Übersetzung und eingehende Analyse des Sonetts XII von Garcilaso de la Vega. Ausführliche Diskussion der verwendeten mythischen Versatzstücke.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Pragmatische Ebene
I.1 Sprechsituation
(a) Personaldeixis
(b) Lokaldeixis
(c) Temporaldeixis
I.2 Sprechhandlung und Sprechweise
(a) Sprechhandlung
(b) Sprechweise
II. Semantische Ebene
II.1 Ebene der Textbedeutung
(a) Sprechgegenstand
(b) Entwicklung des Sprechgegenstandes im Syntagma bzw. Textverlauf
II.2 Ebene der Wort- und Versbedeutung
(a) Ambiguitäten und Konnotationen
(b) Tropen und Topoi
III. Syntaktische und phonologische Ebene
III.1 Syntaktische Ebene
(a) Gliederung und positionale Markierung
(b) Syntaktische Figuren
III.2 Phonologische Ebene
IV. Analyse der mythischen Elemente
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Sonetto XII von Garcilaso de la Vega mit dem Ziel, die Funktion und Bedeutung der integrierten mythischen Elemente Ikarus und Phaeton im Kontext einer umfassenden literaturwissenschaftlichen Analyse zu entschlüsseln.
- Pragmatische Untersuchung der Sprechsituation und -handlung
- Semantische Analyse der Textbedeutung und Isotopien
- Syntaktische und phonologische Strukturuntersuchung des Sonetts
- Auseinandersetzung mit den mythischen Figuren Ikarus und Phaeton als Künstlermythos
Auszug aus dem Buch
IV. Analyse der mythischen Elemente
Für den heutigen Forscher und Leser stellen sich meist die mythologischen Elemente des Sonetts XII als am interessantesten dar. Garcilaso verwendet dabei zwei Figuren, die sogar heute noch zum intellektuellen Gemeingut der meisten Menschen gehören und nutzt diese in einerseits traditionsbewusster, andererseits ganz eigener Weise. Er schließt dabei mit der Verwendung dieser Mythen im Zusammenhang mit dem Eros an eine schon bei Ovid zu beobachtende Motivik an, der bereits in seiner ars amatoria Ikarus und Amor parallelisierte.
Er befindet sich mit diesem Ansatz in der Gesellschaft seiner petrarkistischen Dichterkollegen, von denen schon Tansillo Ikarus mit dem liebenden Ich identifizierte. Die Art, auf die nun allerdings Garcilaso mit den Mythen umgeht, unterscheidet ihn deutlich von seinen Vorgängern und macht den eigentlichen Reiz des behandelten Sonetts aus. Statt die Figuren Ikarus und Phaeton als Elemente für die Erschaffung kunstvoller Allegorien zu verwenden, erteilt er ihrer Tauglichkeit für die Selbstheilung von leidenschaftlicher Liebe eine Absage, auch wenn er die Parallelen zwischen ihnen und sich klar erkennt.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Pragmatische Ebene: Untersuchung der Sprechsituation und des monologischen Charakters des lyrischen Ichs sowie der rhetorischen Struktur des Sonetts.
II. Semantische Ebene: Analyse des beherrschenden Sprechgegenstandes 'deseo' und der verschiedenen Isotopien, die den Zustand der Verwirrung und des Liebesverlangens konturieren.
III. Syntaktische und phonologische Ebene: Betrachtung der sprachlichen Gestaltung, insbesondere der Enjambements, Parallelismen und der lautlichen Auffälligkeiten.
IV. Analyse der mythischen Elemente: Eingehende Deutung der Figuren Ikarus und Phaeton als distanzierte Künstlersymbole statt als rein allegorische Vorbilder.
Schluss: Zusammenfassende Würdigung der sprachlichen Brillanz und strukturellen Offenheit des Sonetts, die eine Vielzahl an Interpretationsansätzen zulässt.
Schlüsselwörter
Garcilaso de la Vega, Sonetto XII, Renaissance, Lyrik, Ikarus, Phaeton, Mythos, Petrarkismus, Sprechsituation, Semantik, Isotopie, Liebesverlangen, Künstlermythos, rhetorische Analyse, Literaturwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer literaturwissenschaftlichen Analyse des Sonetts XII von Garcilaso de la Vega unter besonderer Berücksichtigung der darin verwendeten mythologischen Motive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Rolle des lyrischen Ichs, die semantische Struktur des Verlangens sowie die Funktion von Ikarus und Phaeton als mythische Referenzpunkte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Radikalität und Kühnheit des Sonetts herauszuarbeiten und zu erklären, warum Garcilaso die Mythen auf eine Weise nutzt, die sich von traditionellen Allegorien abhebt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine strukturierte Analyse auf pragmatischer, semantischer, syntaktischer und phonologischer Ebene angewandt, ergänzt durch einen literaturgeschichtlichen Vergleich.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird das Sonett methodisch in seine pragmatischen, semantischen und syntaktischen Ebenen zerlegt, bevor die mythischen Elemente einer vertieften Analyse unterzogen werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Garcilaso de la Vega, Ikarus, Phaeton, Künstlermythos, Semantik und petrarkistische Dichtung charakterisiert.
Warum wird Ikarus im Sonett als "Künstlermythos" interpretiert?
Die Interpretation als Künstlermythos ergibt sich aus der Art und Weise, wie Garcilaso die Distanz zu den Figuren wahrt und ihre Funktion nicht als bloßes moralisches Exempel, sondern als Spiegelung dichterischer Inspiration und des "Paragone" gestaltet.
Welche Bedeutung hat das 'deseo' (Verlangen) im Text?
Das 'deseo' bildet den zentralen Sprechgegenstand, der als negativ konnotiertes, krankhaftes und entfremdendes Element beschrieben wird, welches das lyrische Ich in einen Zustand der Zerrissenheit und Verwirrung versetzt.
- Arbeit zitieren
- Christoph Dähling (Autor:in), 2010, Garcilaso de la Vegas 'Soneto XII' unter besonderer Beachtung seiner mythischen Elemente, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/177217