Untersucht wird die integrative Funktion von Museen und in diesem speziellen Fall, ob Menschen z.B. häufiger ein Museum besuchen, wenn sie persönlich davon ausgehen, dass sie dadurch soziale Anerkennung erfahren, in Folge dessen integriert werden und dadurch Identität gestiftet wird.
Zunächst wird diese Arbeit einen kurzen Abriss über die verschiedenen Theorien der sozialen Anerkennung und deren Entwicklung geben und das Museum als Bildungsstätte in diesen Zusammenhang einordnen.
Der auf die Umfrage bezogene Teil wird aufzeigen, mit welchen Methoden die Umfrage, die nötig ist, um empirische Belege für die voraus gestellte Theorie zu liefern, umgesetzt wurde.
Zusätzlich erfolgt die Beschreibung der Stichprobe und ein deskriptiver Überblick über die statistisch verwertbaren Ergebnisse.
Im abschließenden Diskussionsteil werden diese Ergebnisse interpretiert, sowie ihre Relevanz und Brauchbarkeit bewertet.
Inhaltsverzeichnis
A) Museen als bedeutender Faktor in der Kulturlandschaft der BRD
B) Theoretische Grundlagen und Klärung der Begriffe
1. Definition des soziologischen Begriffs der sozialen Anerkennung
2. Die integrative Funktion von Museen als Bildungsstätten
C) Methoden und Vorgehen bei der Passantenbefragung
1. Vorgehen bei der Befragung und der Stichprobenziehung
2. Fragebogen-Items und Skalenniveaus
3. Das Vorgehen bei der Datenanalyse und der Datenauswertung
D) Ergebnisse
1. Beschreibung der Stichprobe
2. Ergebnisse in Bezug auf Häufigkeit der Museumsbesuche und sozialer Anerkennung
E) Diskussion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der persönlichen Häufigkeit von Museumsbesuchen und dem Wunsch nach sozialer Anerkennung, um zu prüfen, ob Museen als Bildungsstätten mit integrativem Charakter fungieren, die zur Identitätsstiftung beitragen.
- Empirische Untersuchung der Korrelation von Museumsbesuchen und Anerkennungswerten
- Analyse der integrativen Funktion von Museen als gesellschaftliche Bildungsinstanzen
- Soziologische Einordnung des Begriffs der sozialen Anerkennung
- Explorative Passantenbefragung im Raum Passau
- Evaluation der Bedeutung von Medienberichterstattung für das Museumsinteresse
Auszug aus dem Buch
1. Definition des soziologischen Begriffs der sozialen Anerkennung
Mit dem Begriff der Anerkennung setzten sich schon (Sozial-) Philosophen wie Johann Gottlieb Fichte und Georg Wilhelm Friedrich Hegel auseinander. Auch die Soziologie hat sich relativ früh des Thema angenommen, so sind beispielsweise die Ansätze Emile Durkheims und Ferdinand Tönnies zu erwähnen.
Für eine allgemeine Definition des Begriffs soll hier allerdings auf Richard Münch verwiesen werden, der in seinem Einführungsband „Soziologische Theorie. Band 2: Handlungstheorie“ der Definition Homans folgt, welcher den Begriff der sozialen Schätzung der sozialen Anerkennung gleich setzt. Er bezeichnet diese als „eine eher allgemeine Belohnung […], die einige dem Geld ähnliche Eigenschaften besitzt“. Durch die Schätzung anderer kommt man in eine Position, die in der man wesentlich leichter Unterstützung erfahren kann als ohne sie. Jemandem, der anerkannt wird, stehen dadurch „die Türen weit offen.“ Menschen empfinden soziale Anerkennung als Belohnung und streben deshalb danach, sie zu erhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
A) Museen als bedeutender Faktor in der Kulturlandschaft der BRD: Einführung in die Relevanz von Museen als kulturelle Einrichtungen und Begründung der Relevanz für die empirische Sozialforschung.
B) Theoretische Grundlagen und Klärung der Begriffe: Herleitung soziologischer Definitionen von Anerkennung sowie Einordnung der Museen als Bildungs- und Integrationsinstanzen.
C) Methoden und Vorgehen bei der Passantenbefragung: Erläuterung des Studiendesigns, der Stichprobenauswahl am Weihnachtsmarkt in Passau und der Operationalisierung der Items.
D) Ergebnisse: Präsentation der statistischen Auswertungen bezüglich der Museumsbesuchshäufigkeit und deren Korrelation zu den Anerkennungs-Items.
E) Diskussion: Interpretation der Ergebnisse und kritische Reflexion der Forschungsfrage sowie der methodischen Grenzen der Untersuchung.
Schlüsselwörter
Museumsforschung, soziale Anerkennung, empirische Sozialforschung, Bildungsstätte, Identitätsstiftung, Passantenbefragung, Interaktion, soziale Integration, Museumsbesuche, Wertevermittlung, Kulturlandschaft, Korrelationsanalyse, Bildungsinstanz, Teilhabe, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob es einen statistisch nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Häufigkeit, mit der Menschen Museen besuchen, und dem Bedürfnis nach sozialer Anerkennung gibt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der soziologischen Theorie der Anerkennung, der Funktion von Museen als Integrationsorte sowie der methodischen Umsetzung einer quantitativen Passantenbefragung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll ermittelt werden, ob das Museum als Ort wahrgenommen wird, der durch Bildungsangebote soziale Anerkennung stiftet und damit zur Integration in die Gesellschaft beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine explorative, quantitative Querschnittsstudie in Form einer mündlichen Passantenbefragung mittels standardisierter Fragebögen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs der Anerkennung sowie die statistische Auswertung von Befragungsdaten zur Korrelation von Museumsbesuchsfrequenz und Items zur sozialen Anerkennung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind soziale Anerkennung, Museumsbesuche, Bildungsstätten, integrative Funktion, Wertevermittlung und empirische Sozialforschung.
Welche Rolle spielt die Medienberichterstattung laut der Studie?
Die Daten deuten darauf hin, dass die Berichterstattung über Ausstellungen einen stärkeren Einfluss auf die Entscheidung für einen Museumsbesuch hat als das rein soziale Bedürfnis, bei Themen „mitreden zu können“.
Warum konnte kein signifikanter Zusammenhang festgestellt werden?
Die geringe Korrelation der Daten lässt darauf schließen, dass die gewählten Items möglicherweise andere soziale Sachverhalte messen oder die Stichprobe und das methodische Design für diese spezifische Fragestellung noch weiter verfeinert werden müssten.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Kuschel (Autor:in), 2011, Soziale Anerkennung und die Häufigkeit von Museumbesuchen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/174993