Die Schwankung des relativen systematischen Risikos eines Unternehmens wird in diesem Buch von ökonomischen als auch ökonometrischen Blickwinkeln betrachtet. Die Methoden der Ökonometrie im Bezug auf die Fragestellung: "Warum schwanken Betafaktoren überhaupt?" werden auf einfache Weise erklärt. Zuerst wird der Betafaktor und die optimale Portfoliogewichtung durch Beispiele vorgestellt, um dann anhand zweier Berechnungszeitfenster auf die mathematischen Gründe, die auch ökonomisch erklärt werden, einzugehen. Letztendlich wird ein Faktormodell zur Klärung der Einflussfaktoren der Betafaktorenvariation aufgestellt auf das zum Schluss ein Resümee folgt.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1. Der Betafaktor β
1.1 Das effiziente Portfolio (Tangentialportfolio)
1.2 Risikoprämie, Subadditivität und CAPM
2. Die Empire
2.1 Datenerhebung
2.2 Validität
2.3 Konklusion
3. Betafaktorenschwankung
3.1 Tägliche Schwankung
3.2 Ökonometrische Begründung der Schwankung
3.2.1 Varianzdekomposition
3.2.2 Konklusion
4. Die ökonomischen Ursachen der Betavolatilität
4.1 Aufspaltung des systematischen Risikos
4.2 Das Faktormodell von BMW
4.2.1 Die Orthogonalisierung
4.2.2 Konklusion und Ausblick
4.3 Das Faktormodell von e.on
4.3.1 Konklusion
5. Warum ist β (Versorger) manchmal >1?
5.1 Betaadjustierung
6. Zusammenfassung und Fazit der Untersuchung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Ursachen für die Schwankungen von Beta-Faktoren bei Wertpapieren, wobei insbesondere die Diskrepanz zwischen theoretischen Modellen und der empirischen Praxis untersucht wird. Das primäre Ziel ist die Identifikation von ökonomischen und statistischen Faktoren, die zur Volatilität von Beta beitragen.
- Methodische Grundlagen der Portfoliotheorie und des CAPM
- Statistische Validität von Renditeverteilungen und Marktmodellen
- Empirische Untersuchung der Beta-Schwankung anhand von BMW und e.on
- Faktoranalyse ökonomischer Indikatoren zur Erklärung des systematischen Risikos
Auszug aus dem Buch
1. Der Betafaktor β
Was genau besagt nun ein Betafaktor? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, muss zunächst geklärt werden, wie ein Portfolio aus n Anlagen nach Markowitz aufgebaut ist und wie es berechnet wird. Das CAPM für dessen Bestimmung Beta notwendig ist, gilt nur für effiziente Portfolios.
1.1 Das effiziente Portfolio (Tangentialportfolio)
Unter dieser Überschrift könnten alle effizienten Portfolios in einem Risiko-Rendite Diagramm oberhalb einer Zusammensetzung von Assets mit der geringsten Standardabweichung, dem so genannten Minimum Varianz Portfolio (MVP), vermutet werden. Das MVP ergibt sich bei zwei Anlagen durch partielle Ableitung der Varianz des Portfolios zur Gewichtung hin und anschließender Auflösung zur Selben. Bei mehreren Anlagen wird besser mittels eines Algorithmus optimiert. Die Tobin-Separation aber macht das MVP automatisch ineffizient, denn zum geringeren Risiko kann sogar eine höhere Rendite erwartet werden. Effiziente Portfolios liegen nach Tobin auf der Kapitalmarktlinie. Das Tangentialportfolio liegt, wie bereits angedeutet, genau auf dem Schnittpunkt der KML mit der Hyperbel des perfekt gewichteten Portfolios nach Markowitz. In einem bestmöglich gewichteten Portfolio ist das unsystematische Risiko gar nicht mehr vorhanden und hat somit keinen Einfluss auf das Gesamtrisiko des Portfolios. Es befindet sich folglich auf der Effizienzlinie, die auch Efficient Frontier (EF) genannt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Historische Entwicklung der Portfoliotheorie bis hin zum modernen CAPM und der Definition des Beta-Faktors.
1. Der Betafaktor β: Erläuterung des Aufbaus effizienter Portfolios nach Markowitz und die mathematischen Grundlagen des CAPM.
2. Die Empire: Beschreibung des Untersuchungsgegenstandes BMW und e.on sowie Klärung methodischer Fragen zur Datenerhebung und Validität.
3. Betafaktorenschwankung: Analyse der täglichen Schwankungen und ökonometrische Begründung der Volatilität von Beta-Faktoren.
4. Die ökonomischen Ursachen der Betavolatilität: Untersuchung der Einflüsse verschiedener ökonomischer Indikatoren auf das Beta mittels Faktormodellen.
5. Warum ist β (Versorger) manchmal >1?: Diskussion über Abweichungen von der theoretischen Annahme β < 1 bei Versorgeraktien in Krisenzeiten.
6. Zusammenfassung und Fazit der Untersuchung: Resümee über die mangelnde Validität theoretischer Marktmodell-Annahmen in der Praxis und die Bedeutung einer robusten statistischen Auswertung.
Schlüsselwörter
Betafaktor, CAPM, Portfoliotheorie, Markowitz, Systematisches Risiko, Volatilität, Ökonometrie, BMW, e.on, DAX, Faktormodell, Residuen, Stationarität, Diversifikation, Rendite.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, warum Beta-Faktoren – die das systematische Risiko eines Wertpapiers messen – in der Praxis schwanken, obwohl sie in theoretischen Finanzmodellen oft als konstant angenommen werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Moderne Portfoliotheorie (MPT), das Capital Asset Pricing Model (CAPM), die statistische Validität von Marktdaten sowie ökonomische Faktormodelle zur Erklärung der Beta-Volatilität.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Annahmen des Marktmodells (SIM) in der Realität oft nicht erfüllt sind und somit die Schwankungen von Beta-Faktoren zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden Regressionsanalysen, insbesondere die Methode der kleinsten Quadrate (OLS), Varianzdekompositionen sowie statistische Tests auf Stationarität und Heteroskedastizität (White-Test) eingesetzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der empirischen Analyse der Beta-Entwicklung von BMW und e.on, der Konstruktion von Faktormodellen unter Verwendung verschiedener makroökonomischer Indikatoren und der kritischen Prüfung der Modellrestriktionen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Betafaktor, systematisches Risiko, Efficient Frontier, Residuen, OLS-Schätzung und ökonometrische Modellierung.
Warum schwankt der Beta-Faktor bei Energieversorgern wie e.on manchmal über eins?
Der Autor führt dies auf spezifische Ereignisse, Krisenzeiten und die Tatsache zurück, dass der DAX als Proxy für das Marktportfolio nicht perfekt gewichtet ist und somit auch spezifische Risiken enthalten kann.
Welche Rolle spielt die Orthogonalisierung in den Faktormodellen?
Die Orthogonalisierung dient dazu, Multikollinearität zwischen den erklärenden Variablen zu eliminieren, um die Signifikanz der p-Werte der verschiedenen ökonomischen Indikatoren zu verbessern.
- Arbeit zitieren
- Frank Raulf (Autor:in), 2011, Die Schwankung von Beta-Faktoren und mögliche Begründungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/174938