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Schwarze Pädagogik in der Geschichte der Erziehung

Title: Schwarze Pädagogik in der Geschichte der Erziehung

Term Paper , 2010 , 30 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Andrea Thobe (Author), Sonja Lintner (Author)

Social Work

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Summary Excerpt Details

Die Soziale Arbeit entstand aus dem Almosenwesen der christlichen Kirche. Als Wissenschaft ist sie jedoch noch jung und setzt sich aus sehr verschiedenen Fachbereichen zusammen. Im Bereich der Sozialpädagogik legt sie ihr besonderes Augenmerk auf Kinder und Jugendliche. „In diesem Sinn ist sozialpädagogische Arbeit basal erzieherisch, als der nachgeholte Versuch, Kompetenzen zur je individuellen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu vermitteln.“ (Tenorth, 1988, S. 170)
Erziehung beschreibt den Versuch einen Menschen in seiner Entwicklung zum Erwach-senen zu beeinflussen, um ihm eine bessere Stellung und Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen. Demnach richten sich die Erziehungsziele nach den Wünschen des Er-ziehers und seiner Vorstellung von nötigen und gesellschaftlich erwünschten Eigen-schaften. Dem Zögling kommt eine eher passive Rolle zu (vgl. Krüger/Grunert 2006). Dieses Erziehungsbild ist stark autoritär geprägt.
Zur Umsetzung seiner Ziele bedient sich der Pädagoge verschiedener Erziehungsmethoden. Diese systematisch zu benennen und zu erarbeiten ist als Wissenschaft seit Rousseau bekannt. Seinem Erziehungsroman “Emil oder über die Erziehung” folgten viele weitere. In dieser Zeit etablierte sich die Erziehungswissenschaft als eigenständige Disziplin (vgl. Krüger/Grundert, 2006), S. 152). Seither herrscht ein Widerstreit über die verschiedenen Erziehungsziele und Methoden. Nicht alle Schriften forderten die totale Unterwerfung des Kindes.
Jedoch blieb die Erziehung als Wissenschaft über mehrere Jahrhunderte bei der Vorstellung, man müsse Kinder zu ihrem eigenen Wohl zu Disziplin und blindem Gehorsam erziehen. Diese Hausarbeit widmet sich der Frage, welche Methoden der schwarzen Pädagogik in der Geschichte der Erziehung angewandt werden und in welcher Form sie noch heute angewandt wird.
Was ist „schwarze Pädagogik“ und wodurch wird sie gekennzeichnet? Mit der Antwort dieser Frage wollen wir beginnen, ehe wir uns der ersten Zeitepoche widmen: Dem Mittelalter, in dem die Erziehung noch keine große Rolle gespielt hat. Mit Beginn der Neuzeit kamen die ersten pädagogischen Schriften und Theorien in die Öffentlichkeit. Hierbei erwähnen wir Erasmus von Rotterdam und Michel de Montaigne. Die beiden hatten eher wenig mit „schwarzer Pädagogik“ zu tun und ihre Theorien hatten eher ein humanes Ziel, (...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung des Begriffs „Schwarze Pädagogik“

3. 16. bis 19. Jahrhundert

3.1 Mittelalter

3.2 17. und 18. Jahrhundert

3.3 19. Jahrhundert

4. Wichtige Pädagogen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert

4.1 Erasmus von Rotterdam & Michel de Montaigne

4.2 Martin Luther

4.3 Jean – Jacques Rousseau

4.4 Johann Heinrich Pestalozzi

5. 20. bis 21. Jahrhundert

5.1 Der Nationalsozialismus

5.2 Die 68er

5.3 Überwachen und Strafen

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die Methoden der sogenannten "Schwarzen Pädagogik" von ihren Anfängen bis in die Moderne. Dabei wird analysiert, wie autoritäre Erziehungspraktiken, die auf Disziplinierung und Unterdrückung basieren, durch verschiedene Epochen hindurch legitimiert und praktiziert wurden, um Kinder zu gehorsamen Gesellschaftsmitgliedern zu formen.

  • Historische Analyse autoritärer Erziehungspraktiken vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert
  • Untersuchung des Einflusses bedeutender Pädagogen wie Luther, Rousseau und Pestalozzi
  • Darstellung der Rolle von Erziehungsinstitutionen im Kontext von Macht und Kontrolle
  • Reflektion der Bedeutung der "Schwarzen Pädagogik" für die heutige Soziale Arbeit

Auszug aus dem Buch

4.2 Martin Luther

Die neue „Pädagogik“, die stattdessen praktiziert wird, richtet sich nicht nach Modellen oder Vorbildern. Sie wird umgesetzt, ohne weiter darüber nachzudenken – mit der Rute und einem klaren Ziel: Disziplinierung. Angefangen an den Schulen, fangen die Kinder bald an, sich gegen die neuen Regelungen zu wehren, sind sie doch bereits seit Jahrhunderten an ihre Freiheit gewöhnt, und so kommt es zu Aufständen und Protesten. Bald darauf herrscht Ratlosigkeit unter den Bürgern, denn niemand weiß so recht Ordnung in das Chaos zu bringen. Man braucht jemanden mit neuen Ideen.

Martin Luther nimmt sich dem Problem an und versucht, Eltern zur Erziehung ihrer Kinder zu bringen. Er setzt dort an, wo Erziehung in erster Linie stattfinden sollte: zu Hause. Er beschreibt die Nicht-Erziehung der Kinder nicht nur als hohe Sünde, die die Eltern den Kindern antun, indem sie sie nicht erziehen (Luther, 1962, S. 87), er geht noch viel weiter und sagt, dass die Strafe einer Jungfrauenschändung geringer sei, als die, sein Kind nicht zu erziehen (Luther, 1967, S. 226).

