Die Bevölkerung des Kontinents Afrika ist aufgrund von „fortschrittfeindliche[n] Traditionen“ (Nguébong-Ngatat 2018) im Vergleich zur europäischen Bevölkerung stark benachteiligt. Grund dafür sind korrupte Regime, Menschenrechtsverletzungen und die damit einhergehende Instabilität des Kontinents Afrika. Des Weiteren spielt Afrika keine weltpolitische Rolle sowohl Wirtschaftlich wie auch Sicherheitstechnisch ist es für große Investoren, wie die USA oder Europa unattraktiv.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Hinführung zumThema.
1.2 Die ZielederArbeit
1.3 Die Vorgehensweise
2 Die außenpolitischen Instrumente Chinas in Kamerun
2.1 Diplomatie
2.2 Propaganda.
2.3 Investitionen
2.4 Handel
3. Die Auswirkungen des Engagements Chinas auf Kamerun hinsichtlich der Unabhängigkeit und der Nachhaltigkeit.
3.1 Die Bedürfnisse dereinheimischen Bevölkerung
3.2 Die Versorgung mit langlebigen Investitions- und Gebrauchsgütern
3.3 Die Versorgung mit kurzlebigen Gütern
3.4 Die Förderung der nationalen Integration
3.5 Die interne Kapital- und Technologiebildung.
3.6 Die Wartung der Projekte und Entschädigung der Enteigneten
3.7 Der neue Verhandlungsspielraum der kamerunischen Regierung
3.8 Wie verhält sich die kamerunische Regierung den Interessen und Zielen Chinas gegenüber?.
4. Schlussfolgerung
Literaturverzeichnis
Internetquellen:
Buchquellen:
Abbildungsverzeichnis:
1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
Die Bevölkerung des Kontinents Afrika ist aufgrund von ,,fortschrittfeindliche[n] Traditionen“ (Nguébong-Ngatat 2018, S. 1)1 im Vergleich zur europäischen Bevölkerung stark benachteiligt. Grund dafür sind korrupte Regime, Menschenrechtsverletzungen und die damit einhergehende Instabilität des Kontinents Afrika. Des Weiteren spielt Afrika keine weltpolitische Rolle sowohl Wirtschaftlich wie auch Sicherheitstechnisch ist es für große Investoren, wie die USA oder Europa unattraktiv (vgl. Tull 2005, S. 5)2.
Diese Aspekte treffen auch auf Kamerun zu und spiegeln dessen Entwicklung wider. Die Volksrepublik China (im folgenden China) sieht im Gegensatz zu den westlichen Großmächten wie den USA, Canada und Europa ein großes Potenzial in Afrika und damit auch in Kamerun. Dementsprechend ermutigt China seine Unternehmen mit Afrika bzw. Kamerun Beziehungen aufzubauen und liefert konsistentes Engagement (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 1). Die bilateralen Beziehungen der beiden Länder begannen 1972.
Bis zum Jahr 2010 wollte China den Umfang ihres bilateralen Handels auf 100 Milliarden US$ aufstocken, dieses Ziel wurde bereits 2008 mit 106,8 Mrd. US$ übertroffen und machte China 2009 zum wichtigsten Handelspartner Afrikas (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 1f.). Schaut man sich die Projekte chinesischer Baufirmen in Kamerun an, sind diese überwiegend mit dem Ausbau von Infrastruktur wie Straßen, Häfen, Unterhaltung und Tourismus beschäftigt. Insgesamt mit einem Projektvolumen von 10,3 Mrd. US$ in einem Zeitraum von 2005 bis 2017 (vgl. Germany Trade & Invest 2018)3.
An dem umfangreichen Volumen des Handels zwischen China und Kamerun ist das große Interesse Chinas an Kamerun zu erkennen.
Diese enormen Investitionen seitens China führen unweigerlich zu der Frage, welche Ziele China in Afrika bzw. Kamerun verfolgt. Internationale Beobachter machen sich sorgen, dass Kamerun in eine beständige Abhängigkeit von China rutschen könnte (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 2). China würde dann als neokolonialer Akteur fungieren. Neokolonialismus ist eine „kritische. Bezeichnung für die Wirtschaftspolitik der Industriestaaten gegenüber den unterentwickelten Ländern. Sie wird als neue >verschleierte< Form der Kolonialherrschaft gedeutet, da sie - ohne direkte politische Machtausübung - die entwicklungsbedürftigen Länder in die finanzielle, wirtschaftlich. und technische. Abhängigkeit der Industriestaaten bringe.“ (dtv-Lexikon 1990, S. 7)4. Kamerun wäre in diesem Fall finanziell, wirtschaftlich und technisch von China abhängig und könnte dementsprechend keine Entscheidungen mehr ohne das Einverständnis Chinas treffen.
