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Karl Mannheims Konservatismus und das Kleinbürgertum

Titel: Karl Mannheims Konservatismus und das Kleinbürgertum

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Juliane Wollmann (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Kleinbürgertum ist neben dem bürgerlich-humanistischen Milieu der Teil der Mittelschicht, der als konservativ beschrieben wird.
Die Mentalität und der Lebenstil des Kleinbürgertums ist gut erforscht und somit leicht zu identifizieren.
Diese Aussage kann man meines Erachtens über den Konservatismus nicht treffen. Ihm fehlen die einheitlichen Ziele, die für eine Ideologie bezeichnend wären. Auch als politische Richtung ist das in seiner Abhängigkeit von den Umständen der jeweiligen Zeit wenig gleichförmig. Die Gemeinsamkeit besteht im Allgemeinverständnis lediglich in der Verteidigung der jeweils herrschenden Sozialordnung. Zudem ist die Bezeichnung einer Personengruppe als konservativ meist als ein Werturteil zu verstehen.

Eine genaue Umschreibung des Inhalts des Konservatismus ist also nur schwer möglich. Diese Feststellung führte Mannheim dazu, den Konservatismus als Denkstruktur oder Denkart zu beschreiben. Von Interesse sind für ihn dabei nicht die sich wandelnden inhaltlichen Elemente, sondern "... die formalen Bestimmungen dieses Denkens ...".

Hier setzt nun meine Fragestellung an. Wenn das kleinbürgerliche Denken ein konservatives Denken ist, müssen die Eigenarten der kleinbürgerlichen Mentalität auch in dem von Mannheim beschriebenen konservativen Denkstil angelegt sein. Hierbei soll ein Phänomen im kleinbürgerlichen Leben im Zentrum der Betrachtung stehen: die Beschränkung oder besser die Kleinbürgerlichkeit als Lebensstil der Reduktion.

Daher lautet meine These: Das kleinbürgerliche Glück in der Beschränkung ist eine konsequent gelebte Form des durch Mannheim beschrieben konservativen Denkstils. Die Grundlage bildet der Konkretismus -- das konkrete Erleben. Der Konkretismus bildet den konstituierenden Hintergrund sowohl für den Konservatismus (nach Mannheim) als auch für das begrenzte Bewußtsein des Kleinbürgertums.

Ich werde zunächst die kleinbürgerliche Mentalität unter dem Aspekt der Beschränkung und das konservative Denken skizzieren, um dann die konservativen Elemente im kleinbürgerlichen Leben herauszustellen.
Anschließend folgt, um meine These zu belegen, die Betrachtung der Rolle des Konkretismus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das kleinbürgerliche Glück in der Beschränkung - ein begrenzte Bewußtsein

2.1 Die begrenzte Reichweite

2.2 Die begrenzte Wahrnehmung

2.3 Das begrenzte Wissen

3 Konservatives Denken nach Mannheims wissenssoziologischen Ausführungen

3.1 Das konkrete Erleben

3.2 Der Eigentumsbegriff

3.3 Der Freiheitbegriff

3.4 Der Zeitbegriff

4 Konservatismus und Kleinbürgertum

4.1 Das konservatives Denken in der kleinbürgerlichen Mentalität

4.2 Der Konkretismus als Hintergrund des beschränkten Bewußtsein des Kleinbürgertums

5 Schlußbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine theoretische Verbindung zwischen Karl Mannheims soziologischer Definition des konservativen Denkens und der spezifischen Mentalität des Kleinbürgertums herzustellen, wobei die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern das kleinbürgerliche "Glück in der Beschränkung" als eine konsequent gelebte Form des konservativen Denkstils betrachtet werden kann.

  • Analyse des konservativen Denkstils nach Karl Mannheim
  • Untersuchung der kleinbürgerlichen Mentalität als Lebensstil der Reduktion
  • Rolle des "Konkretismus" als konstituierender Hintergrund beider Phänomene
  • Vergleich von Eigentums- und Freiheitsbegriffen in beiden Kontexten
  • Reflexion des Zeitbegriffs und der räumlichen Erfahrungsbegrenzung

Auszug aus dem Buch

3.1 Das konkrete Erleben

Als einen «...der wesentlichsten Charakterzüge...» des konservativen Denkstils begreift Mannheim, daß «...Sichklammern an das unmittelbar Vorhandene...», das praktisch Konkrete zu sein.

