Die Devisenmärkte und die Weltfinanzkrise sind die großen Themen dieser Arbeit. Besonders die Reaktionen auf Schocks und deren Verarbeitung in den Märkten sowie die spätere Ausweitung zur Eurokrise stehen dabei im Mittelpunkt. Ob die Arbeit eine abschließende Betrachtung der Krise ist oder nur ein Zwischenfazit lässt sich noch nicht sagen. Einen umfassenden Überblick über den Stand der Dinge gewährt sie jedoch sicherlich.
Vorgehensweise
Nach einer kurzen Rekapitulation der Ereignisse folgt ein umfassender Theorieteil, der die relevanten Aspekte anspricht und sie zu erklären versucht. Hierbei steht natürlich die Theorie der Devisenmärkte im Mittelpunkt, doch auch Zinsen und temporäre Schocks werden angesprochen. Im Anschluss wird in der Methodik erklärt, wie die empirischen Resultate erarbeitet wurden, welche Daten verwendet wurden und welche Modelle zugrunde liegen. Schließlich folgt die Präsentation der Ergebnisse, bevor ein Fazit die Arbeit abrundet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Vorgehensweise
1.2 Kurze Rekapitulation der Krise
2. Theorie
2.1 Theorie der Devisenmärkte
2.1.1 Arbitrage
2.1.2 Paritäten
GZP
UZP
KKP
2.1.3 Devisenreserven
2.1.4 Besonderheiten
2.2 Theorie zu (temporären) Schocks
2.3 Theorie zu Zinsen
3. Methodik
3.1 Methodik zu den Reaktionen auf den Devisenmärkten
3.2 Methodik zu den Auswirkungen auf die Eurozone
4. Reaktionen der Devisenmärkte in der Krise
4.1 Reaktionen einzelner Währungspaare auf temporäre Schocks
4.1.1 Aufstellen von Hypothesen
Der Euro reagiert generell auf temporäre Schocks
Der Euro gewinnt gegenüber dem Dollar nach der Insolvenz einer Großbank wie Lehman Brothers
Der Euro verliert gegenüber anderen Währungen (britisches Pfund, japanischer Yen, US Dollar) nach der Herabstufung eines Eurolandes (Griechenland) durch Ratingagenturen
4.1.2 Testen der Hypothesen
Überprüfen der Hypothese ‚Der Euro reagiert auf temporäre Schocks‘
Überprüfen der Hypothese ‚Der Euro gewinnt gegenüber dem Dollar nach einer Pleite einer Großbank wie Lehman Brothers‘
Überprüfen der Hypothese ‚Der Euro verliert gegenüber anderen Währungen (britisches Pfund, japanischer Yen, US Dollar) nach der Herabstufung eines Eurolandes (Griechenland) durch Ratingagenturen‘
4.2 Einbeziehung von Forwardkursen
4.3 Einbeziehung von Renditen
4.4 Trends der Märkte über den gesamte Zeitraum der Krise
4.5 Reaktionen der Devisenreserven
5. Entwicklung der Weltfinanzkrise zur Eurokrise
5.1 Entwicklung zur Eurokrise
5.1.1 Theoretische Rekapitulation
5.1.2 Auswirkungen auf Zinsen, Produktivität und Preise
5.2 Schattenwechselkurse – Aufstellen und Testen von Hypothesen
5.2.1 Aufstellen von Hypothesen
Die Schattenwechselkurse innerhalb der Eurozone reagieren auf temporäre Schocks
Die Schattenwechselkurse stehen in linearem Zusammenhang mit den effektiven Wechselkursen
Die Schattenwechselkurse außerhalb der Eurozone stehen in linearem Zusammenhang mit den tatsächlichen Wechselkursen
5.2.2 Testen der Hypothesen
Die Schattenwechselkurse innerhalb der Eurozone reagieren auf temporäre Schocks
Die Schattenwechselkurse stehen in linearem Zusammenhang mit den effektiven Wechselkursen
Die Schattenwechselkurse außerhalb der Eurozone stehen in linearem Zusammenhang mit den tatsächlichen Wechselkursen
5.3 Theorie des ‚Optimalen Währungsraums‘ und Abgleichung mit den Erkenntnissen der Arbeit
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelor-Arbeit untersucht die Reaktionen der Devisenmärkte auf temporäre Schocks im Zuge der Weltfinanz- und Eurokrise, um zu analysieren, ob und wie Währungspaare auf exogene Ereignisse reagieren und inwiefern sich dies durch ökonomische Theorien abbilden lässt.
- Analyse der Reaktionen wichtiger Währungspaare (Euro, US-Dollar, britisches Pfund, japanischer Yen) auf Krisenschocks.
- Untersuchung der Aussagekraft von Forward-Rates und der Entwicklung der globalen Devisenreserven während der Krise.
- Erarbeitung und empirische Überprüfung von Schattenwechselkursen basierend auf Zins- und Kaufkraftparitäten.
- Vergleich der theoretisch abgeleiteten Schattenwechselkurse mit tatsächlichen und effektiven Wechselkursen.
- Abgleich der empirischen Ergebnisse mit der Theorie des optimalen Währungsraums im Kontext der Eurozone.
