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Gewalt im Heavy Metal

Zwischen Abschreckung, Appell und Aushängeschild

Titel: Gewalt im Heavy Metal

Examensarbeit , 2009 , 133 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Bertram Becker (Autor:in)

Musik - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Zusammenhang zwischen Aggression und Musik ist in den letzten Jahren immer wieder diskutiert worden. Ist Musik, die kontroverse Texte beinhaltet und musikalische Formen, die den vorangegangenen Generationen meist unverständlich bleiben, dafür verantwortlich, dass ihre Hörer eine erhöhte Gewaltbereitschaft entwickeln und Straftaten begehen? Oder hat die Musik keinen Einfluss auf das Sozialverhalten und sind es vorwiegend Menschen mit gewissem Problemhintergrund, die sich zu ihr überhaupt erst hingezogen fühlen? Oder ist Musik eine Kunstform wie jede andere und sollte daher unbehelligt ihre Entwicklung vollziehen? Bei der gegenseitigen Abwägung der Standpunkte gibt es Parallelen zur aktuellen und ebenfalls immer wieder neu geführten Diskussion über gewalthaltige Computerspiele. Obwohl sich beide Phänomene in einigen Punkten auch nicht vergleichen lassen, wie z.B. das Element des selbst aktiv werdens bei Spielen, das einem eher passiven Hören von Musik gegenübersteht, so gibt es doch auf beiden Gebieten sowohl positive als auch negative Auswirkungen, die durch Studien nachgewiesen werden konnten.1 Durch den schwer nachweisbaren kausalen Zusammenhang ist ein klarer ja/nein bzw. gut/schlecht Umgang mit dem Thema unmöglich. Viele Eltern und Pädagogen2 fühlen sich verantwortlich, diesen Beziehungen auf den Grund zu gehen, mit unterschiedlichen eigenen ästhetischen Vorstellungen sowie pädagogischen Mitteln.

==
1 Der Umgang mit medialer Gewalt stumpft die normalen negativen Gefühlsreaktionen auf Gewaltszenen ab. Ob es sich um Musik bzw. Songtexte, Computerspiele oder Filme handelt, ist dabei unerheblich. (Paulus: Amoklauf: Mediengewalt ist ein wichtiger Faktor (2009), Psychologie Heute, Juni 2009, Seite 34); Simulierte Gewaltszenarien, wie etwa in einigen Computerspielen, können jedoch helfen, Phobien psychologisch zu behandeln, so das Institut für Cyberpsychologie in Quebec. (Gieselmann: Ego-Shooter auf Rezept, Magazin für Computertechnik, Ausgabe KW 43, 2003)
2 Im gesamten Verlauf der Arbeit schließen die männlichen Formen ebenfalls die weiblichen Vertreter mit ein. Auf Grund der Lesbarkeit des Textes werden sie jedoch nicht separat angeführt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Das Ziel der vorliegenden Arbeit

1.2 Begriffsklärungen und themenspezifische Besonderheiten

2 Das Gewalt-Image des Heavy Metal

2.1 Ursachen in der Geschichte des Genres

2.2 Stimmen in der Öffentlichkeit

2.2.1 Das Parents Music Resource Center (PMRC)

2.2.2 Vance vs. Judas Priest

2.2.3 Pseudowissenschaftliche Veröffentlichungen

2.2.4 Fundamentales Christentum

2.3 Stellungnahme von Künstlern und resultierende Bewegungen

3 Die Ambivalenz und Vielfalt der Gewaltdarstellungen

3.1 Inhaltliche Bezüge

3.2 Formen der Darstellung

3.3 Die Adressaten von Gewalt

3.4 Der Grad der Ernsthaftigkeit an Hand ausgewählter Beispiele

3.4.1 Manowar

3.4.2 Rammstein

3.4.3 Knorkator

3.4.4 Norwegische Black Metal Bands

4 Mögliche Gründe für gewaltbezogene Inhalte

4.1 Schock durch Konfrontation mit Gewalt

4.2 Aufruf zu Gewalttätigkeit

4.3 Gewalt als Marketingstrategie

4.4 Spaßfaktor - (warum) macht die Darstellung von Gewalt Spaß?

5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

5.1 Weiterführende Fragestellungen

Anhang A: Songtexte

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das negative Image des Heavy Metal bezüglich Gewalt, indem sie die historischen Ursachen, öffentliche Kritik und die tatsächliche Verwendung von Gewaltmotiven analysiert. Ziel ist es, auf Basis fundierter Fakten ein differenziertes Bild zu zeichnen und die Frage zu beantworten, woher das (Vor-)Urteil der Gewalttätigkeit stammt und welchen Stellenwert Gewalt als stilistisches und marketingrelevantes Mittel einnimmt.

  • Historische Entwicklung von Gewalt-Assoziationen im Genre.
  • Analyse öffentlicher Kritik (PMRC, Zensur, gesellschaftliche Vorurteile).
  • Formen der Gewaltdarstellung (Musik, Texte, Live-Auftritte, visuelle Medien).
  • Untersuchung von Marketingstrategien und der Rolle der Provokation.
  • Differenzierung zwischen künstlerischem Ausdruck, Inszenierung und echter Aggression.

