Aufgrund der Finanzkrise seit 2007 wurden viele Zentralbanken stark gefordert – darunter auch die Schweizerische Nationalbank. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der aktuellen Krise und damit, welche Herausforderungen sich mittelfristig für die Geldpolitik der SNB ergeben. Dazu wird im ersten Teil die Finanzkrise anhand eines Vierphasenmodells untersucht. Im zweiten Teil werden die Grundzüge der Schweizerischen Nationalbank dargelegt, um anschliessend die aus der Krise resultierenden Herausforderungen zu analysieren. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass folgende Probleme besonders wichtig sind: die Exit-Strategie, die Währungsprobleme sowie eine Reform der Regulierungsvorschriften zur Erhöhung der Stabilität und Sicherheit. Ein persönlicher Kommentar in der Mitte befasst mit den Verursachern der Krise, der Würdigung der Geldpolitik der SNB und der Aufrechterhaltung ihrer Glaubwürdigkeit.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE FINANZKRISE
2.1 PLATZEN DER US-IMMOBILIENBLASE
2.2 TRANSMISSION IN FINANZMÄRKTE
2.3 EINGRIFFE VON REGIERUNGEN UND NATIONALBANKEN
2.4 WIRKUNGEN AUF DIE REALWIRTSCHAFT
3. DIE SCHWEIZERISCHE NATIONALBANK
3.1 GESETZLICHER AUFTRAG
3.2 INSTRUMENTE DER SNB UND DEREN GEBRAUCH IN DER KRISE BISHER
4. PERSÖNLICHER KOMMENTAR UND BEWAHRUNG DER GLAUBWÜRDIGKEIT
5. DIE HERAUSFORDERUNGEN
5.1 VORLÄUFIGE RESULTATE UND ZUKUNFTSPROGNOSEN
5.2 EXIT-STRATEGIE MIT ZIELKONFLIKTEN UND UNGEWISSHEIT
5.3 WÄHRUNGSPROBLEME
5.4 STABILISIERUNG DES FINANZSYSTEMS UND KRISENPRÄVENTION – REFORM DER REGULIERUNGSVORSCHRIFTEN
5.4.1 Regulierung des Eigenkapitals
5.4.2 Liquiditätsregulierung
5.4.3 TBTF-Problematik
6. SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Kontext der Finanzkrise ab 2007. Ziel ist es, die Auswirkungen der Krise auf die Schweizer Wirtschaft zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, welche Herausforderungen sich für die zukünftige Geldpolitik der SNB ergeben, insbesondere im Hinblick auf Exit-Strategien und regulatorische Anpassungen zur Wahrung der Stabilität.
- Analyse des Verlaufs der internationalen Finanzkrise
- Untersuchung des gesetzlichen Auftrags und der Instrumente der SNB
- Bewertung der Geldpolitik und Exit-Strategien der Nationalbank
- Diskussion der Währungsproblematik (Frankenstärke)
- Reformbedarf zur Stabilisierung des Finanzsystems und Umgang mit "Too Big To Fail"-Banken
Auszug aus dem Buch
2. Die Finanzkrise
In diesem Kapitel soll ein Überblick über den Verlauf der aktuellen Finanzkrise gegeben werden. Dazu wird die von Peter Gomez1 vorgeschlagene Gliederung in vier Stufen übernommen2: das Platzen des US-Immobilien-Marktes, die Transmission in die Finanzmärkte, Eingriffe von Regierungen und Nationalbanken sowie die Wirkung auf die Realwirtschaft.
2.1 Platzen der US-Immobilienblase
Der Ursprung der internationalen Wirtschaftskrise seit 2007 liegt im US-amerikanischen Immobilienmarkt. Es ist die schwerste seit der grossen Depression der Dreissigerjahre3. Wie in Abbildung 1 zu erkennen ist, waren nach dem Absturz der Aktienmärkte 2000 die Zinssätze in den USA von Ende 2000 bis Anfang 2004 kontinuierlich bis auf ein Rekordtief von 1% gesunken.
Dies führte zu einem grossen Anstieg der Nachfrage nach Immobilien, so dass deren Preise von 2000 bis 2006 nach dem Case-Shiller-Index fast verdreifachten (siehe Abb. 2). Aufgrund der stetig steigenden Häuserpreise sahen viele Finanzierer das Hypothekengeschäft als sehr sicher an, was sich daran zeigt, dass die Belehnungsgrenze bei bis zu 100 Prozent lag6. Man dachte, dass man die Immobilien auch bei Zahlungsunfähigkeit des Schuldners, wegen der gestiegenen Preisen, gewinnbringend weiterverkaufen könnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Finanzkrise und die Fragestellung zur Rolle der SNB in Krisenzeiten.
2. DIE FINANZKRISE: Detaillierte Betrachtung der Ursachen und Phasen der Krise, ausgehend vom US-Immobilienmarkt bis hin zur globalen Transmission.
3. DIE SCHWEIZERISCHE NATIONALBANK: Darstellung des gesetzlichen Mandats sowie der geldpolitischen Instrumente der SNB.
4. PERSÖNLICHER KOMMENTAR UND BEWAHRUNG DER GLAUBWÜRDIGKEIT: Kritische Reflexion über die Krisenverursacher und die Rolle der Nationalbank bei der Krisenbewältigung.
5. DIE HERAUSFORDERUNGEN: Analyse künftiger geldpolitischer Aufgaben wie Exit-Strategien, Währungsprobleme und notwendige Regulierungsreformen.
6. SCHLUSS: Zusammenfassende Einschätzung der Handlungsfähigkeit der SNB und des Ausblicks auf die Stabilität des Finanzplatzes Schweiz.
Schlüsselwörter
Schweizerische Nationalbank, SNB, Finanzkrise, Geldpolitik, Hypothekenblase, Zinssätze, Währungsprobleme, Frankenstärke, Regulierung, Eigenkapital, Liquidität, Too Big To Fail, TBTF, Preisstabilität, Wirtschaftsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Handlungsweise der Schweizerischen Nationalbank während der Finanzkrise ab 2007 und bewertet deren geldpolitische Strategien.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?
Die Themen umfassen den Verlauf der Finanzkrise, die Rolle und Instrumente der SNB, die Währungsproblematik sowie notwendige Regulierungsreformen für Banken.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt, mit welchen Herausforderungen die Geldpolitik der SNB mittelfristig konfrontiert ist, nachdem sie durch die Finanzkrise stark gefordert wurde.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt ein Vierphasenmodell zur Analyse der Krise, stützt sich auf volkswirtschaftliche Theorien und wertet empirische Daten sowie aktuelle Publikationen der Nationalbank aus.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse der Finanzkrise, der geldpolitischen Ausrichtung der SNB und der Diskussion von Reformen wie der Eigenkapital- und Liquiditätsregulierung.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind SNB, Finanzkrise, Geldpolitik, Währungsstabilität und regulatorische Herausforderungen (TBTF).
Wie bewertet der Autor die Rolle der Ratingagenturen?
Der Autor kritisiert die Ratingagenturen scharf und sieht sie zusammen mit Bonusbankern als Hauptverursacher des Finanzkollapses an.
Welchen Ansatz schlägt die Arbeit für die "Too Big To Fail"-Problematik vor?
Es werden Ansätze wie die Anpassung der Rechtsrahmen zur Liquidation und die Forderung nach höheren Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen für systemrelevante Banken diskutiert.
- Quote paper
- Caesar Dreyer (Author), 2010, Schweizerische Nationalbank, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/174650