Auszug aus dem Buch
1.2 Kurze Rekapitulation der Krise
Der Beginn der Weltfinanzkrise wird meist auf den Frühsommer 2007 datiert, als sich Anzeichen verdichteten, dass auf dem amerikanischen Immobilienmarkt eine riesige Spekulationsblase im Begriff war zu platzen. Viele Banken, die im US-amerikanischen Hypothekengeschäft engagiert waren, bekamen daraufhin Probleme. Enorme Abschreibungen und Verluste waren die Folge. Doch mit dem Notverkauf (und massiver Intervention des Staates) der Investmentbank Bear Stearns an JP Morgan Chase wurde eine neue Dimension erreicht.
Nach der Rettungsaktion gehen die Banken davon aus, dass im Notfall der Staat einspringt, wie im Falle Bear Stearns gesehen. Dadurch kommt es zu einem Sicherheitsgefühl auf den Märkten.
Die Krise auf dem Immobilienmarkt führt jedoch zu weiteren Problemen für die Finanzdienstleistungsbranche. Trotzdem geht der Markt davon aus, dass nur kleinere Unternehmen die Finanzkrise nicht überleben; in diesen Zeitraum fallen jedoch bereits mehrere Rückabwicklungen von Hedge-Fonds. Die UBS muss beispielsweise zwei große Fonds schließen, die bereits Verluste im dreistelligen Millionenbereich realisiert haben.
Mit der – mehr oder weniger überraschenden – Insolvenz der Wall-Street-Bank Lehman Brothers eskalierte die Krise schließlich. Vertrauen wurde massiv zerstört, da der Grundsatz ‚too big to fail‘ nicht mehr zu gelten schien. Der Interbankenhandel ging auf null zurück. Von da an intervenierten die Staaten weltweit um das Finanzsystem und die Banken zu stützen. Kapitalspritzen, Garantien und Bürgschaften bauten dann langsam wieder Vertrauen auf.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt das Thema der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise vor und gibt einen kurzen historischen Abriss zur Entstehung der Weltfinanzkrise.
2. Theorie: Legt die theoretischen Grundlagen der Devisenmärkte dar, einschließlich Arbitrage-Prinzipien, Zinsparitäten, Kaufkraftparitäten sowie der Wirkungsweise von Schocks und Zinsniveaus.
3. Methodik: Beschreibt die Datengrundlage und die statistischen Verfahren, die verwendet wurden, um die Reaktionen der Devisenmärkte und die Auswirkungen auf die Eurozone zu quantifizieren.
4. Reaktionen der Devisenmärkte in der Krise: Analysiert empirisch die Reaktionen einzelner Währungspaare auf temporäre Schocks, zieht Forward-Kurse und Renditen hinzu und untersucht die Trends der Devisenreserven.
5. Entwicklung der Weltfinanzkrise zur Eurokrise: Betrachtet den Übergang der Finanzmarktkrise zur Eurokrise, berechnet Schattenwechselkurse für die Eurozone und ordnet die Ergebnisse in die Theorie des optimalen Währungsraums ein.
6. Fazit und Ausblick: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und zieht ein abschließendes Resümee über die Validität der verwendeten Modelle sowie die Auswirkungen der Krise auf die Eurozone.
Schlüsselwörter
Devisenmärkte, Weltfinanzkrise, Eurokrise, Zinsparität, Kaufkraftparität, Schattenwechselkurse, Arbitrage, Lehman Brothers, Griechenland, Devisenreserven, temporäre Schocks, Wirtschaftstheorie, Eurozone, Renditen, Geldpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der Devisenmärkte während der Weltfinanz- und der beginnenden Eurokrise, wobei ein besonderer Fokus auf den Reaktionen auf ökonomische Schocks liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Devisenmarkt-Theorie, der Einfluss von Zinsen und Inflation auf Währungen, die Rolle von Devisenreserven sowie die Auswirkungen von Krisenereignissen auf Wechselkurse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch eine empirische Untersuchung zu belegen, ob und wie Währungspaare auf temporäre Schocks reagieren und ob theoretische Modelle (wie Zins- oder Kaufkraftparität) diese Bewegungen in Form von Schattenwechselkursen korrekt widerspiegeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden empirische Methoden wie lineare Regressionen und t-Tests auf Basis von Tagesendkursen von Bloomberg sowie statistische Analysen von Renditen und Korrelationen in der Statistiksoftware R angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Reaktionen einzelner Währungspaare (Euro gegenüber Dollar, Pfund, Yen) auf spezifische Krisenschocks wie die Lehman-Insolvenz und die Herabstufung Griechenlands sowie die Herleitung von Schattenwechselkursen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Devisenmärkte, Weltfinanzkrise, Zinsparität, Kaufkraftparität, Schattenwechselkurse und Eurozone.
Warum spielt die Lehman-Pleite eine besondere Rolle für diese Arbeit?
Die Lehman-Insolvenz dient als beispielhafter, temporärer Schock, an dem statistisch untersucht wird, wie Marktteilnehmer auf unerwartete Insolvenzen von Großbanken und das resultierende Ende des "too big to fail"-Prinzips reagieren.
Welche Rolle spielt die Theorie des optimalen Währungsraums in der Analyse?
Diese Theorie dient dazu, die eurozonen-spezifischen Erkenntnisse zu bewerten, insbesondere die Frage, ob der Wegfall von Wechselkursanpassungen bei gleichzeitig ungleichen Reaktionen auf exogene Schocks die Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Mitgliedsstaaten langfristig beeinflusst.
- Arbeit zitieren
- Jan Reichenberger (Autor:in), 2010, Die Devisenmärkte in der Krise, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/174158