Um epistemologische Möglichkeitsbedingungen mannigfacher Verkürzung im und des Denkens durch das Denken wird es im Folgenden gehen sowie dessen Raum der diagonalen Verknappung als topologischer Eigenschaft des diskursiven Denkens überhaupt – das Denken in Propositionen und Sätzen. Ein solcher Begriff der Verknappung ist topologisch analysierbar. Topologisch stabilisiert werden die etablierten diskursiven Räume des abendländischen Denkens durch je irgendetwas aussagende Assoziationen des denkenden Subjekts. In dieser Ortschaft der Faltungen bewegt sich das Denken von Foucault und Deleuze. Neben den Grundaussagen über Historie, Diachronie und Genealogie, sind vor allem Foucaults methodische Axiome seiner Diskurstheorie von Bedeutung als Spielregeln und Prinzipien der Seinsweise des Diskurses.
Inhaltsverzeichnis
Übersicht 2
Moderne und Diskursivität 3
Foucaults geordnete Unterwerfung des Diskurses 5
Deleuze’ denkende Mannigfaltigkeit des Rhizoms 7
AnSchluß 9
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die epistemologischen Möglichkeitsbedingungen und die topologische Struktur des Denkens bei Michel Foucault und Gilles Deleuze. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie diskursive Formationen und das Rhizom als Raum der Verknappung verstanden werden können, um das Denken als ein „Falten“ innerhalb eines interdiskursiven Gefüges zu begreifen.
- Topologische Analyse diskursiver Räume und Verknappungen
- Vergleich zwischen Foucaults diskursiver Formation und Deleuzes Rhizom-Konzept
- Kulturwissenschaftliche Reflexion der Moderne und Postmoderne
- Die Rolle des Subjekts als grammatikalische Falte im Diskurs
- Methodologische Grundlagen der Erkenntnistheorie und Ontogenetik
Auszug aus dem Buch
Foucaults geordnete Unterwerfung des Diskurses
Foucaults Aufmerksamkeit richtet sich weder auf die Suche nach der Realität des Wortes oder der Dinge, die immer schon der symbolischen Ordnung des Signifikanten unterworfen ist, noch auf die logische und semantische Analyse von Sätzen und Propositionen. Auf dem Höhepunkt seiner hermetischen Abstraktheit erschafft Foucault mit dem Begriff der diskursiven Formation ein topologisch anschauliches Epistem für die unter jeder symbolischen Ordnung liegenden Wissensfelder und Denkmuster assoziativer Aussagen. Wenn ein Diskurs ein Teil einer geregelten Wissensproduktion, d.h. eine bestimmbare Menge von Aussagen ist, dann bedeutet diskursive Formation eine topologische Relation von Aussagen bzw. eine Aussagenfamilie, die zwar interdiskursiv sein kann, aber dennoch historisch determiniert bleibt.
Eine solche Vorstellung ersetzt dann gewissermaßen die Begriffe Ideologie oder Wissenschaft und wird von Foucault als Regelmäßigkeit in der Streuung von Aussagen beschrieben. Das mit symbolischen Mitteln mögliche Ziehen einer Linie durch das Diskursuniversum ordnet also eine Anzahl von assoziativen Aussagen in Aussagenfamilien, d.h. diskursiven Formationen. Die Intuition und Assoziation faltet Aussagen regelhaft im Raum der Verknappung und macht sie interdiskursiv, d.h. jenseits von Sätzen und Propositionen eines Diskurses ausdrücklich wiederholbar. Eine interdiskursive Aussage ist mannigfaltig.
Zusammenfassung der Kapitel
Übersicht: Dieses Kapitel führt in die topologische Betrachtungsweise des diskursiven Denkens ein und stellt die methodologischen Weichen für die Auseinandersetzung mit Foucault und Deleuze.
Moderne und Diskursivität: Hier wird der ideengeschichtliche Ursprung des Begriffs „Moderne“ beleuchtet und die daraus resultierende Problematik der Geisteswissenschaften in der Postmoderne diskutiert.
Foucaults geordnete Unterwerfung des Diskurses: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der diskursiven Formation und erklärt, warum Denken im Sinne Foucaults als „Falten“ verstanden werden muss.
Deleuze’ denkende Mannigfaltigkeit des Rhizoms: Das Rhizom wird als Modell für die prozesshafte, nicht-lineare Vernetzung von Diskursen vorgestellt und mit Foucaults Formationen in Beziehung gesetzt.
AnSchluß: Das abschließende Kapitel reflektiert die Erkenntnistheorien von Heinz von Foerster und zieht ein Fazit über die Bedeutung der ontologischen und epistemologischen Grenzziehung.
Schlüsselwörter
Diskurs, Diagonale, Foucault, Deleuze, Rhizom, Moderne, Postmoderne, Erkenntnistheorie, Topologie, Geisteswissenschaften, Aussagenformation, Denken, Falte, Ontogenetik, Diskursivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die topologischen Eigenschaften des diskursiven Denkens und untersucht, wie Foucault und Deleuze die Struktur des Wissens und der menschlichen Erkenntnis neu definieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der philosophischen Auseinandersetzung mit Diskursen, der Kulturwissenschaft, dem Konzept der Moderne sowie erkenntnistheoretischen Transformationsregeln.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob und wie sich diskursive Räume als topologische Mannigfaltigkeiten beschreiben lassen, um das Denken jenseits klassischer Strukturen als ein prozesshaftes „Falten“ zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die diskursanalytische Methode und topologische Ansätze, um philosophische Texte (insbesondere Foucault und Deleuze) interdiskursiv in Beziehung zu setzen.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil stehen die Begriffsdefinitionen der „diskursiven Formation“ bei Foucault und des „Rhizoms“ bei Deleuze sowie deren Anwendung auf das Verständnis moderner Kulturwissenschaften.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Diskurs, Rhizom, Falte, Topologie, Moderne und Erkenntnistheorie.
Was meint Foucault mit der Aussage „Denken heißt Falten“?
Dies bezieht sich auf die Vorstellung, dass ein Subjekt keine feste Einheit ist, sondern eine grammatikalische Falte innerhalb eines unaufhörlichen, sprachlichen Prozesses.
Wie unterscheidet sich Deleuzes Rhizom-Konzept von einer klassischen Struktur?
Das Rhizom zeichnet sich durch seine zirkuläre Form und die unbedingte Möglichkeit zur Verknüpfung aus, statt auf eine zentrale Wurzel oder eine hierarchische Systematik angewiesen zu sein.
Welche Rolle spielt Heinz von Foerster für die Argumentation?
Foerster liefert mit seiner Unterscheidung der vier Erkenntnistheorien (Metaphysik, Ontologie, Epistemologie, Ontogenese) den Rahmen für die abschließende definitorische Grenzziehung.
Warum wird die moderne Kulturwissenschaft kritisch hinterfragt?
Die Arbeit thematisiert die Gefahr der „Gegenstandslosigkeit“ und die Produktion von „zu Tode Verstandenem“, falls die Geisteswissenschaften den Bezug zu ihrem eigenen Entstehungseffekt verlieren.
- Arbeit zitieren
- Dr. phil. Robert Dennhardt (Autor:in), 2003, Der Diskurs und die Diagonale, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/176147