In unserer Gesellschaft ist Schenken ein fest verankertes Ritual, wobei, laut kanadischen
Erhebungen, ca. 96% der Geschenke anlassbezogen sind. Dabei kann man den Anlass des
Weihnachtsfestes als Prototyp der heutigen, bürgerlichen Geschenkkultur ansehen.
In dieser Arbeit untersuche ich, wie sich das Weihnachtsfest und seine Geschenkkultur zu
dem entwickelt haben, was wir heute darunter verstehen. Dabei gebe ich einen kurzen
historischen Abriss durch die Zeiträume, welche für die Prägung dieser heutigen
Weihnachtsgeschenkkultur relevant waren, begonnen mit dem ersten Weihnachtsfest in der
Krippe von Bethlehem, bis heute. Dazu versuche ich zu erläutern, welche religiösen, sozialen,
kulturellen, oder wirtschaftlichen Elemente ausschlaggebend waren, für den Wandel von
Weihrauch, Myrrhe und Gold in einem Stall, zum heutigen vorweihnachtlichen Einkaufsstress
und der Bescherung, im Rahmen der Familie, unter dem Weihnachtsbaum.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1 DAS ERSTE WEIHNACHTEN
2 WEIHNACHTEN IM 16. JAHRHUNDERT
3 WEIHNACHTEN AB DEM 19. JAHRHUNDERT BIS HEUTE
3.1 Entwicklung des Festes seit dem 19. Jahrhundert
3.2 Weihnachten heute
4 ST. NIKOLAUS, CHRISTKIND UND WEIHNACHTSMANN
SCHLUSSWORT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Weihnachtsfestes und seiner Geschenkkultur vom ersten Weihnachtsfest in der Krippe von Bethlehem bis zur heutigen bürgerlichen Tradition, wobei religiöse, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Einflussfaktoren analysiert werden.
- Historischer Abriss der Weihnachtsgeschenkkultur von der Antike bis zur Gegenwart
- Die Rolle des Wandels der Familienstruktur und Industrialisierung im 19. Jahrhundert
- Transformation des Schenkens von religiösen Ursprüngen hin zum kommerziellen Ritual
- Bedeutung von Gabenüberbringern wie St. Nikolaus, Christkind und Weihnachtsmann
- Soziologische Analyse des Schenkens als Instrument zur Pflege sozialer Beziehungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Entwicklung des Festes seit dem 19. Jahrhundert
Ab dem 19. Jahrhundert kommt es zu einer Verbreitung des Schenkens anlässlich von Weihnachten. Das hängt mit dem Wandel des Weihnachtsfestes zusammen, der ca. 1800 beginnt und je nach Region bis ins 20. Jahrhundert reicht. Weihnachten entwickelt sich vom religiösen Feiertag, mit dem Höhepunkt des Kirchenganges, zum familiären Beisammensein, mit der Bescherung als Krönung des Ganzen. Zu diesem Wandel sagt Gerhard Schmied:
„Weihnachten ist das Fest des Jahres schlechthin. Seine heutige Form und Bedeutung erlangte es mit dem Aufstieg des Bürgertums. Dabei war die religiöse Dimension bestenfalls zweitrangig (Waits, S. 3); grosse Teile des Bürgertums waren religiös gleichgültig. Die Feier von Weihnachten, wie sie sich nach und nach entwickelte, passte zu neuen Sozialreformen wie der scharfe Trennung von privatem und öffentlichem Raum, wobei der erstere von einem intensiven Gefühlsleben geprägt wurde, das von der Hausfrau und Mutter getragen werden sollte (s.S. 20f.).“
Damit spricht er die wesentlichsten Punkte des Wandels von Weihnachten an. Einerseits die bereits erwähnte, verblassende religiöse Komponente, andererseits aber einen allgemeinen Wandel, beziehungsweise den Aufstieg des Bürgertums.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die Bedeutung des Schenkens als fest verankertes Ritual dar und führt in die Zielsetzung der Untersuchung der historischen und soziologischen Entwicklung der Weihnachtsgeschenkkultur ein.
1 DAS ERSTE WEIHNACHTEN: Dieses Kapitel betrachtet die historischen Ursprünge der Bescherung und die Verbindung zu heidnischen Bräuchen wie den Saturnalien.
2 WEIHNACHTEN IM 16. JAHRHUNDERT: Es wird die Etablierung des Christkinds durch Martin Luther als reformiertes Gegenstück zum heiligen Nikolaus und die Entstehung der Kinderbescherung beleuchtet.
3 WEIHNACHTEN AB DEM 19. JAHRHUNDERT BIS HEUTE: Dieses Kapitel analysiert den Einfluss der Industrialisierung und des aufstrebenden Bürgertums auf die heutige Struktur des Weihnachtsfestes und der modernen Schenkkultur.
4 ST. NIKOLAUS, CHRISTKIND UND WEIHNACHTSMANN: Die Entstehungsgeschichte und die soziologische Funktion der verschiedenen Gabenüberbringer werden in Bezug auf erzieherische Aspekte und familiäre Normen untersucht.
SCHLUSSWORT: Das Fazit fasst die ökonomischen, sozialen und religiösen Faktoren zusammen, die das heutige Weihnachtsfest prägen, und reflektiert kritisch über die kommerzielle Komponente.
Schlüsselwörter
Weihnachten, Geschenkkultur, Bescherung, Schenken, St. Nikolaus, Christkind, Weihnachtsmann, Industrialisierung, Bürgertum, Sozialprestige, Religionsgeschichte, Familienidyll, Gabenüberbringer, Festtagskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen und gesellschaftlichen Transformation des Weihnachtsfestes sowie der Entwicklung der damit verbundenen Geschenkkultur über verschiedene Jahrhunderte hinweg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit thematisiert den Wandel religiöser Bräuche, die Auswirkungen des Aufstiegs des Bürgertums, die Rolle der Industrialisierung für den Konsum sowie die soziologische Bedeutung des Schenkens.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es zu erläutern, welche religiösen, sozialen und ökonomischen Faktoren für den Wandel vom ursprünglichen religiösen Fest hin zur heutigen, durch Stress und Konsum geprägten Bescherung verantwortlich waren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine alltagskulturwissenschaftliche Analyse, die historische Quellen sowie soziologische Literatur heranzieht, um den Prozess der kulturellen Prägung des Schenkens nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte: von den antiken Ursprüngen und den Saturnalien über die Reformation im 16. Jahrhundert bis hin zum Wandel durch die Industrialisierung und moderne Aspekte des Schenkens.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Geschenkkultur, Gabenüberbringer, Sozialprestige, religiöse Komponente und das bürgerliche Familienidyll.
Warum wurde das Christkind als Gabenbringer eingeführt?
Martin Luther führte das Christkind um 1530 als reformiertes Gegenstück zur Heiligenverehrung ein, um den katholischen Nikolausbrauch zu verdrängen und die Bescherung direkt mit dem Weihnachtstag zu verknüpfen.
Welche Funktion erfüllen Gabenüberbringer wie der Weihnachtsmann?
Sie dienen als anonymer Mechanismus, der es Eltern ermöglicht, Kindern Geschenke zu machen, ohne dass diese sich verpflichtet fühlen, ein adäquates Gegengeschenk zu liefern, und dienen zudem der erzieherischen Motivation zu bravem Verhalten.
- Arbeit zitieren
- Josip Lasic (Autor:in), 2009, Weihnachtsgeschenke früher und heute, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/173350