Im Eiszeitalter (Pleistozän) vor etwa 2,6 Millionen Jahren bis vor ca. 10.700 Jahren lebten im Gebiet von Deutschland etliche große Raubkatzen. Durch fossile Funde von Knochen und Zähnen sind Mosbacher Löwen, Höhlenlöwen, Europäische Jaguare, Säbelzahnkatzen, Dolchzahnkatzen, Leoparden, Pumas und Geparde nachgewiesen. Das Taschenbuch „Eiszeitliche Geparde in Deutschland“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst befasst sich jenen Raubkatzen, die heute als die schnellsten Landtiere der Erde gelten. Es ist Shuhei Tamura aus Kanagawa in Japan gewidmet, der den Autor bei zahlreichen Buchprojekten unterstützt hat.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort. Schnelle Jäger
Eiszeitliche Geparde in Deutschland
Der Autor
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die Verbreitung und wissenschaftliche Erforschung eiszeitlicher Gepardfunde auf dem Gebiet Deutschlands, mit besonderem Fokus auf die Fundstellen bei Untermaßfeld und in den Mosbach-Sanden von Wiesbaden.
- Fossile Gepardnachweise im Pleistozän
- Die Fundstelle Untermaßfeld bei Meiningen
- Die Mosbach-Sande bei Wiesbaden als paläontologische Fundstätte
- Vergleich zwischen eiszeitlichen und heute lebenden Geparden
- Wissenschaftsgeschichte der Entdeckung und Identifizierung
Auszug aus dem Buch
Eiszeitliche Geparde in Deutschland
Die ältesten bekannten Funde der Geparde in Deutschland stammen aus dem Eiszeitalter vor mehr als einer Million Jahren. Genauer gesagt aus dem Bavelium-Komplex (etwa 1,07 Millionen Jahre bis 990.000 Jahre), auch Bavel-Komplex oder Bavelium genannt. Dieser Abschnitt des Eiszeitalters wurde 1983 von dem niederländischen Geologen Waldo H. Zagwijn und dem Palynologen Jan de Jong, beide am Rijksgeologischen Dienst in Harlem tätig, beschrieben.
Bei den frühesten Gepardresten aus Deutschland handelt es sich um einen Oberschädel und um einen fast 37 Zentimeter langen Oberschenkelknochen. Fundort dieser spektakulären Fossilien ist ein Leichenfeld bei Untermaßfeld unweit von Meiningen in Thüringen. Der Oberschädel und der Oberschenkelknochen werden der Gepard-Unterart Acinonyx pardinensis pleistocaenicus zugeschrieben die vorher nur aus Nordchina nachgewiesen war und 1925 erstmals von dem österreichischen Paläontologen Otto Zdansky (1894–1988) wissenschaftlich beschrieben wurde.
Bei den Ausgrabungen des Weimarer Paläontologen Ralf-Dietrich Kahlke im Flussbett der Ur-Werra bei Untermaßfeld kamen Reste ungewöhnlich vieler Tiere zum Vorschein. Sie waren bei Hochwasser ums Leben gekommen.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort. Schnelle Jäger: Eine kurze Einleitung in das Thema der eiszeitlichen Raubkatzen in Deutschland und die Widmung des Werkes an Shuhei Tamura.
Eiszeitliche Geparde in Deutschland: Detaillierte Darstellung der fossilhistorischen Belege für das Vorkommen von Geparden im Pleistozän, insbesondere in Untermaßfeld und Wiesbaden.
Der Autor: Ein biographischer Abriss über den Werdegang und die Publikationstätigkeit von Ernst Probst.
Schlüsselwörter
Eiszeitalter, Pleistozän, Gepard, Acinonyx pardinensis, Untermaßfeld, Mosbach-Sande, Wiesbaden, Fossilien, Raubkatzen, Paläontologie, Fundort, Ausgrabung, Wirbeltierreste, Artbestimmung, Evolutionsgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Historie und den paläontologischen Nachweisen von Geparden während des Eiszeitalters (Pleistozän) auf dem heutigen deutschen Staatsgebiet.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die archäologischen Funde von Gepardresten, deren wissenschaftliche Identifizierung sowie der Vergleich der ausgestorbenen Unterarten mit dem heutigen Gepard (Acinonyx jubatus).
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das Wissen über die Verbreitung und die Fundumstände dieser Raubkatzen anhand der bedeutenden Fundorte Untermaßfeld und Wiesbaden zusammenzufassen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Der Autor stützt sich primär auf die Auswertung paläontologischer Fachliteratur, Grabungsberichte und wissenschaftliche Beschreibungen von Fossilfunden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der fossilen Reste in den Mosbach-Sanden und die Bedeutung des Leichenfeldes bei Untermaßfeld für die europäische Quartärpaläontologie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Pleistozän, Gepard, Paläontologie und fossile Raubkatzen definieren.
Welche Rolle spielt Untermaßfeld für die Forschung?
Untermaßfeld gilt als eine der weltweit wichtigsten und reichhaltigsten Fundstellen ihrer Zeitstellung, die eine enorme Anzahl an Wirbeltierresten und neue Tierarten zutage gefördert hat.
Warum sind die Mosbach-Sande für die Untersuchung von Geparden bedeutend?
Die Mosbach-Sande lieferten wichtige Belege für das Vorkommen von Geparden im Mittelpleistozän und dienten Forschern wie Helmut Hemmer als Grundlage für eine genauere Einordnung der europäischen Feliden.
- Arbeit zitieren
- Ernst Probst (Autor:in), 2011, Eiszeitliche Geparde in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172559