„Christus macht die Starken zu Starken zur Ehre Gottes. Er führt sie aber auch wieder zu den Schwachen zur Ehre Gottes. Er ist der Christus Israels, der Kirche; denn sein noch so bedürftiges Zeugnis, das die Schwachen für ihn ablegen, ist ganz ohne Gegenstand, ganz ohne die ihm entsprechenden Wahrheit Gottes. Er ist der Christus der Heiden, der Christus der Welt. Gottes Erbarmen hat die Starken gefunden, da sie wahrhaftig noch Schwache waren. Wahrheit und Erbarmen, das hält Juden und Heiden, Kirche und Welt zusammen. […] Im jauchzen alle Stimmen derer entgegen, die gefunden wurden von seiner Wahrheit und von seinem Erbarmen. Er sieht das Schwache in den Starken und das Starke in den Schwachen, und er sieht mit seinen Augen wie sie alle auf den höchsten wie auf den tiefsten Stufen teilnehmen an dem seligen Geheimnis seiner Freiheit, seines Reiches.“ (Karl Barth)
So kann und darf vorweg zusammenfassend folgendes über diese Perikope gesagt werden. Der Messias wurde ein Knecht des jüdischen Volkes, um Gottes Wahrhaftigkeit und sein Erbarmen aufzuzeigen. Gottes Erbarmen zeigt sich darin, dass er die Verheißungen an die Erzväter gehalten hat und die Heiden dazu brachte Gott zu verherrlichen. In einem Satz also, »Juden- und Heidenchristen, durch Christus zum endzeitlichen Lob Gottes vereint«.
Inhaltsverzeichnis
1. KAPITEL I
1.1. EINLEITUNG
2. KAPITEL II
2.1. DIACHRONISCHE AUSLEGUNG
2.1.1. Der Text Römer 15,7-13
2.1.2. Rohübersetzung
2.1.3. Lexikalisch-grammatikalisches Textschaubild
2.1.4. Textanalyse
2.1.5. Einleitungsfragen
2.1.5.1. Verfasser
2.1.5.2. Datierung
2.1.5.3. Abfassungsort
2.1.5.4. Adressat
2.1.6. Historische Analyse
2.1.7. Quellenanalyse
2.1.8. Form und Gattungsanalyse/ Kritik
2.1.9. Religionsgeschichtliche Analyse
3. KAPITEL III
3.1 LITERARISCHE ANALYSE
3.1.1. Vers 7
3.1.2. Vers 8
3.1.3. Vers 9
3.1.4. Vers 10
3.1.5. Vers 11
3.1.6. Vers 12
3.1.7. Vers 13
4. KAPITEL IV
4.1 ÜBERSETZUNG UND SCHLUSS
4.1.1. Übersetzung
4.1.2. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Perikope aus Römer 15,7-13 exegetisch zu erschließen und dabei die theologische Intention des Apostels Paulus hinsichtlich der Einheit zwischen Juden- und Heidenchristen zu beleuchten.
- Exegetische Analyse des neutestamentlichen Textabschnitts Römer 15,7-13
- Untersuchung der christologischen Begründung der Versöhnung zwischen Juden und Heiden
- Historische und religionsgeschichtliche Einordnung des Textes
- Literarische und quellenkritische Betrachtung der alttestamentlichen Zitate
- Pastoraltheologische Reflexion zur Einmütigkeit in der christlichen Gemeinde
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Vers 7
Das folgernde Wort »διό« (darum, deshalb) richtet sich mit seinem Bezug auf die Mahnung von Römer, Kapitel 14,1, nimmt diese auf, richtet sich nicht an eine spezifische Gruppe wie an die Starken aus Römer, Kapitel 14,1, sondern an alle die Jesus Christus als ihren Herrn bekennen.21 Mahnung und Begründung werden hier von Paulus zusammengefügt. Jesus Christus der Messias hat alle Christen angenommen, egal ob sie zu den Starken oder den Schwachen zählen, denn durch seinen Sühnetod hat er allen zur Rechtfertigung und zum Frieden mit Gott verholfen. Darum ist jeder verpflichtet den anderen anzunehmen und gelten zu lassen. (vgl. Mk 10,42-45).22 Der Vers wiederholt zwar die Mahnung, doch nur in generalisierter Form um auf die anschließende Anwendung der veränderten Fragestellung vorzubereiten, denn dieser Satz ist eine Verknüpfung von Indikativ (Soteriologie) und Imperativ (Ethik) die für Paulus Theologie charakteristisch sind. Der vorliegende Indikativ ist in der Vergangenheitsform und ein Hinweis auf das Werk Christi. Der Imperativ besagt, dass genau dieses Werk Christi in unserem Leben ein Echo verlangt, dabei aber nicht das Nachahmen, sondern die Logik die dahintersteckt, nämlich Menschwerden und Leiden das ansteckend wirkt und das Ziel dieser Kettenreaktion bildet, den Lobpreis hin zu Gott selbst.23 Denn nur so kann Gott verherrlicht werden, der beide durch Christus angenommen hat.24
Zusammenfassung der Kapitel
1. KAPITEL I: Diese Einleitung führt in die Exegese ein und skizziert mittels Zitaten von Karl Barth die theologische Grundthematik der Perikope.
2. KAPITEL II: Dieses Kapitel widmet sich der diachroneschen Auslegung, inklusive der philologischen Grundlagen, historischen Kontextualisierung und quellenanalytischen Einordnung.
3. KAPITEL III: Hier erfolgt eine detaillierte literarische Analyse der einzelnen Verse 7 bis 13, in denen Paulus sein theologisches Anliegen theologisch begründet.
4. KAPITEL IV: Das Abschlusskapitel bietet eine eigene Übersetzung sowie eine pastoraltheologische Zusammenfassung des Themas der gegenseitigen Annahme in Christus.
Schlüsselwörter
Römerbrief, Exegese, Paulus, Juden- und Heidenchristen, Versöhnung, Jesus Christus, Lobpreis, Gottes Ehre, Diener der Beschneidung, Diakonos, Schriftzitate, Hoffnung, Gemeinde, Einmütigkeit, Soteriologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Untersuchung des Abschnitts Römer 15,7-13, um die Beziehung zwischen Juden- und Heidenchristen zu verstehen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die christologische Begründung der Versöhnung, die Bedeutung der alttestamentlichen Zitate für das paulinische Argument und die Aufforderung zur gegenseitigen Annahme.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Paulus durch das Versöhnungswerk Jesu Christi die Einheit der Gemeinde über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg begründet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die historisch-kritische Exegese, insbesondere unter Einbeziehung textanalytischer, formgeschichtlicher und quellenkritischer Methoden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine diachrone Auslegung des Kontextes sowie eine detaillierte, versweise literarische Analyse der Perikope.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Römerbrief, Exegese, Versöhnung, Einmütigkeit und soteriologische Ethik charakterisieren.
Wie interpretiert der Autor die Figur des "Dieners der Beschneidung"?
Der Autor versteht Christus als leidenden Gottesknecht, der durch sein Wirken die Verheißungen an die Erzväter erfüllt hat, um somit sowohl Juden als auch Heiden für Gott zu gewinnen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur praktischen Anwendung für Gemeinden?
Der Autor schließt, dass gegenseitiger Respekt und die Liebe Christi bestehende Meinungsverschiedenheiten in der Gemeinde überflüssig machen, da alle Gläubigen gleich vor Gott stehen.
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- Bachelor of Arts in Theology Gregor Dilger (Author), 2011, Starke und Schwache, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172738