Deutschland hat eine lange dichterische Tradition, in welcher die Romdichtung einen wichtigen Platz einnimmt. Verschiedene Dichter wie Goethe und Friedrich Rückert bis zu gegenwärtigen Autoren wie Feridun Zaimoglu kamen aus ganz unterschiedlichen Gründen in die Stadt Rom. Sehr oft wurde Rom zum Ziel der Bildung besucht, um sich mit den Kunstwerken Italiens vertraut zu machen. In diesem Essay wird von Rom als dichterische Inspiration am Beispiel von August von Platten gesprochen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Rezeption Roms in der deutschen Dichtung
3. August von Platen und sein Bezug zu Italien
4. Analyse der Ode Die Pyramide des Cestius
5. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung Roms als Quelle dichterischer Inspiration am Beispiel ausgewählter Lyrik von August von Platen, um aufzuzeigen, wie persönliche Lebensumstände und die Faszination für die ewige Stadt in das poetische Werk einfließen.
- Die historische und kulturelle Rezeption Roms in der deutschen Literatur
- Die biographische Verbindung zwischen August von Platen und Italien
- Analyse der Ode „Die Pyramide des Cestius“ als zentrales Fallbeispiel
- Die Thematisierung des römischen Verfalls und der eigenen Identitätssuche
- Das Spannungsfeld zwischen antiker Tradition und persönlicher Ausdrucksweise
Auszug aus dem Buch
Die Pyramide des Cestius
Die Strophenform der Ode ist „weniger durch formale Merkmale, sondern stärker durch Thema und Vortragsstil“ geprägt. Dabei verwendet er den Hendekasyllabus (Elfsilbler), der am meisten bei Catull zu finden ist, und die Ode ist in hohem Stil (genus grande) verfasst. August von Platen aber macht das nicht zufällig, vielmehr greift er bewusst auf den antiken griechischen und nicht den modernen deutschen Vers zurück.
Es war wichtig für Platen die Rudimente der Antike zu beschreiben, und schon in den ersten beiden Strophen verweisen solche Wörter wie „Denkstein“ oder „Grabmal“ auf das, was schon vergangen ist.
Diese Gedichtform kann in erster Linie als Loblied bezeichnet werden, wobei in Lobliedern in der Regel Personen gelobt werden. August von Platen spricht am Anfang des Gedichts hingegen die Cestius-Pyramide direkt an:
Oeder Denkstein, riesig und ernst beschaust du
Trümmer bloß, Grabhügel, den Scherbenberg dort,
Hier die weltschuttführende, weg von Rom sich
Wendende Tiber!
Die Pyramide wird also nich nur thematisiert, sondern auch direkt angesprochen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das allgemeine Thema der Romrezeption in der deutschen Literatur ein und benennt die Bedeutung der Stadt als inspirierenden Ort für verschiedene Epochen.
2. Die Rezeption Roms in der deutschen Dichtung: Hier wird dargelegt, dass Rom traditionell einen wichtigen Platz in der deutschen Dichtung einnimmt und häufig als Bildungsziel sowie Ort seelischer Inspiration fungierte.
3. August von Platen und sein Bezug zu Italien: Dieses Kapitel beleuchtet Platens biographische Hintergründe, insbesondere seine Italiensehnsucht, die Suche nach künstlerischer Inspiration sowie die Flucht vor gesellschaftlicher Ausgrenzung in Deutschland aufgrund seiner Homosexualität.
4. Analyse der Ode Die Pyramide des Cestius: Die Analyse untersucht die formale Gestaltung und inhaltliche Tiefe der Ode, wobei insbesondere die historische Reflexion über den Verfall Roms und die persönliche Identitätssuche Platens im Fokus stehen.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse und unterstreicht, dass Platens Romdichtung ein eindrucksvolles Beispiel für die emotionale und kreative Auseinandersetzung mit der italienischen Metropole darstellt.
Schlüsselwörter
August von Platen, Rom, Lyrik, Italien, Ode, Die Pyramide des Cestius, Literaturgeschichte, Rezeption, Homosexualität, Identitätssuche, Weltgeschichte, Verfall, Antike, Kunst, Dichtung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle Roms als Inspirationsquelle in der deutschen Lyrik, exemplarisch dargestellt anhand der Werke von August von Platen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die literarische Romrezeption, Platens biographische Italienbezüge und die inhaltliche sowie formale Analyse der Ode „Die Pyramide des Cestius“.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie persönliche Lebensumstände, wie Platens Flucht vor gesellschaftlicher Ablehnung, seine dichterische Inspiration durch die Stadt Rom prägten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten im Kontext biographischer und historischer Hintergrundinformationen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Einführung zur Romrezeption, eine Darstellung von Platens Italienbezug und eine detaillierte Interpretation seiner spezifischen Ode.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind August von Platen, Rom, Lyrik, Italien, Ode, literarische Rezeption und Identitätssuche.
Warum wählte Platen die Form der Ode für sein Gedicht?
Platen nutzte die Ode als hohem Stil (genus grande), um sich bewusst auf die antike Tradition zu beziehen und die Schwere des Themas – den Verfall der Stadt – angemessen auszudrücken.
Welche Bedeutung hat der Tiber im Gedicht für Platen?
Der Tiber fungiert im Gedicht als Symbol für die unaufhaltsame Weltgeschichte, die den "Schutt" der Vergangenheit abträgt und den Verfall Roms versinnbildlicht.
Wie beeinflusste Platens Homosexualität sein Werk?
Die gesellschaftliche Ablehnung seiner Veranlagung in Deutschland führte zu einer Fluchtbewegung nach Italien, wo er liberale Ansichten und die erhoffte äußere Befreiung suchte.
Was bedeutet das Ende der Analyse für die Bewertung von Platens Werk?
Die Analyse verdeutlicht, dass Platens Romdichtung zwar nur einen Teil der literarischen Auseinandersetzung mit der Stadt darstellt, aber wesentlich dazu beiträgt, Rom als zeitloses, inspirierendes Motiv zu erhalten.
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- Ievgeniia Bogomolova (Karashchuk) (Author), 2009, Rom als dichterische Inspiration am Beispiel der Lyrik von August von Platen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/173135