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Doping im Sport – Anpassung durch Abweichung

Titel: Doping im Sport – Anpassung durch Abweichung

Diplomarbeit , 2002 , 90 Seiten , Note: 2,5

Autor:in: Diplom-Sozialwissenschaftler André Heinz (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Am 9. Juli 1998 wurde Willy Voet, Masseur und Betreuer des Radrennteams „Festina“, an der französisch-belgischen Grenze von Zollbeamten gestoppt. Sein Firmenwagen wurde durchsucht, und es wurden 80 Ampullen Wachstumshormone, 234 Fläschchen Erythropoietin, 160 Einheiten Testosteron und diverse andere Dopingmittel gefunden.
Voet war auf dem Weg zu seinem Team, das an der berühmten und zugleich berüchtigten „Tour de France“ teilnahm. Die nachfolgenden Untersuchungen der französischen Justiz brachten einen Skandal ans Licht, der die Dopingvorfälle aus den letzten Jahrzehnten in den Schatten stellte.

Im Profi-Team „Festina“ wurde systematisch und flächendeckend gedopt. Fast ausnahmslos alle Fahrer erhielten die Dopingmittel, die sie benötigten. Die Beschaffung und Dosierung wurde vom Mannschaftsarzt Dr. Erik Rijckaert kontrolliert. Beim Transport half unter anderem Willy Voet. Die Teamleitung mit Bruno Roussel als Teamchef förderte und unterstützte dieses Vorgehen.
Damit wurde nicht nur eine „Spitze des Eisberges“ offengelegt, sondern es wurde zum ersten Mal erkennbar, wie Doping im Sport funktionieren kann und wie weit verbreitet dieses Phänomen tatsächlich ist.

Der Fall „Festina“ war nicht der erste Dopingskandal in der Geschichte des Sports, und er war auch nicht der letzte. Doping ist kein neues Phänomen, sondern eine soziale Tatsache, die seit der Entstehung des modernen Sports existiert.
In den letzten Jahrzehnten gab es kaum ein großes Sportereignis, das nicht von Dopingfällen überschattet worden ist. Fast täglich kann man in die Tageszeitungen schauen und entdeckt Meldungen über Athleten, Trainer, Mediziner und Funktionäre, die in einem Zusammenhang mit Doping stehen. Verstärkte Kontrollen, alarmierende Appelle an das Sportlergewissen oder Verweisungen auf den olympischen Gedanken konnten das Problem nicht eindämmen.
Dabei ist kaum abzusehen, wie groß der Schaden ist, den das Doping anrichtet. Die Autorität und Autonomie, die der Sport von der Gesellschaft erhalten hat und das Vertrauen, das der Sport genießt, um seinen sozialen Auftrag zu erfüllen, sind bedroht. Es besteht also Handlungsbedarf.

Das Phänomen Doping erweist sich als eine sehr komplexe Tatsache, welche präzise erfasst und analysiert werden muss. Simple Ursache-Wirkung-Formeln sind hier genauso unangebracht, wie einzelne Personalisierungen (meist von den Massenmedien produziert), die das Doping als Verfehlung von wenigen Personen beschreiben. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Methode

3. Begriffsbestimmung des Untersuchungsgegenstands

3.1 Probleme der Definition des Sportsystems

3.2 Doping als abweichendes Verhalten

4. Systemtheoretische Überlegungen

4.1 Sport als gesellschaftliches Teilsystem

4.2 Der Sieg/Niederlage-Code im Sport

4.3 Der Sieggedanke beim Sportler

5. Doping und strategische Rationalität

5.1 Zur Theorie rationalen Handelns

5.2 Der Sportler als „REMM“

5.3 Das Gefangenendilemma-Spiel

5.3.1 Doping als strategisches Spiel

5.3.2 Ein weiteres Dilemma: Informationsdefizit

5.3.3 Exkurs: Vertrauen

5.4 Self-fulfilling prophecy

5.5 Biographische Bestimmung

5.6 Doping in der Realität des Hochleistungssports

6. Auswege aus dem Dilemma?

Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen Doping im Hochleistungssport als ein rationales, systembedingtes Verhalten. Die zentrale Forschungsfrage ist, warum Sportler trotz bekannter Risiken und Sanktionen zu Dopingmitteln greifen und wie sich dieses Verhalten durch soziologische und spieltheoretische Modelle erklären lässt.

  • Systemtheoretische Einordnung des Sports
  • Die Logik des Gefangenendilemmas im Dopingkontext
  • Die Rolle der Rational Choice Theorie
  • Biographische und soziale Determinanten des Sportlerhandelns

Auszug aus dem Buch

5.3 Das Gefangenendilemma-Spiel

Ein Grundproblem des Dopingphänomens ist, dass bei Verfolgung des Eigeninteresses durch den einzelnen Athleten ein schlechteres Ergebnis für alle entsteht; im Vergleich zu dem Ergebnis, welches entsteht, wenn alle mit Doping aufhören würden.

