Die deutsche Sprache kann realisiert werden durch komplexe Sätze, das heißt aus Sätzen, die aus mehreren Teilsätzen bestehen. Eine Art wie diese komplexen Sätze sich realisieren lassen ist die, in der ein Satz mit einem Nebensatz gebildet wird. Eine Funktion, die dieser Nebensatz übernehmen kann, ist die des Akkusativobjektsatzes. Der Akkusativobjektsatz gilt in der deutschen Grammatik als Inhaltssatz. Mit diesem Typen und deren Realisierung soll sich die folgende Arbeit beschäftigen. Zunächst soll betrachtet werden, dass es sich bei dieser Art von Nebensätzen überhaupt um Akkusativobjektsätze handelt, obwohl der Nebensatz kein solches Objekt beinhaltet. In manchen Grammatiken sind diese unter dem Begriff Ergänzungssätze zu finden, aber dabei ist der gleiche Typ von Nebensatz gemeint.
Wenn man von der Form her Akkusativobjektsätze betrachtet, lassen sich diese als Konjunktionalsätze, als Interrogativsätze, als freie Relativsätze oder als infinite Sätze realisieren. In dieser Arbeit finden sich diese Formen zum Teil (freie Relativsätze und Infinitivsätze, diese werden aber nur am Rande betrachtet) als eigene Abschnitte der Realisierung wieder, die anderen Abschnitte werden in Bezug auf ihre Einleitungselemente betrachtet. Hierbei handelt es sich um dass-Sätze, ob-Sätze und w-Sätze. Die Einteilung, die von Bausewein übernommen wurde, gestaltet sich besonders bei den w-Sätzen bzw. den Interrogativsätzen etwas schwierig, da diese oberflächlich gesehen leicht mit den freien Relativsätzen zu verwechseln sind. Bei näherer Betrachtung der syntaktischen Umgebung, ist der Unterschied zu erkennen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Akkusativobjektsatz als Bezeichnung bestimmter Nebensätze
3 Realisierungsmöglichkeiten von Akkusativobjektsätzen
3.1 dass-Sätze
3.2 ob-Sätze
3.3 w-Sätze
3.4 Freie Relativsätze
3.5 Infinitivsätze
4 Stellung der Akkusativobjekte
4.1 Vorfeld
4.2 Mittelfeld
4.3 Extraposition
4.4 Extraktion
5 Schluss
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die syntaktische Struktur und funktionale Realisierung von Akkusativobjektsätzen im Deutschen. Das primäre Ziel ist es, die verschiedenen Formen dieser Nebensätze sowie deren Positionierungsmöglichkeiten innerhalb des Satzgefüges auf Basis gängiger grammatikalischer Theorien zu analysieren und gegeneinander abzugrenzen.
- Klassifizierung von Nebensätzen als Akkusativobjektsätze
- Analyse der Einleitungselemente (dass, ob, w-Wörter)
- Untersuchung von freien Relativsätzen und Infinitivsätzen
- Syntax der Stellungsphänomene (Vorfeld, Mittelfeld, Extraposition, Extraktion)
Auszug aus dem Buch
3.1 dass-Sätze
Die augenscheinlich bekannteste und weitverbreitetste Form von Nebensätzen sind die dass-Sätze. Diese Sätze sind häufig abhängige Aussagesätze, auf die dass-Sätze folgen bzw. folgen müssen. Diese Sätze werden auch Konjunktionalsätze Sätze genannt.
Die Verben, die in jedem Fall einen dass-Satz folgen lassen, unterteilt Eisenberg in nichtfaktive (5a), bei denen es „um die Übermittlung oder Verarbeitung von Informationen durch die vom Subjekt bezeichnete Person“ geht und faktive (5b).
Zu diesen Beispielen von Eisenberg lassen sich ebenfalls Einstellungsprädikate (glauben, hoffen, meinen, finden,…) und Sagensprädikate (sagen, behaupten, erzählen, angeben,…) zählen, wie es bei Reis zu finden ist. In einigen Fällen, wie beispielsweise bei dem Wort behaupten, überschneiden sich die Einteilungen der beiden, sie geht jedoch von verschiedenen Grundlagen aus. Reis versucht mit diesen Prädikaten zu zeigen, welche von ihnen fähig sind Verbzweitsätze zu bilden, diese verhalten sich ähnlich wie auch ein Großteil der Verbletztsätze, die durch dass eingeleiteten Sätze sind:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik komplexer Sätze und Definition der Funktion von Akkusativobjektsätzen als Inhaltssätze.
