Zur Methodik des Sportunterrichts gibt es unzählige Beiträge in der Fachliteratur. Dabei vertreten die Autoren nicht nur verschiedene Standpunkte und nehmen unterschiedliche Einteilungen vor, sondern führen auch jeweils eigene neue Begriffe ein. Von Einheitlichkeit kann also keine Rede sein. Die folgende Arbeit grenzt das Themengebiet daher insofern ein, als dass sie sich größtenteils auf die Ausführungen von Größing, Heymen und Leue, Scherler und Söll bezieht.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ALLGEMEINE METHODIK DES SPORTUNTERRICHTS
2.1 Methodische Maßnahmen
2.1.1 Bewegungsaufgabe
2.1.2 Bewegungsansage
2.1.3 Bewegungskorrektur
2.1.4 Vormachen
2.1.5 Vorzeigen
2.1.6 Bewegungsbeschreibung
2.1.7 Bewegungserklärung
2.1.8 Bewegungshilfe / -sicherung
2.1.9 Akustische Hilfe
2.1.10 Unterrichtsgespräch
2.2 Methodische Verfahrensweisen
2.2.1 Indirekt vs. direkt
2.2.2 Ganzheitlich vs. elementenhaft
2.2.3 Induktiv vs. deduktiv
2.2.4 Schaubild zu den Bezügen der methodischen Verfahren
2.3 Unterrichtsformen
2.3.1 Frontal- und programmgesteuerter Unterricht
2.3.2 Handlungsorientierter und offener Unterricht
3. HETEROGENES SPORTTREIBEN IM RAHMEN DER INTEGRATIVEN GRUNDSCHULE
4. PRÄSENTATION
5. BEZÜGE ZU ANDEREN THEMEN
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen systematischen Überblick über die allgemeine Methodik des Sportunterrichts, strukturiert in Maßnahmen, Verfahren und Formen, und beleuchtet deren Anwendung im Kontext heterogener Lerngruppen.
- Systematisierung methodischer Maßnahmen im Sportunterricht
- Gegenüberstellung methodischer Verfahrensweisen
- Konzepte für schüler- und lehrerzentrierte Unterrichtsformen
- Herausforderungen und Strategien für heterogene Lerngruppen
- Integration methodischer Überlegungen in die Unterrichtspraxis
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Bewegungsaufgabe
Die Bewegungsaufgabe ist eine „Aufforderung an den Schüler, ein Bewegungsproblem selbständig zu lösen.“7 Dabei sind vielfältige Lösungsmöglichkeiten denkbar, die die Kreativität und die Fantasie der Kinder fordern und fördern. Im Vordergrund steht der Weg zu einer möglichen Lösung. Dieser besteht aus abwechselnden Versuchs- und Irrtumsphasen. Die resultierenden Umwege haben zwar einen höheren Zeitaufwand zur Folge, dienen aber dem wichtigen Sammeln von Bewegungserfahrungen, was heutzutage oftmals zu kurz kommt.
Weiter können die freie und die gebundene Bewegungsaufgabe unterschieden werden. Bei der freien Variante sind den Kindern keinerlei Grenzen (innerhalb der grundsätzlich geltenden Regeln) gesetzt. Eine solche freie Bewegungsaufgabe könnte lauten: „Gelange von einer Seite der Halle mit dem Ball zur anderen.“ Etwas eingeschränkter sind die Kinder in ihrer Lösungsfindung bei der gebundenen Bewegungsaufgabe. Sie zielt bereits auf eine Bewegungsgestalt ab. Ein Beispiel wäre: „Gelange von einer Seite der Halle mit dem Ball zur anderen, ohne ihn festzuhalten.“
Die reine Form der Bewegungsaufgabe kommt allerdings selten vor, da sie meist mit anderen methodischen Maßnahmen wie etwa dem Vorzeigen (s. 2.1.5) kombiniert wird und unter Hinzunahme weiterer Bewegungseinschränkungen schnell in eine Bewegungsansage (s. 2.1.2) übergeht. Bei einigen Kindern verringert das Lernen in der Großgruppe die Fähigkeit, sich eigene Bewegungen auszudenken, da sie viel bei den Mitschülern „abgucken“. Doch auch das Beobachten und das Vergleichen sind wichtig für die Entwicklung der Kinder.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung grenzt das komplexe Feld der Sportmethodik ein und benennt die maßgeblichen Autoren, auf denen die Untersuchung aufbaut.
