1796 entwarf Friedrich Gilly für den achteckigen Leipziger Platz in Berlin einen monumentalen Tempelbau, der als Denkmal Friedrich dem Großen gewidmet werden sollte. Gilly wählte einen Ort, der sowohl für die Politik Preußens als auch für die Präsentation der königlichen Macht von Bedeutung war. Der Leipziger Platz wurde angelegt, als die Friedrichstadt 1732-34 nach Süden und Westen erweitert wurde. Er war zwar ein beliebter Treffpunkt für das Volk, blieb vom hektischen Geschäftreiben jedoch unberührt. Als Ort für das Friedrichdenkmal schien der Leipziger Platz insofern ideal, als dass er durch das Potsdamer Tor, seine Abgrenzung nach Westen, direkt nach Potsdam, dem zweiten Regierungssitz des geehrten Königs führte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Historischer Kontext und Entstehungsgeschichte
1.2 Biografie Friedrich Gillys
2. Analyse des Denkmalentwurfs
2.1 Formensprache und antike Vorbilder
2.2 Symbolik und politische Dimension
2.3 Ägyptische Einflüsse und Stufengestaltung
3. Rezeption und Ausblick
3.1 Architekturgeschichtliche Bedeutung
3.2 Heutiger Verbleib des Entwurfs
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den von Friedrich Gilly entworfenen, monumentalen Denkmalentwurf für Friedrich den Großen, wobei insbesondere die architektonische Symbolik und die Einbettung in den zeithistorischen Kontext Preußens im Fokus stehen.
- Analyse des Standorts am Leipziger Platz in Berlin
- Untersuchung der Verbindung zwischen antik-griechischer Formensprache und ägyptischen Elementen
- Interpretation der politischen Ikonografie des Denkmals
- Darstellung der künstlerischen Biografie von Friedrich Gilly
- Bewertung der architekturgeschichtlichen Bedeutung des Entwurfs
Auszug aus dem Buch
Das Denkmal für Friedrich den Großen von Friedrich Gilly
1796 entwarf Friedrich Gilly für den achteckigen Leipziger Platz in Berlin einen monumentalen Tempelbau, der als Denkmal Friedrich dem Großen gewidmet werden sollte. Gilly wählte einen Ort, der sowohl für die Politik Preußens auch für die Präsentation der königlichen Macht von Bedeutung war. Der Leipziger Platz wurde angelegt, als die Friedrichstadt 1732-34 nach Süden und Westen erweitert wurde. Er war zwar ein beliebter Treffpunkt für das Volk, blieb vom hektischen Geschäftsfreiben jedoch unberührt. Als Ort für das Friedrichdenkmal schien der Leipziger Platz insofern ideal, als dass er durch das Potsdamer Tor, seine Abgrenzung nach Westen, direkt nach Potsdam, dem zweiten Regierungssitz des geehrten Königs führte. Von Vorteil war auch, dass es keine hohen Gebäude in der Nähe gab, sodass die monumentale Wirkung des geplanten Baus nicht beeinträchtigt werden würde.
Entstanden ist das Bild des Denkmals erst nach dem Tod Friedrichs II., da dieser Zeit seines Lebens ein Denkmal ihm zu Ehren abgelehnt hatte. Nach einigen gescheiterten Versuchen, auf Initiative der Akademie der Wissenschaften einen Wettbewerb für ein architektonisches Denkmal für Friedrich den Großen durchzusetzen und letztendlich auszuführen, beauftrage König Friedrich Wilhelm II. 1796 selbst die Akademie den Denkmalplan neu aufzurollen. So wurde eine Konkurrenz für einen Tempel mit einem Standbild Friedrichs II. ausgeschrieben, der an der Oper Unter den Linden errichtet werden sollte. Diesem Aufruf folgend, reichten einige bedeutende Architekten der Akademie ihre Entwürfe ein, darunter Friedrich Gilly.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die historischen Hintergründe der Wettbewerbsausschreibung sowie die biografischen Eckdaten des Architekten Friedrich Gilly.
2. Analyse des Denkmalentwurfs: Untersucht die architektonische Komposition, die symbolische Bedeutung der ägyptischen und griechischen Elemente sowie die politische Intention des Bauwerks.
3. Rezeption und Ausblick: Erörtert das Scheitern der Umsetzung des Entwurfs und dokumentiert den heutigen Aufbewahrungsort des historischen Dokuments.
Schlüsselwörter
Friedrich Gilly, Friedrich der Große, Preußen, Denkmal, Klassizismus, Leipziger Platz, Architektur, Tempelbau, Symbolik, Friedrich Wilhelm II., Kunstgeschichte, Berlin, Monumentalbau, Ägyptische Architektur, Staatsmuseen zu Berlin.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den architektonischen Denkmalentwurf von Friedrich Gilly für Friedrich den Großen aus dem Jahr 1796.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Architekturgeschichte, preußische Kulturpolitik im 18. Jahrhundert sowie die Ikonografie von Denkmälern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die symbolische und politische Bedeutung von Gillys Entwurf im Kontext seiner Zeit zu entschlüsseln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-analytische Untersuchung, die Architekturkritik mit kunsthistorischer Kontextualisierung verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der formalen Analyse, der antiken und ägyptischen Formensprache sowie der Deutung des Tempelbaus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Gilly, Preußen, Klassizismus, Denkmalentwurf und architektonische Symbolik definieren.
Warum wurde der Leipziger Platz als Standort gewählt?
Der Platz bot durch seine Weitläufigkeit und die direkte Sichtachse nach Potsdam eine ideale, monumentale Wirkung für ein Staatsdenkmal.
Welche Rolle spielten ägyptische Elemente im Entwurf?
Die ägyptischen Elemente, wie Stufenpyramiden und Obelisken, sollten Macht, Ewigkeit und die absolute Herrschaft Friedrichs II. unterstreichen.
Warum kam es nie zur Umsetzung des Projekts?
Finanzielle Schwierigkeiten nach dem Tod von Friedrich Wilhelm II. führten zur Einstellung des Projekts zugunsten kostengünstigerer Alternativen.
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- Anne-Kathleen Tillack (Author), 2004, Das Denkmal für Friedrich den Großen von Friedrich Gilly, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/175573