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Ukrainisch kontra Russisch

Die Sprachsituation in der Ukraine

Titel: Ukrainisch kontra Russisch

Diplomarbeit , 2011 , 83 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Karoline Pemwieser (Autor:in)

Russistik / Slavistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit der aktuellen Sprachsituation in der Ukraine. Während die Amtssprache das Ukrainische ist, ist auch das Russische als Mutter- und Gebrauchssprache in der Ukraine weit verbreitet. Dies erklärt sich dadurch, dass einerseits viele ethnische Russen im Land leben und andererseits das Russische auch für viele Ukrainer die Muttersprache ist. Die geschichtliche Entwicklung ist ausschlaggebend für die heutige Sprachsituation. Das Land war über die Jahrhunderte in verschiedene Herrschaftsbereiche aufgeteilt – während die östlichen und südlichen Gebiete früh zu Russland kamen, befanden sich die westlichen lange unter dem Einflussbereich von Polen und Österreich. Untersucht wird auch das Verhältnis der Ukraine zu Russland und dessen historische Hintergründe. Ein weiteres Thema ist der Sprachgebrauch in verschiedenen Bereichen, wie den Massenmedien und dem Bildungswesen. Weiters werden die Sprachen Ukrainisch und Russisch auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht. Die Arbeit widmet sich auch dem Sprachkontakt und den sprachlichen Mischformen zwischen dem Ukrainischen und dem Russischen – insbesondere dem sogenannten Suržyk, eine vor allem mündlich verwendete Mischsprache. Da der Großteil der Bewohner der Ukraine sowohl Ukrainisch als auch Russisch verstehen, ist die Sprachenfrage für die meisten weniger relevant. Schließlich werden noch verschiedene Regionen hinsichtlich ihrer heutigen Sprachsituation vorgestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Geschichte der Ukraine im Überblick

2.1 Die Geschichte der Ukraine

2.2 Sprachliche Entwicklung

2.3 Ergebnisse der Volkszählung 2001

3 Politische Situation – Verhältnis Ukraine-Russland

3.1 Politische Situation

3.2 Verhältnis zu Russland

3.3 Regionale Politik

3.4 Sprachprestige

3.5 Religion

3.6 Bildungspolitik

4 Sprachvergleich – Sprachkontakt – Suržyk

4.1 Vergleich Ukrainisch – Russisch

4.1.1 Alphabet

4.1.2 Phonetik, Phonologie, Morphologie

4.1.3 Syntax

4.1.4 Lexik

4.2 Suržyk

4.2.1 Etymologie

4.2.2 Entwicklung

4.2.3 Definition, Einteilung

4.2.4 Suržyk in den Medien und in der Literatur

4.2.5 Beispiel für zeitgenössischen Suržyk

5 Medien in der Ukraine

5.1 Printmedien

5.2 Rundfunk

5.2.1 Fernsehsender

5.2.2 Radiosender

5.3 Werbesprache

6 Sprachsituation in den Regionen

6.1 Stadt Kiev und Zentralukraine

6.2 Halbinsel Krim

6.3 L’viv

6.4 Odesa

6.5 Ostukraine

6.6 Transkarpatien

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Sprachsituation in der Ukraine, die durch historische Entwicklungen, eine gespaltene politische Ausrichtung und den engen Kontakt zwischen den beiden dominierenden ostslawischen Sprachen Ukrainisch und Russisch geprägt ist. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Entstehung und Rolle der Mischsprache Suržyk sowie der regional unterschiedlichen Verbreitung der beiden Sprachen.

  • Historische Entwicklung der Sprachsituation in der Ukraine
  • Politisches Spannungsfeld zwischen Ukraine und Russland
  • Linguistischer Vergleich zwischen Ukrainisch und Russisch
  • Charakterisierung und Verbreitung der Mischsprache Suržyk
  • Analyse der sprachlichen Situation in verschiedenen ukrainischen Regionen

Auszug aus dem Buch

4.2.4 Suržyk in den Medien und in der Literatur

Während der Sowjetzeit war die öffentliche Verwendung des Suržyk tabuisiert und somit auch in den Medien nicht vertreten. Die einzige Ausnahme stellte in den 60er und 70er Jahren das Komikerduo Tarapun’ka i Štepsel’ dar. Die beiden Figuren wurden von den Schauspielern Jurij Tymošenko und Efim Berezin verkörpert, die sogar als Volkskünstler der UdSSR ausgezeichnet. Scheer und Serdyuk schreiben hierzu (2007, 33):

Der Klügere der beiden Figuren sprach Hochrussisch, während das Dummerchen ein fürchterliches Mischmasch aus Russisch und Ukrainisch von sich gab. Das Duo wurde geduldet, nicht nur, weil es für das Regime ein willkommenes Modell des ukrainisch-russischen Verhältnisses verkörperte, sondern weil es schlicht und einfach zum „totlachen“ war.