[Die Abbildung ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht im Lieferumfang enthalten.]
(Abbildung 1)
In der Statistik ist zu erkennen, dass sich die chinesischen Direktinvestitionen innerhalb von sechs Jahren drastisch gestiegen sind.
[Die Abbildung ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht im Lieferumfang enthalten.]
(Abbildung 2)
Die Statistik zeigt die Projektvolumen chinesischer Firmen in ganz Afrika, darunter auch Kamerun. Es zeigt, dass China bereits in vielen afrikanischen Ländern vertreten ist.
1.2 Die Ziele derArbeit
Das Ziel der Arbeit, ist es die Auswirkungen des Engagements Chinas hinsichtlich der Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit Kameruns zu betrachten.
1.3 Die Vorgehensweise
Die Arbeit führt die einzelnen außenpolitischen Instrumente Chinas in Kamerun auf. Dazu gehören Diplomatie, Propaganda, Investitionen und Handel. Diese Instrumente werden hinsichtlich der Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit des Landes Kamerun betrachtet und ausgewertet. Es geht um den Einfluss, den diese Instrumente auf die Struktur des politischen Systems Kamerun haben und welche Auswirkungen die Entscheidungen der Regierung auf die kamerunische Bevölkerung haben. Dabei habe ich mich auf die unten aufgeführten Quellen gestützt.
2. Die außenpolitischen Instrumente Chinas in Kamerun
Die Zusammenarbeit zwischen China und Kamerun begann 1972. Bereits zu diesem Zeitpunkt setzte China auf ein breites Spektrum an Instrumenten bzw. Mitteln, um mit Kamerun in Kooperation zu treten (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 113).
Die außenpolitischen Instrumente der sich China bedient sind Diplomatie, Propaganda, Investitionen und Handel. Alle diese Instrumente haben einen direkten Einfluss auf die Entwicklung des Landes Kamerun. Sie beeinflussen die Bevölkerung hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Investitionen und verändern dementsprechend den Lebensstandard der kamerunischen Bevölkerung. Auf der anderen Seite kann die Unabhängigkeit der kamerunischen Regierung beeinflusst werden.
2.1 Diplomatie
China nutzt hauptsächlich folgende drei diplomatische Instrumente. Das Erste ist der Multilateralismus, bei dem China die weltweiten wirtschaftlichen Beziehungen Kameruns ausbaut und dem Land dementsprechend unterstützt auf dem internationalen Markt gegenüber anderen Ländern konkurrenzfähig zu sein. Die „comission mixte“ ist das zweite Instrument. Sie ist ein am 26.09.1986 gegründetes Gremium bestehend aus kamerunischen und chinesischen Entscheidungsträgern, welches sich alle zwei Jahre trifft, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu fördern und zu überwachen (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 122). Die politische Kontaktaufnahme zwischen Kamerun und China ist das dritte Instrument, bei dem die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Partnerländern durch einen Austausch der einzelnen Institutionen beider Länder und den Kontakt zwischen den Bürgern gepflegt wird. Bei Letzterem ist zu bemerken, dass China auch mit Regierungen zusammenarbeitet, die nicht ihre Ideologien vertreten. Dies ist dazu bestimmt China zu ermöglichen das Spektrum der möglichen Handelspartner zu erweitern und dadurch Global vertreten zu sein (vgl. Anshan 2008, S. 24)5. Ein wichtiger Aspekt dabei sind Städtepartnerschaften. Zwischen der Hauptstadt Kameruns Douala und der Shanxi-Provinz besteht seit 1990 eine Partnerschaft, die es ermöglicht die freundschaftlichen Beziehungen zu stärken (vgl. Ministry of Commerce of the People's Republic ofChina)6.
Bei diesen drei diplomatischen Instrumenten muss beachtet werden, in welchem Ausmaß die chinesische Regierung sie verwendet und ob man diese noch als diplomatisches Instrument bezeichnet, oder sie als Propaganda seitens China einordnet. Vor allem bei dem Instrument der Kontaktaufnahme ist der Übergang zur Propaganda fließend.
