Diese Arbeit beschäftigt sich mit ausgewählten Bettelsordensgründungen der Frühen Neuzeit in Franken. Explizit sollen dabei die Franziskanerklöster in Dettelbach „Maria im Sand“, in Altstadt bei Hammelburg, sowie am Volkersberg und Kreuzberg betrachtet werden. Außerdem werden die Niederlassungen der Kapuziner in „Maria Buchen“, in Würzburg am Käpelle sowie am Engelsberg bei Großheubach sowie das Würzburger Kloster der Unbeschuhten Karmeliten und ihre Niederlassung in Fährbrück untersucht werden. Dies sind naturgemäß nicht alle fränkischen Bettelsordensgründungen der Frühen Neuzeit, die Auswahl bietet aber einen guten Überblick, um Gemeinsamkeiten und Parallelen herausarbeiten zu können. Die Gründungen gehen, mit Ausnahme der Niederlassung der Unbeschuhten Karmeliten in Würzburg, alle auf Wallfahrten zurück, der im Rahmen dieser Arbeit herausgearbeitet werden soll. Weiterhin soll analysiert werden, welche Gemeinsamkeiten es bei der Vorgeschichte, Gründung und weiterer Entwicklung der untersuchten Klöster gab und Parallelen, aber auch Unterschiede gefunden werden. Die Arbeit beginnt mit einer Darstellung der Merkmale von Wallfahrten sowie einem kurzen Abriss zur Geschichte der Wallfahrt in Franken. Anschließend werden kurz Gründungsgeschichte und wichtige Merkmale der drei im Rahmen dieser Arbeit vorkommenden Orden, Franziskaner, Kapuziner und Unbeschuhte Karmeliten vorgestellt. Bei der Untersuchung der Bettelsordensgründungen an sich wird vergleichend zunächst der Beginn und die Entwicklung der Wallfahrten an den einzelnen Stätten dargestellt. Im Anschluss wird die Berufung der jeweiligen Orden geklärt. Die weitere Entwicklung der Orden bis zur Säkularisation ist Gegenstand des nächsten Teils der Arbeit. Es folgt eine kurze Übersicht über die verschiedenen Aufgaben, denen die Bettelsorden in den einzelnen Klöstern nachkamen. Die Arbeit schließt mit einer kurzen Zusammenfassung über Gemeinsamkeiten und Parallelen, aber auch Unterschiede der behandelten Klostergründungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wallfahrt in Franken
3 Die einzelnen Orden
4 Bettelsordensgründungen
4.1 Entstehung der Wallfahrten
4.2 Übernahme der Wallfahrten durch die Bettelorden
4.3 Weitere Entwicklung der Klöster bis zur Säkularisation
4.4 Spirituelles Leben und Besonderheiten
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht ausgewählte Bettelordensgründungen der Frühen Neuzeit in Franken, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in deren Vorgeschichte, Gründung und Entwicklung herauszuarbeiten. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem Zusammenhang zwischen der Etablierung dieser Klöster und der Förderung regionaler Wallfahrtsorte im Kontext der Rekatholisierung.
- Analyse der Entstehung und Entwicklung frühneuzeitlicher Wallfahrtsstätten in Franken.
- Untersuchung der Rolle von Bettelorden (Franziskaner, Kapuziner, Unbeschuhte Karmeliten) bei der seelsorgerischen Betreuung.
- Betrachtung der Klostergründungen als Mittel der Rekatholisierung unter fürstbischöflicher Förderung.
- Vergleichende Analyse der baulichen und strukturellen Entwicklung der Klöster bis zur Säkularisation.
- Darstellung der spirituellen Aufgaben und der Alltagsseelsorge in den betreffenden Klöstern.
