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"In lebhaftester Unruhe"

Zur Bedeutung nonverbaler Kommunikation in Heinrich von Kleists "Marquise von O..."

Title: "In lebhaftester Unruhe"

Term Paper , 2011 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: René Ferchland (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Erstmals hat wohl Cicero dergestalt auf die Verbindung von Seele und Körpersprache hingewiesen. 2 Der Klang einer Stimme, die das Wort spricht, kann in der Literatur nur beschrieben werden, sie bleibt dennoch nicht-hörbar. Mit dem beschriebenen Körper, seiner Beschaffenheit und seinen Bewegungen verhält es sich hinsichtlich seiner Sichtbarkeit ebenso. Und trotzdem kann all dies im- und durch den Text transportiert werden. Erzähltes Mienen- und Gebärdenspiel erweist sich als umso wichtiger, je weniger die literarischen Figuren direkt sprechen – oder je öfter sie einer Sprachlosigkeit auf der diegetischen Ebene verfallen. Bei Kleist etwa verhält es sich mitunter so, dass Worte fehlen oder den Worten nicht immer zu trauen ist. Andererseits ist die nonverbale Kommunikation sehr ausgeprägt; es wird geweint, gelacht, bedrängt, geherzt, gefleht und errötet. Eine Ungewissheit auf Seiten des Lesers bezüglich der Glaubwürdigkeit der Figuren wird durch deren Sprache zumeist nicht zu reduzieren, sondern eher zu forcieren versucht. Doch die zum Teil trügerisch konstruierte verbale Kommunikation steht nicht allein, sondern wird durch eben solche körperlichen Zeichen ergänzt, vielerorts ist sogar eine Konzentration auf selbige zu bemerken. Nuanciert beschreibt Kleist mitunter Blicke und Gesten in der zwischenmenschlichen Kommunikation und verhilft dem Leser damit zur Hinzugewinnung einer weiteren Dimension. Vor dem Hintergrund seiner Zeit und der Einwirkung der Tradition der Moralistik vermag die nonverbale Kommunikation im Text fast schon als Schlüssel für dessen Deutung gelten zu können. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung: Zur Beredsamkeit des Körpers bei Kleist

Exkurs: Zu den zeitgenössischen Erkenntnissen über die körperliche Beredsamkeit

2. »In lebhaftester Unruhe« – Szenen (un-)trüglichen Gebarens

2.1 Der Heiratsantrag

2.2 Der Schuss

2.3 In der Gartenlaube

2.4 Die Aussöhnung

3. Körpersprache als Schlüssel zur Wahrhaftigkeit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung nonverbaler Kommunikation in Heinrich von Kleists Novelle „Die Marquise von O...“. Dabei wird analysiert, inwieweit körperliche Zeichen, Gesten und Mienenspiel als wahrhaftige Indikatoren für das innere Befinden der Figuren dienen können, besonders in Situationen, in denen die verbale Sprache trügerisch ist oder versagt.

  • Die Analyse der Körpersprache als ergänzende Dimension zur verbalen Kommunikation.
  • Unterscheidung zwischen willkürlichen und unwillkürlichen körperlichen Ausdrucksformen.
  • Die Rolle der Körpersprache in Krisen- und Extremsituationen der Charaktere.
  • Kontrastierung von privatem und öffentlichem Verhalten der Figuren im Spannungsfeld von gesellschaftlichen Normen und persönlichen Emotionen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Heiratsantrag

Eine körpersprachlich höchst prägnante Szene ist die des Heiratsantrages. Der totgeglaubte Graf F. überrascht die Familie mit seinem Auftauchen. Zunächst entsteht der Eindruck, dass man sich über seinen Besuch freue, auch verfehlt die artikulierte Sorge des Grafen angesichts der etwas matt aussehenden Marquise ihre Wirkung bei derselben nicht. Womöglich erkennt der Graf die anderen Umstände, in denen sie sich befindet. »Mit einer aufflammenden Freude« (S. 110) hält er um ihre Hand an und diese Frage scheint die Stimmung völlig umzukippen.

Die Marquise wußte nicht, was sie von dieser Aufführung denken solle. Sie sah, über und über rot, ihre Mutter, und diese, mit Verlegenheit, den Sohn und den Vater an; während der Graf vor die Marquise trat, und indem er ihre Hand nahm, als ob er sie küssen wollte, […] Der Kommandant sagte: ob er nicht Platz nehmen wolle; und setzte ihm, auf eine verbindliche, obschon etwas ernsthafte, Art einen Stuhl hin. (S. 110)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Zur Beredsamkeit des Körpers bei Kleist: Der theoretische Rahmen wird etabliert, indem die Verbindung von Seele und Körpersprache sowie deren Relevanz als Deutungsschlüssel für literarische Texte erläutert wird.

