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Aufbruch als Ausbruch

Marguerite Poretes mystisches Werk „Mirouer“ als Zeugnis einer Reaktion intellektueller Frauen auf den Bildungsausschluss im 13. Jahrhundert

Titel: Aufbruch als Ausbruch

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2010 , 38 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Ralf Gührer (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Allen Autorinnen und Autoren, weit über den deutschsprachigen Horizont hinaus, ist gemeinsam die Anerkennung Marguerites als eigenständige und selbstbewusste Denkerin und Theologin, die ihre Lehre konsequent bis in den Tod vertritt. Ihre starke Haltung gegenüber den Hierarchien ihrer Zeit, vor allem dem Bündnis von Kirche und Staat, wie es sich im Inquisitionsprozess darstellt, lässt sie als eine herausragende Frauengestalt im Gegenüber der von Männern diktierten Ordnung erscheinen. In der Regel wird sie als standhafte Frau interpretiert, die sich von den Männern ihrer Zeit nicht zum Schweigen bringen ließ. Ihr Leben und Sterben wird darum oft schablonenhaft dargestellt und durch den heute oft verklärenden oder verzerrenden Blick auf das Mittelalter verstellt. Umso interessanter ist eine Analyse ihres Werkes, das uns als einzig sichere und authentische Quelle ihren Motiven näher bringt. Ihre mystische Lehre, welche die Seele wieder zurückführt zu ihrem Ursprung in Gott und dabei alle Äußerlichkeiten, Strukturen und Bindungen hinter sich lässt und für nichtig erklärt, ist in einer sorgfältigen lateinischen Edition von Paul Verdeyen von 1986 im Corpus Christianorum enthalten und in viele neue Sprachen übersetzt und erläutert worden. Die Grundlagen für eine konsequente Erforschung des Mirouer sind somit gegeben. Immer noch unzureichend beantwortet ist die Frage nach Grund und Ursache für die mystische Lehre, die Marguerite auch mit den anderen Mystikerinnen ihrer Zeit verbindet. Im 13. Jahrhundert erfuhr die Mystik eine schlagartige Verbreitung in allen Gebieten des damaligen Deutschen Reiches, besonders aber entlang des unteren Rheins. Was allgemein als religiöser Aufbruch angesehen wird, kann aber durchaus als ein Ausbruch aus den Zwängen einer Gesellschaft gesehen werden, die sich gerade erst zu Lebzeiten Marguerites, also im Übergang vom Hoch- ins Spätmittelalter, ausformte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und These

2. Marguerite, ihre Zeit, ihre Person und ihr Werk „Mirouer“

2.1. Die Zeit des religiösen Aufbruchs

2.2. Rekonstruktion der Biographie Marguerites

2.3. Der Spiegel der einfachen Seelen

3. Aufbruch als Ausbruch

3.1. Marguerite als intellektuelle Theologin

3.1.1. Kenntnis von anderen Theologen

3.1.2. Wertschätzung für die Erkenntniskraft

3.2. Aversion gegen Gelehrsamkeit und Wissenschaft

3.3. Verbindung zu und Einfluss auf Meister Eckhart

4. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht Marguerite Poretes mystisches Werk „Mirouer“ nicht nur als spirituelles Zeugnis, sondern primär als eine bewusste Reaktion einer hochgebildeten Frau auf den systematischen Bildungsausschluss intellektueller Frauen im 13. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, inwiefern die mystische Lehre und die bewusste Abwendung von akademischen Strukturen als Form des Protests gegen eine von Männern dominierte Wissenschafts- und Theologiewelt zu verstehen ist.

  • Die historische Einordnung des religiösen Aufbruchs im Spätmittelalter.
  • Analyse der Biografie und der Bedeutung des „Spiegel der einfachen Seelen“.
  • Die Rolle der intellektuellen Theologin als Gegenentwurf zur akademischen Männerdomäne.
  • Das Verhältnis von Vernunft, Wissenschaft und mystischer Unmittelbarkeit.
  • Vergleichende Analyse der Verbindungen und Einflüsse zu Meister Eckhart.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Kenntnis von anderen Theologen

Wie in der Literatur dieser Zeit üblich, ist auch der „Mirouer“ frei von Zitatangaben und Verweisen. Betrachtet man die antiken und frühmittelalterlichen Quellen, so zeigt Marguerite eine Abhängigkeit vom neuplatonischen Denken, wie es durch Augustinus, aber vor allem durch Dionysius Areopagita und Johannes Scotus Eriugena in die christliche Mystik eingeflossen ist. Insofern zeigen sich auch Übereinstimmungen mit Wilhelm von St. Thierry, womit wir aber den Bereich der Patristik und des Frühmittelalters verlassen haben und uns bei den zeitgenössischen Quellen befinden.

