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Hooligangewalt im Kontext des Kulturphänomens Fußball

Titel: Hooligangewalt im Kontext des Kulturphänomens Fußball

Facharbeit (Schule) , 2010 , 19 Seiten , Note: 1

Autor:in: Simon Schnürch (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Erörterungen und Aufsätze

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Phänomen des Hooliganismus existiert im deutschen Fußball ungefähr seit den 1970er-Jahren. Großes öffentliches Aufsehen erregte es allerdings erst später, etwa mit Ausschreitungen im Jahr 1985 in Brüssel. Bei dem Europapokal-Endspiel zwischen dem FC Liverpool und Juventus Turin kamen dort 39 Menschen ums Leben, 400 wurden schwer verletzt. Der vielleicht prominenteste Fall von Hooligangewalt ereignete sich 1998 bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich: Der französische Polizist Daniel Nivel wurde von deutschen Hooligans niedergestreckt und am Boden liegend weiterhin getreten und geschlagen. Er trug massive, bleibende Gesundheitsschäden davon; die beteiligten Hooligans wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Angesichts solcher Gewaltexzesse und angesichts der Einstellung, die Hooligans offenbar dazu haben, drängen sich zahlreiche Fragen auf: Was ist der Grund für die Existenz einer Subkultur, die sich anscheinend ausschließlich zum Zweck der Gewaltausübung gebildet hat? Wieso eskaliert die Situation dabei nur allzu häufig? Haben Hooligans Spaß an stumpfer Gewalt, Spaß daran, andere Menschen schwer zu verletzen oder gibt es differenzierte Gründe für ihr Verhalten?
Um diese Fragen zu beantworten, ist es unumgänglich, sich genauer mit den Hooligans auseinanderzusetzen, indem man die Zusammensetzung ihrer Subkultur untersucht und gleichzeitig mit besonderem Augenmerk auf der Hooligangruppe nach den Ursachen der Gewalt forscht.
Dies ist der Gegenstand der vorliegenden Arbeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1. Fragestellung der Arbeit

1.2 Konzept der Arbeit

2 Begriffsdefinitionen

2.1 Gewalt

2.2 Subkultur

2.3 Hooligan

3 Charakterisierung der Hooligans als Gruppe und als Subkultur

3.1 Erscheinungsbild

3.2 Zusammensetzung der Subkultur

3.3 Die Gruppe: Organisation, Hierarchie und Ideale

4 Motivation für Hooliganismus

4.1 Fußball als mobilisierendes Ereignis: Die Entwertungsthese

4.2 Die Rolle der Gruppe: Gewalt als Mittel zur Identitätsbildung

4.3 Die Rolle der Gewalt: Weiterführende Ursachenforschung

4.3.1 Fortbestehen traditioneller Männlichkeitsnormen

4.3.2 Die Suche nach dem „Kick“

4.3.3 Die Wechselbeziehung von Sportler- und Zuschauergewalt

4.3.4 Stigmatisierung und übermäßig starke repressive Maßnahmen gegenüber Fans seitens Verein und Polizei

5 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Hooliganismus im deutschen Fußball mit dem Ziel, die Ursachen für die Entstehung und den Fortbestand dieser gewalttätigen Subkultur zu ergründen. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, inwiefern Hooligan-Gewalt eine subjektiv sinnhafte Handlung darstellt, die der Identitätsstiftung und der Kompensation gesellschaftlicher Defizite dient, anstatt lediglich als rein kriminelles Verhalten betrachtet zu werden.

  • Strukturelle Analyse der Hooligan-Subkultur und deren Gruppenhierarchien.
  • Untersuchung der psychologischen Motive wie Identitätsbildung und Gewalt als „Kick“.
  • Analyse des Einflusses traditioneller Männlichkeitsnormen auf die Gewaltbereitschaft.
  • Wechselbeziehungen zwischen professioneller Sportlergewalt und Zuschauergewalt.
  • Bewertung polizeilicher und vereinsseitiger Repressionsmaßnahmen und deren Auswirkungen.

Auszug aus dem Buch

4.3.2 Die Suche nach dem „Kick“

„Wenn du natürlich jetzt mit so 'nem Übermob antobst und dann eben alles niedermachst, also das schönste Gefühl ist das eigentlich. Dann fliegen vielleicht 'n paar Flaschen oder Steine. Und dann rennt der andere Mob und dann jagst du die anderen durch die Gegend. Also siebenter Himmel. Das würdest du mit keiner Frau schaffen oder mit keiner Droge. Dieses Gefühl, das ist schön.“

