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Günther Grass - Schriftsteller, Staatsbürger, Wahlhelfer

Zum politischen Wirken der 'Pinscherschnecke'

Titel: Günther Grass - Schriftsteller, Staatsbürger, Wahlhelfer

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 26 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Robert Bachmann (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Allgemeines

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Aus der Einleitung: Es steht zur Wahl. / Wer spricht hier und zu wem? / Ein Geschichtenerzähler. […] / Was steht hier zur Wahl? […] / Es liegen „Demokratische Gedanken“ in der Luft. […] / Wer sprach hier zu wem? […] / Jemand der in Berlin wohnt, nicht wählen darf, aber um jeden Preis mitreden wird. […] / Das alles steht zur Wahl. (Grass, G. 1968. S. 7-21)

Das vorliegende Eingangszitat besteht aus Versatzstücken einer Rede, die der Romancier, Lyriker und bildende Künstler Günther Grass im Sommer 1956 auf einer Wahlreise gehalten hat. In dieser Form (nicht linear) zu einer Art lyrischen Komposition zusammengefügt bzw. als Bastelstück des Verfassers dieser Betrachtung soll es deren konzeptionellen Rahmen versinnbildlichen sowie auf die zentrale These der Arbeit hindeuten. Wer spricht denn da, zu wem, worüber und v.a. wie und warum. Einiges ist bereits klar. Es ist Günther Grass, der Schriftsteller, und er spricht zur Wahl, zu den Wählern. Nicht ohne ein wenig Verwunderung muss dieses festgehalten werden. Erhebt doch hier ein Literat das Wort und will politisch werden in einer Zeit, in der aus den eigenen Reihen Konstatierungen über die gesellschaftliche Folgenlosigkeit künstlerischen Wirkens laut werden. Grass, so scheint es, ist hier der Nonkonformist unter den Nonkonformisten. Die sechziger Jahre stehen für Grass ganz im Zeichen des Wahlkampfes für Willy Brandt und die SPD. Zwei mal begibt er sich auf Reisen, hält Reden, debattiert, gründet ein Wahlkontor, erfindet Slogans und – nicht zuletzt – sorgt für einen bis dahin einmaligen Medienrummel um seine Person und seine Einmischung in das Feld der Politik. Polarisiert hat er dabei immer. Wo Grass in Erscheinung trat, wurden die Stimmen laut und zahlreich. Was treibt nun also den Schriftsteller in diese Gefilde? Wie vereint Günther Grass Poesie und Politik, und/oder tut er dies überhaupt? Wer spricht da aus den besagten Reden und den politischen Gedichten, wie man sie in seinem Lyrik-Band „Ausgefragt“ vorfindet. Ist es der engagierte, demokratieliebende Staatsbürger? Ist es der Intellektuelle, der um keinen Preis in den Chor der Passivität einstimmen möchte oder gar der ruhmsüchtige Künstler, dessen Publikum nicht groß genug sein kann? Im Folgenden soll hierzu ein wenig Licht auf die politische Figur Günter Grass anhand ausgewählter Reden und Gedichte sowie einer kurzen Zusammenfassung der zentralen Ereignisse diesbezüglich in den sechziger Jahren geworfen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Wahlhelfer – Günter Grass zur Wahl gestellt

2.1 Anfang der 60er: der Intellektuelle probt den Aufstand

2.2 1961: Konkretisierung des Engagements – Grass, DDR und SPD

2.3 1964-1969: Pinscherjahre – Günter Grass auf Wahlreise

2.3.1 Der Geschichtenerzähler singt Loblieder auf Willy

2.3.2 Nach der Wahl ist vor der Wahl

3. Der politische Dichter – Zu den politischen Gedichten in Ausgefragt

4. Die strebsame Schnecke – der aktive Künstler Günter Grass

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Wirken des Schriftstellers Günter Grass in den 1960er Jahren, insbesondere sein Engagement als Wahlhelfer für die SPD und Willy Brandt, und analysiert, wie er sein literarisches Schaffen mit seinem Anspruch als demokratischer Staatsbürger vereint.

  • Die Rolle des Intellektuellen im politischen Diskurs der Bundesrepublik.
  • Die enge Verknüpfung von Poesie und politischer Aktivität bei Grass.
  • Die Analyse der Reden und politischen Gedichte (insbesondere im Band "Ausgefragt").
  • Das Selbstverständnis von Grass als "Geschichtenerzähler" und Bürger.
  • Die Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Entwicklung und der Studentenbewegung.

Auszug aus dem Buch

Der Geschichtenerzähler singt Loblieder auf Willy

Die dem Schriftsteller gemäße Distanz droht verlorenzugehen; seine Sprache sieht sich versucht, von der Hand in den Mund zu leben; die Enge jeweils gegenwärtiger Verhältnisse kann auch ihn und seine auf Freilauf trainierte Vorstellungskraft einengen, er läuft Gefahr in Kurzatmigkeit zu geraten.

