Junge Menschen, die ohne Begleitung nach Deutschland fliehen, stehen vor besonderen Herausforderungen: Sie müssen sich in einem neuen Land zurechtfinden, eine fremde Sprache lernen und gleichzeitig ein komplexes Asylverfahren durchlaufen. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland insgesamt 168.543 Asylanträge gestellt.
Besonders bedeutsam für die Kinder und Jugendhilfe ist, dass 4.926 unbegleitete Minderjährige einen Asylerstantrag stellten. Fachkräfte der Sozialen Arbeit begleiten diese jungen Menschen bei der Bewältigung ihrer Lebenssituation und beraten sie in komplexen rechtlichen und sozialen Fragestellungen. Dabei bewegen sie sich häufig im Spannungsfeld zwischen rechtlichen Vorgaben, institutionellen Rahmenbedingungen und den Bedürfnissen der Klient*innen. Gerade im Handlungsfeld Flucht und Asyl entstehen regelmäßig Entscheidungssituationen, für die es keine eindeutig richtige Lösung gibt. Professionelles Handeln erfordert daher neben fachlichem und rechtlichem Wissen auch eine ethische Reflexion.
Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit der ethischen Bewertung eines Praxisfalls aus der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine Sozialarbeiterin einen jungen Geflüchteten nach der Ablehnung seines Asylantrags in einer existenziellen Entscheidung professionell begleiten soll.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2026, Ethik in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1762652