Einleitung:
Kinder und Jugendliche verbringen einen großen Teil ihrer Freizeit mit der Nutzung verschie-dener Medien. Dazu gehören vor allem das Fernsehen und der Computer, das Radio wurde inzwischen auf Rang drei verdrängt. Bücher und Zeitschriften folgen dann in der Beliebtheits-skala (vgl. A. Brehm, 2004:39 Medienpädagogik und Medienpraxis für soziale Berufe). Viel-fach wird deshalb der Ausdruck „Multi-Media-Generation“ verwendet.
Diese Arbeit beschäftigt sich vor allen Dingen mit dem audiovisuellen Medium „Fernsehen“, denn der TV-Konsum nimmt bei vielen Kindern und Jugendlichen nach wie vor einen großen Raum ein.
Welche Folgen hat der Fernseh-Konsum und wie wirkt er sich auf den Körper, den Geist und die Seele der Jugendlichen aus? Welche Wirkungen ergeben sich für das Sozialverhalten? Unter¬suchungsergebnisse zu diesen Fragen sollen hier zusammengetragen werden, um eine fun¬dierte Urteilsbildung zu ermöglichen.
Im ersten Kapitel werden die Rechtsgrundlagen und das Fernsehangebot in der Bun-desrepublik Deutschland vorgestellt. Zahlen zur Nutzung des Fernsehens durch Jugendliche runden das Kapitel ab.
Kapitel zwei widmet sich den Ergebnissen der Medienforschung. Dabei wird zuerst eine Un-tersuchung über Muster des Mediengebrauchs von Jugendlichen im sozialen Kontext vorge-stellt, in der unter anderem verschiedene Familientypen analysiert werden. Am Ende dieses Kapitels werden die Auswirkungen bildungs- und schichtspezifische Unterschiede beschrieben.
Im letzten Teil der Arbeit erfolgt- auf dieser Grundlage- eine Bewertung des TV-Konsums aus pädagogischer Sicht. Dazu werden Chancen und Gefahren gegenübergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Medium Fernsehen
1.1 Rechtsgrundlage
1.2 Fernsehangebot in der Bundesrepublik Deutschland
1.3 Zahlen zur Nutzung des Fernsehens durch Jugendliche
2. Ergebnisse der Medienwirkungsforschung
2.1 Muster des Mediengebrauchs von Jugendlichen im sozialen Kontext
2.2 Familientypen und Konsummuster
2.3 Schicht- und bildungsspezifische Unterschiede
3. Bewertung des Fernsehkonsums aus pädagogischer Sicht
3.1 Chancen des Fernsehkonsums
3.2 Gefahren des Fernsehkonsums
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Auswirkungen des Fernsehkonsums auf Kinder und Jugendliche in Deutschland. Ziel ist es, den wissenschaftlichen Diskurs über das Medium Fernsehen aufzuarbeiten, Chancen und Gefahren gegeneinander abzuwägen und eine fundierte medienpädagogische Einordnung vorzunehmen.
- Rechtliche Rahmenbedingungen und duales Rundfunksystem in Deutschland
- Mediennutzungsverhalten Jugendlicher im familiären und sozialen Kontext
- Einfluss von Familientypen auf Konsummuster und Mediensozialisation
- Zusammenhang zwischen schichtspezifischen Faktoren und Fernsehkonsum
- Pädagogische Bewertung: Kompetenzentwicklung versus Reizüberflutung und Medienverwahrlosung
Auszug aus dem Buch
2.2. Familientypen und Konsummuster
Auch der Medienforscher Jürgen Barthelmes hat schwerpunktmäßig den Fernsehkonsum in der Familie betrachtet. Dabei hat er eine Einteilung in zwei verschiedene Familientypen vorgenommen, die für die Wirkung von Medien bedeutsam sind. Diese werden zum einen als sozioorientierte und zum andern als konzeptorientierte Familie bezeichnet.
