Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Sociology - Media, Art, Music

Autonomie der Kunst

Selbstbestimmung im Schatten der Ökonomie

Title: Autonomie der Kunst

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Johannes Buhl (Author)

Sociology - Media, Art, Music

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Eine wesentliche kulturelle Leistung neuzeitlicher Kunst besteht darin, dem Begehren, aus der bestehenden in eine andere Welt zu entkommen. Nicht nur Ausdruck zu verleihen, sondern es mehr oder weniger auch wirklich auslebbar zu machen. ‚Künstlerische Freiheit‘ als geflügeltes Wort für alles, was Kunst darf. Dieses Ideal von der Freiheit der Kunst zeigt ihre gesellschaftliche Bedeutung im Grundgesetz der Bundesrepublik. Die Kunst sei frei, so steht es im fünften Artikel geschrieben. Solange nun in der Kunstwelt die Selbstbestimmung als Ideal gilt, wird versucht, nach ihr eigenen Gesetzen bestimmte Lebens-, Werk- und Organisationsformen zu schaffen, die total anders als die übrige Welt zu sein scheinen. Wo das gelang, war in der Moderne durch Kunst und nicht mehr durch die Religion ein ebenso sinn- und wertvolles wie alternatives Dasein in der Welt gegeben. Doch ist dieses Ideal nicht längst zur Illusion geworden? Gehorcht die Kunstwelt nicht längst dem Primat der Ökonomie, deren Logik sich in alle Bereiche unserer Lebenswelt ausbreitet? Und sind es noch so idealisierte Vorstellungen von einer Passion der Liebe oder von einer Freiheit in der Kunst, werden auch jene Vorstellungen von Handlungsmaxima überlagert oder untergraben, die der rationalen Wahl folgen: Liebe-aber bitte vernünftig! Freiheit - aber zu welchem Preis?
Der vorliegende Text widmet sich der Frage nach der Autonomie der Kunst. Inwiefern ist Kunst frei? Inwieweit kann von einer selbstbestimmten, zugleich kritischen, provokativen und überraschenden Kunst die Rede sein. Jene anscheinend so verhängnisvolle Affäre zwischen Kunst und Markt wird aus Luhmanns systemtheoretischer Perspektive beleuchtet, um Konsequenzen für eine postulierte Autonomie der Kunst zu erkennen. Hierfür wird zunächst Luhmanns kunstsoziologischer Ansatz im Verhältnis zur Ökonomie dargestellt um hierauf aufbauend eine systemtheoretische Funktion der Kunst zu destillieren. Abschließend wird explizit die Beziehung zwischen Kunst- und Wirtschaftssystem betrachtet, um letztendlich eine Antwort auf die Frage nach der Autonomie in der Kunst zu formulieren. An dieser Stelle sei angemerkt, dass sich Darstellung und Illustration der Argumentation sich im Wesentlichen auf die bildenden Künste konzentriert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Ausdifferenzierung des Kunstsystems

2.1 Code und Programm der Kunst

2.2 Das Postulat der Originalität

3. Die Funktion der Kunst

3.1 Beobachtung

3.2 Realitätsverdopplung

4. Kunst und Wirtschaft

4.1 Kommunikation

4.2 Binnendifferenzierung

4.5 Akteursebenen

5. Kunst und Markt

5.1 Kunst und Produktion

5.2 Kunst und Wert

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Autonomie der Kunst unter Berücksichtigung der systemtheoretischen Perspektive von Niklas Luhmann sowie deren Spannungsfeld zum ökonomischen Markt. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, inwieweit das Kunstsystem trotz zunehmender Marktverflechtungen eine eigenständige, selbstbestimmte und kritische Funktion innerhalb der modernen Gesellschaft aufrechterhalten kann.

  • Systemtheoretische Fundierung des Kunstsystems (Luhmann)
  • Differenz zwischen Kunst- und Wirtschaftssystem
  • Bedeutung von Autopoiesis und Realitätsverdopplung
  • Rolle der Binnendifferenzierung und Akteursebenen
  • Der Einfluss von Marktmechanismen auf die künstlerische Produktion

Auszug aus dem Buch

3.2 Realitätsverdopplung

Zunächst soll genauer untersucht werden, wie Kunst ihre Beobachtungsfunktion umzusetzen vermag. Hierfür ist die kunstinterne Unterscheidung in reale und fiktionale Realitäten notwendig.