Die Welt im konservativen Sinn konkret zu erleben heißt, an seine unmittelbare Umwelt gebunden zu sein. Nur in dieser bestimmten Umwelt, in die man wie Mannheim formuliert «...hineingestellt ist...», kann und will man wirken. Und auch nur aus diesem Kontext heraus nimmt man die Welt wahr. Der Konservative «...geht stets vom unmittelbaren Einzelfall aus und erweitert seinen Horizont nicht über die eigene besondere Umwelt hinaus...». Veränderungen erfolgen in Form von Verbesserungen am Einzelfall. Eine störende Tatsache wird durch eine andere ersetzt. Dadurch, daß für den konkret erlebenden Menschen die Umwelt eine feste und im Großen und Ganzen unveränderliche Tatsache zu sein scheint, kümmert ihn die Struktur der Welt nicht. Das konkrete Erleben und Denken durchbricht das bestehende Lebensgefüge nicht. Damit einher geht «eine radikale Abneigung gegen jedes “Mögliche“ und “Spekulative“». Es ist ein Erleben vom Sein her, im Gegensatz zum abstrakten Erleben vom Sollen her.

Der Unterschied zwischen Konkreten und Abstrakten ist für Mannheim primär ein Gegensatz im Erleben der Umwelt und nur sekundär des Denkens. Diese Äußerung warf bei mir „die Frage nach dem Huhn und dem Ei“ auf. Also bestimmt das Denken über das Wahrnehmen und Erleben der Welt oder ist das Erleben der Welt die Grundlage des Denkens und Handelns? Für beide Dimensionen lassen sich in Mannheims Ausführungen Anhaltspunkte finden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der konservativen Denkart und Herleitung der These, dass kleinbürgerliche Lebensweisen als spezifische Manifestation des Mannheim'schen Konkretismus interpretiert werden können.

2 Das kleinbürgerliche Glück in der Beschränkung - ein begrenzte Bewußtsein: Analyse der kleinbürgerlichen Mentalität, die sich durch eine enge räumliche Reichweite, eine auf das Alltägliche reduzierte Wahrnehmung und ein funktionales Wissensverständnis auszeichnet.

3 Konservatives Denken nach Mannheims wissenssoziologischen Ausführungen: Darlegung der theoretischen Grundlagen des konservativen Denkstils, insbesondere durch die Konzepte des konkreten Erlebens, der Eigentums- und Freiheitsauffassung sowie der spezifischen Zeitwahrnehmung.

4 Konservatismus und Kleinbürgertum: Synthese der vorangegangenen Kapitel durch den Nachweis, dass sich die von Mannheim beschriebenen Charakteristika des Konservatismus direkt in den Wertedominanten und dem Alltagshandeln des Kleinbürgertums widerspiegeln.

5 Schlußbemerkungen: Zusammenfassende kritische Reflexion der Ergebnisse und Diskussion der offenen Fragen zur Kausalität zwischen Weltwahrnehmung und konservativer Denktendenz.

Schlüsselwörter

Karl Mannheim, Konservatismus, Kleinbürgertum, Konkretismus, Wissenssoziologie, Mentalität, Lebensstil, Eigentumsbegriff, Freiheitsbegriff, Alltagsorientierung, Erfahrungsraum, Reduktion, Traditionsbewusstsein, Weltwahrnehmung, Beschränkung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Milieu des Kleinbürgertums im Lichte der konservativen Denkstruktur, wie sie von dem Wissenssoziologen Karl Mannheim definiert wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Konzepte des "konkreten Erlebens", die Begrenzung von Reichweite und Wahrnehmung, den Eigentumsbegriff sowie die Auffassung von Zeit und Freiheit im konservativen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu zeigen, dass die typische kleinbürgerliche Mentalität mit ihren Beschränkungen als eine konsequent gelebte, praktische Form des konservativen Denkstils verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Anwendung von Mannheims Schriften auf das spezifische Milieu des Kleinbürgertums unter Einbeziehung soziologischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Begrenztheiten der kleinbürgerlichen Mentalität und Mannheims Theorie des Konservatismus getrennt skizziert, bevor beide Stränge im vierten Kapitel synthetisiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen insbesondere der Konkretismus, die Lebensweltreduktion, das "Glück in der Beschränkung" und die soziologische Interpretation des konservativen Denkstils.

Warum betrachtet die Autorin das "Haus" als zentrales Metapher für den Konkretismus?

Das Haus dient als Sinnbild für das begrenzte, konkret erlebte Lebenszentrum, dessen Wahrnehmung für Konservative durch die persönliche Position in der Umwelt geprägt ist, statt durch abstrakte, strukturelle Analysen.

Welche Rolle spielt die Familie im untersuchten Weltbild?

Die Familie wird als "Urzelle" der organischen Ordnung verstanden; sie dient dem Kleinbürgertum als zentraler Ankerpunkt und als Übertragungspunkt für ein hierarchisches Gesellschaftsverständnis, etwa im Bild des "Vater Staat".

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Karl Mannheims Konservatismus und das Kleinbürgertum
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Soziologie)
Veranstaltung
HpS: Soziale Mitte
Note
1,7
Autor
Juliane Wollmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V176977
ISBN (eBook)
9783640983957
ISBN (Buch)
9783640984220
Sprache
Deutsch
Schlagworte
karl mannheims konservatismus kleinbürgertum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Juliane Wollmann (Autor:in), 2005, Karl Mannheims Konservatismus und das Kleinbürgertum , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/176977
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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