Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Literatur als Blüte. Die Pflanzenmetaphorik in Fontanes "Unsere lyrische und epische Poesie seit 1848"

Title: Literatur als Blüte. Die Pflanzenmetaphorik in Fontanes

Term Paper (Advanced seminar) , 2020 , 7 Pages

Autor:in: Natascha Frey (Author)

German Studies - Modern German Literature

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Arbeit befasst sich mit dem Text "Unsere lyrische und epische Poesie seit 1848" von Theodor Fontane. Der Text wurde 1853 lange vor Fontanes literarischem Werk geschrieben und besteht aus einem einleitenden Manifest zum Realismus und aus einer Serie kurzer Kritiken zeitgenössischer Autoren. In dieser Arbeit liegt der Fokus auf dem einleitenden Manifest. Dieses beginnt damit, dass Fontane erklärt, es gebe Leute, die glaubten, dass die Literatur nach Goethe abgeschlossen sei. Er wehrt sich gegen diese Vorstellung und ist überzeugt, dass die Literatur bald eine neue "vielleicht ihre höchste" Blüte hervorbringen wird. Er sagt seine Zeit sei durch den Realismus charakterisiert und dieser finde sein Echo auch in der Kunst. Fontane bringt Beispiele aus der bildenden Kunst und der Malerei, welche realistisch seien und in die richtige Richtung wiesen, auch wenn ihnen noch die poetische Verklärung fehle. Auch die Dichtung sei auf dem richtigen Weg, habe aber noch keinen wahren Meister gefunden. Danach legt Fontane dar, was er unter Realismus versteht: Realismus sei nicht nur das Wiedergeben der Realität, schon gar nicht nur der Schattenseiten; Realismus bestehe aus dem Wirklichen und dem Wahren, wobei es auch einer "Läuterung" durch die künstlerische Hand bedürfe. Der Text ist durchzogen von Gegenüberstellungen des Guten und des Schlechten, wobei Fontane Angriffe nach den verschiedensten Seiten – Epochen, Kunstrichtungen und Autoren – austeilt.
In seinen Ausführungen verwendet Fontane eine grosse Anzahl von Metaphern. Besonders auffällig ist unter anderem eine ausgeprägte Pflanzenmetaphorik.
Diese Arbeit möchte nun argumentieren, dass durch die Pflanzenmetaphorik nicht nur die gut/schlecht-Einteilung unterstrichen wird, sondern auch noch andere Aspekte des Literaturverständnisses von Fontane hervorhebt und besser verständlich macht. Diese Aspekte sind: 1. Das Zyklische der Natur und der Literatur, 2. Die unumgänglichen Gesetzmässigkeiten, welche Natur und Literatur bestimmen und 3. Die Notwendigkeit der Kultivierung sowohl der Natur als auch zur Erreichung der Kunst. Es soll aufgezeigt werden, inwiefern diese drei Aspekte sowohl Teil der Pflanzen sind wie auch Teil des Literaturverständnisses von Fontane und wie sie im Text verortet sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Zyklische

3. Die Gesetzmässigkeit

4. Die Notwendigkeit der Kultivierung

5. Fazit

Zielsetzung und Themenschwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion und Bedeutung der Pflanzenmetaphorik in Theodor Fontanes programmatischer Schrift Unsere lyrische und epische Poesie seit 1848 aus dem Jahr 1853. Ziel der Untersuchung ist es aufzuzeigen, wie Fontane botanische Metaphern nicht allein zur dichotomischen Differenzierung zwischen gelungener und mangelhafter Literatur einsetzt, sondern damit fundamentale Dimensionen seines realistischen Literatur- und Kunstverständnisses strukturiert, begründet und veranschaulicht.