Die sozioorientierte Familie verfolgt vor allem das Prinzip der Harmonie und der Verständigung. Die Funktionsweise der Medien dient vor allem „zur Aufrechterhaltung und Unterstützung des Familienlebens sowie der Herstellung von Gemeinsamkeiten“ (P. Boskamp/H. Theisen, 2002, zit. n. H. Michaelis, S.67). In dieser Familie ist es üblich, dass durch den Gebrauch des Fernsehens die Zeit und der Alltag organisiert werden.
Die Art und Weise, wie der Medienumgang in der sozioorientierten Familie ausgelebt wird, ist weitgehend unbewusst. Es kommt häufig zu einem zerstreuten und verschwommenen und meist auch unüberschaubaren Fernsehkonsum. Da dieser Typ Familie im Allgemeinen sehr viel fernsieht, sind Konflikte bei der Auswahl der Programme kein Einzelfall.
In der sozioorientierten Familie soll die Mediennutzung vor allem dem Kontakt und der Interaktion innerhalb der Familie, sowie der Kommunikationserleichterung dienen. (P. Boskamp/H. Theisen, 2002, vgl. H. Michaelis, S.67)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Medium Fernsehen: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen der Medienfreiheit in Deutschland, das duale Rundfunksystem sowie statistische Daten zum Mediennutzungsverhalten der Jugendlichen.
2. Ergebnisse der Medienwirkungsforschung: Hier werden die Muster der Mediennutzung analysiert, wobei besonders der Einfluss der Familie und sozioökonomischer Schichtzugehörigkeiten auf den Fernsehkonsum beleuchtet wird.
3. Bewertung des Fernsehkonsums aus pädagogischer Sicht: Das letzte Kapitel stellt Chancen, wie Kompetenzgewinn, den Gefahren wie Reizüberflutung, Bewegungsarmut und einer möglichen „Medienverwahrlosung“ gegenüber.
Schlüsselwörter
Fernsehkonsum, Jugend, Medienpädagogik, Medienwirkungsforschung, Familienkommunikation, Mediennutzung, sozioökonomischer Status, Rundfunksystem, Medienkompetenz, Reizüberflutung, Sozialisation, Infotainment, Medienverwahrlosung, Bildungschancen, Bildschirmmedien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Rolle des Fernsehens als Leitmedium für Jugendliche und dessen Auswirkungen auf deren Entwicklung unter Berücksichtigung verschiedener sozialer Faktoren.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Schwerpunkte sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen des Fernsehens, die familiäre Mediensozialisation und die pädagogische Debatte über Nutzen und Risiken des TV-Konsums.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, eine fundierte Urteilsbildung über die Folgen des Fernsehkonsums zu ermöglichen, indem Forschungsergebnisse über Chancen und Gefahren zusammengetragen werden.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von Studien wie der JIM-Studie basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der rechtlichen Grundlagen, die Analyse von Mediennutzungsmustern im sozialen Kontext und die kritische Abwägung pädagogischer Aspekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Fernsehkonsum, Mediensozialisation, Familienkommunikation und Medienkompetenz.
Welche Rolle spielt die Familie beim Medienkonsum?
Die Familie fungiert als entscheidender Vermittlungsinstanz; der Kommunikationsstil der Eltern und die Art der Familienstruktur bestimmen maßgeblich, ob Medien bewusst oder unbewusst genutzt werden.
Was versteht man in der Arbeit unter „Medienverwahrlosung“?
Der Begriff beschreibt den Zusammenhang zwischen exzessivem Fernsehkonsum, mangelnder elterlicher Zuwendung und daraus resultierenden negativen Folgen wie schlechten Schulleistungen oder Jugenddelinquenz.
Wie unterscheidet sich die Nutzung bei verschiedenen sozialen Schichten?
Studien zeigen, dass Angehörige unterer sozialer Schichten tendenziell länger fernsehen, häufiger private Sender mit Infotainment-Charakter bevorzugen und Fernsehen stärker als „Elternersatz“ oder „Betäubungsmittel“ nutzen.
- Arbeit zitieren
- Christina Berger (Autor:in), 2006, Das Medium Fernsehen - Die Auswirkungen des Konsums auf Jugendliche, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/177242