Diese Arbeit befaßt sich mit Ludwig Feuerbach (1804-1872), einem "der
bedeutendsten Religionsphilosophen und Ethiker des 19.Jahrhunderts".
Hier soll sein Leben und sein Werk vorgestellt werden, jedoch nicht mit
Hinblick auf die Rezeption und Kritik durch andere Philosophen und seine
Wirkungsgeschichte im allgemeinen, sondern mit Blick auf den speziellen
Einfluß auf den Roman Der grüne Heinrich von Gottfried Keller (1819-1820).
Gottfried Keller lernte Feuerbach während eines Deutschlandaufenthaltes in
Heidelberg (1848-50) kennen, hörte seine Vorlesungen, traf sich zu
Unterredungen mit ihm und war - wie es seinen Briefen zu entnehmen ist -
sichtlich beeindruckt von Feuerbachs Lehre, die ihn zu einem Umdenken
hinsichtlich der Gottesfrage - besonders inbezug auf die persönliche
Unsterblichkeit - veranlaßte.
Inhaltsverzeichnis
I. Vorbemerkungen
II. Zur Person Ludwig Feuerbachs
1. Seine Eltern
2. Sein schulischer und studentischer Werdegang
3. Seine Dozententätigkeit und Universitätskritik
4. Feuerbach und die Politik
5. Sein Leben in Bruckberg
6. Sein Leben und sein Tod in Rechenberg
III. Die Werke Ludwig Feuerbachs
1. Die Gliederung der Werke
1.1 Die philosophischen Werke
1.2 Die religionsphilosophischen Werke
2. Feuerbachs Religionstheorie und die Kritik daran
IV. Der Einfluß auf Gottfried Keller und dessen Roman Der grüne Heinrich
V. Schlußbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Leben und Wirken des Religionsphilosophen Ludwig Feuerbach mit dem primären Ziel, seinen spezifischen Einfluss auf den Roman „Der grüne Heinrich“ von Gottfried Keller anhand exemplarischer Textstellen aufzuzeigen und zu analysieren.
- Biografische Stationen und philosophische Entwicklung Feuerbachs
- Systematische Einordnung der philosophischen und religionsphilosophischen Hauptwerke
- Analyse der Feuerbachschen Religionskritik und Anthropologie
- Wirkung der atheistischen Philosophie auf die Charakterentwicklung im Roman
- Rezeption der Feuerbach-Lehre durch Protagonisten und Atheisten-Typen
Auszug aus dem Buch
3. Seine Dozententätigkeit und Universitätskritik
Feuerbachs akademische Karriere ließ sich gut an, da er bereits 1829 in Erlangen als Privatdozent tätig werden konnte.
Ein jäher und - wie sich später herausstellte - endgültiger Bruch zwischen ihm und den akademischen Würden wurde jedoch 1830 durch seine Abhandlung Gedanken eines Denkers über Tod und Unsterblichkeit hervorgerufen. Zwar erschien diese Schrift anonym, aber Feuerbach wurde als Autor ausgemacht und das Werk polizeilich konfisziert.
Das reaktionäre Zeitalter, in dem die Schrift als zu freisinnig und freimütig klassifiziert wurde, erlaubte es auch in späteren Jahren nicht, daß Feuerbach eine Anstellung an einer Universität in Deutschland erhielt.4
Nur in den Jahren 1848/49 wurde er im Heidelberger Rathaus, wo er Vorlesungen über das Wesen der Religion hielt, noch einmal als Dozent tätig (bei dieser Gelegenheit fand das Treffen mit Gottfried Keller statt).5
Zusammenfassung der Kapitel
I. Vorbemerkungen: Einführung in die Themenstellung, die sich auf den Einfluss Feuerbachs auf Gottfried Keller fokussiert.
II. Zur Person Ludwig Feuerbachs: Detaillierte Darstellung des Lebenslaufs von der Herkunft bis zum Lebensende in Rechenberg.
III. Die Werke Ludwig Feuerbachs: Systematische Gliederung und Analyse der philosophischen und religionsphilosophischen Schriften Feuerbachs.
IV. Der Einfluß auf Gottfried Keller und dessen Roman Der grüne Heinrich: Untersuchung der Parallelen zwischen Feuerbachs Philosophie und der Entwicklung des Protagonisten im Roman.
V. Schlußbemerkungen: Zusammenfassende Reflektion über die Ergebnisse und Ausblick auf mögliche weitere Forschungsschwerpunkte.
Schlüsselwörter
Ludwig Feuerbach, Gottfried Keller, Der grüne Heinrich, Religionsphilosophie, Atheismus, Anthropologie, Projektion, Religionskritik, Idealismus, Philosophiegeschichte, Unsterblichkeit, Materialismus, Menschenbild, Entfremdung, Naturreligion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt das Leben und Werk des Philosophen Ludwig Feuerbach und konzentriert sich dabei insbesondere auf seinen ideellen Einfluss auf das literarische Schaffen Gottfried Kellers.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Religionskritik Feuerbachs, der Unterscheidung zwischen Theologie und Anthropologie sowie der Umsetzung dieser philosophischen Ideen in Romanfiguren.
Was ist die zentrale Forschungsfrage des Autors?
Die zentrale Frage ist, inwiefern sich Feuerbachs philosophische Lehre – speziell sein Atheismus und die anthropologische Wende – im Werdegang des Protagonisten Heinrich im Roman "Der grüne Heinrich" widerspiegelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die biografische Daten mit der Analyse von Primärtexten und der Auswertung relevanter Sekundärliteratur verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Feuerbachs Biografie und seine Hauptwerke vorgestellt, um anschließend den direkten Einfluss seiner Philosophie auf zentrale Handlungsstränge und Charaktere bei Keller zu untersuchen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Religionskritik, Projektion, Anthropologie, Atheismus und die spezifische "Diesseitsbezogenheit", die Feuerbach und Keller verbindet.
Wie unterscheidet Feuerbach laut dieser Arbeit zwischen Theologie und Religion?
Feuerbach negiert die Theologie als spekulativ und wirklichkeitsfremd, während er die Religion als anthropologisches Bedürfnis des Menschen erkennt, das im Kern die menschliche Natur und Sinnlichkeit thematisiert.
Welche verschiedenen "Typen" von Atheisten findet der Autor in Kellers Roman?
Keller nutzt Charaktere wie den Maler Lys oder den "Feuerbachianer" Gilgus, um verschiedene, teils missverstandene oder fehlerhafte Interpretationen des Atheismus im Kontrast zum reflektierten Atheismus der Figur Dorothea aufzuzeigen.
- Arbeit zitieren
- Manfred Müller (Autor:in), 1994, Ludwig Feuerbach - Sein Leben, sein Werk und der Einfluß auf Gottfried Keller und dessen Roman "Der grüne Heinrich", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/176688