2.2 Propaganda
China verwendet zu Propagandazwecken hauptsächlich zwei Mittel. Zum einen benutzt es die „Dritte-Welt-Rhetorik“ und zum anderen verwendet es die Nachrichtenagentur Xinhua, welche auch in Kamerun vertreten ist (vgl. Nguébong-Ngatat 2018,S. 117).
Unter der Dritten-Welt-Rhetorik versteht man, dass sich China mit Kamerun solidarisiert. China war ähnlich wie Kamerun unter kolonialer Herrschaft der Japaner. Kamerun wurde „von 1869 bis 1918 durch Deutschland und von 1919 bis 1960 in Form von Schutzherrschaft durch Frankreich und Großbritannien“ (Nguébong-Ngatat 2018, S. 117) beherrscht. Dementsprechend benutzt China seine Gemeinsamkeiten mit Kamerun und zeigt, dass es die Lage Kameruns versteht (vgl. Tull 2005, S. 9).
So bezeichnet sich China als größtes Entwicklungsland und Afrika als Kontinent mit den meisten Entwicklungsländern: „China is the largest developing country in the world and Africa is the continet with the largest number of developing countries.“ (Pham 2016, S. 241f.).7
Mit der Nachrichtenagentur Xinhua besitzt China eine große Medienpräsenz in Afrika und formt somit das Medienbild nach seinen Anforderungen (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 120f.). Dies führt dazu, dass die veröffentlichten Nachrichten zugunsten Chinas dargestellt werden. Dementsprechend wird das Bild Chinas, welches die Bevölkerung Afrikas sowie Kameruns hat nur auf die positiven Aspekte des Landes begrenzt. Die Nachrichtenagentur versucht den westlichen Medien und dem damit verbundenen negativen Bild, welches sie über China vermitteln entgegenzuwirken. Somit werden die politischen Einstellungen der Kameruner maßgeblich nach chinesischen Vorstellungen geformt (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 121).
2.3 Investitionen
Die Investitionen Chinas in Kamerun lassen sich zum einen in die finanzielle Förderung des Landes und zum anderen in die Unterzeichnung von Investitionsabkommen unterteilen.
Die Investitionen, die China tätigt werden dabei über „die EXIMBANK, den sino- afrikanischen Entwicklungsfonds (CADFund) und die CABC“ (Nguébong-Ngatat 2018, S. 129) abgewickelt. Unter der CABC versteht man den China-Africa Buisness Council. Es ist ein Zusammenschluss von 90 Delegationen aus 26 afrikanischen Ländern (vgl. CABC Definition)8. Der sino-afrikanische Entwicklungsfond dient dazu, die Investitionen Chinas in Kamerun anzukurbeln und subventioniert Unternehmen, die in Kameruns Infrastruktur investieren. Besonders wichtig ist es China, die Infrastruktur aufzubauen, welche für die Förderung von Rohstoffen wie Eisenerz, Bauxit, Kobalt Manganerze, Nickel und Diamant zuständig sind (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 129).
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(Abbildung 3)
China versucht immer mehr seiner Unternehmen in Afrika anzusiedeln und verdrängt dabei die nationale sowie internationale Konkurrenz (Nguebong-Ngatat 2018, S. 130f.).
Die Unterzeichnung von Investitionsabkommen dient dazu, dass chinesische Unternehmen Zugriff auf kamerunische Infrastruktur bekommen und gleichzeitig für den kamerunischen Staat arbeiten dürfen. So sind chinesische Firmen im „Bau-, Bergbau- Telekommunikations- und Verkehrswesen“ (Nguebong-Ngatat 2018, S. 130) tätig. Eines dieser Abkommen ist ein am 13.10.2010 verabschiedetes „Rahmenabkommen zur Eröffnung einer Fabrik für die Produktion von Düngemittel in Kribi“ (Nguebong-Ngatat 2018, S. 132).
