Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Vandalenüberfall auf Rom, der im Jahr 455 nach Christus stattfand. Hierbei sollen zunächst die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit beleuchtet werden, also kurz beschrieben werden, wie es um die Machtfülle der für den weiteren Verlauf dieser Hausarbeit relevanten Gruppen beschaffen war. Hierbei gilt es zu beachten, dass der Weg der Vandalen nach Afrika nur wenig bis keine Beachtung finden wird, da dieser für das gewählte Thema von geringerem Interesse ist und den Rahmen dieser schriftlichen Ausarbeitung sprengen würde. Im Anschluss an die Schilderung der Verhältnisse wird aufgezeigt, welche Umstände die Gründe der Plünderung der „heiligen Stadt“ durch Geiserichs Truppen waren. Wie sich diese Plünderung genau zutrug, wobei ein Schwerpunkt ist, welche Beute hierbei erzielt worden ist und wie im Nachhinein mit dieser Beute, die nicht nur aus materiellen Gütern, sondern auch aus Menschen bestand, umgegangen worden ist, soll abschließend beleuchtet werden. Es folgt ein Ausblick auf die nachfolgenden Beziehungen zwischen dem Vandalenreich und dem (west-)römischen Reich, die mit der Plünderung Roms respektive der hieraus erzielten Beute eng verflochten sind.
Um die Geschehnisse der damaligen Zeit zu beschreiben, werden Quellen sowie Sekundärliteratur zu Rate gezogen werden. Hierbei werden Darstellungen von Castritius, Berndt, von Rummel, Steinmacher, Henning, Ward-Perkins und Heuss benutzt, ebenso wie solche von Gautier, Martin, Fischer, Sanford, Schmidt, Barnish und Hattler. Zusätzlich fließen Schilderungen von Bockius, Erbelding, Quast, Walter, Pohl, Diesner und Clover ein. Die Quellen, die die Handlungen in dem für das Thema dieser Hausarbeit interessanten Zeitraum beschreiben und folglich zu Rate gezogen werden, sind Isidor von Sevillas Historia de regibus Gothorum, Vandalorum et Sueborum, die Chronik Continuatio Chronicorum Hieronymianorum des Hydatatius, sowie Prokops Bellum Vandalicum und Jordanes‘ Getica.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Geiserich
2. Politische Verhältnisse
3. Die Plünderung Roms im Jahr 455 n. Chr.
4. Die Beute der Vandalen
4.1 Politische Gefangene
4.2 Arbeiter
4.3 Mitglieder der Aristokratie
5. Die weitere Entwicklung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe, den Ablauf sowie die Auswirkungen der Plünderung Roms durch die Vandalen unter Geiserich im Jahr 455 n. Chr. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Analyse der erzielten Beute, die sowohl materielle Güter als auch gefangene Personen umfasste, sowie der daraus resultierenden machtpolitischen Konsequenzen für das weströmische Reich.
- Politische Strukturen und Machtverhältnisse in der Spätantike.
- Ursachen und Durchführung der Plünderung Roms durch Geiserich.
- Kategorisierung und strategische Bedeutung der menschlichen und materiellen Beute.
- Diplomatische und militärische Auswirkungen auf das Vandalenreich und Westrom.
- Langfristige Folgen der Krise von 454/455 für die römische Reichselite.