  • Analyse der botanischen Metaphorik im literaturtheoretischen Manifest Theodor Fontanes
  • Zyklische Natur- und Literaturentwicklung als Modell historischer Epochenabfolgen
  • Naturgesetzliche Notwendigkeit des Realismus als organische Reaktionsbewegung
  • Die ästhetische Kultivierung und Veredelung des Naturstoffs durch die künstlerische Hand
  • Differenzierung von Werturteilen über zeitgenössische Dichtung anhand von Blüte- und Unkraut-Metaphern

Auszug aus dem Buch

3. Die Gesetzmässigkeit

Die Natur verhält sich nach gewissen Gesetzen, wie zum Beispiel der Gravitation. Diese Gesetze zeichnen sich dadurch aus, dass sie Regelmässigkeiten im natürlichen Erscheinungsablauf darstellen und notwendigerweise auftreten. Dieser Aspekt der Natur scheint auch Teil der Metapher zu sein. Denn in Fontanes Literaturverständnis gibt es auch solche zwingenden, regelhafte Gesetze. Besonders deutlich wird dies, wenn gesagt wird der Realismus sei:

"…die Wiedergenesung eines Kranken, die nicht ausbleiben konnte, solange sein Organismus noch überhaupt lebensfähig war. Der unnatürlichen Geschraubtheit Gottscheds musste, nach einem ewigen Gesetz, der schöne, noch unerreicht gebliebene Realismus Lessings folgen, und der blühende Unsinn, der während der dreissiger Jahre dieses Jahrhunderts sich aus verlogener Sentimentalität und gedankenlosem Bilderwust entwickelt hatte, musste als notwendige Reaktion eine Periode ehrlichen Gefühls und gesunden Menschenverstandes nach sich ziehen…"

Einerseits tritt an dieser Stelle wieder das Zyklische hervor, indem sich die Abläufe der Ablösung der verschiedenen Stile in den beiden Jahrhunderten wiederholen. In diesem Jahrhundert sei der Realismus von Lessing aus dem vorherigen Jahrhundert noch nicht erreicht worden, auch hier wird deutlich, dass der Höhepunkt des gegenwärtigen Zyklus noch nicht erreicht wurde. Andererseits wird in dieser Textstelle die Notwendigkeit dieser Entwicklung stark betont. Fontane spricht ausdrücklich vom "ewigen Gesetz" und sagt dass diese Entwicklung nicht ausbleiben konnte, sondern folgen musste. Dies wird unterstrichen durch das Bild eines lebenden Organismus. Etwas kürzer wird das gleiche Konzept auch an dieser Stelle ausgedrückt: "…, dass der Realismus kam, weil er kommen musste, und dass die Extravaganzen innerhalb der Kunst selbst den Keim und die Notwendigkeit einer gesunden Reaktion mit sich führten." Hier findet sich durch den Begriff "Keim" wieder eine ausdrückliche Pflanzenmetapher. Der Realismus ist also als Gegenteil der vorhergehenden, von Fontane abgewerteten Perioden und musste, einer Art Naturgesetz gehorchend, als das Bessere folgen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Führt in Fontanes Aufsatz von 1853 ein, umreißt die theoretischen Grundlagen der Metaphernanalyse und formuliert die zentrale These über die dreifache Funktion der Pflanzenmetaphorik für das realistische Literaturkonzept.

2. Das Zyklische: Zeigt auf, wie Fontane pflanzliche Wachstums- und Jahreszeitenzyklen nutzt, um Literaturepochen zu beschreiben und das Aufkommen des Realismus analog zum sprießenden Frühling darzustellen.

3. Die Gesetzmässigkeit: Erläutert Fontanes Auffassung, dass die Entstehung des Realismus einer naturgesetzlichen Zwangsläufigkeit unterliegt, die wie eine organische Genesung notwendig auf vorangegangene Fehlentwicklungen reagiert.

4. Die Notwendigkeit der Kultivierung: Behandelt das Erfordernis der künstlerischen Bearbeitung, wonach rohe Natur bzw. bloße Wirklichkeit erst durch gezielte Veredelung und Läuterung zu echter Kunst wird.

5. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Pflanzenmetaphern bei Fontane Zyklizität, Gesetzmäßigkeit und das Erfordernis ästhetischer Kultivierung prägnant zusammenführen.

Schlüsselwörter

Theodor Fontane, Realismus, Pflanzenmetaphorik, Literaturtheorie, Literaturverständnis, Zyklizität, Naturgesetz, Kultivierung, Veredelung, Blüte, Keim, Unkraut, Ästhetik, Dichtung, 19. Jahrhundert

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Verwendung und theoretische Tragweite botanischer Sprachbilder in Theodor Fontanes früher kunsttheoretischer Schrift Unsere lyrische und epische Poesie seit 1848.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Metapherntheorie, das realistische Kunst- und Literaturverständnis des 19. Jahrhunderts sowie Naturkonzepte wie Zyklizität, Naturgesetzlichkeit und Kultivierung.

Was ist das primäre Ziel beziehungsweise die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es nachzuweisen, dass Fontanes Pflanzenmetaphern weit über eine bloße Gut-Schlecht-Bewertung von Literatur hinausreichen und als grundlegende Denkmodelle für historische Periodenabfolgen, Entwicklungsnotwendigkeiten und künstlerische Veredelungsprozesse fungieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Analyse angewendet?

Die Arbeit nutzt die textanalytische Metapherninterpretation auf Basis kognitiv-linguistischer und poetologischer Ansätze (unter anderem nach Skirl/Schwarz-Friesel und Kohl), um Analogiebeziehungen zwischen Textstellen und Naturkonzepten herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei thematische Analyseschritte: das zyklische Werden und Vergehen von Literaturepochen, das Erscheinen des Realismus als naturgesetzliche Notwendigkeit sowie die unabdingbare Kultivierung des Naturstoffes durch den Künstler.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Prägende Begriffe der Studie sind Pflanzenmetaphorik, Realismus, Zyklizität, Gesetzmäßigkeit, Kultivierung, Natur, Kunst und Poetik.

Wie verortet Fontane Johann Wolfgang von Goethe innerhalb seiner zyklischen Geschichtsauffassung?

Fontane begreift Goethe als Abschluss und Höhepunkt eines vorangegangenen Literaturzyklus, widerspricht jedoch der zeitgenössischen Auffassung, dass nach ihm keine neue Blütezeit der deutschen Dichtung mehr möglich sei.

Was versteht Fontane unter der Veredelung beziehungsweise Kultivierung des Stoffes?

Fontane betont, dass die bloße Abbildung der Realität noch kein Kunstwerk darstellt; ähnlich einem unvollendeten Marmorblock oder einer wild wachsenden Pflanze bedarf die vorgefundene Natur einer bewussten Auswahl, Läuterung und künstlerischen Veredelung.

Welche Rolle spielt die Metapher des Keims bei der Begründung des Realismus?

Der Begriff des Keims dient Fontane dazu, die Entstehung des Realismus als organisch vorprogrammierte Reaktion auf vorangegangene Verfehlungen wie übertriebene Sentimentalität darzustellen, wodurch der Epochenwechsel als unausweichlicher Naturprozess begründet wird.

Excerpt out of 7 pages  - scroll top

Details

Title
Literatur als Blüte. Die Pflanzenmetaphorik in Fontanes "Unsere lyrische und epische Poesie seit 1848"
College
University of Zurich  (Deutsches Seminar)
Course
Was ist Literatur?
Author
Natascha Frey (Author)
Publication Year
2020
Pages
7
Catalog Number
V1744888
ISBN (eBook)
9783389200599
Language
German
Tags
Theodor Fontane Fontane Realismus Poesie Metaphorik Pflanzenmetaphorik Literaturtheorie Literaturepochen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natascha Frey (Author), 2020, Literatur als Blüte. Die Pflanzenmetaphorik in Fontanes "Unsere lyrische und epische Poesie seit 1848", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1744888
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  7  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint
  • Withdraw Contract