0. Einleitung
Was haben Tweets, Apps und Fans mit Politik zu tun? Nicht viel? Weit gefehlt. Bei der Bundespräsidentenwahl 2010 ging die Angst um, dass, trotz eines allgemein ausgesprochenen Verbotes, die Ergebnisse erneut vorab über Twitter veröffentlich werden. Andernorts reichen ein paar Fragen einer einzigen Anwendung aus, um dem Nutzer zu zeigen, welche Partei bei der Bundestagswahl 2009 am besten zu ihm passt und wer wollte nicht schon einmal offen kundtun, Fan vom US-Präsidenten oder der Kanzlerin zu sein?
All das ist seit ein paar Jahren durch das Web 2.0 möglich und wurde auch im Wahlkampf zum Europäischen Parlament 2009 genutzt. In diesem Rahmen traten auch die „Grünen“ auf europäischer Ebene, als die „European Greens“, an. Die Zielgruppe dieser Partei ist im Vergleich zu anderen jung, gebildet und hält sich nachweislich oft im Internet auf. Folgerichtig wird vermutet, dass die „Grünen“ dem Web 2.0 eine besonders große Bedeutung beimessen. Somit ergibt sich für diese wissenschaftliche Arbeit folgende Fragestellung:
Der Online-Europawahlkampf der „Grünen“ 2009 - Wie stellt sich die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ im Web 2.0 dar und wie kann man den Internet-Auftritt verbessern?
Der erste Abschnitt befasst sich allgemein mit Medien und Politik. Im Speziellen geht es um die neue Rolle des Internets bei Wahlkämpfen und die Wechselwirkungen zwischen Politik und Kommunikation. Weiterhin wird die Frage gestellt, ob die Wahlkampf-Strategie des aktuellen US-Präsidenten Barack Obama aus dem Jahr 2008 auf Deutschland übertragbar ist.
Im zweiten Teil werden die Eigenheiten von Europawahlen, wie zum Beispiel die vergleichsweise niedrige Wahlbeteiligung und ihr Charakter, dargestellt. Ein besonderes Augenmerk liegt zu jeder Zeit auf der vergangenen Wahl 2009.
Im Folgenden wird auf den Europa-Wahlkampf der „Grünen“ im Internet eingegangen und es wird u. a. nach ihrer Kampagne und ihrer Zielgruppe gefragt. Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der parteieigenen Webseiten, dem Auftritt in den sozialen Netzwerken StudiVZ und Facebook, ihrem Twitter- und YouTube-Account. Am Ende wird ein Resümee gezogen und es werden sinnvolle Verbesserungsvorschläge für zukünftige Wahlkämpfe der „Grünen“ gemacht.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Medien und Politik
1.1 Die neue Rolle des Internets im Wahlkampf
1.2 Politik und Kommunikation – Eine gegenseitige Abhängigkeit
1.3 Ist Obamas Wahlkampf 2008 auf Deutschland übertragbar?
2. Europawahlen
2.1 Zur Wahl 2009
2.2 Der Europa-Wahlkampf der „Grünen“ im Internet
2.2.1 Die parteieigene Website
2.2.2 Social Networks
2.2.3 Twitter
2.2.4 YouTube
2.3 Aussichten, Ideen und Verbesserungsvorschläge für die Zukunft
3. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Analyse des Online-Wahlkampfs der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ im Rahmen der Europawahl 2009, um deren digitale Strategie zu bewerten und konkrete Verbesserungsvorschläge für zukünftige Internet-Auftritte zu formulieren.
- Rolle des Internets und Web 2.0 in modernen Wahlkämpfen
- Wechselwirkung zwischen Politik und Kommunikation
- Übertragbarkeit der US-Wahlkampfstrategie von Barack Obama auf Deutschland
- Analyse der Online-Präsenz der Grünen auf Webseiten, Facebook, StudiVZ, Twitter und YouTube
- Entwicklung von Strategien zur Steigerung der Interaktion mit dem Wähler
Auszug aus dem Buch
1.1 Die neue Rolle des Internets im Wahlkampf
Ronald Reagan wusste, wie es geht, Gerhard Schröder konnte es und auch Barack Obama ist Experte für den Umgang mit Medien. Nicht zu vergessen ist das aktuellste Beispiel, denn Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer nutzte sie auch: Die „Neuen Medien“ im Allgemeinen und das Internet heutzutage im Speziellen. Er gab seine erneute Kandidatur in einem Video bekannt und nicht, wie sonst üblich, auf einer Pressekonferenz oder in einem Interview. Diese Sequenz stellte er bei dem Internet-Videoportal YouTube ein und platzierte sie auf seiner Homepage (Vgl. Elter 2010, S. 7 f.; Vgl. Heifi2010 2009, S. 1). Im Alltag eines Nicht-Politikers wäre ein eigener Film nichts Außergewöhnliches, in diesem Metier jedoch ergeben sich durch das Web 2.0 ganz neue Chancen und Wege.