2.4 Handel
Beim Handel zwischen China und Kamerun sind die wichtigsten Instrumente die Handelsabkommen und die Handelskammern der beiden Länder. Ein Beispiel dafür ist das Jahr 2016 in dem China und Kamerun einen bilateralen Handelsumsatz mit einem Volumen von 2,6 Mrd. US$ hatten (Nguebong-Ngatat 2018, S. 141). Beide Partner stützen sich bei ihren Vorhaben auf ein Abkommen vom 30.08.2002, welches die Handelsbeziehungen auf wirtschaftlicher und technischer Ebene regelt (Nguébong-Ngatat 2018, S. 131). Diesem Abkommen geht ein Handelsabkommen zwischen China und Kamerun vom 17.08.1972 voraus (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 141). Dementsprechend betreiben China und Kamerun seit circa 48 Jahren Handel miteinander. Die Abkommen sind für einen reibungslosen Handel zwischen China und Kamerun zuständig, bei dem beide Länder profitieren sollten.
Sie regeln den Handel ,,[...] bei folgenden Transaktionen: dem Zolltarif, Export und Warentransit, der Beantragung von Import- und Exportlizenzen, der Importsteuer, Abwicklung von Zoll- und Steuergebühren.“ (Nguébong-Ngatat 2018, S. 141).
Wichtig ist es festzuhalten, dass bei jedem Abkommen über eine Kreditgewährung eine Unterzeichnung eines Handelsabkommens vorausgeht. Diese Handelsabkommen dienen dazu Kamerun mit den von China geleisteten Krediten an chinesische Firmen, Rohstoffe und Produkte zu binden. Somit muss zum Beispiel beim Ausbau des Telekommunikationsnetzwerkes die Firma Huawei beteiligt werden (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 142). Daraus entsteht ein guter Absatzmarkt für chinesische Produkte. Des Weiteren ist es jedoch notwendig chinesische Firmen zu engagieren zum Beispiel komplexe Infrastrukturen zu bauen, da den lokalen kamerunischen Firmen das dazu benötigte Knowhow fehlt. Dabei sind die Kameruner jedoch an die mit China abgeschlossenen Verträge gebunden und müssen chinesische Firmen beschäftigen (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 142).
3. Die Auswirkungen des Engagements Chinas auf Kamerun hinsichtlich der Unabhängigkeit und der Nachhaltigkeit
China geht bei seiner Außenpolitik mit den ihnen zur Verfügung stehenden Instrumenten recht offensiv vor. So werden wirtschaftliche Ziele vor die Einhaltung der Menschenrechte gestellt. Fraglich ist, ob beide Partner die Normen und Werte des jeweils anderen respektieren, oder ob sie nur an ihrem eigenen Profit interessiert sind. China hebt bei seinen Interaktionen mit anderen Ländern hervor, dass sie sich nicht in die Angelegenheiten ihrer Partnerländer einmischen (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 293).
3.1 Die Bedürfnisse dereinheimischen Bevölkerung
Bei den Bedürfnissen der Bevölkerung kommt es gerade bei den ärmeren Menschen auf die Versorgung mit lebenswichtiger Infrastruktur an. Somit ist „die Versorgung mit Grundbedürfnissen wie Wasser, Strom und Straßen, die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen und die Versorgung mit Konsumgütern.“ (Nguébong-Ngatat 2018, S. 331) besonders wichtig.
3.2 Die Versorgung mit langlebigen Investirons- und Gebrauchsgütern
Unter langlebigen Gütern versteht man Immobilien und Objekte, die durch chinesische Hilfe gebaut wurden (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 331). Dazu gehören beispielsweise Produktionsanlagen und Wohngebäude. Huawei beispielsweise hat in Kamerun einen Standort aufgebaut. Die Firma beschäftigt chinesische wie auch kamerunische Arbeitskräfte. Dieser Umstand ist bei den Kamerunern gern gesehen, da chinesische Unternehmen meistens chinesische Arbeitskräfte bevorzugen. Dieser Zustand liegt jedoch auch an dem fehlenden Knowhow der kamerunischen Arbeitskräfte (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 337). Die kamerunische Regierung ist beim Aufbau ihres Landes auf langfristige Investitionen seitens China angewiesen. Hinzukommen Gebrauchsgüter, die zum Aufbau der Infrastruktur benötigt werden. Dazu gehören Infrastrukturen, wie z.B. Krankenhäuser und Brunnenprojekte (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 338). Bei der Bevölkerung in Kamerun gibt es ein eindeutiges Gefühl dafür, dass ihre Regierung die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern über „die Bedürfnisse der Industrienation“ (Nguébong-Ngatat 2018, S. 338) stellt. Kamerun benötigt diese finanzielle und materielle Hilfe durch China, um mit der eigenen Wirtschaft auf dem internationalen Markt anzukommen. So profitieren viele kleinere Unternehmen von den durch China produzierten Gütern wie günstigen Handys oder Motorrädern, da ihnen solche Güter ermöglichen sowohl mobil zu sein als auch auf dem digitalen Markt anzukommen. China profitiert indem es den kamerunischen Markt als Absatzmarkt für eigene Produkte nutzen kann (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 339).
