Noch nie bediente sich ein Kandidat erfolgreich am Medium Internet – Außer Barack Obama. Er nutze das Internet als Instrument erfolgreicher politischer Kommunikation, Mobilisierung und Partizipation. Obamas Online-Strategie wurde als Inspirationsquelle und Vorbild erhoben. Auch in Deutschland sollte der Onlinewahlkampf die Bürger zur Wahl mobilisieren. Wie genau hat die US-Präsidentschaftswahl 2008 die politische Kommunikation im Bundestagswahlkampf 2009 tatsächlich verändert? Wie effektiv waren die Online-Strategien in Deutschland
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Obama-Strategie: Mobilisierung und Partizipation
3. Die Umsetzung in Deutschland: Von Informationen zu Mobilisierung
3.1 Digitale Parteikommunikation
3.2 Herausforderungen bei Datenschutz und Dialogkultur
3.3 Bottom-up vs. Top-down: Organisatorische Unterschiede
4. Fundraising im digitalen Zeitalter
5. Soziale Netzwerke und die Rolle der Wähler
6. Videoplattformen und kreative Online-Kampagnen
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Effektivität des Onlinewahlkampfes bei der Bundestagswahl 2009 in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung des US-Präsidentschaftswahlkampfes 2008 von Barack Obama als Referenzmodell. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, inwieweit US-amerikanische Online-Strategien die deutsche politische Kommunikation transformiert haben und wo die Grenzen bei der Mobilisierung der Wählerschaft lagen.
- Vergleich der digitalen Mobilisierungsstrategien (Bottom-up vs. Top-down).
- Analyse der Akzeptanz und Nutzung digitaler Fundraising-Methoden.
- Evaluation des Kommunikationsstils in sozialen Netzwerken und auf Videoplattformen.
- Bewertung der dialogischen Interaktion zwischen Parteien und Bürgern.
- Identifikation struktureller Hindernisse in der deutschen Online-Politik.
Auszug aus dem Buch
Die Umsetzung in Deutschland: Von Informationen zu Mobilisierung
Deutschland folgte dem Trend und investierte erstmals erhebliche Summen in den Online-Wahlkampf. Die Idee war das Online-Portal von einem Informationsportal zu einem Mobilisierungsportal weiterzuentwickeln. Union, SPD, FDP, Grüne und die Linke schufen Internetauftritte, in der politisch Interessierte beispielsweise in einem sozialen Netzwerk Mitglied werden konnten, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, Blogs zu schreiben und zum Beispiel Plakate zu spenden oder per Email einen Newsletter zu abonnieren. Am erfolgreichsten schnitt hier die FDP unter der Adresse www.mitmachenfdp.de mit rund 45 300 registrierten Mitgliedern ab. Mitglieder fanden hier alle Werbemittel, Argumentationshilfen, Flugblattvordrucke, TV- und Hörfunk-Spots und diverse Möglichkeiten für die Kampagne in Aktion zu treten.
Dennoch blieben die Bemühungen für eine Mobilisierung und Unterstützung ernüchternd. Die technischen Voraussetzungen für einen Dialog mit den Wählern wurde zwar geschaffen, jedoch daraufhin verweigert. Die Parteien waren nicht bereit Kontrolle abzugeben, denn deutsche Portale ließen echte Debatten über Programme und Inhalte nicht zu. Man befürchtete Ergebnisse, die nicht in das Konzept und in die Strategie passen könnten. Die Kanäle waren zwar neu, die Inhalte jedoch alt. Man kommunizierte über Dinge, die mit der Pressestelle abgesprochen waren. Sogar Blogeinträge hatten den Stil einer Pressemitteilung. Außerdem ist es in Deutschland aufgrund der Datenschutzgesetzgebung kaum möglich persönliche Daten zu nutzen, um Wahlberechtigte zu mobilisieren. Zahlreiche Möglichkeiten zur Wählermobilisierung blieben ungenutzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der digitalen Wahlkampfstrategien und Darlegung der Forschungsfragen.
2. Die Obama-Strategie: Mobilisierung und Partizipation: Analyse der US-amerikanischen Online-Kampagne 2008 als Vorbild für moderne politische Mobilisierung.
3. Die Umsetzung in Deutschland: Von Informationen zu Mobilisierung: Untersuchung der deutschen Parteienlandschaft bei der Anwendung digitaler Kanäle und der auftretenden Hürden.
4. Fundraising im digitalen Zeitalter: Vergleich der Spendenbereitschaft und der finanziellen Strukturen zwischen den USA und Deutschland.
5. Soziale Netzwerke und die Rolle der Wähler: Erörterung der Interaktionsformen in Netzwerken wie Facebook und deren Wirksamkeit.
6. Videoplattformen und kreative Online-Kampagnen: Bewertung des Medieneinsatzes von YouTube und der Qualität politischer Videobeiträge.
7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der deutschen Online-Wahlkampf-Effektivität und Potenziale für die Zukunft.
Schlüsselwörter
Onlinewahlkampf, Bundestagswahl 2009, Barack Obama, politische Kommunikation, Mobilisierung, Partizipation, digitale Demokratie, Bottom-up, Fundraising, soziale Netzwerke, Internetstrategie, Wählerdialog, politische Strategie, Internetpolitik, Online-Plattformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Effektivität und Implementierung von Online-Wahlkampfstrategien im Kontext der Bundestagswahl 2009 in Deutschland, basierend auf dem Vergleich zum US-Wahlkampf 2008.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der digitalen Mobilisierung, dem Fundraising, der Nutzung sozialer Medien und Videoplattformen sowie den strukturellen Unterschieden der Kampagnenführung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, warum die Übertragung der erfolgreichen Obama-Strategie auf den deutschen Bundestagswahlkampf nur begrenzt erfolgreich war.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse (komparative Methode) politischer Kommunikationsstrategien unter Nutzung kommunikationswissenschaftlicher Erkenntnisse.
Was behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Web-Auftritte der Parteien, der Fundraising-Erfolge, der Nutzung von Social Media und der Qualität sowie des Stils der erstellten Videoinhalte.
Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Onlinewahlkampf, politische Kommunikation, Mobilisierung, Bottom-up, Fundraising und digitale Demokratie.
Warum blieb die Mobilisierung in Deutschland hinter den Erwartungen zurück?
Laut Autorin verweigerten die deutschen Parteien den echten Dialog, behielten die Kontrolle über alle Inhalte und scheiterten daran, das "Bottom-up"-Prinzip authentisch umzusetzen.
Welche Rolle spielten die gesetzlichen Rahmenbedingungen?
Die Datenschutzgesetzgebung in Deutschland erschwerte die personalisierte Wählermobilisierung im Vergleich zur US-amerikanischen Praxis signifikant.
Wie unterscheidet sich das Fundraising?
In den USA basierte Obamas Kampagne auf Kleinstspenden via Internet, während deutsche Parteien primär durch Staatsgelder und Mitgliedsbeiträge finanziert werden und eine Skepsis gegenüber Online-Zahlungen besteht.
Was ist die Kernempfehlung der Autorin?
Die Autorin empfiehlt deutschen Politikern, den sachlich-formellen Kommunikationsstil abzulegen und Verantwortung in Form einer offeneren, dialogorientierten Kommunikation abzugeben.
- Quote paper
- B. G. (Author), 2011, Wie effektiv war der Onlinewahlkampf 2009 in Deutschland im Vergleich zum amerikanischen Wahlkampf 2008?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/175309