Das sogenannte Web 2.0 umfasst Angebote im Internet, in denen der Nutzer interaktiv mitwirkt und sie nicht nur passiv rezipiert wie beim Vorgänger Web 1.0. Das direkte Feedback ist ein wesentlicher Bestandteil der neuen Generation des World Wide Web. Besonders bekannt sind die Social-Media-Anwendungen StudiVZ oder Facebook. Vor dieser Neuerung wurde das Internet meist einseitig nach dem Sender-Empfänger-Prinzip genutzt. Beispiele sind hierbei E-Mails oder Newsbeiträge auf Internetseiten (Vgl. Back 2008, S. 15 f.). Neu ist somit die Interaktion untereinander, die es für Parteien und Politiker zu nutzen gilt.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Web 2.0 für politische Wahlkämpfe ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Darstellungsweise und Optimierung des Online-Auftritts der Grünen bei der Europawahl 2009.
1. Medien und Politik: Dieses Kapitel untersucht die theoretischen Grundlagen der politischen Kommunikation, die neue Rolle des Internets sowie die Frage, ob Strategien aus US-Wahlkämpfen auf Deutschland adaptierbar sind.
2. Europawahlen: Hier werden die Rahmenbedingungen der Europawahl 2009 sowie die spezifischen Online-Aktivitäten der Grünen mittels Analyse von Webseite, sozialen Netzwerken, Twitter und YouTube detailliert beleuchtet.
3. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass die Grünen zwar einen flächendeckenden Online-Auftritt pflegen, in Zukunft jedoch stärker auf Qualität und Interaktion setzen sollten.
Schlüsselwörter
Europawahl 2009, Bündnis 90/Die Grünen, Web 2.0, Online-Wahlkampf, Politische Kommunikation, Internet, Soziale Netzwerke, Facebook, StudiVZ, Twitter, YouTube, Mobilisierung, E-Government, Politische Strategie, Wahlkampfmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ das Web 2.0 während des Europawahlkampfs 2009 genutzt hat und wie sich ihr digitaler Auftritt darstellen lässt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Rolle neuer Medien in Wahlkämpfen, der Einfluss des Internets auf die politische Kommunikation sowie die spezifische Online-Strategie der Grünen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Online-Auftritt der Partei zu bewerten und konkrete Verbesserungsvorschläge für eine effektivere Ansprache und Mobilisierung von Wählern zu erarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse der Online-Präsenz (Webseite, Social Media) in Kombination mit der Auswertung von Fachliteratur zum Thema Medien und Politik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die parteieigenen Webseiten sowie die Aktivitäten auf Plattformen wie Facebook, StudiVZ, Twitter und YouTube im Kontext des Europawahlkampfs 2009.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Europawahl, Online-Wahlkampf, Web 2.0, Politische Kommunikation und Social Media definieren.
Warum wurde gerade der Wahlkampf der Grünen zur Analyse gewählt?
Die Grünen verfügen nachweislich über eine junge und internetaffine Zielgruppe, weshalb vermutet wurde, dass sie dem Web 2.0 eine besonders hohe Bedeutung beimessen.
Welche Rolle spielt der Vergleich mit Barack Obama?
Der Vergleich dient dazu, die Übertragbarkeit der erfolgreichen US-Online-Strategie von 2008 auf das deutsche politische System zu prüfen und Potenziale sowie Hindernisse aufzuzeigen.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Interaktion mit Wählern?
Das Fazit zeigt auf, dass der Auftritt der Grünen zwar quantitativ stark ist, es jedoch an echter Interaktionsmöglichkeit auf den Webseiten mangelt, was durch Kommentarfunktionen und direkten Dialog verbessert werden sollte.
- Arbeit zitieren
- Christian Bach (Autor:in), 2010, Der Online-Europawahlkampf der „Grünen“ 2009, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/174779