3.3 Die Versorgung mit kurzlebigen Gütern
Kurzlebige Güter sind Güter, die eine kurze Lebensdauer haben. Dazu gehören Lebensrnittel, Lacke und Elektromotoren (vgl. OECONOMIX, Arten von Gütern)9. Diese Güter können durch die Zusammenarbeit beider Partner zu günstigen Preisen auf den kamerunischen Markt gebracht werden (vgl. Nguebong-Ngatat 2018, S. 339).
3.4 Die Förderung der nationalen Integration
Unter nationaler Integration versteht man „die Förderung des Zusammenhalts, die Bekämpfung der ethnischen und sexuellen Diskriminierung, der Minderheitenschutz und die Unterstützung der gegenseitigen Verständigung.“ (Nguebong-Ngatat 2018, S. 344). Diese Aspekte werden jedoch bei der Zusammenarbeit zwischen Kamerun und China nicht ausreichend beachtet. Beide Partner wollen diese Ziele lieber durch eine gemeinsame Verständigung erreichen. Dabei stützt sich China stark auf die von ihnen errichtete Infrastruktur. Dazu gehören beispielsweise Sprachinstitute. Das Ziel ist es eine Völkerannäherung zu gewährleisten. Dabei bestehen jedoch seitens Kamerun zwei große Konfliktlinien. Zum einen die Sprache und Kultur und zum anderen die ethnische Zugehörigkeit. Dementsprechend müssen für eine Annäherung der beiden Länder Maßnahmen ergriffen werden, die unabhängig von diesen Barrieren verlaufen (vgl. Nguebong-Ngatat 2018, S. 345).
3.5 Die interne Kapital- und Technologiebildung
Es gibt eine starke Unterrepräsentation kamerunischer Arbeitskräfte bei in Kamerun lokalisierten chinesischen Projekten. Die Ursache dafür wird in qualitativ minderwertigen politischen Entscheidungen und dem fehlenden Knowhow der einheimischen Arbeitskräfte gesehen (vgl. Nguebong-Ngatat 2018, S. 345). Ein weiterer Grund ist, dass chinesische Firmen ihren kamerunischen Angestellten ein so geringes Gehalt bezahlen, dass es sich für diese finanziell nicht lohnt in chinesischen Unternehme zu arbeiten (vgl. Nguebong-Ngatat 2018, S. 345). Des Weiteren ist es jedoch kamerunischen Unternehmen wie Camtel oder Hydro-Mekin möglich ihre Selbstfinanzierungsmöglichkeit durch die Unterstützung chinesischer Investitionen zu stärken (vgl. Nguebong-Ngatat 2018, S. 345).
3.6 Die Wartung der Projekte und Entschädigung der Enteigneten
Die Wartung der Projekte (durch chinesische Firmen erbaute Infrastruktur) stellt ein erhebliches Problem dar, da eine Fortbildung der kamerunischen Arbeitskräfte nur zögerlich vorangeht. Der Transfer von Fachwissen ist sehr unstrukturiert organisiert und kann so nicht an die lokalen Arbeitskräfte weitergegeben werden (vgl. Nguebong-Ngatat 2018, S. 347). Es ist dem Staat Kamerun bisher nicht gelungen benötigtes Knowhow von chinesischen Firmen effektiv an ihre lokale Wirtschaft weiterzugeben (vgl. Nguebong-Ngatat 2018, S. 347).
Lösungsmöglichkeiten dafür sind „die Sensibilisierung der Kameruner für die Wartungsproblematik insbesondere bezüglich der öffentlichen Gebäude, die Einforderung der Anstellung kamerunischer Techniker und Ingenieure in der frühen Phase der Projektdurchführung entsprechend der Bestimmungen über den Einsatz einheimischer Arbeitskräfte im Rahmen der öffentlichen Aufträge, das Angebot von kurz- und langfristigen Wartungstrainings und das Priorisieren der Wartung als eigenständigen und wesentlichen Teil jedes Projekts.“ (Nguebong-Ngatat 2018, S. 347). Mit diesen vier Aspekten könnte man das Problem des fehlenden Knowhows der kamerunischen Fachkräfte langfristig beheben. Die kamerunische Regierung verschließt die Augen vor diesem Problem und ist nur an ihrem eigenen Profit interessiert. So kann man die Ineffizienz der kamerunischen Regierung an einer vor mehreren Jahrzenten gebauten Kongressanlage beobachten, die bis heute von chinesischen Technikern gewartet wird (vgl. Nguebong-Ngatat 2018, S. 347).
