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Was ist ein 'linguistisches Areal'?

Methodologisch-theoretische Problemstellungen bei der Entwicklung einer linguistischen Konzeptualisierung

Titel: Was ist ein 'linguistisches Areal'?

Diplomarbeit , 2010 , 105 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Angelika Wagner (Autor:in)

Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein 'linguistisches Areal' (bzw. der synonyme Begriff 'Sprachbund') bezeichnet, im gängigen Verständnis, ein geographisches Gebiet, in dem in benachbarten, genetisch nicht oder nicht nah verwandten Sprachen aufgrund von vergangenem und/oder anhaltendem intensiven Sprachkontakt eine konvergente Entwicklung stattgefunden hat. Dies bedeutet, die betroffenen Sprachen weisen neben Ähnlichkeiten in ihrer Lexik auch gemeinsame grammatikalische Strukturen auf, die durch Entlehnung Verbreitung fanden. Der Begriff bzw. das Konzept des 'Sprachbunds' wurde bis heute auf mehr als ein Dutzend geographische Gebiete der Erde 'angewandt', u. a. am Balkan, in Indien (Südasien) und Mesoamerika, aber auch in Europa ('Standard Avarage European'). Das Konzept ist jedoch nicht unumstritten. Die Frage nach einheitlichen Konstitutions- bzw. Definitionskriterien innerhalb der Areallinguistik ist bis heute nicht geklärt. Ich möchte in dieser Arbeit anhand der vier schon erwähnten Areale den problematischen Aspekten dieses linguistischen Forschungsfeldes auf den Grund gehen. Es wird die methodologische und theoretische Vorgehensweise der jeweils wichtigsten Autoren der behandelten Areale verglichen. Am Ende der Arbeit gehe ich auf die Frage ein, wieviel die zeitgenössischen Verwendungen bzw. Interpretationen der zwei Begriffe 'Sprachfamilie' und 'Sprachbund', welche Nikolai S. Trubetzkoy erstmals 1928 als zwei Typen von 'Sprachgruppen' unterschied, mit jener ihres Urhebers noch zu tun haben. Ziel meiner Arbeit ist es nicht, mögliche Antworten auf die vorliegenden methodologisch-theoretischen Problemstellungen zu geben. Vielmehr soll sie überblicksmäßig Einblick in einen (sprach-)wissenschaftlichen Diskurs gewähren, der sich seit Jahrzehnten um die Definition und Verwendung eines Begriffs dreht, dessen Bedeutung von Anfang an verschieden interpretiert wurde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 (Areal-)Typologie: Historische Entwicklung und Überblick über den Gegenstands bereich

2.1 Sprachverwandtschaft und Sprachkontakt

2.1.1 Vom Stammbaum zum Typ

2.1.2 Wellen, Substrat und Dialekt

2.1.3 Der Übergang ins 20. Jahrhundert: die Sapir-Boas Debatte, Trubetzkoys 'Sprach bund' und Joseph F. Greenberg

2.2 Arealtypologie: Abgrenzung zu Typologie und Sprachgeographie (Dialektologie)

3 Theoretische und methodologische Problemstellungen

3.1 Welche Sprachen können ein linguistisches Areal konstituieren?

3.2 Wieviele Merkmale? Welche Merkmale?

3.3 Samplingprobleme in (areal-)typologischen Untersuchungen am Beispiel des WALS

4 Exemplarische Betrachtung von vier Sprachbünden

4.1 Balkan

4.2 Indien/Südasien

4.3 Mesoamerika

4.4 Europa (SAE)

4.5 Konklusion/Kritik

4.5.1 Anzahl und Verhältnis der Arealsprachen

4.5.2 Isoglossen(-bündel)

4.5.3 Strukturelle Unterschiede der Merkmale innerhalb der Areale

4.5.4 Abgrenzung von entlehnten/genetischen/typologischen Merkmalen

5 Exkurs zum Schluss: Trubetzkoy (1930) revisited

6 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht methodisch-theoretische Problemstellungen bei der Entwicklung einer linguistischen Konzeptualisierung des Begriffs 'Sprachbund' bzw. 'linguistisches Areal'. Ziel ist ein systematischer Vergleich bestehender Sprachbundkonzeptionen anhand von vier Fallbeispielen, um zu klären, ob es sich um ein wissenschaftlich konsistentes Konzept handelt.

  • Historische Entwicklung der Sprachklassifikation und Arealtypologie
  • Definitionsprobleme: Konstitutionskriterien und die Rolle von Sprachkontakt
  • Methodische Herausforderungen beim Sampling (z.B. WALS-Datenbank)
  • Vergleichende Analyse der Sprachbünde Balkan, Südasien, Mesoamerika und Europa (SAE)
  • Abgrenzung von entlehnten, genetischen und typologischen Merkmalen

Auszug aus dem Buch

3.1 Welche Sprachen können ein linguistisches Areal konstituieren?

Hier stellt sich v.a. die Frage nach dem Verwandtschaftsverhältnis der Sprachen zueinander: Dürfen die Sprachen eines Sprachbunds miteinander (näher oder weiter) verwandt sein oder müssen sie verschiedenen genetischen Familien angehören, damit die Sprachbund-bildenden Charakteristika als 'speziell' gelten?

