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Die Ausstellung „Körperwelten“

Zwischen einem wissenschaftlichen Anspruch und der „Sensationshascherei“

Title: Die Ausstellung „Körperwelten“

Essay , 2010 , 7 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Schneider (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology

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Summary Excerpt Details

Was sind Ausstellungen? Welche Ziele verfolgen sie? Was tragen
Ausstellungen zu der Wissenschaft bei? Mit welcher Intention geht der
Besucher in eine Ausstellung?
Einen Teil dieser Fragen möchte in diesem Essay auf den Grund gehen. Ich persönlich verbinde mit dem Begriff „Ausstellung“ immer einen
wissenschaftlichen Diskurs, der durch Vergegenständlichungen Positionen dieses Diskurse erarbeitet und ansprechend aufzeigt. Gegenstände sind in einer Ausstellung Medien, die bestimmte Informationen an den Besucher weitergeben sollen. Doch wie äußert sich die Wissenschaftlichkeit in einer Ausstellung? Wissenschaftlichkeit äußert sich durch die methodische Herangehensweise an ein Thema oder einem Diskurs. Dabei spielt die Transparenz eine wichtige Rolle. Gerade in Ausstellungen muss diese Tranzparenz gegeben sein. Für den Besucher muss ersichtlich sein, auf was der Ausstellungsmacher oder Wissenschaftler hinaus will.
Wissenschaft ist immer an eine Intention gebunden, sonst würde sie
keinen Sinn ergeben. Meist eignen sich Fragestellungen für einen
wissenschaftlichen Zugang zu einem Thema. Ausstellungen werden
demnach oft mit einem Motto oder einer Überschrift versehen, die den
Besucher auf das vorbereitet, was (auf-)gezeigt werden soll. Diese
Überschrift oder dieses Thema zieht sich idealerweise wie ein roter Faden durch die Ausstellung und stellt somit die nötige Tranzparenz dar, die für die Wissenschaftlichkeit notwendig ist.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

2. Wissenschaftlichkeit in Ausstellungen

3. Die Ausstellung „Körperwelten“ im Vergleich zum Museum Anatomicum

4. Die Körperspende und ihre Inszenierung

5. Die Grenze zwischen Wissenschaft und Sensationshascherei

6. Ethische und religiöse Reflexion

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Ziel dieser Arbeit ist eine kritische Untersuchung des wissenschaftlichen Anspruchs der Ausstellung „Körperwelten“ im Vergleich zur traditionellen Museumspädagogik. Dabei wird analysiert, inwieweit die mediale Inszenierung von Plastinaten den Kern einer wissenschaftlichen Aufklärung trifft oder zugunsten eines Sensationseffekts und einer Kommerzialisierung vernachlässigt.

  • Methodische Anforderungen an wissenschaftliche Ausstellungen
  • Kontrast zwischen anatomischen Lehrsammlungen und populärkultureller Inszenierung
  • Ethische Bewertung der Körperspende und der Präsentation menschlicher Überreste
  • Diskursanalyse zur Grenzziehung zwischen Anatomie und Voyeurismus
  • Moralische und religiöse Perspektiven auf den natürlichen Verwesungsprozess

Auszug aus dem Buch

Die Grenze zwischen Wissenschaft und Sensationshascherei

In der aktuellen Austellungsreihe „Körperwelten & der Zyklus des Lebens“ zeigt Gunther von Hagen mehrere Leichenpaare, die den Geschlechtsakt vollziehen. In diesem Fall wird der Bogen überspannt. Die Darstellung des Geschlechtaktes mit Leichen dient, meiner Meinung nach, keiner speziellen anatomischen Aufklärung. Im Gegensatz zu der Darstellung von Plastinaten, die die Muskelstruktur nun einmal besser aufzuzeigen vermögen als eine Zeichnung, bedarf der Geschlechtsakt solcher Präsentationen nicht. Diese Szene dient damit eher der „Sensationshascherei“ als einer ernst zu nehmenden wissenschaftlichen Aufarbeitung. Auch die Stellungnahme Gunther von Hagens spricht Bände: Begrifflichkeiten wie „hartes Gerät“ gehören nicht in einen wissenschaftlichen Diskurs und sind, meines Erachtens, respektlos und anmaßend gegenüber der Ehre eines Menschen. Er spricht von Dingen, die sehr intim sind und einer gewählten Ausdrucksweise bedürfen, wenn man sich in einem wissenschaftlichen Diskurs befindet.