Betrachtet man die Entschädigungen enteigneter Bürger gibt es zwei Richtlinien, die eingehalten werden müssten. Der gesetzliche Rahmen setzt sich zusammen, aus dem Dekret Nr. 66/385/COR vom 20.12.1966, dem Gesetz Nr. 85/1872, Art.9 vom 04.07.1985, dem Dekret Nr. 87/1872 vom 16.12.1987 und Nr. 2003/418/PM vom 25.02.2003. Der institutionelle Rahmen setzt sich aus dem MINDCAF und einem Evaluationsausschuss (Commission de Constat et d'Evaluation (CEE)) zusammen. Dieser Ausschuss beruht auf bestehenden Gesetzen und dem Umwelt- und Sozialplan (Plan de Gestion Environnementale et Social (PGES)) (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 348).
Es gibt jedoch eine Vielzahl von Missbrauchsfällen, bei denen durch Korruption Gelder Enteigneter verloren gegangen sind. Beispiel ist das Staudammprojekt von Memve' ele. Bei diesem Projekt kam es zu einem Problem der Grundeigentumsverteilung, was den Beginn hinauszögerte und die Kosten in die Höhe trieb (vgl. Pondi 2012, S. 12).10
3.7 Der neue Verhandlungsspielraum der kamerunischen Regierung
Bei der Finanzierung und Kreditvergabe geht China nicht nach politischer Konditionalität seitens Kamerun vor und knüpft seine Investitionen an keine politischen Bedingungen. Den einzigen Nachteil, den es gibt, ist die Verteilung der Mittel durch die kamerunische Regierung und die damit verbundene Korruption. Jedoch versucht China seiner eigenen Politik gerecht zu werden (Beijing Consensus). Dabei versucht es in der Interaktion mit Kamerun die Vorzüge beider Parteien darzulegen und die Korruption durch andere Verpflichtungen seitens Kamerun zu umgehen. So schafft es China trotz vorherrschender Korruption die Bürger mit den Investitionen zu erreichen (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 350).
3.8 Wie verhält sich die kamerunische Regierung den Interessen und Zielen Chinas gegenüber?
Die kamerunische Regierung hat für die Interaktionen mit China verschiedene Regelungen aufgestellt. Dazu gehören gesetzliche Rahmenbedingungen, in denen sich beide Partner bewegen sollten, um einen Interessenkonflikt zu vermeiden (vgl. Nguébong-Ngatat 2018, S. 348). Institutionen wie „der Comité de Pilotage, die NOR und eine Projektdatenbank“ (Nguébong-Ngatat 2018, S. 350), um die Zusammenarbeit zwischen Kamerun und China zu verbessern. Des Weiteren stehen sich beide Partner freundschaftlich gegenüber und versuchen auftretende Probleme gemeinsam zu lösen. Abschließend versuchen die kamerunischen Behörden strukturell dafür zu sorgen, dass bei den Projekten ein gewisser Prozentsatz kamerunischer Arbeitskräfte beschäftigt wird (vgl. Nguebong-Ngatat 2018, S. 350f.).
4. Schlussfolgerung
Betrachtet man die Lage, in der sich Kamerun befindet, ist es auf die finanzielle Förderung und die Unterzeichnung von Investitionsabkommen mit China angewiesen. Die Regelungen, welche zur Umsetzung dieser Gelder und Hilfen bestehen werden jedoch seitens der kamerunischen Regierung fragwürdig umgesetzt. Es gilt, dass diese in Kamerun einem Land, in dem die Korruption und Inkompetenz der Regierung immer noch vorherrscht, nichts wert sind. Somit gibt es einen großen Unterschied zwischen den bestehenden Bestimmungen und der Umsetzung dieser durch die Regierung. Es besteht fortlaufend keine Begegnung auf Augenhöhe zwischen den beiden Partnern, da die kamerunische Regierung durch schlechte Regierungsarbeit kamerunischen Arbeitskräften verwehrt chinesische Arbeitskräfte abzulösen. Des Weiteren muss der Bevölkerung Kameruns genug Zeit gegeben werden die neu geschaffenen Möglichkeiten wahrzunehmen und sich kulturell daran anzupassen. Es wird eine kompetentere Regierung benötigt, die zugunsten des Volkes handelt und deren Maßstäben entspricht. Hervorzuheben ist, dass die Intentionen Chinas nicht transparent sind. Somit ist nicht eindeutig ersichtlich mit welchen Zielen China in Kamerun agiert.
