.
Wie trägt das Programm „Antolin“ zur Lesemotivation bei?
Antolin verbindet das Lesen mit spielerischen Anreizen durch webgestützte Quizfragen, die ein gezieltes, motivierendes und längerfristiges Auseinandersetzen mit Ganzschriften ermöglichen.
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- Beate Schmitz (Author), 2008, Leseförderung in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/177581