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Das Speenhamland-System - Selbsterzeugter Pauperismus oder moderne Sozialpolitik?

Titel: Das Speenhamland-System - Selbsterzeugter Pauperismus oder moderne Sozialpolitik?

Hausarbeit , 2011 , 25 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Marina Ehrngruber (Autor:in)

Geschichte - Allgemeines

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„…Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen.“1 Dieses Zitat des Apostel Paulus warnte vor Müßiggang und prägte die europäische Sozialge-schichte. Die Vorstellung, dass Handarbeit und Armut zusammenfielen ist ein alteuropäisches Denkmuster, das sich bis in die frühe Neuzeit hielt. Es herrschte das allgemeine Verständnis, dass Handarbeit das Los der Armen und Unfreien sei. Die Kirche befand Arbeit aber als etwas durchaus Positives und es war jedem körperlich Leistungsfähigen zuzumuten, für den eigenen Lebensunterhalt durch Arbeit zu sorgen.
Das Speenhamland-System von 1795 ist eines der wenigen eingeführten Ein-kommensgarantien. In einer Zeit großen Elends wurde es von den Friedensrich-tern von Berkshire in Speenhamland/England eingeführt.
Das zentrale Thema der Hausarbeit bewegt sich um die Fragestellung, ob das Speenhamland-System den Pauperismus selbst erzeugte, oder es sich um eine durchaus frühmoderne Sozialpolitik handelte. Die Grundlage für die neuen Über-legungen zu einem „bedingungslosen Grundeinkommen“, im folgenden BGE ge-nannt, ist das Bewusstsein der weltweit zurückgehenden Lebenssicherungsmög-lichkeiten durch reine Erwerbsarbeit. Durch die vielfach gestiegene Produktivität übersteigen unsere Kapazitäten unseren Eigenbedarf bei weitem.2 Das Problem der Arbeitslosigkeit ist damals wie heute gewissermaßen gleich, die sozialpoliti-schen Debatten ähneln sich ebenfalls verblüffend und das „Recht auf Lebensun-terhalt“ löste bereits in der Vergangenheit wie in der Gegenwart Kontroversen aus. Natürlich muss man beachten, dass die Ausgangslage, vor allem bezüglich der Produktivität sich heute anders darstellt, als vor rund 200 Jahren.
In den folgenden Kapiteln soll ein Querschnitt die Strukturen des Speenhamland-Systems aufzeigen. Ebenso werden die auseinandergehenden Meinungen zur Speenhamland-Geschichte umrissen. Aufgrund der Kürze dieser Arbeit können die dargebrachten Ausführungen jedoch keine Vollständigkeit wiedergeben, dies würde den Rahmen der Arbeit schlichtweg sprengen.

Die Rekonstruktion der Speenhamland-Geschichte ist ein weiterer wichtiger Punkt, der die Brotskala, die Kosten der Armenunterstützung, die Auswirkungen auf die Arbeitsproduktivität, sowie die Veränderungen der Löhne und des Haus-haltseinkommens behandeln wird. Sie wird die Frage beantworten, warum das Speenhamland-System so wichtig für die ländlichen Armen war.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Speenhamland-System von 1795

3. Auseinanderlaufende Meinungen zur Speenhamland-Geschichte

4. Die Rekonstruktion des Speenhamland-Systems

4.1. Die Brotskala

4.2. Die Kosten der Armenunterstützung unter dem Alten Armenrecht

4.2.1. Langzeitdatenreihe, Armenunterstützungsausgaben und Weizenpreise, 1771-1850

4.2.2. Beispiel Ardleigh, Jan. 1794 – Dez. 1801: Ausgaben der Armenpfleger (Gesamtausgaben und ausgewählte Einzelposten) im Vergleich zum Weizenpreis in Essex (jeweils in gleitenden 5-Monats-Durchschnitten)

4.3. Die ländlichen Arbeiter und ihre Arbeitsproduktivität

4.4. Die Löhne

4.5. Das Haushaltseinkommen

5. Abschließende Gedanken zum Speenhamland-System

6. Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) in der Gegenwart

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das historische Speenhamland-System von 1795, um die zentrale Forschungsfrage zu klären, ob es sich dabei um eine Form von Sozialpolitik handelte oder ob das System den Pauperismus selbst erzeugte. Parallel dazu wird eine Brücke zur aktuellen Debatte über das bedingungslose Grundeinkommen geschlagen, um Parallelen in der sozialpolitischen Argumentation und der Problematik der Lebenssicherung durch Erwerbsarbeit aufzuzeigen.