Man könnte die Gewalt der Hooligans mit einer Droge vergleichen oder – was ihrer eigenen Klassifikation für ihre Schlägereien näher kommt – mit einer Extremsportart. Der Alltag vieler Hooligans ist „zivilisations- und gesellschaftsbedingt erlebnis-, spannungs- und abenteuerarm[]“; dies versuchen sie durch Stimulation mit intensiven Risiko-, Spannungs-, Schmerz-, Gemeinschafts- und Überlegenheitsereignissen, wie sie in Schlägereien vorkommen, zu kompensieren. Dabei sind Verletzungen natürlich unvermeidbar, doch ausdrücklich nicht das Handlungsziel, sondern nur eine unumgängliche Bedingung und führen laut den Hooligans, psychisch gesehen, zu einem „guten Gefühl“. Man bezeichnet dieses auch als „Flow“ oder „Kick“. Wenn die Hooligans diesen Kick erleben, verschmelzen Handlung und Bewusstsein, sie zentrieren ihre Aufmerksamkeit auf ein beschränktes Feld von Reizen und verlieren dabei ihr Selbst – dies hängt auch damit zusammen, dass sie als Individuum im Kollektiv Hooliganmob untergehen. Wie viele Drogen verleiht auch die Gewalt ihnen ein Machtgefühl, das Gefühl, die Situation unter Kontrolle zu haben. Ihr Handeln ist somit autotelisch, das heißt: der Kampf, die Gewalt wird zum Ziel; sie hat an sich keinen Sinn, sondern ist Selbstzweck. Dieser „Kick“ ist einer der Gründe, weshalb Hooligans ihr Tun subjektiv sinnvoll erscheint.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert die Fan-Kategorien (A, B, C) und führt in die Problematik des Hooliganismus seit den 1970er-Jahren ein.

2 Begriffsdefinitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Gewalt, Subkultur und Hooliganismus theoretisch fundiert und für die Arbeit eingegrenzt.

3 Charakterisierung der Hooligans als Gruppe und Subkultur: Dieses Kapitel beleuchtet das unauffällige Erscheinungsbild, die soziale Herkunft und die hierarchischen Strukturen innerhalb einer Hooligan-„Firm“.

4 Motivation für Hooliganismus: Das Hauptkapitel analysiert die psychologischen und sozialen Motive, darunter Identitätsbildung, Männlichkeitsnormen, den „Kick“ der Gewalt sowie die Rolle von Repressionsmaßnahmen.

5 Resümee: Das Fazit stellt fest, dass Hooliganismus keine rein kriminelle Erscheinung ist, sondern komplexe, subjektiv sinnhafte Hintergründe besitzt, die durch gesellschaftliche Entwicklungen mitgeprägt werden.

Schlüsselwörter

Hooliganismus, Fußball, Gewalt, Subkultur, Identitätsbildung, Männlichkeitsnormen, Fan-Kategorien, Gruppendynamik, Repression, Polizei, Drittorte, Kick, Entwertungsthese, Fußballfans, Ausschreitungen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Hooliganismus im Kontext des Fußballs, um zu verstehen, warum diese Subkultur entsteht und warum Gewalt für ihre Akteure attraktiv ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Gruppenorganisation, psychologische Motivationsfaktoren, den Einfluss von Männlichkeitsidealen und die Wirkung polizeilicher Kontrollmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Hooligan-Gewalt nicht nur als stumpfes Verbrechen zu klassifizieren, sondern die dahinterliegenden, für die Akteure subjektiv sinnhaften Gründe zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literatur- und Theorieanalyse soziologischer und psychologischer Ansätze zur Gruppenidentität und Gewalt.

Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Subkultur, die Rolle von Fußballereignissen als Auslöser, die Bedeutung von Gewalt für die Identität und die Auswirkungen der Kommerzialisierung des Fußballs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Hooliganismus, Identitätsbildung, Gruppendynamik, Gewalt, Subkultur und Entwertungsthese.

Wie unterscheidet sich die Gewalt von Spielern von der Gewalt der Hooligans?

Die Arbeit weist auf eine Doppelmoral hin: Während instrumentelle Gewalt auf dem Spielfeld oft glorifiziert oder als „faires Foul“ akzeptiert wird, wird die Gewalt auf den Rängen pauschal als fußballfremd abgelehnt.

Welche Rolle spielt der sogenannte „Ehrenkodex“ der Hooligans heute noch?

Der Kodex, der unter anderem Gewalt gegen Unbeteiligte oder Waffenverbot vorsah, wird von der Arbeit als Mythos entlarvt, da die Realität der Gewalt heute deutlich brutaler und entgrenzter ist.

Warum führen polizeiliche Repressionsmaßnahmen laut der Arbeit oft zu Eskalationen?

Pauschale Verbote und übermäßig starke Präsenz setzen aggressive Reize und führen lediglich zur Verlagerung der Gewalt an „Drittorte“ abseits der offiziellen Beobachtung.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hooligangewalt im Kontext des Kulturphänomens Fußball
Hochschule
Rhön Gymnasium, Bad Neustadt a. d. Saale
Note
1
Autor
Simon Schnürch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V175318
ISBN (eBook)
9783640964291
ISBN (Buch)
9783640964796
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hooligan Gewalt Fußball Hooligans Hooligangewalt Sport und Kultur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Simon Schnürch (Autor:in), 2010, Hooligangewalt im Kontext des Kulturphänomens Fußball, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/175318
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Leseprobe aus  19  Seiten
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