In dieser Arbeit soll es vor allem darum gehen dem Ursprung der Unterdrückung von Frauen auf den Grund zu gehen. Wieso werden Frauen seit Jahrtausenden von Männern unterdrückt? Wie kam es überhaupt zu einer Unterdrückung von Frauen? Welche Faktoren haben dabei eine Rolle gespielt und in wie fern hat sich die Situation von Frauen vor allem durch die Globalisierung verändert? Auf genau diesen Fragen wird der Fokus dieser Arbeit liegen. Mein Hauptaugenmerk wird dabei auf dem Text von Nicole Chevillard und Sébastien Leconte liegen, der den Namen „The Dawn of Lineage Societies. The Origins of Women´s Oppression.“ trägt. In diesem Text werden mögliche Antworten auf die Frage, warum es zu einer Unterdrückung der Frauen durch Männer kam, gegeben. Ebenfalls werden die Lebensumstände unter denen Frauen leben müssen beschrieben und erklärt. Der Fokus dieses Textes liegt vor allem auf der Zeit der Entstehung der Diskriminierung von Frauen, also die Zeit der Stammesgesellschaften, die es bereits seit ca. 12 000 Jahren gibt. Nach Meinung der Autorinnen ist es genau diese Zeitepoche, die man betrachten muss, wenn man erfahren will, woher die Unterdrückung der Frau kommt. Als zweiten Text möchte ich das Buch „Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau“ von Simone de Beauvoir heranziehen. Ihre Ausführungen sollen mir dabei helfen zu zeigen, was sich im Laufe der Jahre an der Situation der Frau verändert hat, ob es Verbesserungen oder Verschlechterungen gegeben hat und wie sich das Zeitalter der Globalisierung auf die gesellschaftliche Rolle von Frauen ausgewirkt hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Vom Ursprung der Unterdrückung von Frauen
1.1. Zwei Hypothesen
1.2. Wichtige Merkmale des Status von Frauen in Stammesgesellschaften
1.3. Eigene kritische Gedanken
2. Simone de Beauvoirs Bild von Frauen
2.1. Historische Einführung
2.2. Die moderne, unabhängige Frau
2.3. Eigene kritische Reflexionen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen und soziologischen Ursprünge der Unterdrückung von Frauen, wobei sie insbesondere die Entstehung von Stammesgesellschaften sowie die theoretischen Ansätze von Nicole Chevillard, Sébastien Leconte und Simone de Beauvoir analysiert.
- Historische Entstehung patriarchaler Strukturen
- Analyse der Rolle von Frauen in Stammesgesellschaften
- Kritische Auseinandersetzung mit biologischen und soziokulturellen Erklärungsmodellen
- Die Bedeutung ökonomischer Unabhängigkeit für die Gleichstellung
- Fortbestehen patriarchaler Überreste in der modernen Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
1.1. Zwei Hypothesen
Um der Frage nach dem Ursprung der Unterdrückung von Frauen auf den Grund zu gehen, stellen die beiden Autorinnen zwei Hypothesen auf, die ich nun näher beschreiben möchte.
Die erste Hypothese besagt, dass biologische Faktoren dafür verantwortlich sind, dass Frauen den Männern untergestellt sind. Es wird angenommen, dass Frauen durch die Mutterschaft weniger mobil seien als Männer. Sie blieben bei den Kindern, während die Männer auf die Jagd gingen. Daher wandten sich die Frauen dem Sammeln von Nahrungsmitteln zu, wodurch es zur Erfindung der Landwirtschaft kam. Die Männer lernten, dass umso mehr Druck sie auf die Frauen ausübten, desto mehr wurde von den Frauen produziert. So seien die Stammesgesellschaften und die Unterdrückung von Frauen durch Männer entstanden. Die Arbeitsteilung aufgrund des Geschlechts sei daher den rein biologischen Eigenschaften von Männern und Frauen zuzuschreiben und eine rein natürliche Entwicklung.
Diese Hypothese bleibt jedoch nicht ohne Widerspruch. Ein erster Einwand könnte lauten, dass es schlicht keinen Beweis dafür gibt, dass Frauen eher eine Neigung zu einem sesshaften Lebensstil aufweisen als Männer. Tatsächlich gibt es viele Gegenbeweise: Frauen müssen, um ihre Felder zu bewirtschaften und ihre Produkte auf den Märkten zu verkaufen, oft weite Strecken zurücklegen. Außerdem verlassen sie bei ihrer Hochzeit Eltern und die eigene Sippe, um zur Sippe des Mannes zu ziehen. Kommt es zu einer Scheidung haben Frauen kein Recht darauf, ihre Kinder mit zu ihrer alten Sippe zu nehmen, was beweist, dass die Bindung zwischen Mutter und Kind nicht so stark ist, wie oft vermutet wird. Kurz gesagt: Frauen sind vor allem durch ihre enorme Mobilität charakterisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vom Ursprung der Unterdrückung von Frauen: Dieses Kapitel untersucht die Entstehung patriarchaler Strukturen in frühen Stammesgesellschaften und hinterfragt kritisch, ob biologische Gegebenheiten oder soziale Gewalt für die Etablierung dieser Hierarchien verantwortlich sind.