Luther verschafft sich mit dieser Ansicht über Erziehung die Aufmerksamkeit des Volkes, aber das allein trägt nicht dazu bei, dass sich diese Ansichten durchsetzen. Neue Strukturen von Familie werden geschaffen. Luther schafft die christliche Ehe und die christliche Erziehung, indem er eine klare Rollenverteilung innerhalb der Familie fordert. Der Mann ist der Hausherr, den Frauen wird das Hausregiment zuteil und die Kinder werden zu Untertanen ihrer Eltern. (vgl. Mallet, 1987, S. 38) Er selbst geht mit guten Beispiel voran und sagt über seine Frau: „Sie fuhrwerkt, bestellt das Feld, weidet und kauft Vieh, braut usw. Dazwischen ist sie auch darangegangen, die Bibel zu lesen, und ich habe ihr fünfzig Gulden versprochen, wenn sie vor Ostern zu Ende käme.“ (Luther, zit. n. Mallet, 1987, S. 39).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Erziehung als Wissenschaft ein und umreißt die Fragestellung nach den Methoden der schwarzen Pädagogik in der Geschichte.

2. Entstehung des Begriffs „Schwarze Pädagogik“: Es wird erläutert, wie die Generation der 68er diesen Begriff prägte, um autoritäre Erziehungsformen zu kritisieren, die im 18. und 19. Jahrhundert praktiziert wurden.

3. 16. bis 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die zunehmende Institutionalisierung der Unterdrückung von Kindern in verschiedenen Epochen.

4. Wichtige Pädagogen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert: Es werden die Ansätze und teils widersprüchlichen Erziehungsideale von Persönlichkeiten wie Erasmus, Luther, Rousseau und Pestalozzi analysiert.

5. 20. bis 21. Jahrhundert: Der Fokus liegt auf der totalitären Erziehung im Nationalsozialismus sowie den Gegenbewegungen und der Analyse von Machtstrukturen im modernen Schulsystem.

6. Zusammenfassung: Die Kapitelinhalte werden synthetisiert und die bleibende Relevanz der Thematik für die heutige Soziale Arbeit kritisch hinterfragt.

Schlüsselwörter

Schwarze Pädagogik, Erziehungsgeschichte, autoritäre Erziehung, Disziplinierung, Gehorsam, Machtverhältnisse, Martin Luther, Jean-Jacques Rousseau, Johann Heinrich Pestalozzi, 68er Bewegung, Nationalsozialismus, Michel Foucault, Kindheit, Pädagogik, Sozialpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung und Definition der sogenannten "Schwarzen Pädagogik", also Erziehungsmethoden, die auf Disziplin, Gehorsam und teils physischer oder psychischer Gewalt basieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Rolle der Kirche, die Entwicklung des Schulwesens, pädagogische Theorien bedeutender Denker sowie die Auswirkungen politischer Regime wie des Nationalsozialismus auf die Erziehung.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit geht der Frage nach, welche Methoden der schwarzen Pädagogik historisch angewandt wurden und in welcher Form diese autoritären Strukturen bis heute in der Erziehung und Sozialen Arbeit fortbestehen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Verfasserinnen nutzen eine historische Literaturanalyse und beziehen sich dabei maßgeblich auf Quellensammlungen sowie theoretische Konzepte, etwa von Michel Foucault und Alice Miller.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Betrachtung vom Mittelalter über die Aufklärung bis ins 20. Jahrhundert und analysiert dabei spezifische pädagogische Ansätze und deren gesellschaftlichen Kontext.

Welche Begriffe charakterisieren diese Publikation am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie autoritäre Erziehung, Gehorsam, Disziplinierung, Machtausübung, schwarze Pädagogik und historische Erziehungsforschung gekennzeichnet.

Welche Rolle spielt Martin Luther in der Argumentation der Autorinnen?

Luther wird als eine zentrale Figur dargestellt, die durch die Betonung der elterlichen Macht und die christliche Rechtfertigung der Rute als Erziehungsmittel maßgeblich zur Verbreitung der schwarzen Pädagogik beitrug.

Wie bewertet die Arbeit die pädagogischen Ansätze von Pestalozzi?

Pestalozzi wird zwar als Bewunderer der Freiheit eingeführt, sein tatsächliches Handeln in Erziehungsanstalten wird jedoch als Scheitern unter dem Einfluss autoritärer Methoden und Disziplinierungswahn beschrieben.

Inwiefern spielt das Konzept der Macht bei Michel Foucault eine Rolle?

Die Arbeit nutzt Foucaults Analysen, um aufzuzeigen, wie Institutionen wie Schulen den Menschen durch Überwachung und Dressur zu einem funktionalen Mitglied der Gesellschaft formen.

Was ist das Fazit der Arbeit für die heutige Soziale Arbeit?

Die Arbeit mahnt, dass sich die Soziale Arbeit ihrer Tradition in Disziplinierungsinstitutionen bewusst sein muss, um Bevormundung zu vermeiden und sich von der schwarzen Pädagogik zu distanzieren.

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Details

Title
Schwarze Pädagogik in der Geschichte der Erziehung
College
University of Duisburg-Essen
Course
Geschichte der Sozialen Arbeit
Grade
2,3
Authors
Andrea Thobe (Author), Sonja Lintner (Author)
Publication Year
2010
Pages
30
Catalog Number
V174053
ISBN (eBook)
9783640944521
ISBN (Book)
9783640944675
Language
German
Tags
Geschichte der sozialen Arbeit schwarze Pädagogik Rousseau Pestalozzi Martin Luther
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Thobe (Author), Sonja Lintner (Author), 2010, Schwarze Pädagogik in der Geschichte der Erziehung , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/174053
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