Die Institution Schule verfügt über einen enormen Einfluss auf das Leben und die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die Aufgabe der Schule umfasst neben dem allgemeinen Bildungsauftrag auch die Gesundheitspflege und Gesundheitserziehung der SchülerInnen.
Durch den Wandel der gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie veränderten Le-benswelten von Kindern und Jugendlichen ist die Weiterentwicklung der Schul-gesundheitspflege unerlässlich. Die Pflegeprofession kann hierzu einen kompetenten Beitrag leisten.
Während international der Pflegeprofession eine bedeutende Rolle bei der Schul-gesundheitspflege zugesprochen wird, sind jedoch die Rahmenbedingungen der Schulgesundheitspflege in Deutschland medizinisch orientiert.
Aufgezeigt werden in dieser Arbeit, der gesundheitsspezifische Bedarf der Kinder und Jugendlichen im Schulalltag und eine mögliche Praxis der Schulgesundheits-pflege aus Sicht der Pflegeprofession. Dazu greift die Autorin unter anderem auf die Ergebnisse einer primärstatistischen Erhebung im Rahmen des Projektes „Gesund-heitssprechstunde in der Schule“ zurück.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG: ERKENNTNISINTERESSE, ZIELSETZUNG UND AUFBAU DER ARBEIT
2 BEDEUTUNG VON GESUNDHEIT VON KINDERN UND JUGENDLICHEN
2.1 DIE ENTWICKLUNGSPHASE ADOLESZENZ UND PUBERTÄT: DIE BEDEUTUNG FÜR DIE GESUNDHEIT
2.2 GESUNDHEITLICHE SITUATION DER KINDER UND JUGENDLICHEN IN DEUTSCHLAND
2.3 ZUSAMMENFASSUNG
3 DIE ROLLE DER SCHULE FÜR DIE GESUNDHEIT VON KINDERN UND JUGENDLICHEN
3.1 AUSWIRKUNGEN DER SCHULE AUF DAS LEBEN VON KINDERN UND JUGENDLICHEN
3.2 AUSWIRKUNGEN DER SCHULE AUF DIE GESUNDHEIT DER KINDER UND JUGENDLICHEN
3.3 ZUSAMMENFASSUNG
4 SCHULE ALS SETTING FÜR GESUNDHEITSPFLEGE
4.1 BESTEHENDE RAHMENBEDINGUNGEN
4.2 UMSETZUNG DER SCHULGESUNDHEITSPFLEGE IN DEUTSCHLAND
4.3 INTERNATIONALE BEISPIELE AUS DER SCHULGESUNDHEITSPFLEGE
4.4 ZUSAMMENFASSUNG
5 ENTWICKLUNG DER FRAGESTELLUNG
6 METHODISCHES VORGEHEN
6.1 BEFRAGUNG DER SCHÜLERINNEN
6.2 EINRICHTUNG EINER GESUNDHEITSSPRECHSTUNDE UND DEREN EVALUATION
7 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
7.1 BEFRAGUNGSERGEBNISSE DER SCHÜLERINNEN: DER BEDARF
7.2 DIE DOKUMENTATIONS- UND EVALUATIONSERGEBNISSE DER GESUNDHEITSSPRECHSTUNDE
7.3 ZUSAMMENFASSUNG
8 SCHULGESUNDHEITSPFLEGE: ÜBERLEGUNGEN ZU EINEM KONZEPTVORSCHLAG AUS PFLEGEPERSPEKTIVE
Zielsetzung & Themen der Bachelorarbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den gesundheitsspezifischen Bedarf von Kindern und Jugendlichen im Setting Schule der Sekundarstufe I. Ziel ist es, aus pflegewissenschaftlicher Sicht Ansätze zur Implementierung einer professionellen Schulgesundheitspflege zu entwickeln, die über die bestehenden, primär medizinisch orientierten Strukturen hinausgeht, um so einen Beitrag zur Gesundheitsförderung und zum Bildungserfolg der Heranwachsenden zu leisten.
- Analyse der gesundheitlichen Situation und Belastungen von Heranwachsenden.
- Evaluation des Bedarfs an gesundheitsspezifischer Beratung im Schulalltag.
- Untersuchung internationaler Modelle (z. B. "School Nurse" in den USA).
- Entwicklung eines Konzeptvorschlags für die professionelle pflegerische Unterstützung in der Schule.
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der School Nurse in USA:
Die Geschichte der „School Nurse“ begann in den Vereinigten Staaten im Jahre 1902. Anfangs war die „School Nurse“ hauptsächlich für die Reduzierung der Fehlzeiten durch gesundheitliche Probleme der SchülerInnen zuständig. Zwar haben sich seitdem die Aufgabenbereiche der „School Nurse“ erweitert, aber der Grundgedanke ist dabei der gleiche geblieben. Die „School Nurse“ unterstützt die SchülerInnen in der reibungslosen Bildung und den Erziehungsaufgaben in der Schule (vgl. NASN, 2002).
