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"Von der Juden Haß gegen alle Völcker"

Eine jüdische Weltverschwörung? Verschwörungsvorstellungen in antijüdischer Polemik des 18. Jahrhunderts im deutsch-englischen Vergleich

Title: "Von der Juden Haß gegen alle Völcker"

Bachelor Thesis , 2009 , 72 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sabine Kühn (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

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Summary Excerpt Details

Das Phänomen der Verschwörungstheorien, besonders gegen Juden gerichtet, tritt im Verlauf der Geschichte in bestimmten Epochen häufiger auf. Zum ersten Mal wird jedoch eine jüdische Weltverschwörung von Johann Andreas Eisenmenger, einem deutschen Orientalisten, entwickelt. Sein Werk "Entdecktes Judenthum" ist dennoch bisher nicht unter dem Gesichtspunkt der Verschwörungstheorien untersucht worden. Da es von Nationalisten und Nationalsozialisten, die bekanntlich zahlreiche jüdische Verschwörungen propagierten, intensiv rezipiert wurde, stellt sich die nicht unerhebliche Frage nach der Wirkung Eisenmengers Thesen sowie der Tradierung von antijudischen Verschwörungstheorien im Allgemeinen. Um weitere interessante Aspekte einzubringen, soll ein Vergleich von Eisenmengers Werk mit den Schriften englischer Verschwörungstheoretiker gewagt werden. Zwar sind Vergleiche nicht immer einfach zu bewerkstelligen oder werden mitunter mit dem Vorwurf der Belanglosigkeit bedacht. Die teils erstaunlichen Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen den englischen Autoren und Eisenmenger, sowohl in sprachlicher als auch inhaltlicher Hinsicht, lassen jedoch sehr viel weitreichendere Schlüsse auf das Judenbild des 18. Jahrhunderts sowie das Nationalbewusstsein zu, als es in einer Betrachtung nur einer einzelnen Schrift hätte möglich sein können. Die Beschränkung auf Eisenmenger (1700/1711) und die vier englischen Flugschriftenautoren Tutchin (1705), B.B. (1720), Britannia sowie Archaicus (beide 1753) rührt daher, dass alle fünf Autoren noch zum traditionell religiös motivierten Antijudaismus tendieren und kaum modernere judenfeindliche Elemente beinhalten. Diese grundsätzliche Gemeinsamkeit bildet eine gute Basis für weitere Vergleiche. Da allerdings nicht nur die erste Hälfte des Jahrhunderts beleuchtet werden soll, werden auch die Judenfeindlichkeiten und eventuelle Verschwörungstheorien aufgeklärter Philosophen wie Kant und Fichte im Resumee angesprochen. Bei der Recherche englischer Quellen ließ sich nur auf die Eighteenth Century Collections Online, einer Datenbank englischer Schriften des 18. Jahrhunderts zurückgreifen. Hierbei konnten die genannten vier Autoren als Verschwörungstheoretiker ausfindig gemacht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fruhantisemitismus versus Toleranz: Das Reich zur Zeit der Aufklärung

2.1 Der Alltag der Juden

2.1.1 Edikte und Politik bezuglich der Juden am Beispiel Preußens

2.1.2 Hofjuden

2.1.3 Das Verhältnis zur christlichen Bevölkerung

2.2 Verschwörungstheorien und Judenfeindlichkeiten

3 England und die Juden

3.1 Die ersten judischen Gemeinden Englands in der Neuzeit

3.1.1 Die Wiederaufnahme von Juden unter Cromwell

3.1.2 Verschwörungstheorien im judisch-christlichen Zusammenleben

3.2 Das Gesetz zur Einburgerung der Juden 1753

4 Extreme Polemik in englischen und deutschen Schriften der Aufklärung

4.1 Die Autoren und ihre Werke

4.1.1 Eisenmenger und das "Entdeckte Judenthum"

4.1.2 John Tutchin, Archaicus, B.B. und Britannia

4.2 Sprache und Paradigmen der Judenfeindlichkeit

4.3 Verschwörungstheorien: Inhalt, Ursache und Wirkung

5 Resumee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen antijüdischer Verschwörungstheorien im 18. Jahrhundert durch einen rechtsvergleichenden Ansatz zwischen dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation und England. Das primäre Ziel ist es, die Tradierung judenfeindlicher Stereotype zu analysieren und zu hinterfragen, inwiefern Verschwörungstheorien in der Aufklärungszeit als Instrumente dienten, um wirtschaftliche Krisen oder soziale Unsicherheiten zu erklären, und welche Verbindung sie zum späteren modernen Antisemitismus bilden.

  • Vergleich der Lebensbedingungen von Juden in Preußen und England.
  • Analyse der Rolle von Verschwörungstheorien in antijüdischer Polemik.
  • Untersuchung zentraler Schriften von Autoren wie Johann Andreas Eisenmenger und englischen Flugschriftenautoren.
  • Die Debatte um das englische "Jew Bill" von 1753 als Fallbeispiel.
  • Die Kontinuität von antijüdischen Vorurteilen von der Frühen Neuzeit bis zur Moderne.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Eisenmenger und das "Entdeckte Judenthum"

1711 wurde ein bemerkenswertes Werk gedruckt, das sich auf der einen Seite durch eine sehr wissenschaftliche Vorgehensweise auszeichnete, auf der anderen Seite aber dermaßen extreme antijudische Polemik enthielt, dass es von seinen Zeitgenossen schon nicht mehr als angemessene Antwort auf den Umgang mit dem Judentum aufgefasst wurde. Der Verfasser, Johann Andreas Eisenmenger, drückt die Intention und den Zweck seines Werks bereits im Titel der zweibändigen Schrift aus, die insgesamt mehr als 2100 Seiten umfasst:

