Jedes Individuum muss ununterbrochen Entscheidungen treffen. Meistens sind es kleine Entscheidungen, die zu treffen sind. Sehr häufig jedoch muss über große Investitionen nachgedacht und zukunftgerichtet entschieden werden. Gerade die wirtschaftlichen Entscheidungen, die weit reichende Auswirkungen haben und das Leben maßgeblich beeinflussen können, sind diejenigen, die am wichtigsten und ernsthaftesten zu treffen sind. Häufig wird der Vergleich zu anderen Individuen gezogen um zu überprüfen, ob sie besser da stehen und möglicherweise glücklicher sind. Durch eine von Konsum und Neid geprägte Welt ist es jedoch schwierig, sich nur auf das Wesentliche, die Entscheidung an sich, zu konzentrieren. Es wird genau geprüft, welche Entscheidung die ‘richtige’ ist, um glücklich zu werden. Doch was bedeutet Glück? Ist das Glück ein vorübergehender Zustand, der erreicht werden kann und doch vergeht? Wie treffen wir unsere Entscheidungen so, dass wir glücklich sind? Werden unsere wirtschaftlichen Entscheidungen vom Glück beeinflusst?
Diese Fragen werden in der Seminararbeit beantwortet. In den folgenden Kapiteln werden zunächst Begrifflichkeiten bezüglich der Glücksökonomie definiert. Im Folgenden soll auf die Entstehung von Glück und auf die Glückskomponenten eingegangen werden. Im weiteren Verlauf der Seminararbeit wird beschrieben, welche Bestandteile auf das Glück und die Glücksökonomie einwirken und wie das Glück unsere wirtschaftlichen Entscheidungen beeinflusst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen
2.1 Glück
2.2 Ökonomie
2.3 Glücksökonomie
3 Die Entstehung des Glücks
3.1 Glückskomponenten
3.1.1 Affektive und kognitive Komponenten
3.1.2 Hedonistischer Ansatz
3.1.3 Ansatz der Eudaemonie
3.1.4 Flowtheorie
4 Wie beeinflusst das Glück unsere wirtschaftlichen Entscheidungen?
4.1 Bestandteile der Glücksökonomie
4.1.1 Geld / Einkommen
4.1.2 Arbeit
4.1.3 Freizeit & soziale Beziehungen
4.1.4 Konsum- und Investitionsverhalten
4.2 Entscheidungsfindung
4.2.1 Definition des Entscheidungsbegriffs
4.2.2 Charakteristika der Entscheidungsfindung
4.3 Beeinflussbarkeit der wirtschaftlichen Entscheidungen
4.3.1 Externe Einflüsse
4.3.2 Entscheidungen aufgrund von individuellem Nutzen
4.3.2.1 Definition Nutzen (Utilitarismus)
4.3.2.2 Entscheidungen aufgrund des Nutzens
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Glück und Wohlbefinden auf das menschliche Entscheidungsverhalten im wirtschaftlichen Kontext. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit ökonomische Entscheidungen durch psychologische Glücksfaktoren gesteuert werden und ob materieller Wohlstand tatsächlich die Basis für dauerhafte Lebenszufriedenheit bildet.
- Grundlagen der Glücksökonomie und Definitionen
- Psychologische Theorien zur Entstehung von Glück (Flow, Hedonismus, Eudaemonie)
- Einflussfaktoren wie Arbeit, Einkommen und soziale Beziehungen
- Mechanismen der Entscheidungsfindung unter Nutzenaspekten
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Arbeit
Der Beruf ist für die meisten Individuen einer der wichtigsten Faktoren, wenn es um die Bestimmung des Glücks geht. Da der Mensch nach dem größtmöglichen Glück strebt und es wie eine Belohnung für erreichte Ziele angesehen wird, wird die berufliche Tätigkeit als die „[…] am meisten befriedigende Art von Arbeit […]“ (Seligman 2005, 263) bezeichnet. Sie wird als Berufung angesehen.
