Im Bundesland Brandenburg stellt sich im Jahr 2009 folgende Situation dar: 23 Prozent der Geringqualifizierten sind unter 25 Jahre alt und tragen zu einer Arbeitslosenquote von ungefähr 12 Prozent in Brandenburg bei (vgl. Ministerium für Wirtschaft Brandenburg 2010). Damit einhergehend herrscht zudem ein hoher Bedarf an Fachkräften mit einem Bildungsabschluss unterhalb der Fach- bzw. Hochschulebene in diesem Bundesland. Mit Unterstützung des Beratungsunternehmens BBJ Servis, welches sich auf Dienstleistungen zur Umsetzung europäischer Förderprogramme unter anderem in dem Bereich des Arbeitsmarkts, der Beschäftigung und der beruflichen Aus- und Weiterbildung spezialisiert hat, soll jungen Menschen in der acht Landkreise und zwei kreisfreie Städte umfassenden Region Westbrandenburg die Chance ermöglicht werden, einen anerkannten Berufsabschluss nachzuholen. Dabei wirkt BBJ Servis mit den lokalen Akteuren des Landes, der Landkreise bzw. Städte, der Bundesagentur für Arbeit und den Kammern zusammen.
Die Wichtigkeit dieses Vorhabens wird noch deutlicher bei der Feststellung, dass bundesweit im Bereich der jungen Erwachsenen ein Anteil von zehn Prozent ungelernt ist. Es bedarf folglich einer Fokussierung des Übergangs bzw. der Durchlässigkeit in den Facharbeiterstatus. Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit einem Programm, welches auf die Forderung nach der Schaffung von Möglichkeiten des Nachholens von Schul- und Berufsabschlüssen zu antworten versucht. Am Beispiel des Projekts QPass-System für Brandenburg soll der Frage nachgegangen werden, wie abschlussorientierte Nachqualifizierung als Regelangebot im Rahmen des lebenslangen Lernens im Land Brandenburg etabliert werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Definitorische Grundlage Nachqualifizierung
2.2 Vorstellung des Projekts QPass-Systems für Brandenburg
2.2.1 Ablauf
2.2.2 Akteure
2.2.3 Finanzierung
2.3 Kompetenzfeststellung
2.4 Stellenwert / Beurteilung
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen der Etablierung abschlussorientierter Nachqualifizierung als Regelangebot im Rahmen des lebenslangen Lernens, exemplarisch dargestellt am Projekt QPass-System für Brandenburg.
- Analyse von Prozessen und Strukturen der Nachqualifizierung
- Untersuchung der Rolle regionaler Netzwerke und Akteure
- Bewertung der Finanzierungsmöglichkeiten und gesetzlicher Rahmenbedingungen
- Evaluation von Methoden zur Kompetenzfeststellung bei Ungelernten
- Berufspädagogische Einordnung und kritische Beurteilung des Projektmodells
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Ablauf
Um die abschlussorientierte Nachqualifizierung nachvollziehen zu können, muss man sich den Ablauf des Projekts vor Augen führen.
Zentrales Element bildet der Betrieb als Lernort. Dieser kann jedoch in der Regel nicht alle Inhalte des Ausbildungsberufs mit seinen zur Verfügung stehenden Ressourcen vermitteln. Daher kooperieren im Rahmen des QPass-Systems Betriebe mit Bildungsdienstleistern und Oberstufenzentren bzw. Berufsschulen. Aus dieser Tatsache ergibt sich ein weiterer möglicher Qualifizierungsweg. So kann auch der Bildungsdienstleister als zentraler Lernort, unter Berücksichtigung möglichst vieler integrierter betrieblicher Praxisphasen, dienen.
Unabhängig von dem jeweiligen Lernort kann man den Ablauf der Nachqualifizierung in drei Module einteilen. Das erste Modul umfasst die Akquisition der Teilnehmer, das Einstiegsgespräch sowie die Erfassung berufsbezogener Kompetenzen, die in einem Kompetenzprofil festgehalten werden, welches wiederum als Grundlage für die Erstellung des Bildungsplans dient. Der Erstkontakt mit dem QPass-System kann durch die zuständigen Arbeitsagenturen bzw. ARGEn, die Kammern aber auch durch direkte persönliche Kontaktaufnahme mit der Servicestelle Nachqualifizierung erfolgen. Mit Hilfe von öffentlichkeitswirksamen Medienkampagnen sollen speziell an und ungelernte junge Menschen und deren soziales Umfeld angesprochen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die arbeitsmarktpolitische Ausgangslage in Brandenburg und führt in die Zielsetzung ein, abschlussorientierte Nachqualifizierung als Regelangebot zu etablieren.
2. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert die definitorischen Grundlagen, das Projekt QPass-System, die Kompetenzfeststellung sowie eine kritische berufspädagogische Beurteilung.
2.1 Definitorische Grundlage Nachqualifizierung: Dieses Kapitel definiert die abschlussorientierte Nachqualifizierung als Vorbereitung auf eine Externenprüfung durch einen modularen Aufbau.
2.2 Vorstellung des Projekts QPass-Systems für Brandenburg: Hier wird das Ziel des Projekts sowie die Rolle des regionalen Netzwerks und der Koordinierungsstelle beschrieben.
2.2.1 Ablauf: Dieses Kapitel unterteilt den Qualifizierungsprozess in drei Module, vom Erstkontakt über die Lernphasen bis hin zur Vorbereitung auf die Externenprüfung.
2.2.2 Akteure: Hier werden die beteiligten Institutionen wie Arbeitsagenturen, Bildungsdienstleister, Betriebe und Oberstufenzentren und deren Aufgaben definiert.
2.2.3 Finanzierung: Das Kapitel analysiert die Möglichkeiten der staatlichen Regelfinanzierung sowie die Problematik individueller Ermessensspielräume bei der Mittelvergabe.
2.3 Kompetenzfeststellung: Hier wird der Prozess der Kompetenzerfassung mittels Fragebögen, Kompetenzreflektor und praktischer Testphasen dargestellt.
2.4 Stellenwert / Beurteilung: Dieses Kapitel bietet eine berufspädagogische Stellungnahme zum Projekt, inklusive Kritikpunkten und Vorschlägen zur Verbesserung der Durchlässigkeit.
3. Schluss: Das Schlusskapitel resümiert die Ergebnisse der Arbeit und bewertet die Etablierung des QPass-Systems vor dem Hintergrund der Erkenntnisse zur Finanzierung und Kompetenzmessung.
Schlüsselwörter
Nachqualifizierung, Berufsausbildung, Brandenburg, QPass-System, Lebenslanges Lernen, Externenprüfung, Kompetenzfeststellung, Arbeitsmarkt, Fachkräftemangel, Bildungscoaching, Arbeitslosigkeit, Berufsbildung, Qualifizierung, Lernortkooperation, Sozialpädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung einer abschlussorientierten Nachqualifizierung als festes Regelangebot für junge Ungelernte im Land Brandenburg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind die konzeptionelle Struktur von Nachqualifizierungsprojekten, die Finanzierungsmodelle, Methoden der Kompetenzfeststellung und die notwendige Kooperation verschiedener regionaler Akteure.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie abschlussorientierte Nachqualifizierung nachhaltig im Rahmen des lebenslangen Lernens in Brandenburg etabliert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Projektkonzepten, Dokumenten zur Kompetenzfeststellung sowie einer berufspädagogischen Stellungnahme und Bewertung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Nachqualifizierung, die Vorstellung des QPass-Systems, die Darstellung der Akteure und Finanzierung, sowie die Untersuchung der Kompetenzfeststellung und eine abschließende Beurteilung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nachqualifizierung, QPass-System, Kompetenzfeststellung, lebenslanges Lernen und regionale Netzwerkstrukturen charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Finanzierung im QPass-System?
Die Finanzierung ist ein kritischer Erfolgsfaktor, da die Abhängigkeit von öffentlichen Mitteln und individuellen Ermessensspielräumen der Behörden eine einheitliche Planungsbasis erschwert.
Wie wird die Kompetenzfeststellung bei den Teilnehmern praktisch umgesetzt?
Sie erfolgt in drei Phasen, beginnend mit einer Selbstreflexion über einen Kompetenzreflektor bis hin zu einer praktischen Testphase bei einem Bildungsdienstleister.
Warum wird eine stärkere Lernortkooperation als notwendig erachtet?
Die Arbeit stellt fest, dass eine präzisere Aufgabenverteilung zwischen Betrieben, Oberstufenzentren und Bildungsdienstleistern erforderlich ist, um die Qualifizierung effizienter zu gestalten.
- Quote paper
- Daniel Zäck (Author), 2011, Wie kann abschlussorientierte Nachqualifizierung als Regelangebot im Rahmen des lebenslangen Lernens im Land Brandenburg etabliert werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/176462