2. ALLGEMEINE METHODIK DES SPORTUNTERRICHTS: Dieses Kapitel systematisiert die Methodik in drei Ebenen: methodische Maßnahmen, Verfahrensweisen und Unterrichtsformen.
3. HETEROGENES SPORTTREIBEN IM RAHMEN DER INTEGRATIVEN GRUNDSCHULE: Hier werden Prinzipien für den Sportunterricht mit Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf diskutiert, insbesondere unter dem Fokus der Differenzierung.
4. PRÄSENTATION: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Gestaltung eines Seminars zu den Inhalten der Arbeit und deren Vermittlung an Studierende.
5. BEZÜGE ZU ANDEREN THEMEN: Hier werden Verbindungen zu weiteren relevanten Themen wie Planung, Auswertung und Beurteilung im Sportunterricht hergestellt.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Methodik, Bewegungsaufgabe, Unterrichtsformen, Heterogenität, Didaktik, Integrativer Sport, Lehrerhandeln, Lernprozess, Bewegungsvermittlung, Schulsport, Differenzierung, Bewegungsansage, Unterrichtsverfahren, Kompetenzaufbau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der allgemeinen Methodik des Sportunterrichts und liefert eine strukturierte Übersicht über die Mittel und Wege, die Lehrkräften zur Gestaltung von Sportstunden zur Verfügung stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die methodischen Maßnahmen, die grundlegenden Unterrichtsverfahrensweisen sowie verschiedene Unterrichtsformen, jeweils ergänzt durch eine Betrachtung der Heterogenität im integrativen Schulsport.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die unübersichtliche Vielfalt an methodischen Ansätzen im Sportunterricht zu ordnen und ein praxisorientiertes Fundament für die Gestaltung und Reflexion von Unterricht zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich primär um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Analyse der bestehenden Fachliteratur (u.a. von Größing, Söll und Scherler) basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert die Methodik in eine Hierarchie aus Einzelmaßnahmen (z.B. Vormachen, Bewegungskorrektur), übergeordneten Verfahren (z.B. induktiv vs. deduktiv) und organisatorischen Unterrichtsformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernelemente sind Sportunterricht, Methodik, Bewegungsaufgabe, Heterogenität, Differenzierung und die Reflexion über Lehr-Lern-Prozesse im Schulsport.
Warum ist die Bewegungsaufgabe ein zentrales Instrument?
Sie wird als besonders wertvoll für differenzierenden Unterricht hervorgehoben, da sie Kreativität und eigenständiges Problemlösen der Kinder fördert, anstatt nur direkte Anweisungen zu geben.
Welche Bedeutung haben die methodischen Verfahrensweisen für die Praxis?
Verfahrensweisen wie induktive oder deduktive Ansätze dienen als planerischer Fokus für die Lehrkraft und bestimmen maßgeblich, wie Lernziele erreicht und wie der Stoff aufbereitet wird.
Wie unterscheidet sich das Vormachen vom Vorzeigen?
Das Vormachen erfolgt durch eine reale Person (Lehrer oder Schüler), während das Vorzeigen die Visualisierung der Bewegung durch Medien wie Bilder, Skizzen oder Lehrfilme nutzt.
Wie wird mit Heterogenität im integrativen Sportunterricht umgegangen?
Es wird eine differenzierende Arbeitsweise gefordert, die soziales Lernen fördert, klare Rollenverteilungen (Expertenrollen) nutzt und offene Aufgabenstellungen einsetzt, um jedem Kind gerecht zu werden.
- Arbeit zitieren
- Beate Schmitz (Autor:in), 2008, Allgemeine Methodik des Sportunterrichts, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/177579