Auszug aus dem Buch

2.1 Ursachen in der Geschichte des Genres

Um dieses scheinbar sehr fest sitzende negative Image des Heavy Metal genauer zu untersuchen und um Ursachen für etwaige Vorurteile zu finden ist ein Blick in die Entwicklung des Genres hilfreich.

Sehr viele der meist negativen Assoziationen hängen bereits mit den beiden Bands zusammen, die rückblickend als die Pioniere des Heavy Metal bezeichnet werden können: Black Sabbath und Led Zeppelin.

Tatsache ist, dass niemand die Absicht hatte, einen neuen Stil zu erschaffen, dass vielmehr eine Vielzahl von Zu- und Unfällen dazu geführt hat.

Earth (später Black Sabbath) war eine ganz normale Blues und Jazz Band, deren Mitglieder aus schlechtergestellten Arbeitervierteln aus Birmingham in England kamen und deren Alltag bestimmt war von harter körperlicher Arbeit in der Metallindustrie, die nahezu ganz Birmingham beherrschte. Rob Halford, Sänger der Band Judas Priest, beschreibt in einem Interview Episoden seiner Schulzeit in Birmingham. Direkt neben seiner Schule gab es eine riesige Stahlfabrik, deren Maschinen so laut waren, dass die Schulbänke davon leicht erzitterten. Neben dieser Belastung, die den ganzen Tag andauerte, wurden in regelmäßigen Abständen Ventile entlüftet und der Dampf der Stahlfabrik wehte in die Schulfenster. Er beschreibt diese Situation als Gefühl, der Stahl (Metal) würde direkt in seinen Körper dringen, als atmete er ihn förmlich ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Diskussion um den Zusammenhang zwischen Musik und Aggression sowie Darstellung des Ziels der Arbeit, das Gewalt-Image des Heavy Metal zu analysieren.

2 Das Gewalt-Image des Heavy Metal: Untersuchung der historischen Ursachen und der öffentlichen Wahrnehmung des Genres sowie kritische Betrachtung externer Vorwürfe.

3 Die Ambivalenz und Vielfalt der Gewaltdarstellungen: Analyse verschiedener Aspekte der Gewaltdarstellung, von inhaltlichen Bezügen über Medieneinsatz bis hin zum Grad der Ernsthaftigkeit bei ausgewählten Bands.

4 Mögliche Gründe für gewaltbezogene Inhalte: Erörterung der Funktionen von Gewalt, etwa als Schockfaktor, Marketinginstrument oder zur Identitätsstiftung, sowie der Faszination für das Genre.

5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung des Genres sowie weiterführende Forschungsfragen.

Schlüsselwörter

Heavy Metal, Gewalt, Gewaltdarstellung, Musik, Sozialpsychologie, Provokation, Image, Subkultur, Black Metal, Marketing, Medieneinfluss, Aggression, Satanismus, Jugendschutz, Zensur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das tief sitzende negative Image des Heavy Metal als gewalthaltige Musikform und setzt sich kritisch mit den Gründen für dieses Image auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Geschichte des Genres, öffentliche Kritik (wie das PMRC), die vielfältigen Formen der Gewaltdarstellung und die Frage nach dem Stellenwert von Gewalt als Marketingstrategie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, auf Basis fundierter Fakten zu klären, warum das (Vor-)Urteil der Gewalttätigkeit besteht und was es mit diesem Image tatsächlich auf sich hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine musikwissenschaftliche und kulturanalytische Vorgehensweise gewählt, die Textanalysen von Songtexten sowie eine Auswertung historischer und soziologischer Fachliteratur kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie Bands das Element Gewalt bewusst einsetzen, um sich zu profilieren, und wie dies von Außenstehenden oft missverstanden oder instrumentalisiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Heavy Metal stehen Begriffe wie Gewaltdarstellung, Provokation, Marketing und Sozialpsychologie im Zentrum der Analyse.

Wie unterscheidet sich die Darstellung bei Bands wie Rammstein und Manowar?

Während Manowar ein klischeehaftes, heroisches Krieger-Image pflegt, das oft ins Überzogene kippt, nutzt Rammstein gezielte Provokation und Mehrdeutigkeiten, um im medialen Fokus zu bleiben.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des Einflusses von Gewalt?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Gewalt meist ein bewusst eingesetztes stilistisches oder marketingbezogenes Mittel ist und die Wirkung auf den Hörer stark von dessen individuellen Voraussetzungen abhängt.

Ende der Leseprobe aus 133 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gewalt im Heavy Metal
Untertitel
Zwischen Abschreckung, Appell und Aushängeschild
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Musik und Musikpädagogik)
Note
1,3
Autor
Bertram Becker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
133
Katalognummer
V176648
ISBN (eBook)
9783640983391
ISBN (Buch)
9783640983513
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heavy Metal Gewalt Musik Band
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bertram Becker (Autor:in), 2009, Gewalt im Heavy Metal, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/176648
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  133  Seiten
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