Was Grass hier als Gefahr bezeichnet, scheint für seine Reden als gewolltes Programm zu gelten. Ganz bewusst meidet er die Distanz zum Angesprochenen und zu den Angesprochenen, wird z.T. polemisch, reflektiert den Gegner und reflektiert sich selbst; dabei immer auch mit einer gewissen Selbstironie. Schon im Offenen Brief an Ludwig Erhard, veröffentlicht am 14.02.1965 im Spandauer Volksblatt, scheut er sich nicht, seine Überzeugungen auf eine recht plakative Weise zur Sprache zu bringen: „Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, treten Sie bitte zurück.“ In seiner Rede Es steht zur Wahl geht er dann dediziert auf sein Vorhaben und seine Rolle innerhalb dessen ein. Eingangs spricht er diejenigen Wählerschichten an, die es zu erreichen gilt. „Viel umworbene, entschlossene und unentschlossene Wähler! An alle Nachdenklichen wende ich mich […] Ich bitte die Einundzwanzigjährigen um Aufmerksamkeit. […]“ Gleich im Anschluss – ebenfalls typisch für Grass‘ politische Reden – geht Grass auf die Demokratie ein, welche er als höchstes Gut der Gesellschaft erachtet. Diese stehe dem Bürger der Bundesrepublik zwar laut Grundgesetz zu, sei aber in Deutschland noch nicht vorhanden. Besonders markant für diese Rede ist, dass sie quasi exemplarisch für die Form der Selbstinszenierung steht, die Grass‘ gesamte Wahlhelfertätigkeit begleitet. Grass möchte unmissverständlich deutlich machen, dass sein so ungewohntes Engagement für den Wahlkampf der SPD, welches natürlich zunächst auf Skepsis treffen muss, völlig unabhängig von der Partei läuft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Günter Grass sein schriftstellerisches Handwerk mit seinem politischen Engagement in den 1960er Jahren vereinte.

2. Der Wahlhelfer – Günter Grass zur Wahl gestellt: Dieses Kapitel beleuchtet den Werdegang von Grass als politischer Akteur, sein Verhältnis zur Macht und seine bewusste Entscheidung, sich aktiv in den Wahlkampf einzubringen.

2.1 Anfang der 60er: der Intellektuelle probt den Aufstand: Hier werden die ersten politischen Regungen von Grass beschrieben, insbesondere seine Beteiligung an Manifesten und seine Abwendung vom restaurativen Geist der 50er Jahre.

2.2 1961: Konkretisierung des Engagements – Grass, DDR und SPD: Das Kapitel analysiert die politische Zuspitzung durch den Mauerbau und wie Grass in diesem Zuge sein Engagement für die SPD und Willy Brandt konkretisierte.

2.3 1964-1969: Pinscherjahre – Günter Grass auf Wahlreise: Es wird die umfassende Wahlkampftätigkeit von Grass beschrieben, bei der er versuchte, neue Wählerkreise für die SPD zu gewinnen.

2.3.1 Der Geschichtenerzähler singt Loblieder auf Willy: Fokus auf die rhetorischen Strategien von Grass in seinen Wahlreden, in denen er als "Geschichtenerzähler" auftritt.

2.3.2 Nach der Wahl ist vor der Wahl: Darstellung der Reaktion von Grass auf die Wahlergebnisse von 1965 und sein fortgesetztes Engagement bis zum Wahlkampf 1969.

3. Der politische Dichter – Zu den politischen Gedichten in Ausgefragt: Analyse der Lyrik von Grass, die als Mittel der Bestandsaufnahme und politisches Instrument fungiert.

4. Die strebsame Schnecke – der aktive Künstler Günter Grass: Zusammenfassende Betrachtung der politischen Philosophie von Grass, geprägt durch das Ideal der Demokratie und die Abneigung gegen radikale Ideologien.

5. Fazit: Das Fazit resümiert das politische Wirken von Grass als notwendigen Versuch, gesellschaftliche Verantwortung jenseits der rein künstlerischen Tätigkeit zu übernehmen.

Schlüsselwörter

Günter Grass, SPD, Wahlkampf, Willy Brandt, Politisches Engagement, Intellektuelle, Ausgefragt, Demokratie, Nachkriegsliteratur, Wahlreise, Wahlhelfer, 1960er Jahre, Lyrik, Politisches Wirken, Sozialdemokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische Engagement von Günter Grass in den 1960er Jahren, insbesondere seine Rolle als Wahlhelfer für Willy Brandt und die SPD.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Verbindung von Kunst und Politik, das Selbstverständnis des Intellektuellen, die Auseinandersetzung mit der deutschen Teilung und die Bedeutung von direkter Demokratie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das politische Handeln von Grass als logische Konsequenz seines demokratischen Selbstverständnisses zu beleuchten und zu klären, wie er Literatur und Politik verknüpft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine werkanalytische und historisch-kontextuelle Methode, indem sie Reden und Gedichte des Autors in den historischen Rahmen der 1960er Jahre einbettet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt chronologisch das wachsende politische Engagement, die Wahlreisen, die Rhetorik der Wahlreden und die inhaltliche Analyse der Gedichtsammlung "Ausgefragt".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie politisches Engagement, Günter Grass, SPD, Willy Brandt, Demokratieverständnis und Intellektuellendebatte charakterisiert.

Warum bezeichnet Grass sich selbst als "Geschichtenerzähler"?

Er nutzt diesen Begriff, um eine Distanz zur klassischen Berufspolitik zu wahren und seine politische Tätigkeit als authentisches Engagement eines Bürgers statt als Parteipolitik zu legitimieren.

Welche Rolle spielt Willy Brandt für das Engagement von Grass?

Brandt fungiert für Grass als Chiffre eines "besseren Deutschen" und als Mentor, durch den Grass vom sympathisierenden zum überzeugten Sozialdemokraten reifte.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Günther Grass - Schriftsteller, Staatsbürger, Wahlhelfer
Untertitel
Zum politischen Wirken der 'Pinscherschnecke'
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Germanistik)
Veranstaltung
"Günter Grass und die Gretchenfrage: Gibt es eine Wiederkehr der Götter in der neueren deutschen Literatur"
Note
1,7
Autor
Robert Bachmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
26
Katalognummer
V172715
ISBN (Buch)
9783640927364
ISBN (eBook)
9783640927555
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Literatur Politik Grass SPD Willy Brandt Ausgefragt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Robert Bachmann (Autor:in), 2008, Günther Grass - Schriftsteller, Staatsbürger, Wahlhelfer, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172715
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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