1.1. Zwei Hypothesen: Hier werden zwei Erklärungsansätze für die weibliche Unterdrückung vorgestellt, wobei insbesondere die Hypothese einer „natürlichen“ Arbeitsteilung anhand von Gegenargumenten zur Mobilität und aktiven Rolle der Frau kritisch geprüft wird.
1.2. Wichtige Merkmale des Status von Frauen in Stammesgesellschaften: Der Fokus liegt auf der rechtlichen Unfähigkeit von Frauen, dem Frauentausch als Machtinstrument sowie der Bedeutung der Patrilokalität als Schlüssel zur Ausgrenzung.
1.3. Eigene kritische Gedanken: Die Autorin reflektiert die vorgestellten Theorien und kommt zu dem Schluss, dass die Unterdrückung der Frau keine natürliche, sondern eine menschgemachte, durch Machtstrukturen etablierte Gegebenheit ist.
2. Simone de Beauvoirs Bild von Frauen: Dieses Kapitel widmet sich der Interpretation von Simone de Beauvoir hinsichtlich der prähistorischen Ursprünge der Geschlechterhierarchie und der Rolle der Mutterschaft.
2.1. Historische Einführung: Eine Analyse von Beauvoirs Thesen, welche die biologische Beschwernis durch Schwangerschaft als Ausgangspunkt für die männliche Vorherrschaft hervorhebt.
2.2. Die moderne, unabhängige Frau: Es wird diskutiert, inwiefern ökonomische Unabhängigkeit und der Zugang zum Arbeitsmarkt die Situation von Frauen verbessern, ohne sie dabei in eine paradoxe Anpassungsrolle zu zwingen.
2.3. Eigene kritische Reflexionen: Die Autorin zieht ein abschließendes Resümee, in dem sie die Notwendigkeit unterstreicht, Frauen als gleichwertige Individuen zu betrachten und patriarchale Reste in modernen Kulturen kritisch zu hinterfragen.
Schlüsselwörter
Unterdrückung von Frauen, Patriarchat, Stammesgesellschaften, Simone de Beauvoir, Geschlechterrollen, Feminismus, Matrilinearität, Patrilokalität, ökonomische Unabhängigkeit, Soziobiologie, Emanzipation, soziale Konstrukte, Frauentausch, Geschlechtergerechtigkeit, Anthropologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die historischen und soziokulturellen Ursachen der Unterdrückung von Frauen, wobei sie den Fokus auf die Entstehung von Stammesgesellschaften legt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Übergang von matrilinearen zu patrilinearen Gesellschaften, die Analyse patriarchaler Mythen und die Bedeutung ökonomischer Selbstständigkeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, Erklärungsversuche für die Entstehung der Frauenunterdrückung zu vergleichen und die wahrscheinlichsten Faktoren für die heutige Benachteiligung zu identifizieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zur Anwendung?
Es wird eine Literaturanalyse durchgeführt, die theoretische Texte von Chevillard/Leconte und Simone de Beauvoir heranzieht und kritisch bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung frühzeitlicher Stammesgesellschaften sowie in die Analyse des Frauenbildes von Simone de Beauvoir und der modernen Emanzipationssituation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Unterdrückung von Frauen, Patriarchat, Matrilinearität, ökonomische Unabhängigkeit und soziale Konstrukte.
Warum spielt die Untersuchung von Stammesgesellschaften eine so große Rolle?
Die Arbeit argumentiert, dass dort der Ursprung der Diskriminierung liegt und das Verständnis dieser Zeit notwendig ist, um heutige Strukturen zu dekonstruieren.
Wie bewertet die Autorin die Bedeutung biologischer Faktoren?
Die Autorin erkennt biologische Belastungen durch Mutterschaft als einen Faktor an, betont jedoch, dass diese nicht als Rechtfertigung für soziale Unterdrückung dienen können.
Welche Kritik übt die Autorin am modernen Frauenbild?
Sie kritisiert, dass auch westliche Kulturen Frauen oft auf Rollenbilder oder Sexualobjekte reduzieren, was sie als ebenso unterdrückend wie offensichtlichere Formen der Einschränkung betrachtet.
Wie steht die Autorin zum Begriff „menschgemacht“ in Bezug auf Unterdrückung?
Sie stellt fest, dass Unterdrückung kein natürliches Phänomen ist, sondern durch alte Denkmuster und Gewalt aufrechterhalten wird, die durchbrochen werden können.
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- Eva Eckhard (Author), 2010, Das unterdrückte Geschlecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/176945