Wasser ist für die Meisten etwas Gewöhnliches, was aus der Leitung kommt und was sie jeden Tag verwenden, ohne es bewusst wahrzunehmen. Zeitgleich gibt es aber auch viele Menschen für die Wasser eine Bedeutung hat, die über den alltäglichen Gebrauch hinaus geht. In den letzten Jahren hat sich das Umweltbewusstsein der Bevölkerung verändert. Dies kann man am verringerten Ressourcenverbrauch erkennen. Der Stellenwert des Wassers hat sich gewandelt, daher ist es nicht verwunderlich, dass sich Menschen zusammenschließen um das Gut Wasser zu schützen und um gegen die Privatisierung von Wasser anzugehen. Ein geeignetes Beispiel, welches Erfolg hat, ist die Wasserallianz Augsburg. Die sich gegen die Privatisierung des Wassers in Augsburg gewehrt haben. Im Folgenden wird die Bedeutung und Funktion von Wasser als Grundversorgungsgut erläutert, die Kommunalpolitik erklärt und die damit verbundenen Möglichkeiten der zivilgesellschaftlichen Akteure veranschaulicht. Darüber hinaus wird das Pro und Contra von Privatisierung aufgezeigt, die Wasserallianz Augsburg vorgestellt, und das ,,Bottom-Up-Modell" am Beispiel der Wasserallianz vergegenständlicht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wasser – Grundversorgungsgut
2.1 Wasser – Funktionen
2.2 Wasser – öffentliches Gut
3. Kommunalpolitik und zivilgesellschaftliche Akteure
4. Privatisierung von Wasser
4.1 Argumente für eine Privatisierung von Wasser
4.2 Argumente gegen eine Privatisierung von Wasser
5. Wasserallianz Augsburg
6. Agenda Setting am „Bottom-Up-Modell“ anhand des Beispiels der Wasserallianz Augsburg
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Wasser als öffentliches Gut der Daseinsvorsorge sowie die gesellschaftlichen und politischen Konflikte, die mit dessen Privatisierung einhergehen. Zentral ist dabei die Analyse, wie zivilgesellschaftliche Akteure durch Agenda-Setting-Prozesse erfolgreich auf kommunalpolitische Entscheidungen einwirken können, um Privatisierungsvorhaben abzuwenden.
- Daseinsvorsorge und die öffentliche Funktion von Wasser
- Theoretische und ökonomische Perspektiven der Wasserprivatisierung
- Erfolgsstrategien zivilgesellschaftlicher Gegenwehr am Beispiel der Wasserallianz Augsburg
- Anwendung des „Bottom-Up-Modells“ im Agenda-Setting-Prozess
Auszug aus dem Buch
5. Wasserallianz Augsburg
Die Effektivität der Gegenwehr der Bürger, aufgrund einer von Politikern beschlossenen Wasserprivatisierung, zeigt das Paradebeispiel Wasserallianz Augsburg, die sich infolge regional politischer Geschehnisse am 19.12.2003 gegründet hat. Dies erfolgte durch den geplanten Verkauf des Abwasserbetriebes für 30 Millionen Euro und den beabsichtigten partiellen Verkauf des Trinkwasserschutzgebietes im Siebentischwald für 15 Millionen Euro an die Stadtwerke Augsburg GmbH. Beide Handlungspläne fallen unter den Begriff der formellen Privatisierung, bei der der kommunale Betrieb an ein privates Unternehmen übergeben wird, gleichzeitig aber das Eigentum in der Gemeinde verbleibt. Mit diesem Vorhaben der Politiker waren die Mitglieder der Wasserallianz Augsburg nicht einverstanden und starteten zwei Bürgerbegehren. Das Erste Bürgerbegehren bezieht sich auf den „Rückkauf des Siebentischwaldes“ und das Zweite trägt den Namen „Wasser ist keine Ware“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Wasserversorgung ein, erläutert den Wandel des Umweltbewusstseins und stellt das Fallbeispiel der Wasserallianz Augsburg als erfolgreiches Modell zivilgesellschaftlichen Widerstands vor.
