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Neidharts Dörperlieder

Absage an den Minnesang oder nur eine Parodie?

Titel: Neidharts Dörperlieder

Seminararbeit , 2011 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: M.A. Wladimir Danilow (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Minnesang stellte eine der typischsten Erscheinungen der höfischen literarischen Kultur des Mittelalters. Das Leitmotiv dieser Lieder war oft die unerwiderte Liebe des Sängers zu einer Dame. Wie auch immer der Sänger die Schönheit seiner Angebeteten zu preisen versuchte, stets blieb die Reaktion der vornehmen Dame gleich – die Zuneigung wurde nicht erwidert, worauf der Sänger natürlich verletzt reagierte und des öfteren seinem Minnedienst abschwor. Die Handlung spielte sich meistens am Hofe ab und beide, der todtraurige Sänger und seine unerwiderte Liebe, kamen aus den Adelskreisen, wenn auch nicht immer aus gleich hohen. Vorgetragen wurden solche Lieder ebenfalls am Hofe und dienten wohl der Unterhaltung der feinen Gesellschaft. Die bedeutendsten Minnesangdichter waren unter anderem Der Kürenberger, Hartmann von Aue, Walther von der Vogelweide, Konrad von Würzburg oder Der Tannhäuser. Im 13. Jahrhundert änderten sich mit Neidhart Motive und Thematik des höfischen Minnelieds. Neidhart verlagerte die Handlungen des typischen Minnelieds vom Hofe in eine bäuerliche Dorfwelt und schuf damit eine neue Gattung, das sogenannte dörper-Lied. In der vorliegenden Arbeit soll diese neue Gattung vorgestellt und beschrieben werden. Neidharts Lieder weisen immer wiederkehrende Merkmale und Strukturen auf, die im nächstfolgenden Kapitel erläutert werden sollen. Im Kapitel 3 sollen die neuen Protagonisten und Motive näher betrachtet werden. Es sind ja, wie bereits erwähnt, nicht mehr Angehörige der erlesenen höfischen Kreise, sondern die aus der damaligen Sicht eher die primitive und einfache Dorfbevölkerung. Das Verhältnis zwischen der Angebeteten und dem Sänger und das zwischen den Dörpern und dem Sänger, ebenso wie die vielfältigen erotischen Motive, die durch ihre Direktheit die zaghaften Anspielungen des klassischen Minnelieds weit hinter sich lassen, sollen an Hand von einigen ausgewählten Bespielen aus Neidharts Liedern vorgestellt und analysiert werden. Im letzten Kapitel soll der Frage nachgegangen werden, für wen Neidhart seine Lieder dichtete und welche Position diese neue Gattung gegenüber der alten eingenommen hatte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Charakteristische Merkmale des Dörperlieds

2.1 Natureingang

2.2 Sommerlied

2.3 Winterlied

3. „Klassische“ Motive im Dörperlied

3.1 Darstellung der Dörper

3.2 Erotische Motive

4. Fazit: An wen richtete Neidhart seine Dörperlieder und mit welcher Intention?

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die von Neidhart von Reuental etablierte Gattung des „Dörperlieds“ und analysiert, inwiefern diese eine Parodie auf den traditionellen höfischen Minnesang darstellt oder diesen inhaltlich erweitert.

  • Strukturelle Merkmale und Natureingänge als emotionale Vorzeichen
  • Kontrast zwischen höfischer Minne und bäuerlicher Lebenswelt
  • Darstellung und Funktion der „Dörper“ als Antagonisten des Sängers
  • Erotische Motive als parodistische Überspitzung des Minnesangs
  • Gesellschaftliche Intention und Rezeption am höfischen Publikum

Auszug aus dem Buch

3.1 Darstellung der Dörper

Die Darstellung der Dörper in den Sommerliedern unterscheidet sich von der der Winterlieder. In den Sommerliedern trägt ein junges Mädchen schönes Kleid und ihr Haar ist gepflegt: Sunder sal sind der meide kleider, ir zöphe val., heißt es in „Willekomen sî des meien schoene!“ In „Wol dem tage, der al der werlde hôchgemüete trage“ ermutigt der Sänger die Mädchen, selbst auch mal die Initiative zu ergreifen: junge mägde solten sich stolzîchen zieren, ir gewant ridieren, an die man einem ougen zwieren.