Das Duo kam der sowjetischen Führung also durchaus nicht ungelegen – es betonte das höhere Prestige der russischen Sprache und Kultur und das Klischee von der „Bauernsprache“ Ukrainisch, die dem Russischen jedenfalls unterlegen war. Jede Mischung der beiden Sprachen wurde als „Verunreinigung“ betrachtet, die nur ungebildete Menschen benutzten. Wollte man eine gewisse soziale Stellung erreichen, musste man jedenfalls „reines“ Russisch sprechen.

Während der Sowjetzeit schrieben die Satiriker Pavlo Hlazovyj (1922-2004) und Ostap Vyšnja (1889-1956) ebenfalls in Suržyk – die Mischsprache war also durchaus (wenn auch in eher geringem Ausmaß) in der Literatur vertreten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische und sprachliche Relevanz der Ukraine ein und definiert die Forschungsziele sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.

2 Die Geschichte der Ukraine im Überblick: Ein Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Landes, die für das Verständnis der heutigen ethnischen und sprachlichen Verteilung essenziell ist.

3 Politische Situation – Verhältnis Ukraine-Russland: Analyse der politischen Geschehnisse seit der Unabhängigkeit, ihrer Auswirkungen auf das russisch-ukrainische Verhältnis sowie Aspekte von Religion und Bildungspolitik.

4 Sprachvergleich – Sprachkontakt – Suržyk: Linguistischer Vergleich der ostslawischen Sprachen und detaillierte Untersuchung der entstandenen Mischsprache Suržyk hinsichtlich ihrer Formen und Rollen.

5 Medien in der Ukraine: Untersuchung der ukrainischen Medienlandschaft und der Rolle der beiden konkurrierenden Sprachen in Massenmedien und Werbung.

6 Sprachsituation in den Regionen: Detaillierte Darstellung der sprachlichen Lage in ausgewählten Gebieten, um das regionale Ost-West-Gefälle zu verdeutlichen.

Schlüsselwörter

Ukraine, Russland, Ukrainisch, Russische Sprache, Suržyk, Sprachkontakt, Sprachsituation, Identität, Zweisprachigkeit, Bildungspolitik, Medienlandschaft, Ost-West-Gefälle, Krim, Zentralukraine, Politische Entwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit thematisiert die Sprachsituation in der Ukraine und beleuchtet das Spannungsverhältnis zwischen der ukrainischen und der russischen Sprache unter Berücksichtigung historischer und politischer Faktoren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Region, die politischen Beziehungen zu Russland, ein linguistischer Sprachvergleich, die Analyse der Mischsprache Suržyk sowie die Sprachsituation in spezifischen Regionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Komplexität der Sprachsituation im Land zu durchleuchten und aufzuzeigen, wie historische, politische und regionale Faktoren das heutige Sprachbild und die Dynamiken zwischen Ukrainisch und Russisch beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die Untersuchung offizieller Zensus-Ergebnisse, Medienanalysen sowie qualitative Einblicke durch Fallbeispiele und linguistische Beschreibungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Situation, einen linguistischen Sprachvergleich inklusive Suržyk, eine Analyse der ukrainischen Medienlandschaft sowie eine regionale Differenzierung der sprachlichen Lage.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem mit Begriffen wie Sprachkontakt, nationale Identität, Zweisprachigkeit, Suržyk und dem soziopolitischen Ost-West-Gefälle in der Ukraine charakterisieren.

Welche Rolle spielt die Politik in der Sprachfrage?

Politische Akteure nutzen die Sprachfrage häufig als Instrument, etwa um Wählerstimmen zu gewinnen, indem sie pro-russische oder pro-ukrainische Positionen forcieren und den Status der jeweiligen Sprache in den Vordergrund stellen.

Was ist Suržyk genau?

Suržyk ist eine Mischsprache, die Elemente aus dem Ukrainischen und dem Russischen kombiniert und vor allem im mündlichen Alltag weit verbreitet ist, wobei sie lange Zeit als sozial minderwertig galt.

Warum gibt es in den Regionen so große sprachliche Unterschiede?

Die Unterschiede resultieren aus der ungleichen historischen Zugehörigkeit der Gebiete zu verschiedenen Machtbereichen (z.B. Zarenreich vs. Österreich-Ungarn) sowie unterschiedlichen Industrialisierungs- und Russifizierungsprozessen.

Ende der Leseprobe aus 83 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ukrainisch kontra Russisch
Untertitel
Die Sprachsituation in der Ukraine
Hochschule
Universität Salzburg  (Slawistik)
Note
1,0
Autor
Karoline Pemwieser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
83
Katalognummer
V175110
ISBN (eBook)
9783640959877
ISBN (Buch)
9783640960064
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ukraine ukrainisch russisch Sprachsituation sprachenstreit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karoline Pemwieser (Autor:in), 2011, Ukrainisch kontra Russisch, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/175110
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