2. Wasser – Grundversorgungsgut: Das Kapitel definiert Wasser als essenzielles Gut der Daseinsvorsorge, welches als öffentliches Gut nicht dem Ausschlussprinzip unterliegen sollte, und grenzt das kommunale Selbstverständnis vom ökonomischen Ansatz der EU ab.
3. Kommunalpolitik und zivilgesellschaftliche Akteure: Es wird erörtert, wie Bürger durch Bürgerbegehren und die Vernetzung mit verschiedenen Akteuren auf kommunale Sparbeschlüsse einwirken und Alternativen zu Privatisierungsvorhaben forcieren können.
4. Privatisierung von Wasser: Dieses Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Formen der Privatisierung und analysiert kritisch die Pro- und Contra-Argumente, insbesondere im Hinblick auf Effizienz, Preisgestaltung und Qualitätssicherung.
5. Wasserallianz Augsburg: Hier wird der Gründungskontext und die spezifische Strategie der Wasserallianz Augsburg bei der Abwendung von Teilverkäufen städtischer Infrastruktur und Wasserschutzgebieten detailliert nachgezeichnet.
6. Agenda Setting am „Bottom-Up-Modell“ anhand des Beispiels der Wasserallianz Augsburg: Das Kapitel analysiert den Erfolg der Wasserallianz anhand des „Bottom-Up-Modells“ des Agenda-Settings, welches beschreibt, wie gesellschaftliche Gruppen Interessen bündeln und erfolgreich in den politischen Diskurs einbringen.
Schlüsselwörter
Wasser, Privatisierung, Daseinsvorsorge, Wasserallianz Augsburg, Bürgerbegehren, Agenda Setting, Bottom-Up-Modell, Trinkwasserschutz, Kommunalpolitik, Infrastruktur, Gemeinwohl, Bürgerentscheid, Wasserversorgung, Öffentlich-Rechtlich, Zivilgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Wasser als wichtigem Grundversorgungsgut und der gesellschaftlichen Debatte rund um dessen Privatisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretische Einordnung der Daseinsvorsorge, Formen der Privatisierung und die Macht der Zivilgesellschaft im kommunalpolitischen Entscheidungsprozess.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie zivilgesellschaftliche Akteure durch gezielte Mobilisierung und Agenda-Setting-Strategien erfolgreich verhindern können, dass öffentliche Wasserressourcen in private Hände gelangen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine theoretische Analyse von Konzepten wie Daseinsvorsorge und Agenda-Setting, kombiniert mit einer Fallstudie zur Wasserallianz Augsburg.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Wasserwirtschaft, Argumente für und gegen eine Privatisierung sowie die praktische Anwendung des „Bottom-Up-Modells“ am Beispiel Augsburg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wasser, Privatisierung, Daseinsvorsorge, Bürgerbegehren und Agenda-Setting charakterisiert.
Welche Rolle spielte das „Bottom-Up-Modell“ bei der Wasserallianz Augsburg?
Das Modell diente dazu, die öffentliche Aufmerksamkeit zu bündeln und den Forderungen der Bürger – etwa zum Erhalt des Siebentischwaldes – gegenüber der Politik so viel Gewicht zu verleihen, dass diese schließlich einlenken musste.
Warum gilt die Wasserallianz Augsburg laut Autor als Paradebeispiel?
Sie gilt als Paradebeispiel, weil sie durch drei erfolgreiche Bürgerbegehren und hartnäckige Aufklärungsarbeit nicht nur den Verkauf von Trinkwasserschutzgebieten stoppte, sondern auch die Liberalisierung des Wassermarktes in Augsburg dauerhaft abwenden konnte.
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- Anne Andraschko (Author), 2011, Privatisierung von Wasser, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/177536