Die freie Seele, die Marguerite Porete zum Thema ihres Buches macht, ist nach ihrer Beschreibung engelgleich. „Diese Seele […] hat sechs Flügel gerade wie die Seraphim. Sie will nichts mehr, das ihr durch Vermittlung zukäme. Die den Seraphim eigene Seinsweise besteht darin: Zwischen ihrer Liebe und Gottes Liebe gibt es kein Vermittelndes.“78 Das entspricht der Engellehre des Dionysius. Dionysius Areopagita (5./6. Jhd.) beschreibt in seiner Engellehre die Seraphim noch vor den Gott erkennenden Cherubim und den restlichen Chören als die, welche den höchsten Rang einnehmen.79 Den Seraphim ist die unmittelbare liebende Anschauung Gottes gewährt und diese schließt die Erkenntnis Gottes mit ein. Ruh schließt daraus: „Der dionysische Einschlag ist unverkennbar und kann auf Grund des Bildungsstandes Marguerites und im Jahrhundert der Dionysius-Kommentare auch nicht überraschen.“80 Eine lateinische Ausgabe des „Mirouer“ enthält in einem anschließenden Folio das Fragment eines Dionysiuskommentares, das unschwer inhaltliche Verbindungen zum „Mirouer“ aufweist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und These: Einführung in das Leben und Wirken Marguerite Poretes sowie die Darstellung der Arbeitsthese, dass ihre Mystik als emanzipatorische Reaktion auf gesellschaftliche Bildungsbarrieren zu deuten ist.

2. Marguerite, ihre Zeit, ihre Person und ihr Werk „Mirouer“: Überblick über den historischen Kontext, die Rekonstruktion der Biografie sowie eine Einordnung des „Spiegels der einfachen Seelen“ als literarisches und theologisches Zeugnis.

3. Aufbruch als Ausbruch: Kernkapitel zur Analyse der theologischen Kompetenz Marguerites, ihrer intellektuellen Positionierung, ihrer Distanzierung zur institutionalisierten Gelehrsamkeit und ihrer Bezüge zu Meister Eckhart.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Ergebnisse, das Marguerite als eigenständige Denkerin würdigt, die einen persönlichen Königsweg zur Erkenntnis fand und das Verhältnis von Intellekt und Herz neu bestimmte.

Schlüsselwörter

Marguerite Porete, Mirouer, Spätmittelalter, Mystik, Bildungsausschluss, Frauenbewegung, Theologie, Meister Eckhart, Vernunft, Erkenntnis, Geistige Freiheit, Beginen, Inquisition, Mittelalterliche Frauenmystik, Spiegelliteratur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Marguerite Poretes mystisches Werk vor dem Hintergrund ihrer Zeit und deutet es als Ausdruck weiblicher Emanzipation und intellektuellen Protests gegen den Ausschluss von Bildung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Frauenmystik des 13. Jahrhunderts, der Rolle der Frau in der mittelalterlichen Gelehrtenwelt und der theologischen Analyse des „Mirouer“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Mystik Poretes ein bewusster Gegenentwurf zur damaligen Männerdomäne der akademischen Theologie war.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-theologische Analyse, die das Werk in seinen Kontext einbettet und Einflüsse sowie Parallelen zu zeitgenössischen Denkern wie Meister Eckhart untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Biografie, die Untersuchung der theologischen Belesenheit Poretes sowie ihre kritische Haltung gegenüber der zeitgenössischen Gelehrsamkeit.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Freiheit, Vernunft, Bildungsausschluss, mystische Erkenntnis und die „freie Seele“ stehen im Zentrum der Arbeit.

Inwieweit stand Marguerite Porete mit Meister Eckhart in Verbindung?

Obwohl eine direkte Begegnung nicht belegt ist, weist die Arbeit starke inhaltliche Parallelen auf, die auf eine gegenseitige Befruchtung oder zumindest eine intensive Rezeption des „Mirouer“ durch Eckhart hindeuten.

Warum wird Poretes Mystik als „Ausbruch“ bezeichnet?

Der Titel spielt darauf an, dass ihre mystische Praxis eine Form des Ausbrechens aus den gesellschaftlich und kirchlich verordneten Rollenmustern für Frauen darstellt.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Aufbruch als Ausbruch
Untertitel
Marguerite Poretes mystisches Werk „Mirouer“ als Zeugnis einer Reaktion intellektueller Frauen auf den Bildungsausschluss im 13. Jahrhundert
Hochschule
Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main
Note
1,0
Autor
Ralf Gührer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
38
Katalognummer
V173326
ISBN (eBook)
9783640934676
ISBN (Buch)
9783640934775
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aufbruch ausbruch marguerite poretes werk zeugnis reaktion frauen bildungsausschluss jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ralf Gührer (Autor:in), 2010, Aufbruch als Ausbruch, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/173326
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  38  Seiten
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