2 Akkusativobjektsatz als Bezeichnung bestimmter Nebensätze: Diskussion über die grammatikalische Legitimität des Begriffs Akkusativobjektsatz, da diesen Sätzen ein direktes Akkusativobjekt fehlt.
3 Realisierungsmöglichkeiten von Akkusativobjektsätzen: Detaillierte Darstellung der verschiedenen Satzformen, die als Akkusativobjekte fungieren können.
3.1 dass-Sätze: Analyse der am weitesten verbreiteten Konjunktionalsätze und ihrer Einbettung nach faktiven und nichtfaktiven Verben.
3.2 ob-Sätze: Untersuchung von indirekten Entscheidungsfragen und deren Einbettung als Satzfragesätze.
3.3 w-Sätze: Erörterung von durch Interrogativpronomina eingeleiteten indirekten Ergänzungsfragen.
3.4 Freie Relativsätze: Abgrenzung von freien Relativsätzen gegenüber indirekten Fragesätzen durch deren spezifische syntaktische Umgebung.
3.5 Infinitivsätze: Betrachtung von Infinitivphrasen als Akkusativobjekt und die Rolle der Kontrolle durch PRO.
4 Stellung der Akkusativobjekte: Analyse der syntaktischen Positionierungsmöglichkeiten von Akkusativobjektsätzen im Gesamtsatz.
4.1 Vorfeld: Erläuterung der Umstellung eines Objektsatzes in das Vorfeld zur Erhöhung der Textkohärenz.
4.2 Mittelfeld: Diskussion über die eingeschränkte Möglichkeit von Ergänzungssätzen im Mittelfeld.
4.3 Extraposition: Darstellung der Verwendung von Platzhaltern wie 'es' bei der Auslagerung von Objektsätzen.
4.4 Extraktion: Untersuchung der Entnahme einzelner Satzglieder aus Komplementsätzen.
5 Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Übereinstimmungen und Unterschiede in den Ansätzen von Bausewein und Eisenberg.
Schlüsselwörter
Akkusativobjektsatz, Nebensatz, dass-Satz, ob-Satz, w-Satz, Relativsatz, Infinitivsatz, Syntax, Satzstellung, Valenz, Vorfeld, Mittelfeld, Extraposition, Extraktion, Grammatik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der syntaktischen Analyse und der funktionalen Realisierung von Akkusativobjektsätzen im Deutschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die verschiedenen Realisierungstypen (Konjunktional-, Interrogativ- und Infinitivsätze) sowie die Regeln für deren Stellung im Satzgefüge.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Nebensatztypen die Rolle eines Akkusativobjekts im Satz übernehmen können und welche syntaktischen Bedingungen dabei gelten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine deskriptive Analyse einschlägiger grammatikalischer Fachliteratur und vergleicht die Ansätze namhafter Linguisten wie Bausewein und Eisenberg.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Bestimmung der verschiedenen Objektsatz-Typen und eine Untersuchung ihrer Positionierung (Vorfeld, Mittelfeld, Extraposition, Extraktion).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Akkusativobjektsatz, Syntax, Satzstellung, Valenz, Extraposition und die verschiedenen Einleitungselemente.
Warum wird der Begriff 'Akkusativobjektsatz' kritisch hinterfragt?
Da diese Sätze formal kein direktes Akkusativobjekt enthalten, wird in der Sprachwissenschaft diskutiert, ob die Bezeichnung aufgrund ihrer funktionalen Ähnlichkeit zu Objekten dennoch gerechtfertigt ist.
Welche Rolle spielen Korrelate bei der Bildung von Objektsätzen?
Korrelate fungieren als Bezugseinheiten oder Platzhalter (z.B. 'das'), die auf den Nebensatz verweisen und somit dessen Funktion als Objekt im Hauptsatz stützen.
Wie unterscheidet sich die Stellung im Vorfeld vom Normalfall?
Während Akkusativobjektsätze meist im Nachfeld stehen, dient die Vorfeldstellung der Anknüpfung an bekannte Informationen und der Verbesserung der Textkohärenz.
Was besagt das Konzept der 'Extraktion' in diesem Kontext?
Bei der Extraktion werden einzelne Satzglieder aus einem eingebetteten Komplementsatz an die Spitze des Matrixsatzes bewegt, was als Phänomen der Linksverschachtelung beschrieben wird.
- Arbeit zitieren
- Marcel Butkus (Autor:in), 2009, Akkusativobjektsätze und ihre Realisation, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172918