Zwischenmenschliche Kontakte sind durch unterschiedliche Formen und Ebenen der Beziehungsgestaltung gekennzeichnet und unterliegen somit einer Vielzahl von Einflüssen. Der International Council of Nurses beschreibt eine umfassende eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung von Menschen in allen Lebenssituationen unter dem Begriff „Pflege“. Dabei werden mehrere Faktoren und Ebenen innerhalb der gesundheitlichen Versorgungsstrukturen hervorgehoben und benannt. Beruflich pflegende Personen sind im Arbeitsalltag vollumfänglich mit den Aspekten der Beziehungsgestaltung konfrontiert. Diese spielen nicht nur im direkten Patientenkontakt, sondern auch im multiprofessionellen, berufsgruppenübergreifenden Austausch sowie im Kontakt zu Angehörigen und Dritten eine zentrale Rolle.
Humor kann im Kontext der Beziehungsgestaltung in den Pflegeprozess integriert werden, er ist im Pflegealltag gegenwärtig und unterliegt individuellen Aspekten. Eine diesbezügliche Sensibilisierung schafft neue Räume und Möglichkeiten in der Kommunikation. Es gibt zahlreiche Humorinterpretationen, einige werden in dieser Arbeit genauer definiert und vorgestellt. Der zielgerichtete Einsatz von Humor im Pflegealltag ist bisher sehr allgemein, aber auch punktuell in Einzelsituationen, bezogen auf spezifische Personenkreise und Krankheitsbilder, betrachtet worden.
In der vorliegenden Arbeit werden zentrale psychiatrische Notfallsituationen zunächst näher betrachtet und zusammenfassend, auf ihre Auswirkungen bezogen, beschrieben. Diese stellen alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen, da sie schwer einschätzbar sind und im Verlauf häufig eskalieren können. Die Beziehungsgestaltung nimmt in diesem Zusammenhang eine besondere Stellung ein. Es gilt, der Eigen- und Fremdgefährdung vorzubeugen und aggressive Tendenzen möglichst zu minimieren. Eine Vielzahl von Deeskalationsstrategien beschreibt den Umgang mit akuten Krankheitsbildern und der daraus resultierenden patientenbezogenen Symptomatik. Auch teaminterne Dynamiken und konzeptionelle Rahmenbedingungen, bezogen auf die jeweilige Institution oder Umgebung, fließen in diesem Zusammenhang ein. Die Grundzüge von psychiatrischer Deeskalationsarbeit werden im Verlauf zusammenfassend dargestellt.
Vor diesem Hintergrund wird der Frage nachgegangen, ob Humor einen deeskalierenden Effekt in derartigen Situationen entfalten kann.
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- Anonym (Author), 2021, Humor in der Pflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1733076