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‚s‘-Qualitäten im Mittelhochdeutschen

Eine korpusgestützte Betrachtung

Title: ‚s‘-Qualitäten im Mittelhochdeutschen

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Robert Bachmann (Author)

German Studies - Literature of History, Eras

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Summary Excerpt Details

Spätestens seit den sog. Junggrammatikern, welche sich um die Mitte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter der Leitung Albert Leskins formierten, gilt die Erkenntnis als gesichert, dass es sich bei der Sprache um ein lebendiges Medium handelt, welches sich, gebunden an den variierenden Gebrauch seiner Sprecher, im stetigen Wandel befindet. Die z.T. stark naturwissenschaftlich orientierte Forschung der Junggrammatiker und deren Weiterentwicklung durch Folgeschulen hat eine Reihe konkreter Beschreibungen hinsichtlich der diachronen Sprachentwicklung des Deutschen in Form der heute allgemein bekannten Lautgesetzte hervorgebracht. Lautwandel, Vernersches Gesetz u.ä. gelten heute als Grundlagenwissen eines jeden Studenten der älteren und ältesten sowie auch der neueren Literatur- und Sprachwissenschaft. Wer sich über lautliche und grammatische Gegebenheiten in den verschieden Phasen des Mittelalters kundig machen will, findet heute eine breitgefächerte Quellenlage in Form diverser Grammatiken vor. Das Mittelhochdeutsche erfährt hierbei eine besondere Fokussierung. Literaturwissenschaftlich gilt es als erste große Blüte der deutschen Geistesgeschichte und wird im Zuge dessen entsprechend breit thematisiert. Diesem Umstand geschuldet und suggeriert durch die zahlreichen grammatischen Darstellungen entsteht der Eindruck, dass das Mittelhochdeutsche als sprachgeschichtliche Periode relativ gut erforscht zu sein scheint. Schon länger steht dieser Sachverhalt in der Kritik. Zunehmend verschreibt man sich in der aktuellen sprachhistorischen Forschung dem sokratischen Grundgedanken: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Als sicher gilt nun, dass das Mittelhochdeutsche jene sprachhistorische Periode ist, über die man am wenigsten weiß. Das Althochdeutsche und Frühneuhochdeutsche hingegen sind um einiges besser erfasst.
Ziel dieser Arbeit ist es, jene Form der Forschung zu beleuchten, welche bestrebt ist, dem beschriebenen defizitären Umstand Abhilfe zu schaffen und sie, so weit es möglich ist, nachzuvollziehen – die Korpusanalyse. Konkreter Gegenstand der Untersuchung ist das ‚s‘ in seinen verschiedenen graphischen Realisierungen im Mittelhochdeutschen. Ferner soll versucht werden, Rückschlüsse auf deren phonetische Entsprechungen zu ziehen. Als Grundlage dieser Anstrengung dient das im Kreis um die Herausgeber der Paul’schen Grammatik in den letzten zehn Jahren erarbeitete Bochumer Mittelhochdeutsch Korpus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorklärung zum Untersuchungsgegenstand

3 Das ‚s‘ im Neuhochdeutschen

4 Die Korpus-Analyse – Einleitendes zur Phonologie einer stummen Sprache

5 ‚s‘-Qualitäten im Mittelhochdeutschen – Zeichenfeldanalyse

5.1 Initial

5.2 Medial

5.3 Final

6 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Möglichkeiten der Korpusanalyse bei der Untersuchung mittelhochdeutscher Lautphänomene zu beleuchten, indem sie exemplarisch die verschiedenen graphischen Realisierungen des mittelhochdeutschen Frikativs ‚s‘ analysiert und mit den Annahmen der traditionellen Grammatik abgleicht.

