Der anthropogene Klimawandel stellt die gesamte Menschheit vor eine schier unlösbare Aufgabe, fordert er doch eine noch nie dagewesene internationale Zusammenarbeit. Auf diversen Klimaschutzkonferenzen (Kioto, Kopenhagen) wird immer wieder die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens beschworen, das Ergebnis bleibt meistens hinter den Erwartungen zurück. An vorderster Front dabei ist auch die Europäische Union, der vielleicht bedeutendste Staatenbund der Menschheitsgeschichte. Sie proklamiert für sich eine Vorreiterrolle in der Klimadiskussion einzunehmen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Dabei ist eine Einigung innerhalb der Union oftmals sehr viel schwieriger und von langen Verhandlungen gekennzeichnet. Der EU kommt dabei in einem vertikalen Mehrebenensystem eine Doppelrolle zu: innerhalb der Union werden Richtlinien entwickelt die von den Nationalstaaten umgesetzt wird. Außerdem entwickeln die Mitgliedsstaaten einen gemeinsamen Standpunkt mit dem die EU auf internationalen Verhandlungen auftritt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. GRUNDLAGEN DER EU – UMWELTPOLITIK
2.1 ENTWICKLUNG
2.2 PRINZIPIEN UND ZIELE
3. DIE EU – UMWELTPOLITIK IM MEHREBENENSYSTEM
3.1 DIE GLOBALE EBENE
3.2 DIE EUROPÄISCHE EBENE
3.2.1 INSTITUTIONEN DER EUROPÄISCHEN UMWELTPOLITIK
3.2.2 DIE EUROPÄISCHE UMWELTPOLITIK ALS INTEGRATIVE KRAFT
3.3 DIE NATIONALE EBENE
3.4 DIE PERSÖNLICHE EBENE
4. FAZIT
5. LITERATUR – UND QUELLENVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die Umweltpolitik der Europäischen Union sowie die verschiedenen Ebenen der Beteiligung (global, europäisch, national, persönlich) darzustellen und ihre Funktionsweise zu erklären. Dabei soll insbesondere die Rolle Deutschlands kritisch hinterfragt werden, um Probleme und Grenzen einer abgestimmten europäischen Umweltpolitik aufzuzeigen.
- Strukturelle Analyse des Mehrebenensystems der EU-Umweltpolitik
- Untersuchung der Entstehung und Entwicklung europäischer Umweltstandards
- Diskussion von Herausforderungen bei internationalen Klimaverhandlungen
- Evaluation von nationalen Strategien und deren Umsetzungsproblemen am Beispiel Deutschlands
- Darstellung der Bedeutung individueller Handlungsmöglichkeiten (persönliche Ebene)
Auszug aus dem Buch
3.3 Die Nationale Ebene
Deutschland gilt als Weltmeister in der Klimapolitik, als Verfechter von ambitionierten Zielen zum Umwelt- und Klimaschutz sowohl in internationalen Verhandlungen als auch auf EU-Ebene. Doch bei näherer Betrachtung beginnt dieses positive Bild zu bröckeln. Seit Beginn der Weltwirtschaftskrise scheint Deutschland dem Klimaschutz nicht mehr die Bedeutung zuzumessen wie noch vor der Krise, als die deutsche Wirtschaft noch boomte und die Automobilbranche noch nicht vom Staat gestützt werden musste.
Dabei hat die Umwelt- und Klimaschutzpolitik in Deutschland eine lange Geschichte. Schon 1978 griff ein Bericht des Umweltbundesamtes das Problem der Erderwärmung durch Ausstoß von Kohlendioxid auf und forderte die Entwicklung von Abhilfemaßnahmen. 1979 wurde die Entwicklung eines nationalen Klimaforschungsprogramms beschlossen, welches 1984 startete (vgl. Weidner 2008: 5ff). Auf Grundlage von Empfehlungen der 1987 eingesetzten Enquete-Kommission „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“ und der 1990 gegründeten interministeriellen Arbeitsgruppe „CO2-Reduktion“ wurden ambitionierte Minderungsziele von 25% bis 2005 beschlossen. Im Vorfeld der ersten Vertragsstaatenkonferenz zur Klimarahmenkonvention in Berlin im Jahr 1995 bekräftigte Bundeskanzler Helmut Kohl erneut das nationale Minderungsziel (vgl. Böhler 2008: 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik des Klimawandels und Darstellung des Zieles der Arbeit, die EU-Umweltpolitik im Mehrebenensystem zu beleuchten.
2. GRUNDLAGEN DER EU – UMWELTPOLITIK: Erläuterung der historischen Entwicklung seit den Römischen Verträgen und Darstellung der zentralen Prinzipien und Ziele der europäischen Umweltpolitik.
3. DIE EU – UMWELTPOLITIK IM MEHREBENENSYSTEM: Detaillierte Untersuchung der verschiedenen Ebenen von der globalen Kooperation bis hin zur nationalen Umsetzung, inklusive einer kritischen Betrachtung Deutschlands.
4. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Effektivität der europäischen Umweltpolitik sowie Ausblick auf notwendige Reformen zur Stärkung der Institutionen.
5. LITERATUR – UND QUELLENVERZEICHNIS: Auflistung der in der Arbeit verwendeten Fachliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
Europäische Umweltpolitik, Klimawandel, Mehrebenensystem, EU-Kommission, Emissionshandel, Kyoto-Protokoll, Klimaschutz, Deutschland, Nachhaltigkeit, Verursacherprinzip, Vorsorgeprinzip, Subsidiaritätsprinzip, Integrationsprinzip, Institutionen, Klimaverhandlungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Umweltpolitik der Europäischen Union und zeigt deren Funktionsweise innerhalb eines vertikalen Mehrebenensystems auf.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung der Umweltpolitik, die Rolle der EU-Institutionen, internationale Klimaverhandlungen und die nationale Umsetzung am Beispiel Deutschlands.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die verschiedenen Ebenen der Beteiligung an der Umweltpolitik der EU darzustellen, ihre Funktionsweise zu erklären und die Grenzen einer europaweit abgestimmten Politik zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Darstellung, die auf der Auswertung bestehender Fachliteratur, Berichten und umweltpolitischen Verträgen basiert.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen, die Funktionsweise des Mehrebenensystems (global, europäisch, national, persönlich) und eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Klimapolitik.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit?
Klimaschutz, EU-Umweltpolitik, Mehrebenensystem, supranationale Integration, Lastenausgleich und Nachhaltigkeit sind die prägenden Begriffe.
Warum wird Deutschland in dieser Arbeit so ausführlich thematisiert?
Deutschland wird exemplarisch gewählt, da es sich einerseits als Vorreiter im Klimaschutz inszeniert, jedoch in der Praxis häufig zwischen wirtschaftlichen Interessen und umweltpolitischen Zielen schwankt.
Was besagt das Modell der Kontraktion und Konvergenz?
Es handelt sich um ein Modell des Wuppertal Instituts für Ressourcengerechtigkeit, das aufzeigt, wie Industrieländer ihren Verbrauch senken und Entwicklungsländer ihn leicht steigern können, um ein gemeinsames Ziel bei CO2-Emissionen zu erreichen.
Welche Rolle spielt die persönliche Ebene in der Umweltpolitik?
Die persönliche Ebene ist entscheidend, da Richtlinien und ökologische Standards letztlich vom Bürger angenommen und im Alltag (z.B. durch Kaufverhalten) umgesetzt werden müssen.
- Quote paper
- Ingmar Mundt (Author), 2010, Die europäische Umweltpolitik , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172826