"Entdecktes Judenthum / oder Grundlicher und Wahrhaffter Bericht / Welchergestalt Die verstockte Juden die Hochheilige Drey-Einigkeit / GOtt Vater/Sohn und Heil. Geist / erschrecklicher Weise lästern und verunehren / die Heil. Mutter Christi verschmähen / das Neue Testament / die Evangelien und Aposteln / die Christliche Religion spöttisch durchziehen / und die ganze Christenheit auff das äusserste verachten und verfluchen; Daben noch viel andere / bißhero unter den Christen entweder gar nicht / oder nur zum Theil bekant gewesene Dinge und grosse Irrthume der Jüdischen Religion und Theologie / wie auch viel lächerliche und kurzweilige Fabeln / und andere ungereimte Sachen an den Tag kommen.[...]"

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik antijüdischer Verschwörungstheorien im 18. Jahrhundert ein und begründet den Vergleich zwischen dem Heiligen Römischen Reich und England.

2 Fruhantisemitismus versus Toleranz: Das Reich zur Zeit der Aufklärung: Dieses Kapitel beschreibt die rechtliche und soziale Situation der Juden im Reich, geprägt von fiskalischer Ausbeutung, Duldung und dem Fortbestehen mittelalterlicher Vorurteile.

3 England und die Juden: Hier wird die Wiederaufnahme jüdischen Lebens in England unter Cromwell und die spätere hitzige Debatte um das Einbürgerungsgesetz von 1753 untersucht.

4 Extreme Polemik in englischen und deutschen Schriften der Aufklärung: Dieser Hauptteil analysiert die Autoren und ihre Schriften, vergleicht ihre antijüdische Sprache und untersucht die Struktur und Funktion der kolportierten Verschwörungstheorien.

5 Resumee: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und schlägt eine Brücke zur Rezeption im 19. und 20. Jahrhundert sowie zur Aktualität antisemitischer Verschwörungsmythen.

Schlüsselwörter

Antijudaismus, Verschwörungstheorie, Aufklärung, Johann Andreas Eisenmenger, England, Preußen, Jew Bill 1753, Antisemitismus, Judenfeindlichkeit, Christenhass, Diskriminierung, Emanzipation, Historischer Vergleich, Moderne, Toleranz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und Verbreitung antijüdischer Verschwörungstheorien im 18. Jahrhundert und vergleicht dabei die Situation und die polemische Literatur in Deutschland und England.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die rechtliche Stellung der Juden, die Instrumentalisierung von Judenfeindlichkeit durch wirtschaftliche und religiöse Vorurteile sowie die Rolle von Verschwörungstheorien in der politischen Debatte jener Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Vorurteile gegen Juden tradiert wurden und inwiefern diese Verschwörungsmythen als Erklärungsmodell für gesellschaftliche Krisen fungierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-vergleichende Analyse, die primär auf der Auswertung zeitgenössischer Schriften, Flugblätter und juristischer Dokumente basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zentrale Autoren wie Eisenmenger und englische Flugschriftenautoren analysiert, deren Sprache und Argumentationsmuster untersucht sowie der konkrete Fall des "Jew Bill" von 1753 betrachtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Antijudaismus, Verschwörungstheorien, Aufklärung, Judenfeindlichkeit und historische Diskriminierung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Situation der Juden in England von der im Heiligen Römischen Reich?

Während im zersplitterten Heiligen Römischen Reich die Stellung der Juden stark vom Wohlwollen der jeweiligen Landesherrn abhing, war die Debatte in England stärker auf das nationale Identitätsverständnis und die politische Interessenvertretung von Kaufleuten fokussiert.

Welche Rolle spielt das Werk von Johann Andreas Eisenmenger?

Sein Werk "Entdecktes Judenthum" dient als zentrale Quelle für den traditionellen Antijudaismus im Reich und gilt als einflussreiches Bindeglied, das durch seine pseudo-wissenschaftliche Aufbereitung antijüdische Ressentiments über Jahrhunderte hinweg modernisierte.

Welchen Einfluss hatte die Debatte um das "Jew Bill" von 1753?

Diese Debatte löste in England eine massive Welle an antijüdischer Propaganda und Ausschreitungen aus, die von der Opposition politisch instrumentalisiert wurde, um die Regierung zu diskreditieren.

Was schlussfolgert die Autorin hinsichtlich der Modernität dieser Theorien?

Die Autorin stellt fest, dass die im 18. Jahrhundert geprägten Verschwörungstheorien eine erstaunliche Langlebigkeit aufweisen und als Vorläufer für spätere rassistische Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts dienten.

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Details

Title
"Von der Juden Haß gegen alle Völcker"
Subtitle
Eine jüdische Weltverschwörung? Verschwörungsvorstellungen in antijüdischer Polemik des 18. Jahrhunderts im deutsch-englischen Vergleich
College
University of Marburg
Grade
1,7
Author
Sabine Kühn (Author)
Publication Year
2009
Pages
72
Catalog Number
V176520
ISBN (eBook)
9783640978281
ISBN (Book)
9783640978403
Language
German
Tags
juden völcker eine weltverschwörung verschwörungsvorstellungen polemik jahrhunderts vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Kühn (Author), 2009, "Von der Juden Haß gegen alle Völcker", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/176520
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