  • Grundlagen der Phonologie des mittelhochdeutschen ‚s‘
  • Methodische Anwendung der Korpusanalyse auf historische Sprachstufen
  • Untersuchung der Graphem-Phonem-Korrespondenzen in unterschiedlichen Wortpositionen
  • Vergleich der Korpusbefunde mit den Angaben der Paul’schen Grammatik
  • Diskussion der Grenzen und des Nutzens digitaler Korpora für die historische Sprachwissenschaft

Auszug aus dem Buch

5.1 Initial

Die mittelhochdeutsche Grammatik unterscheidet ganz allgemein drei frikative ‚s‘-Qualitäten, die ab dem 12./13. Jahrhundert in Opposition zueinander standen. Hierzu gehört zum einen der dentale Lenes /s/ (z.B. wasen), welcher auf den idg. Reibelaut */s/ zurückgeht und der wohl am ehesten mit dem nhd. /z/ vergleichbar ist. Zum Anderen wird der dental-(post)alveolare Fortes /∫/ (z.B. waschen) unterschieden. Dieser hat sich seit spätahd. Zeit aus dem ahd. /sk/ entwickelt und entspricht dem nhd. /∫/. Diesen beiden lautähnlichen Frikativen steht der dentale Fortes /ʒ/ (z.B. waʒʒer) gegenüber, der auf den germ. Verschlusslaut */t/ < idg. */d/ zurückgeht und dem nhd. /s/ entspricht.

Im Anlaut – so die Grammatik – ist zunächst entscheidend, ob ‚s‘ vor Vokal oder vor Konsonant steht. Vor Vokal stünden /s/ und /∫/ in Opposition zueinander (z.B. sîn – schîn). Vor Konsonant hingegen ergibt sich ein zweigeteiltes Bild. Vor /p,t,m,n,l,w/ kam nur /s/ vor (z.B. mhd. spinne, stein, smal, snîden etc.), während vor /r/ nur /∫/ vorkam (z.B. schrîben). Zum Nhd. hin ist /s/ hier ohne Distinktionsverlust zu /∫/ geworden (vgl. nhd. Spinne, Stein, Schmal, schneiden etc.). Welche Auskunft kann uns nun die Korpusanalyse über die Verteilung ‚s‘-Qualitäten im Anlaut geben?

Für die Zeichenfeldanalyse wurden hier siebzehn Wortformen untersucht:

Vor Vokal-Formen: sache, sagen, singen, souch*, sunder*, schuldig, schoul*, schouwen

Vor Konsonant-Formen: slah*, slâ*, snî*, spotten, spring*, schrîben, stân/ûf+, stat, swarz, swëster, swërt

Dabei konnten folgende graphische Realisierungen ermittelt werden:

<⌠>, , <⌠(c,h,ch)>, , <⌠(+Kons.)>,

Ungeachtet der verschiedenen Kombinationen stehen sich im Anlaut also die Graphien <⌠> und gegenüber. Vor Vokal überwiegt deutlich die Realisierung durch das sog. Schaft-s <⌠>. <⌠> tritt gleichermaßen häufig in den einfachen Formen sowie als Bestandteil der Graphemkombination für die [∫]-Lautung auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problematik der Erforschung des Mittelhochdeutschen und Vorstellung der Korpusanalyse als Werkzeug zur Defizitbewältigung.

2 Vorklärung zum Untersuchungsgegenstand: Definition des mittelhochdeutschen ‚s‘-Frikativs und Darlegung des methodischen Vorgehens zur Untersuchung phonetischer Qualitäten.

3 Das ‚s‘ im Neuhochdeutschen: Darstellung des heutigen Kenntnisstandes zum Phonemsystem und der Verteilung von ‚s‘ im Neuhochdeutschen als Ausgangspunkt für diachrone Vergleiche.

4 Die Korpus-Analyse – Einleitendes zur Phonologie einer stummen Sprache: Diskussion der methodischen Herausforderungen bei der Arbeit mit schriftlichen Quellen und Vorstellung des BoMiKo-Projekts.