Wie bereits in Punkt 3.1.4 beschrieben, sorgen bei der Arbeit häufig nicht die materiellen Vorteile für Motivation, sondern beispielsweise eine positive Rückmeldung durch den Vorgesetzten (Stopfel 2004, 166). Laut Leiber (2006) tritt das Glücksempfinden ein, sobald eine befriedigende und angemessene sowie eine, den Qualifikationen des Individuums gerecht werdende Art der Arbeit geleistet werden soll, die weder über- noch unterfordernd ist. Im besten Fall tritt dann der Flow-Zustand (siehe Punkt 3.1.4) ein (Leiber 2006, 266).
Tatsächlich tritt das Glücksempfinden eines Individuums ein, wenn es in einem Unternehmen tätig ist, welches es dabei unterstützt, sich in seinem Arbeitsbereich zu entwickeln (Stopfel 2004, 159). Positive Einflüsse am Arbeitsplatz steigern das Glücksgefühl sowie die Produktivität. Zudem sind am Arbeitsplatz glückliche Individuen hilfsbereiter und seltener abwesend. Laut Stopfel (2004) steigt die Produktivität und die Loyalität der Mitarbeiter wenn sie merken, dass der Chef sein Möglichstes versucht um das Team, oder sogar jeden einzelnen Mitarbeiter aus dem Team voranzubringen (Stopfel 2004, 164). Arbeitsunzufriedenheit ist jedoch ein Faktor, der maßgeblich negativen Einfluss auf das Glück hat. Soziale Beziehungen zu Freunden und Partnern leiden unter der Arbeitsunzufriedenheit, wenn diese einen bestimmten Grad erreicht hat (Bucher 2009, 108ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz wirtschaftlicher Entscheidungen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen individuellem Glück und ökonomischem Verhalten.
2 Definitionen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Glück, Ökonomie und Glücksökonomie, um ein theoretisches Fundament für die weitere Analyse zu schaffen.
3 Die Entstehung des Glücks: Hier werden verschiedene psychologische Ansätze wie der hedonistische Ansatz, Eudaemonie und die Flowtheorie vorgestellt, die das menschliche Glücksgefühl erklären.
4 Wie beeinflusst das Glück unsere wirtschaftlichen Entscheidungen?: Dieser Hauptteil analysiert die wirtschaftlichen Komponenten, Entscheidungsprozesse und die Beeinflussbarkeit durch externe Faktoren und Nutzenkalküle.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, widerlegt gängige Glücksirrtümer und unterstreicht die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung jenseits rein materieller Nutzenmaximierung.
Schlüsselwörter
Glücksökonomie, Glück, Wohlergehen, Entscheidungsfindung, Nutzentheorie, Flowtheorie, Arbeitszufriedenheit, Homo Oeconomicus, Lebensqualität, Konsumverhalten, Investition, Motivation, Subjektives Glück, Utilitarismus, Wirtschaftspsychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen dem menschlichen Streben nach Glück und ökonomischen Entscheidungsprozessen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung von Glück, ökonomische Entscheidungstheorien, der Einfluss des Berufslebens und die Auswirkungen von Konsum auf das individuelle Wohlbefinden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu analysieren, wie das Glück unsere wirtschaftlichen Entscheidungen beeinflusst und ob ökonomisches Handeln auf eine tatsächliche Glücksmaximierung ausgerichtet ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener wirtschaftspsychologischer und ökonomischer Ansätze sowie Theorien zur Entscheidungsfindung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die Bestandteile der Glücksökonomie, Charakteristika der Entscheidungsfindung und wie externe Einflüsse sowie persönlicher Nutzen das Verhalten von Individuen steuern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Glücksökonomie, Nutzentheorie, Flow-Erleben und Entscheidungsfindung.
Was besagt die Flowtheorie in Bezug auf die Arbeit?
Die Flowtheorie beschreibt einen Zustand vollkommener Vertiefung in eine Aufgabe, in der das Individuum die Zeit vergisst, was als besonders befriedigende Arbeitsform gilt.
Ist Geld ein Garant für Glück?
Nein, die Arbeit zeigt, dass materieller Wohlstand allein kein Garant für ein dauerhaftes Glück ist und oft durch soziale Vergleiche und Gewöhnungseffekte relativiert wird.
- Quote paper
- Simona Issel (Author), 2011, Glücksökonomie - Wie beeinflusst das Glück unsere wirtschaftlichen Entscheidungen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172701