Exkurs: Zu den zeitgenössischen Erkenntnissen über die körperliche Beredsamkeit: Dieses Kapitel vertieft das antike Konzept der eloquentia corporis und überträgt zeitgenössische Theorien zu willkürlichen und unwillkürlichen Zeichen auf die literarischen Szenen.

2. »In lebhaftester Unruhe« – Szenen (un-)trüglichen Gebarens: Anhand ausgewählter Schlüsselstellen werden die nonverbalen Reaktionen des Grafen und der Marquise analysiert, um Diskrepanzen zwischen Sprache und Gebaren aufzudecken.

2.1 Der Heiratsantrag: Diese Szene demonstriert die initiale Unsicherheit der Familie durch die Analyse von Blicken, Erröten und dem Verhalten des Grafen.

2.2 Der Schuss: Hier wird der eskalierende Konflikt zwischen Vater und Tochter untersucht, in dem das körperliche Agieren die verbale Kommunikation ersetzt.

2.3 In der Gartenlaube: Die Analyse konzentriert sich auf die offensive, teils bedrängende Körpersprache des Grafen und die reaktive, ablehnende Haltung der Marquise.

2.4 Die Aussöhnung: Das Kapitel betrachtet die Versöhnungsszene zwischen Vater und Tochter, die durch ein ambivalentes, fast inzestuös wirkendes erotisches Spiel charakterisiert ist.

3. Körpersprache als Schlüssel zur Wahrhaftigkeit: Das Fazit fasst zusammen, dass die nonverbalen Signale eine essentielle Dimension für die Entschlüsselung der Kleistschen Mehrdimensionalität darstellen.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Die Marquise von O..., nonverbale Kommunikation, Körpersprache, Beredsamkeit, Gestik, Mienenspiel, Wahrhaftigkeit, literarische Anthropologie, Sprachlosigkeit, Willkürlichkeit, Emotion, Moralistik, Pathognomik, Täuschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Funktion und Bedeutung nonverbaler Kommunikation in Heinrich von Kleists Novelle „Die Marquise von O...“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Unterscheidung von willkürlichen und unwillkürlichen körperlichen Zeichen, die Rolle der Geste als Ausdruck des Inneren sowie die Diskrepanz zwischen verbaler Rede und körperlichem Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Körpersprache bei Kleist als verlässlicherer Schlüssel zur Deutung der Figuren und zur Aufdeckung ihrer wahren Intentionen dienen kann als die oft trügerische direkte Rede.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text unter Einbeziehung zeitgenössischer anthropologischer und rhetorischer Theorien (z. B. zur Physiognomik und Pathognomik) einer neuen Lektüre unterzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert vier prägnante Szenen der Novelle: den Heiratsantrag, den Schuss, die Begegnung in der Gartenlaube und die abschließende Aussöhnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die wichtigsten Begriffe sind unter anderem Körpersprache, Wahrhaftigkeit, eloquentia corporis, Ambivalenz, Emotion und das Spannungsfeld zwischen Schein und Sein.

Wie bewertet die Autorin das Verhalten des Grafen F.?

Der Graf wird als äußerst ambivalente Persönlichkeit dargestellt, dessen rhetorische Gewandtheit durch seine unkontrollierten körperlichen Reaktionen wie Erröten oder Unruhe entlarvt wird.

Welche Rolle spielt die Szene mit dem Pistolenschuss?

Der Pistolenschuss wird als Peripetie der Handlung identifiziert, die den Vater als Patriarch in die Enge treibt und einen Wendepunkt in der persönlichen Emanzipation der Marquise einleitet.

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Details

Title
"In lebhaftester Unruhe"
Subtitle
Zur Bedeutung nonverbaler Kommunikation in Heinrich von Kleists "Marquise von O..."
College
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät )
Course
Heinrich von Kleist und die europäische Moralistik
Grade
1,3
Author
René Ferchland (Author)
Publication Year
2011
Pages
17
Catalog Number
V176018
ISBN (Book)
9783640973194
ISBN (eBook)
9783640973460
Language
German
Tags
unruhe bedeutung kommunikation heinrich kleists marquise
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
René Ferchland (Author), 2011, "In lebhaftester Unruhe", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/176018
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