5 ‚s‘-Qualitäten im Mittelhochdeutschen – Zeichenfeldanalyse: Empirische Untersuchung der graphischen Realisierungen von ‚s‘ in initialer, medialer und finaler Position anhand von Korpusbelegen.

6 Fazit: Kritische Reflexion über den Erkenntniswert der Korpusanalyse für die historische Grammatikforschung und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Mittelhochdeutsch, Korpusanalyse, BoMiKo, Phonologie, Graphemik, Sprachwandel, Lautlehre, Frikative, BoMiKo, historische Sprachwissenschaft, Zeichensystem, Phonemspaltung, Diachronie, Graphem-Phonem-Korrespondenz, Lautverschiebung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erforschung der lautlichen und graphischen Qualitäten des sogenannten ‚s‘ im Mittelhochdeutschen unter Verwendung des Bochumer Mittelhochdeutsch Korpus (BoMiKo).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Phonologie des Deutschen, die Graphemik in mittelalterlichen Handschriften sowie die methodische Validierung von Grammatikthesen durch quantitative Korpusdaten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel besteht darin, durch eine korpusgestützte Zeichenfeldanalyse zu prüfen, ob sich im Mittelhochdeutschen eine systematische Verwendung unterschiedlicher Graphien für die Realisierung phonetisch verschiedener ‚s‘-Qualitäten nachweisen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine korpuslinguistische Methode angewandt, bei der spezifische Wortformen in historischen Texten identifiziert und auf ihre graphische Realisierung hin in verschiedenen Zeiträumen statistisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des Anlauts, Inlauts und Auslauts von ‚s‘-Formen, wobei jeweils die Korpusbefunde mit dem aktuellen Wissensstand der Sprachgeschichte vergleichend gegenübergestellt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Mittelhochdeutsch, Korpusanalyse, BoMiKo, Sprachwandel, Phonologie, Graphemik und historische Sprachwissenschaft.

Inwieweit spielt die Paul’sche Grammatik eine Rolle für diese Untersuchung?

Die Paul’sche Grammatik dient als grundlegendes Referenzwerk für den aktuellen Forschungsstand, an dem die gewonnenen Daten aus der Korpusarbeit gemessen und validiert werden.

Warum ist die Analyse der Graphem-Phonem-Korrespondenz im Mittelhochdeutschen so schwierig?

Da keine akustischen Daten der Epoche existieren, sind wir auf schriftliche Quellen angewiesen, deren Orthographie durch Schreibtraditionen und Editionspraxis beeinflusst ist, was direkte Rückschlüsse auf die Lautung zu einem heiklen Unterfangen macht.

Was zeigt sich bei der Analyse des Anlauts besonders deutlich?

Im Anlaut überwiegt in den meisten Fällen die Realisierung durch das sogenannte Schaft-s, wobei sich eine beachtliche Stabilität in der graphischen Darstellung über die untersuchten Zeiträume zeigt.

Welchen Stellenwert hat das Fazit für die gesamte Arbeit?

Das Fazit bewertet die Korpusanalyse als fruchtbares, wenn auch arbeitsintensives Werkzeug, das die bisherigen grammatischen Darstellungen sinnvoll ergänzt, aber die Notwendigkeit einer vorsichtigen, auf Thesen basierenden Interpretation betont.

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Details

Title
‚s‘-Qualitäten im Mittelhochdeutschen
Subtitle
Eine korpusgestützte Betrachtung
College
Martin Luther University  (Germanistik)
Course
'Lautlehre' des Mittelhochdeutschen - Altgermanistik
Grade
1,0
Author
Robert Bachmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
27
Catalog Number
V172720
ISBN (Book)
9783640927395
ISBN (eBook)
9783640927593
Language
German
Tags
Bomiko Mittelhochdeutsch Korpus Medial Initial Final Zeichenfeldanalyse Phonologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Bachmann (Author), 2007, ‚s‘-Qualitäten im Mittelhochdeutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172720
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