Dieser Aspekt steht im Zentrum des berühmten Gefangenendilemma-Spiels. Es wurde im Bereich der Spieltheorie entwickelt und hat die Form eines Zwei-Personen-Nicht-Nullsummen-Spiels. Im folgenden soll dieses Modell vorgestellt werden, um es im nächsten Kapitel direkt mit dem Problem Doping zu konfrontieren.

Nehmen wir an, zwei Einbrecher wurden auf frischer Tat ertappt. Der Staatsanwalt macht beiden ein Angebot: erhält er Geständnisse, kann er Straferlass gewähren. Beide Delinquenten werden nun in getrennten Zimmern befragt. Er stellt sie vor zwei Handlungsalternativen: entweder gestehen (Defektion) oder schweigen (Kooperation). Die möglichen Konsequenzen ihrer jeweiligen Entscheidung wären (unter der Annahme, dass beide Einbrecher daran interessiert sind, möglichst kurz im Gefängnis zu verweilen):

1. Gesteht Einbrecher A und Einbrecher B schweigt, so wird A freigelassen und B bekommt zehn Jahre Gefängnis.

2. Beide gestehen und werden jeweils mit fünf Jahren Gefängnis bestraft.

3. Einbrecher A schweigt und Einbrecher B gesteht, also wird B freigelassen, während A zehn Jahre ins Gefängnis muss.

4. Beide gestehen nicht und erhalten eine einjährige Gefängnisstrafe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik anhand des „Festina“-Skandals und Darstellung der Relevanz des Dopingproblems als soziale Tatsache.

2. Zur Methode: Erläuterung des gewählten wissenschaftlichen Ansatzes, welcher Systemtheorie und Rational Choice verbindet.

3. Begriffsbestimmung des Untersuchungsgegenstands: Definition des Begriffs Doping und Aufzeigen der Definitionslücken im Sportsystem.

4. Systemtheoretische Überlegungen: Analyse des Sports als Teilsystem, das sich durch den Sieg/Niederlage-Code stabilisiert.

5. Doping und strategische Rationalität: Anwendung spieltheoretischer Modelle auf die Dopingentscheidung des einzelnen Sportlers.

6. Auswege aus dem Dilemma?: Kritische Prüfung von Lösungsansätzen nach Robert Axelrod im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit im Hochleistungssport.

Schlüsselwörter

Doping, Hochleistungssport, Systemtheorie, Rational Choice, Gefangenendilemma, Sportethik, Sieg-Niederlage-Code, Leistungsgesellschaft, Biographische Falle, Self-fulfilling prophecy, Spieltheorie, Leistungsdruck, Sportsoziologie, Antidoping, Strategische Rationalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit analysiert Doping als rationales, systemimmanentes Handeln von Athleten im Hochleistungssport.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit verknüpft die Systemtheorie mit mikrotheoretischen Ansätzen wie der Rational Choice Theorie und dem Gefangenendilemma.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die strukturellen Zwänge und rationalen Abwägungen zu identifizieren, die Sportler dazu bewegen, trotz Verboten Dopingmittel einzusetzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Kombination aus systemtheoretischer Makroanalyse und akteurzentrierter Mikroanalyse angewandt, ergänzt durch illustrative Beispiele aus dem Radsport.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Doping, der systemtheoretischen Struktur des Sports und der Modellierung der Dopingentscheidung als strategisches Spiel.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Doping, Gefangenendilemma, Sieg/Niederlage-Code, Rationalität und das Handeln unter Druck.

Warum ist das Gefangenendilemma so zentral für die Argumentation?

Es veranschaulicht, dass Sportler oft in einer Situation gefangen sind, in der individuelles, rationales Handeln (Doping) zu einem kollektiv schlechteren Ergebnis führt als ein kooperativer Verzicht.

Welche Rolle spielen biographische Faktoren?

Der Autor argumentiert, dass die kurzfristige Karriereplanung und der soziale Druck den Ausstieg aus dem System unmöglich erscheinen lassen.

Gibt es einen einfachen Ausweg aus dem Doping-Dilemma?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass einfache Strategien wie Axelrods „TIT-FOR-TAT“ aufgrund von Informationsdefiziten im Sport nur schwer anwendbar sind.

Wie bewertet der Autor die aktuelle Situation im Spitzensport?

Er sieht den Sport in einem Kreislauf von gegenseitigen Verdächtigungen und einem Sieges-Imperativ, der Doping als „beste Strategie“ erscheinen lässt.

Ende der Leseprobe aus 90 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Doping im Sport – Anpassung durch Abweichung
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Gerhard Mercator Universität Duisburg)
Note
2,5
Autor
Diplom-Sozialwissenschaftler André Heinz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
90
Katalognummer
V174464
ISBN (eBook)
9783640949793
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Doping Sport rational choice systemtheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diplom-Sozialwissenschaftler André Heinz (Autor:in), 2002, Doping im Sport – Anpassung durch Abweichung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/174464
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Leseprobe aus  90  Seiten
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