Anknüpfend daran, zeigt ein Interview mit Gunther von Hagen auf, wie besessen er von seinem Fach ist. Der Interviewer stellt ihm die Frage, welchen Prominenten er am Liebsten plastinieren würde. Seine Antwort bezog sich auf den kürzlich verstorbenen Michael Jackson. Für ihn sei es selbstverständlich seinen Körper der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.Dass dies schon an der Störung der Totenruhe grenzt, scheint ihm in diesem Moment nicht bewusst zu sein. Von Hagen sieht seine Plastinate als Objekte, die kunstvoll in Szene gesetzt werden. Dass hinter den verstorbenen Körpern Individuen verborgen sind, scheint er auszublenden. Für mich zeigt dieses Interview die Pietätlosigkeit der Arbeit von Gunther von Hagen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Problemstellung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich des wissenschaftlichen Charakters von Ausstellungen und der Rolle des Besuchers.

2. Wissenschaftlichkeit in Ausstellungen: Definition wissenschaftlicher Transparenz und methodischer Herangehensweise als Voraussetzung für die Wissensvermittlung.

3. Die Ausstellung „Körperwelten“ im Vergleich zum Museum Anatomicum: Gegenüberstellung von wissenschaftlich-anatomischen Sammlungen und dem inszenierten Show-Konzept von Gunther von Hagen.

4. Die Körperspende und ihre Inszenierung: Kritische Beleuchtung des Motivs der Körperspende im Vergleich zur tatsächlichen, teilweise entwürdigenden Präsentation der Leichen.

5. Die Grenze zwischen Wissenschaft und Sensationshascherei: Analyse der kontroversen Ausstellungsinhalte, wie etwa plastinierte Sexualakte, und deren mangelnden wissenschaftlichen Nutzens.

6. Ethische und religiöse Reflexion: Diskussion der Plastination unter Berücksichtigung christlicher Wertevorstellungen und der moralischen Unvertretbarkeit der Kommerzialisierung des menschlichen Körpers.

7. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Autorin, die sich gegen einen Besuch der Ausstellung ausspricht und eine kritische Distanz empfiehlt.

Schlüsselwörter

Körperwelten, Gunther von Hagen, Plastination, Anatomie, Wissenschaftlichkeit, Museum Anatomicum, Körperspende, Ethik, Totenruhe, Inszenierung, Sensationshascherei, Wissensvermittlung, Diskurs, Pietät, Anatomische Sammlung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht kritisch den wissenschaftlichen Anspruch der „Körperwelten“-Ausstellung von Gunther von Hagen und hinterfragt, ob die Inszenierung menschlicher Körper dem Bildungsauftrag gerecht wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Wissenschaftlichkeit in Museen, die Ethik der Körperspende, die Grenze zwischen anatomischer Lehre und voyeuristischer Inszenierung sowie religiöse Perspektiven auf den Umgang mit Toten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem propagierten wissenschaftlichen Anspruch und der tatsächlichen, teils effekthascherischen Präsentation der Exponate aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dem Essay verwendet?

Die Autorin nutzt eine diskursanalytische Herangehensweise, ergänzt durch ethische Reflexionen und einen Vergleich mit traditionellen anatomischen Museen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Kontextualisierung der Plastinate, der Problematik der Körperspender-Statistiken, der Analyse spezifischer Exponate (wie dem Geschlechtsakt) und der Pietätlosigkeit gegenüber Verstorbenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Ausarbeitung?

Zu den prägenden Begriffen gehören Plastination, Sensationshascherei, wissenschaftlicher Diskurs, Pietät und die moralische Bewertung von Kommerzialisierung im musealen Kontext.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen einem Museum Anatomicum und „Körperwelten“?

Während klassische Museen der Lehre und Forschung dienen und die Präparate für sich sprechen lassen, nutzt „Körperwelten“ eine dramaturgische Inszenierung, die laut Autorin in erster Linie unterhalten und Sensationen erzeugen will.

Warum sieht die Autorin die Körperspende bei Gunther von Hagen kritisch?

Die Autorin argumentiert, dass die Absicht der Spender, der Wissenschaft zu dienen, durch die spätere Entwürdigung und Zerstückelung der Körper für Showzwecke konterkariert wird.

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Details

Title
Die Ausstellung „Körperwelten“
Subtitle
Zwischen einem wissenschaftlichen Anspruch und der „Sensationshascherei“
College
University of Marburg
Course
Museum und Migration
Grade
1,0
Author
Katharina Schneider (Author)
Publication Year
2010
Pages
7
Catalog Number
V177316
ISBN (Book)
9783640988150
ISBN (eBook)
9783640988648
Language
German
Tags
Museum Ausstellung Körper Ethik Religion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Schneider (Author), 2010, Die Ausstellung „Körperwelten“, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/177316
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