Auszug aus dem Buch
3. Die Plünderung Roms im Jahr 455 n. Chr
Geiserich, der sich weigerte den neuen, des Mordes verdächtigten Kaiser anzuerkennen, brach Ende März mit seiner Flotte auf. Ein Gerücht besagt, dass ein „Hilferuf“ von Eudoxia, der Kaiserinnenwitwe, der Grund war, weshalb Geiserich im Jahr 455 gegen den Usurpator Petronius Maximus nach Rom übergesetzt ist; dies berichtet neben anderen etwa Hydatius in der Continuatio Chronicorum Hieronymianorum. Dieser Hilferuf wird oft als hauptursächlich, teilweise auch als mit-ursächlich für den vandalischen Einfall in die Hauptstadt des weströmischen Reiches genannt, allerdings ist nicht davon auszugehen, dass dieser jemals stattgefunden hat. Nachdem die Vandalen Rom nach der gründlichen Plünderung wieder verließen, entführten diese bekanntlich neben Sklaven, Handwerkern und Mitgliedern des Senats die Kaiserinnenwitwe sowie ihre Töchter. Allein dieser Umstand lässt es als wenig wahrscheinlich erscheinen, dass Geiserichs Romzug nur oder hauptsächlich einem Hilferuf Eudokias geschuldet war. Wenn eine Absprache zwischen beiden bestanden hätte, so wäre eine Entführung doch ein merkwürdiger Bestandteil einer solchen gewesen. Vielmehr drängt sich dem, der sich hiermit beschäftigt, der Gedanke auf, dass ein Hilferuf zwar einen romantischen Touch in die Geschichte bringen würde, diese jedoch verklärt. Eher scheinen die Verbindung zur Kaiserfamilie sowie die Aussicht auf reiche Beute ursächlich für das Unterfangen Geiserichs gewesen zu sein, worauf noch näher eingegangen werden wird.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Themas, Eingrenzung der Fragestellung auf den Vandalenüberfall 455 und Benennung der verwendeten Quellenlage.
1. Geiserich: Biografische Einordnung Geiserichs sowie Erläuterung der vandalischen Führungsstruktur und des Senioratsprinzips.
2. Politische Verhältnisse: Analyse der diplomatischen Beziehungen zwischen Vandalen und Westrom sowie der Bedeutung der Getreideversorgung aus Afrika.
3. Die Plünderung Roms im Jahr 455 n. Chr.: Detaillierte Schilderung des Feldzugs, des Einzugs in Rom und der Motive hinter der strukturierten Plünderung.
4. Die Beute der Vandalen: Unterteilung der Beute in materielle Güter und menschliche Kategorien, darunter Politiker, Facharbeiter und Senatoren.
5. Die weitere Entwicklung: Untersuchung der diplomatischen Nachwirkungen und der weiteren militärischen Auseinandersetzungen bis zur Freilassung der kaiserlichen Familie.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Raubzugs als militärischer und politischer Erfolg sowie dessen Bedeutung für das Image der Vandalen.
Schlüsselwörter
Vandalen, Romplünderung, Geiserich, Spätantike, Weströmisches Reich, Eudocia, Plünderung, Beute, Völkerwanderung, Afrika, Kriegsindustrie, Kaiser Valentinian III., Politische Gefangene, Antike, Diplomatie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den historischen Kontext, den Verlauf und die Folgen der Plünderung Roms durch die Vandalen unter ihrem König Geiserich im Jahr 455 n. Chr.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die vandalische Herrschaftsstruktur, die diplomatischen Beziehungen zum weströmischen Reich, die Art der erzielten Kriegsbeute sowie die Rolle von Geiselnahmen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, unter welchen Umständen die Plünderung stattfand, wie die Beute – insbesondere Menschen – genutzt wurde und wie dies die Machtbalance zwischen den Vandalen und Rom beeinflusste.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Arbeit, die auf der kritischen Auswertung zeitgenössischer Quellen (wie Prokop, Hydatius, Isidor von Sevilla) und moderner Sekundärliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die politischen Verhältnisse, den Ablauf des Romzugs, die Kategorisierung der Beute in materielle und menschliche Gruppen sowie die weitere Entwicklung der Beziehungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Vandalen, Romplünderung, Geiserich, Spätantike, Weströmisches Reich und Kriegsbeute.
Inwiefern beeinflusste die Entführung der kaiserlichen Familie die vandalische Politik?
Die Entführung von Eudocia und ihrer Familie diente als wichtiges Druckmittel, um Rom gefügig zu machen und das vandalische Reich vor direkten Vergeltungsmaßnahmen zu schützen.
Welchen Einfluss hatte der Verlust von Handwerkern auf Rom?
Der Abzug qualifizierter Handwerker schwächte die römische Kriegsindustrie massiv, während diese Fachkräfte den Vandalen halfen, ihre eigene militärische Produktion zu stärken.
- Arbeit zitieren
- Stefan Langenbach (Autor:in), 2010, Die Romplünderung im Jahr 455 n. Chr. durch die Vandalen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/174021