In den Winterliedern parodiert Neidhart den klassischen Minnesang, indem es sich ungeniert dessen Vokabular bedient. So wird aus einem einfachen Dorfmädchen eine vrouwe, eigentlich eine für eine Adlige reservierte Bezeichnung: Alsô hân ich mîner vrouwen widersagt. Im WL 7 „Owê mir dirre nôt!“ sieht sich der Sänger gar von Damen umgeben: Ich kom an eine stat. triuwen, dâ was höfscher kinder vil.

Und natürlich gilt es sowohl im Minnesang, als auch bei Neidharts Liedern, einer Dame zu dienen: Der ich hân gedienet ûf genâde her vil lange, Eine gerade zu klassische Haltung einer Hofdame parodiert Neidhart in WL 12 „Êst ein winder“. Unerfüllte Liebe, eines der zentralsten Motive im Minnesang, überträgt Neidhart auf ein Dorfmädchen und somit vom Hof ins Dörpermilieu: Der ich holdez herze trage, swie si nie getaete mînes willen gegen einer hirsen vesen, sît ich êrste nâch ir hulden ie ze singen phlac, lônte sî mir mîner tage, dâ mit ich si baete, sô waer ich vor senelîcher nôt genesen.

Ein weitaus größeres Problem hat der ritterliche Sänger mit der männlichen Bevölkerung des Dorfes. An diesen kann und will es nichts sympathisches oder angenehmes finden. Zwar werden

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die höfische Kultur des Minnesangs ein und beschreibt Neidharts Innovation, das Genre in die bäuerliche Welt zu übertragen.

2. Charakteristische Merkmale des Dörperlieds: Dieses Kapitel analysiert die festen Gattungsmerkmale, insbesondere die Funktion des Natureingangs sowie die thematischen Unterschiede zwischen Sommer- und Winterliedern.

3. „Klassische“ Motive im Dörperlied: Hier wird untersucht, wie Neidhart klassische höfische Figuren und Motive auf die bäuerliche Bevölkerung überträgt und dabei parodistische Effekte erzielt.

4. Fazit: An wen richtete Neidhart seine Dörperlieder und mit welcher Intention?: Das abschließende Kapitel diskutiert die Rezeptionsabsichten Neidharts und die wissenschaftliche Debatte um die Funktion dieser Gattung als höfische Unterhaltung oder Gesellschaftskritik.

Schlüsselwörter

Neidhart von Reuental, Dörperlied, Minnesang, Höfische Literatur, Mittelalter, Sommerlied, Winterlied, Natureingang, Parodie, Dörper, Erotische Motive, Literaturwissenschaft, Bauerndichtung, Spiegelraub, Minne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und den Charakteristika der „Dörperlieder“ von Neidhart von Reuental und deren Verhältnis zum klassischen Minnesang.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Strukturmerkmale der Lieder, die Darstellung der Bauern als Antagonisten sowie die Parodierung höfischer Konventionen und erotischer Symbole.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, ob Neidharts Gattung primär als Parodie auf den Minnesang konzipiert war und für welches Publikum die Stücke gedacht waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Textbestand der Lieder im Kontext zeitgenössischer Forschungsliteratur untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Natureingängen, die Analyse von Sommer- und Winterliedern sowie die Dekonstruktion klassischer Motive im Dörpermilieu.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Neidhart, Dörperlied, Minnesang, Parodie, höfische Welt, bäuerliche Lebenswelt und literarische Innovation.

Inwiefern parodiert Neidhart den Minnesang?

Er übernimmt höfisches Vokabular wie „vrouwe“ oder „Minnedienst“ und wendet es auf einfache bäuerliche Verhältnisse an, was zu einer ironischen Brechung führt.

Wie unterscheidet sich die Rolle des „Dörpers“ im Winterlied?

Während die Dorfmädchen in Sommerliedern noch idealisiert werden, erscheinen in den Winterliedern die Bauernburschen als dreiste Rivalen, die den ritterlichen Sänger aus seiner Position verdrängen.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Neidharts Dörperlieder
Untertitel
Absage an den Minnesang oder nur eine Parodie?
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,7
Autor
M.A. Wladimir Danilow (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V175951
ISBN (eBook)
9783640971282
ISBN (Buch)
9783640972500
Sprache
Deutsch
Schlagworte
minnesang bauern dorf frau hof liebe lied
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Wladimir Danilow (Autor:in), 2011, Neidharts Dörperlieder, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/175951
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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