Auszug aus dem Buch
4.1 Entstehung der Wallfahrten
Die Ordensgründungen weisen oft einen ähnlichen Verlauf aus. Fast immer war am jeweiligen Ort zuerst eine Wallfahrtstelle entstanden. So hatte sich in Dettelbach Anfang des 16. Jahrhunderts nach Visionen eines gewissen Nikolaus Lammerer die Wallfahrt zu einem Bildstock entwickelt. Ähnlich sah es in Fährbrück aus, wo um 1590 bei einer nach Krieg und Reformationszeit verfallenen Kirche von Glockengeläut und Lichterscheinungen berichtet wurde. Auf dem Nikolausberg, wo später das Käppele errichtet werden sollte, entstand nach der Aufstellung eines Vesperbildes, der Maria mit dem Leichnam des vom Kreuz genommenen Christus zeigt, 1642 eine kleine Wallfahrt. In „Maria Buchen“ entwickelte sich die Wallfahrt zu einem Andachtsbild bereits deutlich früher, nämlich im 14. Jahrhundert. Auch die Wallfahrten zum Kreuzberg und Volkersberg gehen auf ältere Legenden zurück. So wurde auf dem Kreuzberg angeblich bereits 686 ein Kreuz durch die drei Heiligen Kilian, Kolonat und Totnan errichtet, dies soll der Ausgangspunkt für die fränkische Christianisierung gewesen sein. Seit dem frühen Mittelalter fanden hier Kreuzverehrungen statt. Für das Kloster am Volkersberg gibt es verschiedene Entstehungslegenden. Erst soll hier ein Einsiedler gewohnt haben, nach einer Erscheinung wurde dann vermutlich 1111 ein „Kirchlein“ durch den hl. Bischof Otto von Bamberg geweiht. Das erste Mal urkundlich erwähnt wurde die Kapelle Volkersberg zum Heiligen Kreuz 1378, als die Stiftung einer Freitagsmesse vermerkt wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Bettelordensgründungen in der Frühen Neuzeit ein und definiert den Untersuchungsrahmen anhand ausgewählter fränkischer Klöster.
2 Wallfahrt in Franken: Dieses Kapitel erläutert den historischen Begriff und die Merkmale von Wallfahrten sowie deren Entwicklung und Bedeutung im fränkischen Raum.
3 Die einzelnen Orden: Hier werden die Ursprünge, Ziele und Merkmale der in der Arbeit behandelten Bettelorden – Franziskaner, Kapuziner und Unbeschuhte Karmeliten – kurz vorgestellt.
4 Bettelsordensgründungen: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Entstehung der Wallfahrten, deren Übernahme durch die Orden, die bauliche und strukturelle Entwicklung der Klöster sowie deren spirituelles Leben.
5 Fazit: Das Fazit fasst die gemeinsamen Entwicklungsmuster der untersuchten Klostergründungen zusammen und bewertet deren Überleben während der Säkularisation.
Schlüsselwörter
Bettelorden, Franken, Wallfahrt, Frühe Neuzeit, Franziskaner, Kapuziner, Unbeschuhte Karmeliten, Rekatholisierung, Seelsorge, Klostergründung, Säkularisation, Bistum Würzburg, Julius Echter, Wallfahrtskirche, Konvent.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte und Entwicklung ausgewählter Bettelordensklöster in Franken während der Frühen Neuzeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themenfelder umfassen die Geschichte der Wallfahrtsorte, die Rolle der Orden in der Seelsorge sowie die staatliche und kirchliche Förderung von Klostergründungen im Zuge der Rekatholisierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Vorgeschichte, Gründung und Entwicklung der Klöster aufzuzeigen, die maßgeblich aus der Dynamik von Wallfahrten hervorgingen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-vergleichende Analyse von Literatur und Quellenmaterial zu den einzelnen Klosterstandorten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Wallfahrtsentstehung, der Ordensberufungen, der Baugeschichte sowie des spirituellen Lebens und der seelsorgerischen Aufgaben in den Klöstern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Bettelorden, Wallfahrt, Franken, Rekatholisierung und Säkularisation.
Welchen Einfluss hatte Fürstbischof Julius Echter auf die Klosterlandschaft?
Julius Echter fungierte als wesentlicher Förderer der Rekatholisierung, indem er Wallfahrten unterstützte und Bettelorden gezielt zur Betreuung der Wallfahrtsorte berief.
Wie überstanden die Klöster die Säkularisation?
Trotz der häufigen Einstufung als Aussterbekloster oder der Auflösungsdekrete konnten die meisten der untersuchten Klöster durch spätere Bestimmungen oder königliche Dekrete langfristig fortbestehen.
- Arbeit zitieren
- Inka Hemmerich (Autor:in), 2007, Bettelorden und Wallfahrt im frühneuzeitlichen Franken, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172646