Bei den internationalen Beziehungen lassen sich Chinas Interaktionen mit Kamerun dem Realismus zuordnen. Die Akteure sind beides Staaten. Zum einen die chinesische Regierung und zum andere die Kamerunische. Die Dispositionen sind beidseitig zweckrational. China benötigt Kamerun als Rohstofflieferant sowie Absatzmarkt und Kamerun benötigt China als Investor. Die Strukturwirkung ist ein Machtstreben beider Länder. Auf der einen Seite Kamerun, welches China benötigt um Konkurrenzfähig zu werden und auf der anderen Seite China, welches Kamerun als Rohstofflieferant und Absatzmarkt benötigt. Beide Länder streben nach einer Vergrößerung ihrer Macht. Der Prozess der zwischen den beiden Ländern abläuft ist Machtkonkurrenz. Kommt es zu einer Überwindung von Dilemmata gilt die Übermacht Chinas und der Zwang durch die abgeschlossenen Handelsabkommen die Vereinbarungen seitens Kamerun einzuhalten. Es entsteht ein Hegemoniezyklus, bei dem China der Hegemon ist.
Literaturverzeichnis
Internetquellen:
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Buchquellen:
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Abqerufen:
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Abbildungsverzeichnis:
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• Abbildung 2: Projekte chinesischer Baufirmen in Afrika nach Ländern, https://www.gtai.de/gtai-de/trade/branchen/branchenbericht/china/china- als-investor-in-afrika-immer-wichtiger-15598, abgerufen am 20.10.2020.
• Abbildung 3: Chinesische Baufirmen in Afrika, https://www.gtai.de/gtai-de/trade/branchen/branchenbericht/china/china- als-investor-in-afrika-immer-wichtiger-15598, abgerufen am 20.10.2020
[...]
1 Nguébong-Ngatat, Charlotte: Effekte der außenpolitischen Instrumente Chinas in Afrika, Die Facetten des chinesischen Engagements am Beispiel Kameruns, Wiesbaden: Springer VS 2018, S. 1.
2 Vgl.: Tull, Michael Denis: Die Afrikapolitik der Volksrepublik China, Berlin: SWP-Studie, August 2005, S. 5.
3 GermanyTrade & Invest, in: https://www.gtai.de/gtai-de/trade/branchen/branchenbericht/china/china-als-investor-in-afrika- immer-wichtiger-15598/ [21.10.2020].
4 dtv Lexikon, Hg. F.A. Brockhaus und Deutscher Taschenbuchverlag, Bd. 13, Mannheim/München 1990, S. 7.
5 Vgl.: Anshan, Li: China's New Policy toward Africa, in: Rotberg, Robert I. (Hrsg.): China into Africa- Trade, Aid, and Influence, Washington D.C.: Brookings Institution Press, 2008, S. 24.
6 Ministry of Commerce of the People's Republic of China, in: http://english.mofcom.gov.cn/aroundchina/shanxi.shtml/ [21.10.2020].
7 Pham, J. Peter: China's African Strategy and its Implications for U.S. Interests, American Foreign Policy Interests, 2006, S. 241f.
8 Vgl.: CABC Definition, in: http://en.cabc.org.cn/ [20.10.2020].
9 OECONOMIX, Arten von Gütern, in: http://www.oeconomix.de/fileadmin/user_upload/pdf/1- 10_arten_von_g%C3%BCtern.pdf/ [17.10.2020].
10 Vgl.: Pondi, Makon Ma: Attrait immodéré, in: Cammeroon Tribune, 30.08.2012, S.12.
- Quote paper
- Jonas Scheife (Author), 2018, Chinas außenpolitische Instrumente in Kamerun. Auswirkungen auf Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit von 1972 bis 2018, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1735965