Die “National Association of School Nurses (NASN)” definiert im Jahre 1999 „school nursing“ als:
“A specialized practice of professional nursing that advances the well-being, academic success, and lifelong achievement of students. To that end, school nurses facilitate positive student responses to normal development; promote health and safety; intervene with actual and potential health problems; provide case management services; and actively collaborate with others to build student and family capacity for adaptation, self-management, self-advocacy, and learning” (NASN, 2002).
Angelehnt an dieser Definition beschreibt die NASN sieben Kernaufgaben der „School Nurses“. Zusammengefasst sind es die folgenden Aufgaben: 1. Direkte und unmittelbare Gesundheitsfürsorge der SchülerInnen und des Schulpersonals. Hierunter fallen Akutversorgung bei Verletzungen und Krankheiten sowie Behandlung und Notfälle bei chronischen Erkrankungen. Dabei arbeitet die „School Nurse“ in enger Kooperation mit Eltern und anderen Gesundheitsexperten. Dazu bietet sie auch anderen beteiligten Personen wie LehrerInnen, Sozialpädagogen etc. in der Schule Beratung und Unterstützung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: ERKENNTNISINTERESSE, ZIELSETZUNG UND AUFBAU DER ARBEIT: Einführung in die gesundheitliche Problemlage von Jugendlichen und Definition der Forschungsfrage.
2 BEDEUTUNG VON GESUNDHEIT VON KINDERN UND JUGENDLICHEN: Analyse der Entwicklungsphase Adoleszenz und Pubertät sowie der aktuellen gesundheitlichen Situation in Deutschland.
3 DIE ROLLE DER SCHULE FÜR DIE GESUNDHEIT VON KINDERN UND JUGENDLICHEN: Untersuchung des Einflusses der Schule als Lebensraum auf die physische und psychische Gesundheit.
4 SCHULE ALS SETTING FÜR GESUNDHEITSPFLEGE: Betrachtung der aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland sowie internationaler Beispiele wie der US-amerikanischen "School Nurse".
5 ENTWICKLUNG DER FRAGESTELLUNG: Herleitung der konkreten Forschungsfragen basierend auf der Literaturanalyse.
6 METHODISCHES VORGEHEN: Beschreibung der Durchführung der Befragung und der Einrichtung der Gesundheitssprechstunde.
7 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Präsentation der erhobenen Daten zum Bedarf und zur Evaluation der durchgeführten Sprechstunde.
8 SCHULGESUNDHEITSPFLEGE: ÜBERLEGUNGEN ZU EINEM KONZEPTVORSCHLAG AUS PFLEGEPERSPEKTIVE: Skizzierung eines Modells für die Implementierung der Pflegeprofession im Schulsetting.
Schlüsselwörter
Schulgesundheitspflege, Adoleszenz, Pubertät, Gesundheitsförderung, School Nurse, Gesundheitssprechstunde, Lebensraum Schule, Prävention, Pflegewissenschaft, Inklusion, Gesundheitsverhalten, Sekundarstufe I, psychische Gesundheit, Bedarfserhebung, Schulsetting.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit dem Bedarf an professioneller Schulgesundheitspflege für Kinder und Jugendliche in der Sekundarstufe I und entwickelt Konzepte für deren Umsetzung durch die Pflegeprofession.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Lebensphase Adoleszenz, die gesundheitliche Situation in Deutschland, die Rolle der Schule bei der Gesundheitsbildung sowie internationale Vergleiche pflegerischer Schulkonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie aus Sicht der Pflege eine effektive Schulgesundheitspflege gestaltet werden kann, um sowohl akute als auch präventive Versorgungsbedarfe zu decken.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzte eine primärstatistische Datenerhebung, bestehend aus einer Schülerbefragung und einer begleitenden Evaluation einer in der Schule eingerichteten Gesundheitssprechstunde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die aktuelle gesundheitliche Situation Jugendlicher, die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland, internationale Beispiele und stellt die Ergebnisse des eigenen Forschungsprojektes detailliert vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe wie Schulgesundheitspflege, Gesundheitsförderung, Adoleszenz und Pflegewissenschaft bilden den inhaltlichen Kern der Arbeit.
Warum ist die Untersuchung speziell auf die Sekundarstufe I fokussiert?
Diese Altersgruppe ist aufgrund der pubertären Entwicklungsphase besonders belastet und gleichzeitig autonom genug, um sich eigenständig für gesundheitsbezogene Angebote in der Schule zu entscheiden.
Welche Rolle spielt die Schweigepflicht in diesem Konzept?
Die Schweigepflicht ist essenziell für das Vertrauensverhältnis, da SchülerInnen intime gesundheitliche Fragen oft nicht mit Lehrkräften oder Eltern besprechen möchten.
Welche Erkenntnisse lieferte die eigene Gesundheitssprechstunde?
Das Projekt zeigte eine hohe Akzeptanz durch die SchülerInnen und verdeutlichte, dass neben medizinischen Fragen insbesondere entwicklungsbedingte Problemlagen und Gesundheitsverhalten im Vordergrund stehen.
- Quote paper
- Funda Klein-Ellinghaus (Author), 2010, Schulgesundheitspflege – Bedarf und Lösungsansätze in der Sekundarstufe I aus Sicht der Pflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172683