Grundsätzlich scheint TRUBETZKOYs Definition (1930) diese Frage zu beantworten: Er klassifiziert Zugehörige zu einer 'Sprachfamilie' genau wie es die historisch-vergleichende Sprachforschung tat – Mitglieder eines Sprachbunds erfüllen diese 'familiären' Kriterien dagegen nur teilweise oder gar nicht (keine systematischen Lautentsprechungen etc.).

Definitionen späterer Autoren sind meist vage bzw. uneindeutig: "[...] linguistic areas are characterized by a number of linguistic features shared by VARIOUS LANGUAGES – some of which are UNRELATED, or are FROM DIFFERENT SUBGROUPS WITHIN A FAMILY [...]" (CAMPBELL ET AL. 1986: 530). "[...] a sprachbund is understood as two or more geographically contiguous and GENEALOGICALLY DIFFERENT LANGUAGES [...]" (FRIEDMAN 2006: 657).

BIRNBAUM legt hier (1965: 13) genauere Überlegungen vor. Er betrachtet die Angehörigkeit mehrerer Sprachen eines Sprachbunds zur selben Sprachfamilie als unproblematisch, wenn erstens "diejenigen strukturellen Züge, welche sie gerade als Mitglieder jenes Sprachbundes kennzeichnen, nicht auf der genetischen Verwandtschaft beruhen" und zweitens, sollte solche Merkmale doch in Betracht gezogen werden, diese von den nicht oder entfernt verwandten Sprachen des Sprachbunds geteilt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Arealtypologie und Darstellung des Ziels der Arbeit, die bestehenden Sprachbundkonzeptionen systematisch zu vergleichen.

2 (Areal-)Typologie: Historische Entwicklung und Überblick über den Gegenstands bereich: Historischer Abriss von der Stammbaumtheorie über die frühen Ansätze zur Arealtypologie bis hin zur modernen Sprachgeographie.

3 Theoretische und methodologische Problemstellungen: Diskussion zentraler Kriterien zur Definition von Sprachbünden, wie Sprachverwandtschaft, Merkmalsauswahl und die Problematik repräsentativer Sprach-Samplings.

4 Exemplarische Betrachtung von vier Sprachbünden: Deskriptive Analyse der Sprachbünde Balkan, Südasien, Mesoamerika und Europa sowie kritische Evaluation der jeweiligen Sprachbund-Charakteristika.

5 Exkurs zum Schluss: Trubetzkoy (1930) revisited: Kritische Auseinandersetzung mit der ursprünglichen Definition des Sprachbunds durch Trubetzkoy und deren moderner Interpretation.

6 Resümee: Synthetische Zusammenfassung der Ergebnisse und Diskussion der Frage, ob das Konzept des Sprachbunds eine robuste linguistische Entität darstellt.

Schlüsselwörter

Sprachbund, linguistisches Areal, Arealtypologie, Sprachkontakt, Isoglossen, Sprachklassifikation, Standard Average European, Balkan, Südasien, Mesoamerika, Grammatikalisierung, Konvergenz, Sprachgeographie, Sprachtypologie, strukturelle Merkmale

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das theoretische Konzept des 'Sprachbunds' oder 'linguistischen Areals' und analysiert, wie Sprachkontakte zur strukturellen Annäherung von Sprachen führen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die historische Entwicklung der Arealtypologie, die methodischen Kriterien zur Definition von Sprachbünden und der Vergleich zwischen vier prominenten Sprachbünden.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Sprachbundkonzeptionen vergleichend zu evaluieren, um zu prüfen, ob das Konzept des Sprachbunds auf einer einheitlichen wissenschaftlichen Basis steht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen historisch-vergleichenden Ansatz sowie die Auswertung arealtypologischer Fachliteratur, um bestehende Definitionen und Analysen kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden vier spezifische Gebiete – der Balkan, Südasien, Mesoamerika und Europa – anhand ihrer linguistischen Merkmale wie Morphosyntaktik, Kasusreduktion und Futur-Bildung analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Sprachbund, linguistisches Areal, Arealtypologie, Sprachkontakt, Konvergenz und Grammatikalisierung.

Was macht das Beispiel des Balkans als Sprachbund besonders?

Der Balkan gilt als der 'klassischste' Sprachbund, dessen Untersuchung oft als Ausgangspunkt für spätere arealtypologische Forschungen dient und markante Phänomene wie den nachgestellten Artikel aufweist.

Wie bewertet die Autorin die Anwendbarkeit des Konzepts 'Sprachbund'?

Sie kommt zu einem skeptischen 'Jein'-Ergebnis, da großräumige Sprachbünde oft methodisch schwer abzugrenzen sind und die Definitionen häufig unpräzise bleiben, während Konvergenzen eher in kleineren Räumen klarer definierbar sind.

Ende der Leseprobe aus 105 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Was ist ein 'linguistisches Areal'?
Untertitel
Methodologisch-theoretische Problemstellungen bei der Entwicklung einer linguistischen Konzeptualisierung
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Sprachwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Angelika Wagner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
105
Katalognummer
V174541
ISBN (eBook)
9783640950881
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Areallinguistik Sprachbund Typologie Sprachkontakt Balkansprachbund Trubetzkoy Sprachverwandtschaft Mesoamerika Dialektologie Sprachen-Stammbaum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Angelika Wagner (Autor:in), 2010, Was ist ein 'linguistisches Areal'?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/174541
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  105  Seiten
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