  • Analyse der historischen Strukturen des Speenhamland-Systems
  • Kritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen und modernen Deutungen des Armenrechts
  • Rekonstruktion der Armenunterstützung anhand von Datenreihen und Preisentwicklungen
  • Untersuchung der Arbeitsproduktivität und Lohnentwicklung in der Speenhamland-Periode
  • Vergleich aktueller sozialpolitischer Konzepte zum BGE mit historischen Modellen

Auszug aus dem Buch

4.2. Die Kosten der Armenunterstützung unter dem Alten Armenrecht

Nach den althergebrachten Vorstellungen kam es nach der Einführung des Speenhamland-Systems zu einer massiven Kostenzunahme der Armenunterstützungsgelder. Diese Kostenexplosion wurde angeblich erst durch die Einführung des „New Poor Law“ von 1834 gebremst. Nach der folgenden Analyse der Armenunterstützungsausgaben kann diese Ansicht allerdings nicht mehr geteilt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ausgangslage der Armenfürsorge ein und formuliert die Forschungsfrage, ob das Speenhamland-System als Verursacher von Pauperismus oder als frühmoderne Sozialpolitik zu werten ist.

2. Das Speenhamland-System von 1795: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung und Organisation des Speenhamland-Systems vor dem Hintergrund des Alten Armenrechts und der Notlage in Berkshire.

3. Auseinanderlaufende Meinungen zur Speenhamland-Geschichte: Hier werden die kontroversen Standpunkte von zeitgenössischen Kritikern wie Malthus und Ricardo bis hin zu späteren Historikern wie Polanyi gegenübergestellt.

4. Die Rekonstruktion des Speenhamland-Systems: Dieses Kapitel liefert eine empirische Analyse der historischen Praxis, wobei Aspekte wie Brotskala, Kostenentwicklung, Arbeitsproduktivität, Löhne und Haushaltseinkommen detailliert untersucht werden.

5. Abschließende Gedanken zum Speenhamland-System: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst und das Urteil über das System revidiert, wobei die soziale Notwendigkeit der Unterstützung hervorgehoben wird.

6. Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) in der Gegenwart: Dieses Kapitel überträgt die gewonnenen Erkenntnisse auf die aktuelle Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen und bewertet dessen Potenzial für die moderne Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Speenhamland-System, Armenrecht, Pauperismus, Sozialpolitik, Brotskala, Arbeitsproduktivität, Bedingungsloses Grundeinkommen, BGE, Armenunterstützung, Lohnentwicklung, Lebensstandard, England, Industrielle Revolution, Sozialgeschichte, Armenhaus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das historische Speenhamland-System in England als Fallbeispiel für frühe Sozialpolitik und vergleicht dessen Debatten mit dem modernen Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Rekonstruktion des Speenhamland-Systems, der ökonomischen Analyse der Armenunterstützung und der kritischen Bewertung der Auswirkungen auf die ländliche Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Hypothese zu prüfen, ob das Speenhamland-System die Massenarmut selbst erzeugte oder ob es eine notwendige und fortschrittliche Form der Sozialpolitik darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine quellenbasierte historische Analyse, die durch die Auswertung statistischer Datenreihen, wie Weizenpreise und Armenunterstützungsausgaben, untermauert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Auseinandersetzung mit verschiedenen Forschungspositionen, die detaillierte Untersuchung der Brotskala, Lohn- und Einkommensanalysen sowie die ökonomischen Folgen für die Landarbeiter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Speenhamland-System, Pauperismus, Armenrecht, Brotskala, Arbeitsproduktivität und bedingungsloses Grundeinkommen (BGE).

Warum wird das Speenhamland-System aus heutiger Sicht als fortschrittlich betrachtet?

Trotz der begrenzten Reichweite auf Gemeindeebene wird es als offenes, flexibles und rationales System gewürdigt, das in Krisenzeiten ein existenzsicherndes Auffangnetz bot.

Welchen Einfluss hatte der "Poor Law Report" von 1834?

Der Bericht prägte über ein Jahrhundert lang ein negatives Bild über das Speenhamland-System, das erst durch revisionistische Studien, insbesondere ab den 1960er Jahren, wissenschaftlich hinterfragt und korrigiert wurde.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Speenhamland-System - Selbsterzeugter Pauperismus oder moderne Sozialpolitik?
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,7
Autor
Marina Ehrngruber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
25
Katalognummer
V172529
ISBN (eBook)
9783640924400
ISBN (Buch)
9783640924523
Sprache
Deutsch
Schlagworte
speenhamland-system selbsterzeugter pauperismus sozialpolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marina Ehrngruber (Autor:in), 2011, Das Speenhamland-System - Selbsterzeugter Pauperismus oder moderne Sozialpolitik?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172529
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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