1. Einführung:
Im Seminar „Föderalistische Bildungssysteme im internationalen Vergleich“ von Frau Diplom Politologin I. S. sind mehrere Bildungssysteme behandelt worden. Darunter fiel auch das amerikanische Bildungssystem. Diese Hausarbeit habe ich genutzt, um gerade dieses Bildungssystem näher zu beschreiben. Wie das Thema der Hausarbeit verrät, möchte ich hiermit dem Leser einen Überblick geben und habe mich demnach auf das Schulsystem, die lokale, wie aber auch auf die nationale Verwaltungsebene beschränkt. Dies sind meiner Ansicht nach auch die wichtigsten und entscheidendsten Punkte, welche das System prägen.
In Punkt zwei werde ich die Struktur, die Besonderheiten, aber auch den Umfang des Schulsystems in den USA erläutern. Dies soll dem Leser als Einstieg dienen. Punkt zwei bezieht sich auf die lokale Schul- und Verwaltungsebene, die eine hohe Stellung genießt und aufgrund dessen mehrere Kompetenzen in den Vereinigten Staaten besitzt. Die nationale Verwaltungsebene wird in Punkt drei näher beleuchtet. Hier werde ich vor allem auf die eigentlichen Kompetenzen, welche diese Ebene besitzt, aber an die lokale Ebene abgegeben zu haben scheint, eingehen. Das Fazit richtet sich sowohl auf Vorteile, als auch auf Nachteile des amerikanischen Bildungssystems im Allgemeinen, besonders jedoch in Bezug auf die lokale und nationale Bildungsebene. Desweiteren wird im Fazit meine eigene Meinung und Einstellung zum Bildungssystem wiedergegeben. Das Literaturverzeichnis findet sich anschließend unter Punkt sechs.
Nun wenden wir uns Punkt zwei zu, der einen Überblick über das Schulsystem liefern soll. Ich betone hier nochmals, dass ausschließlich die Struktur des amerikanischen Systems deutlich gemacht werden soll. Ich werde nicht auf Gesetze oder auf geschichtliche Hintergründe eingehen, da dies den Rahmen der Arbeit sprengt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung:
2. Gliederung des amerikanischen Schulsystems
3. Die lokale Verwaltungsebene
4. Die nationale Verwaltungsebene
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen strukturierten Überblick über das amerikanische Bildungssystem, wobei der Fokus auf der Analyse der lokalen und nationalen Verwaltungsebenen sowie der resultierenden strukturellen Uneinheitlichkeit liegt.
- Struktur und Gliederung des amerikanischen Schulsystems
- Der Vorschulbereich und die Rolle der Trägerschaften
- Die Rolle der lokalen Verwaltungsebene (School Districts und Boards)
- Kompetenzverteilung zwischen nationaler und bundesstaatlicher Ebene
- Diskussion der Auswirkungen von Dezentralisierung auf das Bildungssystem
Auszug aus dem Buch
3. Die lokale Verwaltungsebene
Schon seit langem herrscht ein bestimmendes Misstrauen der Schulpolitik gegenüber dem Staat. Es fehlt der amerikanischen Schulpolitik daher ein entscheidendes Instrument, um der Willensbildung eines Bundesstaates nachzukommen (vgl. Meyer, H. 1997, S. 138). Desweitern schweigt die amerikanische Verfassung zur Frage von Schule und Erziehung (vgl. Meyer, H. 1997, S. 138). Die USA besitzt ca. 15.000 Schulbezirke, die einen hohen Grad an Entscheidungsautonomie, von der Lehrereinstellung über Tarifverhandlungen bis zur Schulbuchauswahl, Stundenplanorganisation und Schulbauplanung besitzen (vgl. Meyer, H. 1997, S. 138). Finanzieren tun sich die Bezirke über eine lokal erhobene Schulsteuer (vgl. Buttlar, A. 1997, S. 138).
Die Steuern werden zweckgebunden für das Schulwesen erhoben, deshalb hängt die Finanzstärke des lokalen Schuletats und die Ausstattung der Schulen vom Budget des Bezirkes ab. Ärmere Bevölkerungsgruppen, die in der Regel getrennt vom Mittelstand wohnen, werden dadurch erheblich benachteiligt (vgl. Bode, H. 1980, S. 6). Die Schulbezirke (districts) werden in Bezug auf die Schulpolitik von sogenannten school boards verwaltet. Der school board besteht aus einem sieben bis neun- köpfigen Laiengremium, welcher vom Volk, also von der Bevölkerung des districts, für zwei Jahre gewählt und vom Bürgermeister ernannt wird (vgl. Buttlar, A. 1992, S. 16).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die sich auf die Struktur des amerikanischen Schulsystems sowie die lokale und nationale Verwaltungsebene konzentriert.
2. Gliederung des amerikanischen Schulsystems: Dieses Kapitel beschreibt den Aufbau vom Vorschulbereich bis zum tertiären Sektor, wobei die Unterschiede zum deutschen System und die Rolle der jeweiligen Trägerschaften hervorgehoben werden.
3. Die lokale Verwaltungsebene: Hier wird die hohe Autonomie der ca. 15.000 Schulbezirke und die Funktion der School Boards sowie des Superintendent of School thematisiert.
4. Die nationale Verwaltungsebene: Das Kapitel analysiert die Rolle der Bundesstaaten und des U.S. Department of Education im Kontext eines stark dezentralisierten Föderalismus.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Problematik der Uneinheitlichkeit zusammen und äußert eine kritische Einschätzung zur Effizienz des bestehenden Systems lokaler Selbstverwaltung.
Schlüsselwörter
Bildungssystem, USA, Föderalismus, Schulbezirke, School Boards, Dezentralisierung, Verwaltungsebene, School Districts, Superintendent, Lehrplan, Lokale Selbstverwaltung, Bildungsreform, Schulpolitik, Trägerschaft, Bildungseinrichtungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen systematischen Überblick über die Struktur und die administrative Organisation des amerikanischen Bildungssystems.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Gliederung des Schulsystems, die lokale Verwaltung durch Schulbezirke sowie die Rolle der bundesstaatlichen und nationalen Ebene.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die spezifische Struktur des amerikanischen Bildungswesens zu erläutern und die Auswirkungen der dortigen Dezentralisierung zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender pädagogischer und politikwissenschaftlicher Fachliteratur zum Thema.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Schulstruktur, der lokalen Verwaltungseinheiten (Districts/Boards) und der nationalen bzw. bundesstaatlichen Steuerungskompetenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Föderalismus, School Districts, lokale Selbstverwaltung, Dezentralisierung und die Rolle der School Boards.
Warum gibt es keine einheitliche Schulpolitik in den USA?
Dies liegt primär am ausgeprägten Föderalismus, der Tradition der lokalen Selbstverwaltung und dem Misstrauen der Bevölkerung gegenüber einer staatlichen Zentralisierung.
Was ist die spezifische Rolle eines School Boards?
Das School Board fungiert als lokales Laiengremium, das Aufgaben wie die Lehrplanentwicklung und die Verwaltung des Schulbudgets übernimmt, um die Interessen der lokalen Gemeinschaft zu wahren.
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- Johannes Keller (Author), 2008, Das amerikanische Bildungssystem - Ein Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/177005