Kunstwerke haben offensichtlich ein ambivalentes Verhältnis zur Realität. Diese Ambivalenz ist nichts weiter als der Effekt ihrer Form. Einerseits stellt das Kunstwerk sich als fiktionales Gebilde außerhalb seiner Realität dar, andererseits ist es selbst mitsamt seinen Beobachtern ein reales Gebilde. Die Kunst lässt also, wie in anderer Weise auch Sprache und Schrift, die Realität doppelsinnig werden. Sie spaltet die Realität durch ihre Form, so dass im Effekt zwischen zwei Seiten unterschieden werden kann: zwischen der realen Realität und der fiktionalen Realität. Indem der realen Realität eine fiktionale gegenübergestellt wird, erzeugt Kunst auf beiden Seiten ihrer Form einen Zustand, der vorher nicht da war oder jedenfalls nicht beobachtet werden konnte. Nur Kunst vermag durch Hinzunahme neuer Qualitäten eine andere Realität zu schaffen. Die reale Realität wird zum normalen Alltag, der Bereich der vertrauten Erwartungen. Die fiktionale Realität wird zum Bereich der Reflexion anderer unvertrauter, überraschender Ordnungsmöglichkeiten (Luhmann 1997: 63). Wie bereits erläutert, steht autopoietische Geschlossenheit nicht im Widerspruch zu Weltoffenheit und konsequenterweise auch nicht im Widerspruch zu einer relevanten, kritischen und reflexiven Funktion des Kunstsystems.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Der Einstieg thematisiert das Ideal der künstlerischen Freiheit und die Forschungsfrage zur Autonomie der Kunst im Spannungsfeld zur Ökonomie.

2. Ausdifferenzierung des Kunstsystems: Dieses Kapitel erläutert den systemtheoretischen Prozess der Verselbstständigung der Kunst durch binäre Codierung und das Postulat der Originalität.

3. Die Funktion der Kunst: Hier wird die Rolle der Kunst als Reflexionsmedium der Gesellschaft und ihre spezifische Beobachtungsleistung durch Realitätsverdopplung analysiert.

4. Kunst und Wirtschaft: Das Kapitel beleuchtet das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Imperativen und dem operativ geschlossenen Kunstsystem sowie die Rolle von Institutionen und Akteuren.

5. Kunst und Markt: Hier wird die Schnittstelle zwischen Kunstproduktion und Marktmechanismen kritisch unter Berücksichtigung von Konsum und Wertbildung untersucht.

6. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung reflektiert die Frage, ob die systemische Autonomie der Kunst trotz Marktdruck gewahrt bleibt oder ob eine Transformation in heteronome Strukturen erfolgt.

Schlüsselwörter

Autonomie der Kunst, Systemtheorie, Niklas Luhmann, Kunstmarkt, Realitätsverdopplung, Autopoiesis, Kulturindustrie, Binnendifferenzierung, Kunstproduktion, ästhetische Freiheit, moderne Kunst, gesellschaftliche Kommunikation, Beobachtung zweiter Ordnung, Wertbildung, Kunstsoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Kunst und Ökonomie und fragt, ob die Autonomie der Kunst in einem ökonomisch geprägten Umfeld Bestand haben kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Systemtheorie nach Luhmann, der Einfluss des Kunstmarktes, die Rolle von Akteuren wie Galerien und Künstlern sowie die ästhetische Funktion der Kunst.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, inwieweit Kunst frei und selbstbestimmt bleiben kann, wenn sie gleichzeitig ökonomischen Verwertungslogiken ausgesetzt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert primär auf einer systemtheoretischen Analyse nach Niklas Luhmann, ergänzt durch kulturkritische Ansätze von Autoren wie Adorno und Hauser.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Ausdifferenzierung des Kunstsystems, seiner internen Logik, der Interaktion mit der Wirtschaft und den verschiedenen Akteursebenen des Kunstbetriebs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Autonomie, Systemtheorie, Kunstmarkt, Autopoiesis, Realitätsverdopplung und Kulturindustrie.

Warum spielt das Konzept der „Realitätsverdopplung“ eine so zentrale Rolle?

Dieses Konzept beschreibt, wie Kunst durch das Schaffen fiktionaler Ebenen die reale Welt reflektieren und somit eine kritische Distanz einnehmen kann.

Wie bewertet der Autor das „Ende der Kunst“?

Der Autor argumentiert gegen ein proklamiertes Ende der Kunst; vielmehr interpretiert er marktbezogene Einflüsse als Varianten der künstlerischen Selbstprogrammierung, solange diese nicht die Eigenlogik der Kunst zerstören.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Autonomie der Kunst
Subtitle
Selbstbestimmung im Schatten der Ökonomie
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Soziologie II)
Course
Pierre Bourdieu im Kontext der Gesellschaftstheorie
Grade
1,3
Author
Johannes Buhl (Author)
Publication Year
2010
Pages
24
Catalog Number
V173948
ISBN (eBook)
9783640942633
ISBN (Book)
9783640942688
Language
German
Tags
Kunst Kunstmarkt Kunstwissenschaft Ökonomie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Buhl (Author), 2010, Autonomie der Kunst, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/173948
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint