Wenn man an der Universität Gießen auf Lehramt studieren will, beinhaltet das Studium neben den zwei selbst gewählten Fächern ebenso einen Bereich, welcher „Grundwissenschaften“ genannt wird. Zu diesem Fachbereich gehört laut Studienführer die Erziehungswissenschaft, die Politikwissenschaft, die Psychologie und zu guter Letzt die Soziologie. Hier stellte sich mir nun die Frage, warum man die Soziologie zu den Grundwissenschaften zählt.
Inhaltsverzeichnis
1. Warum ist die Soziologie eine Grundwissenschaft?
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz der Soziologie als Grundwissenschaft im Lehramtsstudium und analysiert, inwieweit soziologische Schlüsselbegriffe das Verständnis für schulische Prozesse und das Lehrerhandeln schärfen können.
- Definition der Soziologie als Wissenschaft
- Analyse der fünf soziologischen Schlüsselbegriffe
- Anwendung soziologischer Konzepte auf den Schulalltag
- Reflektion des Lehrerhandelns durch soziologische Erkenntnisse
- Begründung der Soziologie als obligatorischer Bestandteil der Grundwissenschaften
Auszug aus dem Buch
Warum ist die Soziologie eine Grundwissenschaft?
Laut Joas (2007) ist die Soziologie eine Gesellschaftswissenschaft, welche die vielen verschiedenen sozialen Beziehungen (zum Beispiel Freundschaften zwischen Schülerinnen und Schülern) und soziales Handeln zwischen Menschen untersucht. Soziologie kann man also auch als „Menschenwissenschaft“ bezeichnen. Eine Gesellschaft stellt ein Netz von sozialen Beziehungen dar, welches sich permanent durch sozialen Wandel verändern kann. Durch folgende fünf wichtige Begriffe wird diese Wissenschaft bestimmt: „Sozialstruktur“, „soziales Handeln“, „Kultur“, „Macht“ und „funktionale Integration“.
Die „Sozialstruktur“ benennt „ein Muster von Beziehungen, Positionen und Mengen von Individuen“ (Joas 2007). Hier sind Beziehungen gemeint, welche entstehen, wenn Menschen interagieren. Im Unterricht gibt es „Lehrer-Schüler-Interaktion“ (L-S-I) und „Schüler-Schüler-Interaktion“ (S-S-I). L-S-I findet zum Beispiel bei der Unterrichtsform des Plenums statt, in welchem Lehrer und Schüler miteinander ins Gespräch kommen und S-S-I kann in Form einer Gruppenarbeit erfolgen. Positionen, die man in einem sozialen Netzwerk einnimmt, werden von einem sozialen Status zugewiesen und beschrieben. Diese Positionen sind mit Rollen verbunden. Jeder Besucher einer Schule hat eine bestimmte Position/sozialen Status inne. Kinder und Jugendliche sind die Schüler und Erwachsene sind die Lehrer (die Bezeichnungen „Lehrer“ und „Schüler“ gelten für beide Geschlechter) oder sie sind andere Autoritäten, die an einer Schule vertreten sind (beispielsweise Sozialarbeiter und Hausmeister). Im Gegensatz zu einer Position wird eine Rolle gespielt. Sie beschreibt, wie man in einer Position „denken und handeln“ (Weymann 2007) soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Warum ist die Soziologie eine Grundwissenschaft?: Dieses Kapitel führt in die Fragestellung ein, begründet die Einordnung der Soziologie in das Lehramtsstudium und erläutert fünf zentrale Schlüsselbegriffe zur Analyse der sozialen Struktur innerhalb des schulischen Kontextes.
Schlüsselwörter
Soziologie, Grundwissenschaft, Lehramtsstudium, Sozialstruktur, Soziales Handeln, Kultur, Macht, Funktionale Integration, Lehrerhandeln, Schule, Soziale Beziehungen, Institution Schule, Soziale Rolle, Sozialer Status, Gesellschaftswissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung soziologischer Fachkenntnisse für das Lehramtsstudium und begründet, warum die Soziologie zu den sogenannten Grundwissenschaften an der Universität zählt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Definition soziologischer Grundbegriffe wie Sozialstruktur, soziales Handeln, Kultur, Macht und funktionale Integration sowie deren praktische Übertragung auf den schulischen Alltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist es, die Berechtigung der Soziologie als Grundwissenschaft durch die Analyse konkreter Anwendungsbeispiele im Lehrerhandeln und in schulischen Strukturen nachzuweisen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer Standardwerke (insbesondere Joas 2007) und verknüpft diese Erkenntnisse mit empirischen Beobachtungen aus dem Kontext Schule.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Erläuterung der fünf zentralen Schlüsselbegriffe der Soziologie, wobei für jeden Begriff ein direkter Bezug zur Interaktion zwischen Lehrern und Schülern hergestellt wird.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Kernbegriff der Soziologie als Grundwissenschaft prägen Begriffe wie soziale Interaktion, Institution Schule, Machtverhältnisse und funktionale Integration die argumentative Struktur der Ausarbeitung.
Wie unterscheidet sich in dieser Analyse eine „Position“ von einer „Rolle“?
Eine Position beschreibt den sozialen Status, den eine Person einnimmt (z. B. Lehrer oder Schüler), während die Rolle das spezifische Verhalten beschreibt, wie man in dieser Position „denken und handeln“ soll.
Wie lässt sich „funktionale Integration“ auf das Kollegium an einer Schule anwenden?
Die Arbeit erläutert dies am Beispiel der Zusammenarbeit von Lehrkräften und Personal wie Hausmeistern, die in ihrer unterschiedlichen Funktion voneinander abhängig sind, um den Schulbetrieb als Gesamtsystem aufrechtzuerhalten.
- Quote paper
- Antonia Zentgraf (Author), 2010, Warum ist die Soziologie eine Grundwissenschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/175369